Sonstige Drucktechnik

Mikrofilm-Ausgabegerät EC7602

(Alias EC 7602, EC-7602)

Das Mikrofilmausgabegerät EC7602 wurde zur automatisierten Erstellung von Dokumentationen in Form von Mikrofiches benutzt und in Verbindung mit Großrechnern, z.B. dem EC1055 eingesetzt.
Das EC7602 arbeitete mit einer Geschwindigkeit von 5 Fiches/min bzw. 100.000 Zeichen pro Sekunde.
Auf einen Mikrofiche passten 30 Seiten A3 oder 60 Seiten A4.


Mikrofilmgerät EC7602

Zum Lesen der Mikrofilme gab es spezielle Lesegeräte, z.B. das Pentakta L100. Ein maschinelles Lesen war dagegen nicht möglich.

Das EC7602 gilt heute als ausgestorben.


K6306 / Etigraph 100 / ET100

(Alias ET 100, ET-100, K 6306, K-6306)

Dieses Gerät wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda ab Dezember 1989 entwickelt und auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1990 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Etigraph100 arbeitete entweder als Thermodrucker auf temperaturempfindlichem Papier oder als Thermotransferdrucker auf normalem Papier und diente zum Bedrucken von Etiketten. Die Papierbreite betrug 8 cm.
Auf dem Gebiet der DDR gab es allerdings keine Firma, die Selbstklebeetiketten produzierte, sodass Robotron hierbei auf Importe angewiesen wäre. Durch die politische Wende in der DDR löste sich dieses Problem allerdings dann von selbst, da sich neue Märkte eröffneten.
Als Druckkopf kam ein ITK160 zum Einsatz (160 Punkte Breite), der auch im Drucker BLD160 seinen Dienst tat.


Etikettendrucker ETIGRAPH100 als Thermodrucker

Etikettendrucker ETIGRAPH100 als Thermotransferdrucker

ETIGRAPH100 mit Wicklern für große Papierspulen

Innenansicht des ETIGRAPH100

Außer normaler Schrift konnten mit dem Gerät auch Barcodes ausgegeben werden.
Die Kopplung mit dem Rechner wurde über eine Centronics-Schnittstelle vorgenommen.

Von diesem seltenen Drucker ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.
Der Etigraph wurde in der Bundesrepublik von der Firma Gerber (HGN) vertrieben.


ETIGRAPH2000 / ET2000

(Alias ET 2000, ET-2000, ETIGRAPH 2000)

1990/1991 erfolgte durch das Büromaschinenwerk Sömmerda die Weiterentwicklung des K6306 zum Etigraph2000.


Etikettendrucker ETIGRAPH2000

Etikettendrucker ETIGRAPH2000

Im Gegensatz zum Vorgängermodell war der Etigraph2000 vollgrafikfähig mit einer Auflösung von 200 dpi.
Die Druckgeschwindigkeit wurde mit 100 mm/s angegeben.

Heute ist nur noch die Existenz von 1 Exemplar dieses Druckers bekannt.


Drucker SD1132

(Alias SD 1132, SD-1132)

Über diesen vom Büromaschinenwerk Sömmerda hergestellten Drucker ist bisher nur wenig bekannt.
Obwohl er äußerlich den Erfurter Streifendruckern G3407 und G3287 ähnlich sieht und auch auf Kassenrollenpapier druckt, enthält der SD1132 kein Thermodruckwerk, sondern Paralleldruckwerk auf Typenstangenbasis mit einem Farbband. Von den Abmaßen her war er einer der kleinsten Drucker von Robotron. Vom Gewicht her konnte man aber trotzdem meinen, er bestünde aus massivem Metall.


Drucker SD1132

Drucker SD1132 von oben

Innenansicht des SD1132

Innenansicht des SD1132

Innenansicht des SD1132

5-stelliges Druckwerk

Die Typen (erhaben geprägte Buchstaben) befanden sich auf der Mantelfläche drehbarer Scheiben. Für jede Druckstelle gab es solch eine Scheibe. Beim Auslösen des Drucks wurde das Typenscheibenpaket ein mal komplett am Druckkopf vorbei bewegt. Befand sich die passende Scheibe gerade vor dem Druckkopf, wurde sie in dieser Position mit eine kleinen Sperrklinke angehalten. War das gesamte Typenscheibenpaket durchgelaufen, wurden die angehaltenen Scheiben gemeinsam gegen Farbband und Papier gedrückt und die Zeichenkontur wie bei einer Schreibmaschine auf das Papier übertragen. Im Gegensatz zu den Großrechner-Typenwalzendruckern wurde beim SD1132 nicht fliegend gedruckt, d.h. die Scheiben waren beim Druckvorgang in Ruhe. Dafür realisierte der SD1132 einen echten zeilenparallelen Druck, während beim Typenwalzendrucker "nur" alle jeweils gleichen Zeichen innerhalb einer Zeile gleichzeitig gedruckt wurden, verschiedene Zeichen aber zeitlich hintereinander.

Die Zeichenauswahl des SD1132 war auf Ziffern, das "-"-Zeichen und das Leerzeichen mit einer Breite von max. 18 Zeichen begrenzt. Freier Text war also damit nicht druckbar.

Die Anwendung dieses Druckers beschränkte sich damit auf direkte Messwertanzeige (Anschluss an Digitalvoltmeter oder Zähler). Um Herstellungskosten zu sparen, blieben beim SD1132 dir für die spezielle Anwendung unbenutzte Druckpositionen häufig unbestückt.
Der SD1132 war auch unter dem Namen "Schiffsdrucker" bekannt, weil er in den Steuerungszentralen der Schiffe als Protokolldrucker eingesetzt wurde. Damals wurden umfangreiche Zuverlässigkeitstests unter extremen klimatischen Bedingungen durchgeführt, um die Eignung für solche Einsatzfälle nachzuweisen.

Die Druckgeschwindigkeit betrug fünf Zeilen pro Sekunde bei max. 18 Zeichen pro Zeile.
Der SD1132, der auch als "Blockdruckwerk" bezeichnet wurde, hatte eine ungenormte Schnittstelle und konnte z.B. mit dem Computer PBT4000 (über Platine ABW) oder mit dem Energiekostenrechner EKR80 gekoppelt werden.
Im SD1132 war keine Ansteuerelektronik eingebaut, die Leistungsbauelemente waren also im Rechner unterzubringen.

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch wenige Exemplare bekannt.


EC7230 / LD20

(Alias EC 7230, EC-7230, NMZD 6000, NMZD-6000, LD 20, LD-20)

Dieser Laserdrucker sollte ab 1988 in Verbindung mit dem ESER-Großrechner EC1057 benutzt werden, kam aber nicht in größerer Stückzahl in den Handel. Hersteller war das Büromaschinenwerk Sömmerda. Äußerlich war der Drucker ein sehr großes Gerät: allein die Lasereinheit mit der Polygonspiegeloptik war ca. 1m lang.

Der EC7230 ging aus einem Forschungsprojekt namens NMZD6000 hervor, was Nichtmechanischer Zeilendrucker mit 6000 Zeilen pro Minute bedeutet und einer Leistung von ca. 100 A4-Blatt pro Minute entsprach. Dieses Gerät hatte Hochleistungs-Laserdrucker von IBM und Siemens zum Vorbild, die Leporellopapier verarbeiteten. Bei der Überleitung des Forschungsthemas in die Geräteentwicklung wurden die Ziele neu formuliert.

Für das Seriengerät LD20 wurde dann eine Druckgeschwindigkeit von 20 A4 pro min angepeilt und anstelle des Leporellopapiers wurde auf die Verarbeitung von Einzelblättern A4 quer orientiert. Sein Darstellungsvermögen war auf Buchstaben (lateinisch und kyrillisch) sowie Sonderzeichen begrenzt (nicht grafikfähig). Die Auflösung lag bei 240 Pixeln pro Zoll, durch die beiden Schriftarten ergaben sich 72 Zeilen á 136 Zeichen oder 94 Zeilen á 170 Zeichen.

Der Drucker verfügte über einen Pufferspeicher mit dem eine Druckwiederholung von maximal zwei Seiten möglich war.


Drucker EC7230

Die Entwicklung des LD20 begann Mitte der 1980er Jahre. Dabei gab es auch eine Zusammenarbeit mit der Firma Secura in den Bereichen Fotoleiter und Toner.

Vermutlich wurden nur 7 Exemplare dieses Typs produziert, da bedingt durch die politische Wende in der DDR die Produktion abgebrochen wurde. Die geplanten Absatzmärkte in der DDR bzw. der Sowjetunion brachen weg und es waren dann modernere und preiswertere Geräte aus dem westlichen Ausland verfügbar.

Leider scheint heute dieses seltene Gerät ausgestorben zu sein.


Es gab auch im Büromaschinenwerk Sömmerda ein Vorhaben, einen Drucker nach einem elektrostatischen Druckverfahren mit Flüssigtoner gemeinsam mit dem Ministerium für Erdölindustrie der Sowjetunion zu entwickeln. Diese Entwicklung wurde ebenfalls nach kurzer Zeit abgebrochen.
Nach der Wende wurde auch der Versuch unternommen, mit der japanischen Firma MITA zu kooperieren, die damals Laserdrucker für PCs im Programm hatten.


Journaldrucker S3290.20

(Alias S 3290.20, S-3290.20)

Dieser Drucker wurde vom Funkwerk Erfurt hergestellt und im Zusammenspiel mit Messgeräten eingesetzt. Er gehörte zum Erzeugnissystem "Digitale Messung und Messwertausgabe - Grundgeräte" (ESDM31).


Drucker S3290.021

Messsystem S3290 mit Drucker

Pro Zeile konnten maximal 5 Zahlenwerte (mit jeweils max. 12 Ziffern) gedruckt werden, die Druckgeschwindigkeit lag bei ~2 Zahlen pro Sekunde. Die maximale Papiergröße war DIN A3, wobei auf Normalpapier gedruckt wurde. Der Drucker benutzte ein Farbband, das auch als schwarz-rotes Farbband (elektrisch umschaltbar) ausgeführt sein konnte.

Die Ansteuerelektronik war nicht im Drucker untergebracht, musste also von einem externen Gerät realisiert werden. Dies war üblicherweise der Umsetzer S3290.101, der nach außen hin eine Schnittstelle SI1.2 bildete.

Der S3290.020 gilt heute als ausgestorben.


Ergebnisdrucker VA-G-24A

Bei diesem Modell handelte es sich um einen numerischen Drucker auf Typenstangenbasis, der vom VEB Meßelektronik Dresden hergestellt wurde. Er diente zur Ausgabe von Messwerten.


Drucker VAG24A

Drucker VAG24A, geöffnet

VAG24A, geöffnet

Druckwerk des VAG24A. Alle Typenstangen sind eingefahren.

Von diesem seltenen Drucker ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.



Letzte Änderung dieser Seite: 24.11.2011Herkunft: www.robotrontechnik.de