Tischrechner

Tischrechner waren die Vorläufer der Taschenrechner. Sie waren zwar meist transportabel, benötigten aber aufgrund ihrer Abmessungen und ihres Gewichtes zum Betrieb die Auflage auf einem Tisch.


Tischrechner Soemtron ETR220

(Alias ETR 220, ETR-220)

(ETR=Elektronischer Tischrechner)
Dieser Rechner wurde ab 1966-1977 in einer Stückzahl von 155142 Geräten vom Büromaschinenwerk Sömmerda hergestellt und hatte im Wesentlichen die Funktionen eines Taschenrechners (vier Grundrechenarten).


Tischrechner Soemtron ETR 220

Wie bei dieser Rechnergeneration nicht selten, verfügt der Soemtron220 über drei Zahlenspeicher, die sich durch Addition oder Subtraktion füllen ließen und für Zwischenergebnisse benutzt wurden.
Konstruktiv wurde dieser Speicher in Form eines Kernspeichers realisiert. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass durch jeden Kern nicht (wie üblich) 3 Leitungen gefädelt sind, sondern 7 Drähte.


Kernspeicher des ETR 220

Kernspeicher des ETR 220

Kernspeicher, vergrößert

Kernspeicher, Rückseite

Der Preis für den ETR220 lag im Jahr 1985 bei 847 Mark. Wie bei den meisten DDR-Computern existieren vom ETR 220 heute nur noch ganz wenige Exemplare.


Tischrechner Soemtron ETR222

(Alias ETR 220, ETR-220)

Dieser Rechner stellte den Nachfolger des Soemtron 220 dar. Vom ETR222 wurde zwischen 1970 und 1972 3203 Exemplare produziert.


Tischrechner Soemtron ETR 222

Innenansicht des Soemtron ETR 222

Intern war der Rechner durchweg mit Germaniumtransistoren aufgebaut, wobei die einzelnen Funktionseinheiten in Form von Einsteckkarten ausgeführt wurden, was Austausch und Service vereinfachte.
Die Anzeige erfolgt über 15 rot-leuchtende Glimmlicht-Ziffernanzeigeröhren (Nixies).
Eine Kopplung des Soemtron 220 mit anderen Geräten war nicht vorgesehen.

Der Preis des Soemtron 220 lag anfangs bei 6.354 Mark, später bei 5.775 Mark.

Tischrechner Soemtron ETR224

(Alias ETR 224, ETR-224)

Von diesem von 1968-1974 Büromaschinenwerk Sömmerda produzierten Rechner wurden nur 526 Exemplare hergestellt. Er basierte auf dem Soemtron 220 hatte aber anstelle der Ziffernanzeigen ein Blockdruckwerk eingebaut.


Tischrechner Soemtron ETR 224

Tischrechner Soemtron ETR 224

Vom ETR224 wurden nur wenige Exemplare produziert. Bis heute hat nur 1 Exemplar überlebt.


Tischrechner TR20

(Alias TR 20, TR-20)

Dieser Rechner wurde von 1985-1990 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 12959 Exemplaren produziert Gegenüber den Vorgängermodellen war beim TR20 ein Druckwerk TSD16/2 eingebaut. Rechner dieses Typs werden hauptsächlich im Büroumfeld sowie in Läden eingesetzt worden sein.


Tischrechner TR20

Der TR20 basiert auf dem Einchipmikrorechner U881; die Ziffernanzeige erfolgte über LED-7-Segmentanzeigen. Der Rechner verfügte über 4 Zahlenspeicher, die zum Speichern und Aufsummieren von Werten benutzt wurden.


Tischrechner K1001

(Alias K 1001, K-1001)

Dieser Rechner wurde ab 1980 von Robotron Zella-Mehlis hergestellt. Er basiert auf dem Prozessor U808 und beherrschte außer den Grundrechenoperationen auch Funktionen aus dem wissenschaftlichen Bereich. Außerdem war es möglich, ihn frei zu programmieren und damit gesamte Berechnungsfolgen zu automatisieren.
Die Berechnungen waren ausgesprochen langsam, wurden aber mit einer hohen Genauigkeit (15-16 Stellen) ausgeführt.


Tischrechner K1001

Arbeit am K1001

Der K1001 besaß einen Slot für Erweiterungsmodule, über den die Leistungsfähigkeit des Rechners erhöht werden konnte (meist zusätzliche Software in ROM-Form).
Es gab z.B.: Zu den Modulen wurden Schablonen mit der entsprechenden Belegung der Tastatur mitgeliefert.


Erweiterungsmodul "Mathematik"

Der K1001 hatte folgende Betriebsarten: Die auf dem Tastenfeld befindlichen Zahlen 1 bis 7 (Zeile) und 00 bis 16 (Spalte) ordneten jeder Taste einen Spalten-/Zeilencode zu. Dieser war identisch mit dem angezeigten Befehlscode und ermöglichte ohne zusätzliche Codetabellen eine einfache Überprüfung der Programme.
Zur Datenausgabe wurde das eingebaute Display mit einer 16-stelligen Anzeige (14 Segmente pro Zeichen) verwendet. Die Anzeige konnte dabei im Gleitkommaformat oder im Festkommaformat erfolgen. Während Programmeingabe oder Programmtest wurde das Programm angezeigt. Traten Fehler auf, wurde ein spezifisches Fehlerkennzeichen angezeigt.
Der Rechner besaß zwei verschiedene Speicher, den Kellerspeicher und den Arbeitsspeicher. Der Kellerspeicher bestand aus den Registern X, Y und Z und war bei allen Modellen gleich groß. Er diente vor allem der Ausführung von Rechenoperationen. Der Arbeitsspeicher betrug je nach Ausstattungsvariante 176 Byte, 688 Byte oder 1200 Byte und diente zur Abspeicherung von Daten und Programmen.

Die Rechner K1002 und K1003 stellten Varianten des K1001 mit erweiterter Hardware dar.

Der K1001 war schon in der DDR ein seltenes Gerät und ist es heute immer noch.
Die Tatsache, dass der Anwender seine Programme bei jedem Rechnerstart neu eingeben musste, machte den Rechner unbeliebt und wurde erst beim Nachfolgemodell K1002 behoben.
Einige wenige Exemplare existieren aber heute noch zum Glück.


Tischrechner K1002

(Alias K 1002, K-1002)

Der K1002 war die erweiterte Version des K1001 und unterschied sich von diesem durch das Vorhandensein eines Magnetstreifenlaufwerks.
Mit diesem Laufwerk konnten Formeln und Berechnungsschritte dauerhaft gespeichert und wieder geladen werden.
Die Auslösung des Schreib- oder Lesevorgangs wurde über zusätzliche Tasten ausgelöst.
Reichte die Kapazität eines Magnetstreifens (max. 400 Schritte) nicht, wurde die Speicherung auf dem nächsten Magnetstreifen fortgesetzt.


Tischrechner K1002.
Rechts über dem Typenschild ist der Magnetkartenschlitz.

Modulschacht des K1002.


Vom K1002 gab es mehrere Varianten, abhängig von der Größe des eingebauten Speichers:

TypSpeichergröße
K1002-11200 Speicherplätze
K1002-25176 Speicherplätze
K1002-75688 Speicherplätze


Tischrechner K1003

(Alias K 1003, K-1003)

Der K1003 war die verbesserte Version des K1002 und unterschied sich von diesem durch das Vorhandensein eines eingebauten Thermo-Streifendruckers.


Tischrechner K1003, mit aufgelegter Tastaturschablone (links)

Dadurch war es möglich, Berechnungsergebnisse und Formeln mit max. 16 Stellen auf ein 7 cm breites Papierband zu drucken.

Vom K1003 gab es mehrere Varianten, abhängig von der Größe des eingebauten Speichers:

TypSpeichergröße
K1003-1920 Speicherplätze
K1003-21944 Speicherplätze
K1003-32968 Speicherplätze
K1003-43922 Speicherplätze



Letzte Änderung dieser Seite: 24.11.2011Herkunft: www.robotrontechnik.de