Drucker-Erweiterungen

Für Spezialanwendungen wurde besondere Papiereinzüge zu den Druckern konstruiert, die mit einer eigenem Elektronik sowie eigenem Papierantrieb ausgerüstet waren.

Leporello-Einheit 1160

Dieses Gerät wurde auf Drucker der Typen SD1152, SD1154, SD1156 sowie von Buchungsmaschinen gesteckt und gestattet die komfortable Verarbeitung von randgelochtem Endlospapier (Leporello). Das Gerät basierte auf einer Lizenz der Fa. Steinhilber (BRD).


Leporello-Vorschub daro 1160

Interessant ist die Selbststeuerung des Traktor-Antriebs: Im linken Traktor-Gehäuse befand sich ein Endlos- Lochband, auf welchem die Papiergröße sowie Vertikaltabulatoren codiert war. Damit wusste der Drucker, wann das Seiten-Ende erreicht ist und er einen Vorschub bis zum nächsten Blatt machen musste. Auch Vertikaltabulatoren (rechnerunabhängiges Anfahren einer bestimmten Zeile) innerhalb der Seite waren so möglich. Mit Vertikaltabulatoren hatte man die frühen Rechner teilweise vom Aufbau des Formulars entlastet und konnte so Speicher sparen.

Um mit unterschiedlichen Formularen arbeiten zu können, enthielt das 1160 zwei mit einem Umschalter auswählbare Steuerprogramme. Die "Programmierung" des Lochstreifens konnte der Anwender mit Hilfe der Bedienungsanleitung selbst vornehmen.


Lochbandsteuerung im daro 1160 (links)

Elektronik im daro 1160 (rechts)

Der 1160 wurde über einen Schnellspannverschluss auf den Drucker aufgesetzt und mit diesem über ein Steuerkabel verbunden, über das auch die 1160-Stromzufuhr erfolgte. Der 1160 war nur in der Lage, 1 Papierbahn zu verarbeiten. Beim Einsatz auf doppelbahnigen Druckern (z.B. SD1152/252) wurden daher zwei Geräte 1160 mit seitlich versetzten Papiertraktoren benutzt.


Zwei 1160 übereinander im Einsatz



Kontenkarteneinzug daro 1161

Es handelt sich um eine Papiereinzugshilfe, die auf Drucker der Typen SD1152, SD1154, SD1156 sowie für Buchungsmaschinen aufgesteckt werden konnte. Sie wurde von Robotron Sömmerda entwickelt und produziert.


Kontenkarteneinzug 1161

Der 1161 mit abgenommenen Gehäuse

Eine Kontenkarte war eine Karte aus dünner Pappe, auf die im Bankwesen fortlaufend die Buchungen bzw. Kontostände gedruckt wurden. Sie entsprach also einer frühen Version des Sparbuchs. Eine Buchung belegte mindestens eine Zeile. War die Kontenkarte voll, wurde sie durch eine neue ersetzt.

Die Kontenkarte wurde über einen speziellen Einzugschacht in das 1161 eingelegt und nach dem Druck auch dort wieder entnommen.
Um zu speichern, wie viele Zeilen bereits gedruckt waren, stanzte der 1161 nach dem Druck eine Steuerkerbe in den Rand der Karte. Bei der nächsten Buchung ermittelte der 1161 anhand der vorhandenen Steuerkerben, auf welche Zeile gedruckt werden muss und schob die Karte entsprechend weit in den Drucker.

Der 1161 wurde über einen Schnellspannverschluss auf den Drucker aufgesetzt, mit dem er über ein Steuerkabel verbunden war und über das auch die Stromzufuhr zum 1161 erfolgt.


Drucker SD1152 mit aufgesetztem 1161

Drucker SD1156 mit zwei 1160 (hinten) und einem 1161 (vorn)

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 2 Exemplare, leider nicht mehr funktionsbereit, bekannt.


Sparbucheinzug daro 1166

Dieses auf das Druckwerk aufzusetzende Gerät wurde vom Robotron Sömmerda entwickelt und sollte den Bürocomputer A5110 und wahrscheinlich auch die Drucker SD1152 und SD1157 befähigen, Sparbücher zu bedrucken. Ob der Sparbucheinzug jemals zur Serienreife kam ist fraglich.

Heute existieren leider weder Geräte noch Bilder davon.


Magnetkontensystem daro 1294

Diese Druckerweiterung wurde im Magnetkontenrechner daro 1750 eingesetzt und diente zur Steuerung des Drucks auf spezielle Karten im Bank- und Buchungswesen. Hersteller war das Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz.
Gegenüber dem Daro 1161 war die Funktionalität stark erweitert: Der (meist auf beiden Seiten der Kontenkarte angebrachten) 3-spurige Magnetstreifen diente einerseits zur Erkennung, auf welcher Zeile die vorangegangenen Drucke geendet hatten, andererseits auch als Datenspeicher (392 oder 256 Bytes pro Seite), beispielsweise zur Speicherung des Namens und der Kontonummer des Besitzers.
Beim Ansprechen des Gerätes wurde die (oben einzeln einzusteckende) Kontenkarte zunächst komplett eingezogen (0,6 m/s) und dabei der Magnetstreifen ausgelesen und diese Werte an den Rechner weitergereicht. Anschließend fuhr die Karte wieder nach oben bis zur 1. unbedruckten Zeile. Nun konnte die Zeile(n) bedruckt werden. Abschließend fuhr das Gerät die Kontenkarte nochmals komplett durch und schrieb dabei ggf. die Änderungen der Daten auf den Magnetstreifen zurück. Der Auswurf der Karte erfolgte entweder nach unten durch den Drucker einen Stapel-Ablageschacht oder zurück nach oben.


Magnetkontensystem daro 1294

Magnetkontencomputer 1750 mit aufgesetztem daro 1294

Im Gerät war ein Motor für den Papiervorschub verbaut, ein weiterer schaltete als Servo das Getriebe des Vorschubmotors um. Für die Ansteuerung des Kombikopfes (Lesen/Schreiben/Löschen) waren entsprechende Leiterplatten im Gerät verbaut. Die Kopplung des 1294 mit dem Rechner erfolgte über Zeibina-Leisten.

Wenn anstelle von Magnetkontenkarten normales Papier bedruckt werden sollte, konnte das Magnetkontengerät nach Ziehen von 2 Hebeln vom Drucker abgenommen werden, allerdings war das Gerät recht schwergewichtig.

Vom daro1294 sind heute noch 2 Exemplare bekannt.


Magnetkontensystem MKS512

(Alias MKS 512)

Über dieses Gerät ist fast nichts bekannt.
Möglicherweise handelt es sich um einen Nachfolger des daro1161.
Wahrscheinlich wurde bei diesem Modell die Speicherung der letzten bedruckten Zeile durch einem auf dem Scheckbuch befindlichen Magnetstreifen vorgenommen.
Eine datenseitige Verbindung des Magnetkontensystems mit dem Drucker gab es im Gegensatz zum 1161 nicht.

Das MKS512 gilt heute als ausgestorben.


Formularaufsatz von BUMA

Das Buchungsmaschinenlaufwerk entwickelte einen Leporellozusatz für die Sömmerdaer Druckwerke, bevorzugt für den SD1156, die in den Buchungsmaschinen aus eigener Herstellung Verwendung fanden. Er vereinigte einen Einzug für Einzelblätter sowie eine Vorschubeinheit für Endlospapier. Die Produktion wurde dann aber aus unbekanntem Grund eingestellt und stattdessen der 1160 als Lizenzproduktion im Büromaschinenwerk Sömmerda gefertigt.


Formularaufsatz mit abgenommenen Seitenverkleidungen

Ob die Baugruppe überhaupt in die Serienproduktion kam, ist unbekannt, ebenso der Name der Einheit.
Heute gilt dieses Gerät leider als ausgestorben.


Letzte Änderung dieser Seite: 24.11.2011Herkunft: www.robotrontechnik.de