Buchungsanlagen daro 1750, daro 1820 und daro 1840

Das Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz, genau gesagt dessen Zweigbetrieb in Burkhardsdorf, baute in den 1970er Jahren eine Serie elektronischer Rechner aus der Buchungsmaschinenklasse, alle auf Basis der damals modernen KME20-Schaltkreis-Serie (PMOS-Schaltkreise U100).


Magnetkontencomputer daro 1750 / Robotron 1750

(Alias daro1750, robotron1750, T1750, R 1750, Magnetkontenrechner)

Dieser Rechner (damals als "Kleindatenverarbeitungsanlage" bezeichnet) wurde hauptsächlich zur Lohnrechnung eingesetzt und stellte eine abgerüstete, spezialisierte Variante der daro 1840 dar. Produktionsbeginn war 1974.


Magnetkontencomputer robotron 1750

Die Anlage bestand aus dem eigentlich Rechner, der sich in einem Beistellschrank befand, einem Sitzpult mit Tastatur und Druckwerk sowie einem Schrank für die Lochbandtechnik. Fünf Kilobyte gefädelter ROM und acht Kilobyte Ferritkernspeicher bildeten den Speicher. Zur visuellen Ausgabe war das Druckwerk des Druckers SD1156 in den Sitzarbeitsplatz eingebaut, das um zwei Formularvorschubeinrichtungen daro 1160 sowie ein Magnetkontenaufsatz daro 1294 zur Nutzung spezieller Magnetkontenkarten erweitert war. Einige daro 1750 hatten als Peripherie einen Lochbandstanzer daro1215 oder 8-Zoll-Diskettenlaufwerke.


Arbeit an der 1750

Mit der 1750 bedrucktes Formular

Vom Daro 1750 hat bis heute vermutlich nur 1 Exemplar überlebt, das allerdings defekt und unvollständig ist. Es befindet sich im Rechenwerk Halle.


Kleindatenverarbeitungsanlage daro 1820

(Alias daro1820, robotron1820, KDVA 1820, Ascota 1820, R1820, R 1820)

(Nicht zu verwechseln mit dem Computer K1820!)
Diese vom Buchungsmaschinenwerk entwickelte und produzierte Anlage war eine abgerüstete Variante der KDVA 1840. Die daro 1820 verfügte nur über 1 Kanal für ein datenlesendes Gerät sowie über 1 Kanal für ein datenschreibendes Gerät. Als Peripherie konnten zwischen Lochbandleser, Lochbandstanzer, Lochkartenleser, Lochkartenstanzer und Magnetkassettengerät gewählt werden. Auch eine Speichererweiterung mittels Festplattenspeicher 1050 wurde entwickelt.

Die daro 1820 gilt heute als ausgestorben.


Kleindatenverarbeitungsanlage daro 1840 / Robotron 1840

(Alias daro1840, robotron1840, KDVA 1840, Ascota 1840, R1840, R 1840)

(nicht zu verwechseln mit dem Computer K1840!)
Diese Kleindatenverarbeitungsanlage war die größte Anlage der Geräteklasse, zu der auch daro 1750 und daro 1820 gehörten. Sie wurde vom Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz entwickelt und ab 1974 dort produziert.


Ganz schön groß: Kleindatenverarbeitungsanlage 1840

Arbeit an der der Robotron 1840

Arbeit an der der Robotron 1840

Die Vorteile gegenüber den anderen Modellen bestanden in einer flexibleren Speichergestaltung (wahlweiser Einsatz von Kernspeichern mit 2 KByte, 4 KByte oder 8 KByte Größe und der Speichererweiterungsmöglichkeit durch max. acht Magnettrommelspeicher mit jeweils 8 KByte Größe) und einer erweiterten Ein-/Ausgabeeinheit, die nun den Anschluss eines Lochbandlesers daro1210, eines Lochbandstanzers daro1215 (jeweils zusammen mit der Lochbandwickeltechnik zu Einheiten verbunden), eines Lochkartenlesers daro 1220, eines Lochkartenstanzers daro 1222, einer Magnetkassetteneinheit daro1250 sowie von 8-Zoll-Diskettenlaufwerken ermöglichte. Der Einsatz eines Festplattenspeichers 1050 sowie eines Halbzoll-Spulenmagnetbandgeräts waren ebenfalls vorgesehen. Die Kopplung mit den Geräten erfolgte jeweils über SIF1000-Schnittstellen.

Zum Drucken wurde das Druckwerk des Druckers SD1156 benutzt, das um zwei Formularvorschubeinrichtungen daro 1160 sowie ein Magnetkontensystem daro 1294 oder ein Kontenkartengerät daro 1161 erweitert werden konnte. Außerdem konnte bei Bedarf noch ein externer Drucker SD1156 angeschlossen werden, um den ständigen Wechsel der Papierart bzw. An- und Abbau der Kontenkartentechnik zu vermeiden.


Bedienteil der Robotron 1840

Robotron 1840 mit Lochbandtechnik und Magnetkontenaufsatz

Von der Daro 1840 ist heute noch die Existenz zweier Exemplare bekannt, beide aber leider nicht funktionsfähig (Industriemuseum Chemnitz und Rechenwerk Halle).




Letzte Änderung dieser Seite: 10.02.2020Herkunft: www.robotrontechnik.de