Lochbandtechnik (=Lochstreifentechnik)
Lochbänder wurden bis in die 70er Jahre als Speichermedium für Programme und Daten verwendet.
Während sie in den 80er Jahren im Büroumfeld zunehmend durch Magnetbandgeräte
und Disketten abgelöst wurden,
hatten sie sich im Bereich der Werkzeugmaschinensteuerung bis in zum Ende der DDR erhalten.
Der Datenträger war ein Papierband, in welches die Bits mechanisch als Löcher hineingestanzt wurden.
Damit stellte das Lochband eine Art ROM dar, konnte also nur 1x geschrieben werden.
Je nach Gerät wurden 5, 7 oder 8 Löcher nebeneinander gestanzt, was jeweils 1 Zeichen entsprach.
Abhängig von der Lochanzahl variiert die Breite der Lochbänder (18 mm, 22 mm, 25 mm).
Das 8. Datenloch war meist mit einem Paritätsbit belegt und diente nur der Überprüfung der anderen 7 Bits.
Die Datendichte betrug 10 Byte/Zoll. Auf eine Lochbandrolle passten, abhängig vom Aufzeichnungsverfahren, ungefähr 25 KByte Daten.
Neue Lochbänder wurden als Spule aufgewickelt geliefert und nach den Stanzen normalerweise im aufgespulten Zustand gelagert.
Für Sonderzwecke wurden Lochbänder auch als Endlosschleife zusammengeklebt.
Bei den Lochbandgeräten waren Schreibgerät (Lochbandstanzer)
und Lesegerät (Lochbandleser) meist als getrennte Geräte aufgebaut.
Es gab aber auch einige Kombigeräte, die beides vereinigten.
Lochbänder gehören, wenn man sie selten liest und gut lagert, zu den langlebigsten Datenträgern.
Für Lochbänder wurde bei fotoelektrischer Abtastung eine Lebensdauer von 10000 Lesevorgängen garantiert.
Lochbandstanzer
Diese Geräte dienten zum "Schreiben" der Lochbänder.
Neben den Datenbits wurde auch eine Taktinformation in das vorher unversehrte Lochband gestanzt.
Der Vortrieb des Papierbandes erfolgte meist durch ein Stachelrad, das in die Löcher der eben gestanzten Taktspur griff.
Bei jedem Byte stoppte das Band kurz und die Datenlöcher wurden durch elektromagnetisch angetriebene Stößel in das Papier geschlagen.
Die dabei entstehenden Abfälle (Lochbandkonfetti) wurden über einen Kanal in einen Behälter geleitet und nicht selten
für die nächste Faschingsveranstaltung gesammelt.
Um das Papier gleichmäßig in den Stanzer zu führen, kamen spezielle Abwickler zum Einsatz.
In seltenen Fällen wurde das Papier nach dem Stanzen auch wieder aufgewickelt.
Aus Zeitgründen wurde das Papier aber meist einfach in einen Metallkorb fallen gelassen
und später mit Hilfe eines Rückspulers wieder aufgewickelt.
Lochbandstanzer daro 1215-1001
Dieser Lochbandstanzer wurde in den 1970er Jahren vom VEB Robotron Zella-Mehlis gebaut
und beispielsweise am Computer PBT4000, aber auch an K1520-Rechnern,
wie dem A5130, dem K8924 und dem PRG710
sowie an den Rechnern der R4000-Serie eingesetzt.
Die Vorgängermodelle des daro 1215 liefen unter den Bezeichnungen "Cellatron C8021" - "Cellatron 8025",
das minimal geänderte Nachfolgemodell wurde in der Lochbandeinheit K6200 verbaut.
Der KBLS scheint ebenfalls ein naher Verwandter des daro 1215 zu sein.
 Lochbandstanzer 1215
|  Lochbandstanzer 1215, Deckel geöffnet |
 Das Stanzfeld des 1215. Das blaue Teil ist die Konfettiableitung. |
Zum Betrieb wurde er durch eine Abspulvorrichtung 1227-2201 und eine Aufspulvorrichtung 1227-1201
sowie eine Elektronikkassette 1215-1111, die auch die Stromversorgung enthielt, ergänzt.
Es gab auch eine Gerätevariante, die mit zwei externen Einheiten arbeitete: der Elektronikeinheit 1215-1011 und einer Netzteileinheit 1160-1001
(wie sie eigentlich am Lochbandleser daro 1210 verwendet wurde).
Alternativ zur Aufspulvorrichtung ließ man das Lochband z.T. einfach in einen Korb fallen, was aber ein manuelles Aufwickeln dann nach sich zog.
 Lochbandstanzer 1215 mit Wickelgeräten |
Der Stanzer bearbeitete fünf-, sieben- oder achtspuriges Lochband mit einer Geschwindigkeit von 50 Zeichen pro Sekunde.
Wie bei allen Lochbandstanzern wurde neben den Daten die Transportspur gleich mit gelocht.
Die Papierabfälle ("Lochband-Konfetti") gelangten über einen Ableitkanal in den Plastik-Behälter an der Gerätevorderseite.
Ein weiterer möglicher Datenträger war die Lochbandkarte.
Diese hatte bereits bei Auslieferung eine Transportspur.
Bei Umschalten des daro1215 auf Lochbandkartenbetrieb wurde die Lochung der Transportspur ausgeschaltet, um eine Doppellochung zu vermeiden.
Ebenso klappten dabei die Lochbandführungen weg.
Neben dem Netzschalter hatte der daro 1215 zwei Tasten, von denen die eine eine rechnerunabhängige Lochung aller Bits
(=Irrungszeichen) und die andere eine rechnerunabhängige Lochung nur der Transportspur (Indexloch) auslöste.
Weiterhin war ein Umschalter für die verwendete Bandart bzw. die Nutzung von Lochbandkarten vorhanden.
Intern bestand das daro1215 weitgehend aus mechanischen Komponenten.
Angetrieben wurde alles durch einen Wechselstrommotor, der durch sein netzsynchrones Verhalten auch die Stanzgeschwindigkeit vorgab.
Dieser Motor hatte eine Exzenterwelle, auf der die Stößel bewegt wurden, die wiederum mit einer elektromagnetischen Kupplung versehen waren.
Wurde diese Kupplung ausgelöst, nahm der Motor den entsprechenden Stößel eine Umdrehung mit und ließ ihn dann wieder fallen.
Der Transport des Lochbandes bzw. der Lochbandkarte erfolgte über eine Klauenmechanik, die gewährleistete, dass das Band
bei jedem Lochvorgang kurzzeitig still stand.
An Elektronik waren nur die Endstufen der Nadelmagnete, Sensoren für verschiedene Positionen des Exzenters
sowie eine Stanzüberwachung eingebaut. Bei den ersten Modellen bestand die Stanzüberwachung aus einem Satz Lichtschranken.
Später vereinfachte man das System und nahm die Induktionsspitze der Stößelkupplung zur Überprüfung.
Die Realisierung der SIF1000-Schnittstelle (über einen
Rundstecker) zur Kopplung mit dem Rechner erfolgte in der externen Elektronikassette.
Die Elektronikkassette sorgte auch für die Übergabe der Daten zum Stanzer im richtigen Moment (synchrone Ansteuerung in Richtung Stanzer),
asynchrone Ansteuerung in Richtung Rechner.
 Elektronikkassette 1215-1111
|  Elektronikkassette 1215-1111, geöffnet |
Der daro1215 wurde häufig in Kombination mit dem Lochbandleser daro 1210 eingesetzt.
Der Preis für das Gerät betrug 1982 stolze 4203,14 Mark + 201,30 Mark für den Aufwickler
+ 217,80 Mark für den Abwickler.
Heute existieren nur noch wenige Exemplare dieses Typs, davon allerdings drei sogar noch in Funktion.
Lochbandstanzer KBLS
Bei diesem Gerät handelt es sich um einen vom Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt,
damals Teil des Kombinat Zentronik, hergestellten Lochbandstanzer in Einbau-Form.
Er enthielt neben dem eigentlichen Stanzwerk auch die Auf- und Abwickelvorrichtung für das Lochband. Der Antrieb dazu erfolgt zentral aus 1 Motor.
Von den technischen Daten her scheint das Gerät ähnlich dem Daro1215 zu sein.
 Lochbandstanzer KBLS
|  Rückansicht des KBLS |
 Typenschild des KBLS
|  Buchungsmaschine Ascota071. Rechts oben das KBLS |
Der KBLS wurde in der Buchungsmaschine Ascota 071 in Zusammenspiel mit dem Lochbandleser 301 eingesetzt.
Heute sind von diesem seltenen Gerät nur noch zwei Exemplare bekannt.
Lochbandstanzer Soemtron 470
Dieser Lochbandstanzer wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda ab 1964 produziert
und zusammen mit dem Lochbandleser 472 hauptsächlich an Buchungsmaschinen,
wie z.B. der daro 528, aber auch am Großrechner R300, eingesetzt.
 Lochbandstanzer 470/12 |
 Lochbandstanzer 470/12, innen
|  Lochbandstanzer 470/12, innen |
 Lochbandstanzer 470 im Einsatz |
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei 20 Zeichen / Sekunde. Genauere technische Daten liegen leider noch nicht vor.
Der Soemtron 470 beinhaltete kein standardisiertes Interface, die Ansteuerung des Stanzers musste also im richtigen Moment (Synchronbetrieb)
durch eine externe Elektronikbaugruppe realisiert werden.
Von diesem Gerät existieren heute vermutlich nur noch 2 Exemplare.
Lochbandstanzer EC7022
(Alias EC 7022, EC-7022)
Dieses Gerät wurde am Großrechner EC1055 eingesetzt.
Die Stanzgeschwindigkeit betrug 150 Zeichen/Sekunde) bei wahlweise 5 oder 8 Datenspuren.
Das EC7022 wurde in der Sowjetunion produziert und gilt heute als ausgestorben.
Lochbandstanzer EC7024
(Alias EC 7024, EC-7024)
Dieser Lochbandstanzer war ein Importgerät aus Polen und wurde vorwiegend im Großrechnerbereich,
speziell bei den Rechnern der R4000 Serie eingesetzt.
Die Stanzgeschwindigkeit betrug 100 Zeichen / Sekunde.
Dabei konnten Lochbänder mit 5, 7 oder 8 Spuren verwendet werden.
Heute gilt der CT1001 als ausgestorben.
Lochbandstanzer LBS111
(Alias LBS 111, LBS-111, LBS 101, LBS-101)
Dieses vom VEB Messgerätewerk Zwönitz hergestellte und zur LBS101-Klasse gehörende Gerät
wurde als Komponente der Datenfernübertragungseinrichtung DFE200 eingesetzt.
 Lochbandstanzer LBS111 |
Er arbeitete mit einer Geschwindigkeit von 30 Zeichen pro Sekunde, verarbeitete 5-spurige, 7-spurige und 8-spurige Lochbänder
und wurde über ein Fernschreibinterface mit dem Rechner bzw. Steuergerät verbunden.
Der LBS111 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandstanzer LBS151
(Alias LBS 151, LBS-151)
Dieses ebenfalls vom VEB Messgerätewerk Zwönitz hergestellte und zur LBS101-Klasse gehörende Gerät
ähnelte dem Lochbandstanzer LBS111, hatte allerdings im Unterschied zu diesem eine Fremdtaktung,
gab die Daten also nur nach Aufforderung durch ein anderes Gerät aus.
Der LBS151 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandstanzer DT105S
(Alias DT-105S, LBL-151)
Über dieses Gerät, das u.a. an der Industrierobotersteuerung IRS700 benutzt wurde,
liegen noch keine Informationen vor.
Lochbandleser
Gelesen wurden die Lochbänder entweder durch mechanische Abtastung (Metallbürsten, die durch die Löcher hindurch Kontakt geben)
oder fotoelektrisch (durch jede Lochspur geht eine Lichtschranke).
Letzteres hat den Vorteil der geringeren Band-Abnutzung und der höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Lochbandleser hatten zwei Betriebsarten: Durchlaufbetrieb und Start-Stop-Betrieb.
Im Durchlaufbetrieb wurde das Papier von einem Motor kontinuierlich mit hoher Geschwindigkeit gezogen.
Diese Betriebsart wurde eingesetzt, wenn der Rechner die Daten schneller abnahm, als der Leser lesen konnte
(was z.B. bei Laden von Programmen oder Daten der Fall war).
Im Start-Stop-Betrieb hielt der Leser bei jedem Zeichen kurz an und fuhr erst weiter, wenn er vom Rechner die Aufforderung bekam.
Diese Betriebsart war z.B. beim Kopieren von Lochbändern notwendig um die Geschwindigkeit des schnellen Lochbandlesers an den
langsamen Lochbandstanzer anzupassen.
Die Arbeitsgeschwindigkeit im Start-Stop-Betrieb war somit erheblich geringer als im Durchlaufbetrieb und auch mit einer höheren Lärmbelästigung verbunden.
Der Vortrieb des Papierbandes bei Lochbandlesern wurde meist erreicht, in dem das Papier zwischen
zwei polierten Eisenwalzen entlang lief, von denen eine per Magnetspule magnetisch gemacht werden konnte
und sich daraufhin an die andere Walze presste.
Ein ähnliches Verfahren wurde zum Bremsen und Festhalten des Bandes genutzt:
Das Band lief zwischen zwei Eisenplatten durch, von denen eine wieder magnetisch gemacht werden konnte
und beim Zusammenkleben das Band festhielt.
Lochbandleser daro 1210-0333
Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Lochbandleser, der in den 1970er Jahren vom VEB Robotron Zella-Mehlis gebaut wurde
(anfangs mit grünem Gehäuse unter der Bezeichnung "daro", später im blauen Gehäuse unter der Bezeichnung "Robotron").
Es gab zwei Varianten des Lesers: als Auftischgerät mit eingebauter Steuerelektronik
(z.B. an den Rechnern PBT4000, A5120, A5130, K8924,
PRG710 und R4201)
und als Einbaugerät mit separater Elektronikeinheit (z.B. im Computer R4100).
 Lochbandleser 1210 in Auftischvariante
|  Innenansicht des 1210 (Auftischvariante). Rechts die Elektronikeinheit. |
 Externe Elektronikeinheit für die Einbauvariante |
Das Gerät wurde zum Betrieb durch ein Aufspulgerät, ein Abspulgerät
und zwei externe Stromversorgungen (ggf. eine externe Elektronikeinheit) ergänzt.
Da das Einlegen in die Spulgeräte recht mühsam war, wurde manchmal anstelle des Abspulgerätes eine Abspulschale verwendet
und statt des Aufspulgeräts das Lochband einfach in einen Korb fallen gelassen, was aber nachfolgend eine manuelle Aufwickelung nach sich zog.
 Lochbandleser 1210 (Auftischvariante) mit 2 Wickelgeräten
|  Netzteil 1060-1001 |
Als Datenträger konnte normalerweise Lochstreifen mit fünf, sieben oder acht Spuren sowie Lochbandkarten zum Einsatz kommen.
Es gab allerdings auch eine Variante des daro 1210, die ausschließlich 8-spurige Bänder verarbeiten konnte.
 Der Lochbandleser 1210-0333.6 für reine 8-Spur-Band-Verarbeitung |
Die Verarbeitungs-Geschwindigkeit von 250 Zeichen pro Sekunde im Durchlaufbetrieb war für die damalige Zeit schon eine gute Leistung.
Erreicht wurde sie bandschonend durch eine optische Abtastung des Lochbandes.
Anfangs erfolgte die Durchleuchtung des Lochbandes durch ein Glühlampe, später durch einen Infrarot-Leuchtdiodenblock.
Als Gegenstelle fungierte in beiden Fällen ein Aluminiumblock, in den 10 Fotodioden eingelassen waren.
Das daro 1210 konnte softwaregesteuert in beiden Richtungen arbeiten. In der Praxis wurde das Band meist von rechts nach links gefahren.
Das Lochband war stets mit der Transportspur nach hinten einzulegen.
Der Transport des Bandes erfolgte, um ein Ausreißen der Transportspur bei falschem Lochabstand zu vermeiden,
nicht durch Stachelräder, sondern durch zwei gegenläufige, glatte Gummiwalzen (eine rechts und eine links).
Per magnetischer Kupplung wurde jeweils eine davon für die Bandbewegung benutzt.
Bei eventuellen Lesefehlern konnte das Lochband durch die zweite Andruckrolle blitzschnell zwecks nochmaligem Leseversuches zurückgesetzt werden.
Eine Sonderbewegung gab es bei Einsatz der Lochbandkarten:
Dazu wurden per Schaltgetriebe beide Andruckrollen in die gleiche Laufrichtung versetzt.
Die Lochbandkarte wurde also von einer Andruckrolle zur nächsten weitergereicht und der Datenträger konnte bis zum Rand ausgenutzt werden.
Normalerweise arbeitete der daro1210 im Laufbetrieb, also mit kontinuierlicher Bewegung des Bandes.
Nahm der Rechner die Daten nicht schnell genug ab, ging der Leser in den Start-Stop-Betrieb, konnte also blitzartig an jedem Stanzloch anhalten.
Dazu wurde die magnetischen Andruckrollen freigegeben und zwei Eisenplatten blockierten gleichzeitig den Lauf des Bandes.
Ausgangsseitig realisierte dieses Gerät eine SIF1000-Schnittstelle,
die über einen Rundstecker herausgeführt wurde.
Der daro1210 wurde häufig in Kombination mit dem Lochbandstanzer daro1215 eingesetzt.
Der Preis des Gerätes betrug 1982 stolze 6585,87 Mark.
Als leicht veränderter Nachfolger des daro1210 ist die Lochbandeinheit K6200 anzusehen.
Heute existieren nur wenige Exemplare dieses Typs, davon drei noch in Funktion.
Lochbandleser 301
Bei diesem Gerät handelt es sich um einen von den Secura-Werken hergestellten Lochbandleser in Einbau-Form.
Er wurde an der Frontseite von Buchungsmaschinen angebracht und arbeitete Endlos-Lochbänder zyklisch ab.
Um unterschiedliche Lochbandlängen verarbeiten zu können, waren an der Rechner-Außenseite mehrere Stifte zur Lochbandführung angebracht.
 Lochbandleser 301 mit eingelegtem Lochband
|  Rückansicht des 301 |
Die Abtastung des Lochbandes erfolgte durch Metallbürsten, die bei den Löchern Kontakt zur Metallunterlage bekamen.
Zur Stanzung der Lochbänder wurde in der selben Buchungsmaschine ein Lochbandstanzer KBLS verwendet.
Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 2 Exemplare bekannt.
Lochbandleser 302
Bei dem ebenfalls von den Secura-Werken hergestellten Lochbandleser
scheint es sich um eine Weiterentwicklung des daro301 zu handeln.
Er wurde u.a. im PROM-Programmiergerät G-3001 des Funkwerks Erfurt
(einem Gerät aus der ESDM-Serie) eingesetzt.
 Lochbandleser 302
|  Innenansicht des 302 |
 Innenansicht des 302
|  Innenansicht des 302 |
Der daro302 war für die Verarbeitung von 8-spurigem Lochband (ISO-7-bit-Kode mit abschaltbarem Paritätsbit) ausgelegt.
Die Abtastung erfolgte elektrisch über Metallbürsten.
Damit erreichte das Gerät eine Geschwindigkeit von 190 bis 215 Zeichen pro Sekunde: ein recht hoher Wert bei diesem Abtastungsverfahren.
Heute ist die Existenz nur noch 1 Exemplars bekannt.
Lochbandleser 303
Dieser Lochbandleser wurde beispielsweise am Computer Cellatron C8205 eingesetzt
und verarbeitete normalerweise 8-spurige Lochbänder. Über eine ansteckbare zusätzliche Bandführung konnten aber auch 5-spurige Bänder benutzt werden.
Im Durchlaufbetrieb erreicht er eine Arbeitsgeschwindigkeit von 130 Zeichen/Sekunde.
 Doppel-Lochbandleser 303. Links der Lochbandstanzer. |
Der Transport des Lochbandes erfolgt beim Leser 303 über eine Reibradfunktion, die Abtastung der Daten elektrisch über Metallbürsten.
Inwendig enthielt das Gerät nur die Leistungselektronik für die Magnetbremse. Alle anderen Funktionen
(inklusive der Entprellung der Kontaktbürsten) mussten im Controller des Rechners realisiert werden.
Im Controller befand sich ein Pufferspeicher für 1 Zeichen.
Außerdem hatte er eine Logik zur Überprüfung der Parität des eben gelesenen Zeichens. Stimmte diese nicht überein,
stoppte der Lochbandleser selbständig an dieser Stelle.
Der Lochbandleser 303 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandleser Soemtron 472
Dieser Lochbandleser wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda ab 1964 produziert
und hauptsächlich zusammen mit dem Lochbandstanzer 470 an Buchungsmaschinen,
wie z.B. der daro 528, aber auch am Großrechner R300 eingesetzt.
 Lochbandleser 472/2
|  Lochbandleser 472/2 |
 Lochbandleser 472/2, innen
|  Lochbandleser 472/2, innen |
 Lochbandleser 472/2, innen |
Der Soemtron 472 tastete das Lochband mechanisch mit Kontaktbürsten ab
und konnte umschaltbar mit einer Geschwindigkeit von 20 Zeichen/Sekunde oder 300 Zeichen/Sekunde arbeiten.
Von diesem Gerät existieren heute vermutlich nur noch 2 Exemplare.
Lochbandleser CT300
(Alias CT 300, CT-300)
Bei diesem Gerät handelt es sich um Importgerät aus Polen,
welches 5-spurige oder 8-spurige Lochbänder mit einer Geschwindigkeit von max. 300 Zeichen / Sekunde lesen konnte.
Als Zubehör konnte eine spezielle Lochband-Abwickelvorrichtung eingesetzt werden.
Der Lochbandleser hatte ein spezielles Interface.
Um die Realisierung der Gegenstelle im Rechner musste sich der Anwender selber kümmern.
Sein Einsatzgebiet lag im Bereich der Rechner R4000.
Der CT300 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandleser CT1001
(Alias CT 1001, CT-1001)
Dieser Lochbandleser war ein Importgerät aus Polen und wurde wegen seiner hohen Geschwindigkeit von 1000 Zeichen / Sekunde
vorwiegend im Großrechnerbereich, speziell bei den Rechnern der R4000 Serie eingesetzt.
 Lochbandleser CT1001 |
Die Lochbandabtastung erfolgte, wie fast immer, fotoelektrisch.
Dabei konnten Lochbänder mit 5, 7 oder 8 Spuren verwendet werden.
Heute gilt der CT1001 als ausgestorben.
Lochbandleser CT2030, CT2100 und CT2200 (EC6122)
(Alias CT 2030, CT-2030, CT 2100, CT-2100, EC 6122, EC-6122)
Diese Lochbandleser waren Importgeräte aus Polen (MERA-KFAP, Krakowaska Fabryka Aparatow Pomiarowych, Krakau)
und wurden wegen ihrer großen Geschwindigkeit hauptsächlich im Großrechnerbereich eingesetzt.
Der CT2100 erreichte im Durchlaufbetrieb Geschwindigkeiten bis 1000 Zeichen pro Sekunde
(umschaltbar auch auf 500 Zeichen pro Sekunde), der CT2200 sogar bis 2000 Zeichen pro Sekunde.
Alternativ waren im Start-Stop-Betrieb Geschwindigkeiten von 850 (CT2100) und 1500 (CT2200) Zeichen / Sekunde möglich.
Der CT2030 war eine langsamlaufende Variante mit 300 Zeichen / Sekunde im Laufbetrieb und 270 Zeichen / Sekunde im Start-Stop-Betrieb.
Als Datenträger kam bei allen Geräten 5-spuriges oder 8-spuriges Lochband zum Einsatz. Die Bandführung konnte dazu mit zwei Rädchen angepasst werden.
 CT2100, Bandführung geöffnet
|  Lochbandleser CT2100 |
 Lochbandführung des CT2100
|  Rückansicht des CT2100 |
 CT2100, geöffnet, Ansicht von oben
|  Frontseite des CT2100, geöffnet |
 Innenansicht des CT2100
|  Innenansicht des CT2100 |
 CT2100, Leseklappe geöffnet
|  Elektronikplatine des CT2100 |
An der Frontseite befand sich eine Lampe, die den Einschaltzustand des Gerätes signalisierte und eine weitere,
die signalisierte, dass ein hinreichend untransparentes Lochband eingelegt war.
Rückseitig befanden sich der Netzschalter, der Geschwindigkeitsumschalter sowie ein Selbsttestschalter, der einen Bandtransport auslöste.
Als Zubehör konnte eine Lochband-Abwickelvorrichtung angesteckt werden.
Die auf den Platinenfoto sichtbaren Potentiometer musste man bei Papierart-Wechsel ab und zu nachstellen, um die Empfindlichkeit der Infrarotempfänger anzupassen.
Für den Papierandruck hatte man gegenüber dem daro 1210 ein anderes Verfahren angewendet: beim CT2100 befand sich um die Capstanwelle ein Elektromagnet,
der das Eisen der Capstanwelle aufmagnetisieren konnte und so die hinter dem Papierband liegende Andruckrolle anzog.
Zum zielgenauen Stoppen des Bandes diente eine Metallplatte, die durch das Papierband hindurch von einem Elektromagnet angepresst wurde.
Um die Bremsen und Vorschub zu beschleunigen, wurden die die Reaktionszeit der Elektromagneten durch kurze Hochstromimpulse verkürzt.
CT2100 und CT2200 hatten ein IFSP-Interface mit High-Aktiven Signalen.
Von Robotron wurde dazu das Gerät LLS4000 produziert, das eine Interfacewandlung auf die SIF1000-Norm vornahm.
Vom LLS4000 gab es Varianten für den Anschluss von einem oder zwei CT2100.
 Interfacewandler LLS4000
|  Rückansicht des LLS4000 |
 Innenansicht des LLS4000 |
Obwohl die Verarbeitungsgeschwindigkeit gegenüber den Robotrongeräten beeindruckend ist,
offenbart ein Blick in das Gerät, dass Entwickler und Produktion nicht gerade mit Ingenieurskunst gesegnet waren:
Die Andruckrollen wurden statt mit Stahlfedern mit Moosgummis, die im Lauf der Zeit ihre Elastizität verlieren, angedrückt.
Die Optiken waren nicht-hermetisch verklebt, weshalb sich im Laufe der Zeit Schmutz in den Optiken sammelte, der sich nicht wieder entfernen ließ.
Die Nickelbeschichtung auf Capstan- und Andruckrolle neigte um Abblättern.
Und mit verschmiertem Leim auf den Optikgläsern nahm es die Hersteller auch nicht so genau.
Vom CT2100 sind heute noch 2 Exemplare bekannt, der CT2200 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandstanzer FS100
(Alias FS-100, FS 100)
Über dieses Gerät, das u.a. an der Industrierobotersteuerung IRS600 benutzt wurde,
liegen noch keine Informationen vor.
Lochbandstanzer FS330
(Alias FS-330, FS 330)
Über dieses Gerät, das u.a. an der Industrierobotersteuerung IRS600 benutzt wurde,
liegen noch keine Informationen vor.
Lochbandleser FS751 und FS1501
(Alias FS 750, FS-750, FS 1501, FS-1501)
Diese beiden Lochbandleser waren Importgeräte aus der CSSR und stellen das tschechische Gegenstück zu CT2100 und CT2200 dar.
Der FS751 arbeitetet mit einer Geschwindigkeit von 750 Zeichen/Sekunde, der FS1501 mit 1500 Zeichen/Sekunde.
Am Computer Cellatron C8206 gehörte der FS751 zur Standard-Peripherie.
Weitere Einsatzgebiete werden im Bereich Großrechner (R300) gelegen haben.
 Lochbandleser FS751
|  Lochbandleser FS751 |
 Innenansicht des FS751
|  Innenansicht des FS751 |
 Innenansicht des FS751
|  Innenansicht des FS751 |
 eine der acht FS751-Platinen |
Einen Vorteil hatten diese Lochbandgeräte: Die Beleuchtung erfolgte durch eine Glühlampe,
die mit einer Linse und einem Prisma in der Frontklappe scharf auf die abzutastende Lochreihe fokussiert wurde.
Dadurch gab es auch bei sehr dünnem und durchscheinendem Papier nie Ärger mit Streulicht,
im Gegensatz zu den mit diffusem IR-Licht arbeitenden Lesern (z.B. CT2100).
Der FS1501 gilt heute als ausgestorben, vom FS751 ist der Verbleib von 1 Exemplar bekannt.
Lochbandleser EC6022
(Alias EC 6022, EC-6022)
Dieses Gerät wurde am Großrechner EC1055 eingesetzt.
 Lochbandleser EC6022 |
Die Lesegeschwindigkeit betrug 1000 Zeichen/Sekunde oder 2000 Zeichen/Sekunde) bei wahlweise 5 oder 8 Datenspuren.
Hergestellt wurde das EC6022 sowohl in der Sowjetunion, in Ungarn und in Polen.
Lochbandleser T53
(Alias T 52, T-53)
Dieses vom Messgerätewerk Zwönitz (Zweigwerk Chemnitz) produzierte Gerät
waren eigentlich als Zubehör für Fernschreiber gedacht.
Es wurde aber auch zur Dateneingabe an SER2-Computern benutzt.
Der T53 verarbeitete ausschließlich 5-spurige Lochbänder mit einer Geschwindigkeit von 50 Baud.
 Lochbandleser T53 mit eingelegtem Lochband |
 Lochbandleser T53
|  Lochbandleser T53 |
 T53, geöffnet
|  T53, geöffnet |
Heute ist die Existenz von nur noch 2 Geräten dieses Typs bekannt.
Lochbandleser LBL121
(Alias LBL 121, LBL-121, LBL 101, LBL-101)
Dieses vom VEB Messgerätewerk Zwönitz hergestellte und zur LBL101-Klasse gehörende Gerät
wurde als Komponente der Datenfernübertragungseinrichtung DFE200 eingesetzt.
 Lochbandleser LBL121 |
Er arbeitete fotoelektrisch mit einer Geschwindigkeit von 30 Zeichen pro Sekunde,
verarbeitete 5-spurige, 7-spurige und 8-spurige Lochbänder
und wurde über ein Fernschreibinterface mit dem Rechner bzw. Steuergerät verbunden.
Der LBL121 gilt heute als ausgestorben.
Lochbandleser LBL151
(Alias LBL 151, LBL-151)
Dieses ebenfalls vom VEB Messgerätewerk Zwönitz hergestellte und zur LBL101-Klasse gehörende Gerät
ähnelte dem Lochbandleser LBL121, hatte allerdings im Unterschied zu diesem eine Fremdtaktung,
übernahm die die Daten also nur nach Aufforderung durch ein anderes Gerät.
Der LBL151 gilt heute als ausgestorben.
Kombigeräte
Einige Geräte enthielten in einem Gehäuse einen Lochbandleser und einen Lochbandstanzer.
Lochbandgerät K6200
Dieses Gerät (auch als "LBE1" bezeichnet), stellte eine Weiterentwicklung gegenüber den 1210- und 1215-Geräten dar
und wurde ebenfalls von VEB Robotron Zella-Mehlis produziert.
Das K6200 beinhaltete einen Lochbandstanzer 1215-1009 (50 Zeichen/Sekunde) samt Abwickler
sowie einen (quer liegenden) Lochbandleser 1210-0337 (300 Zeichen/Sekunde).
 Lochbandeinheit K6200 als Beistellgerät
|  Lochbandeinheit K6200 als Beistellgerät, Rückansicht |
Der Abwickler für den Stanzer war dabei samt Lochbandrolle sowie "Konfettikasten" im Inneren des Einschubs versteckt (von außen sah man nur den Papierschlitz).
Zum Wechsel der Vorratsrolle konnte dazu der Einschub ein Stück aus dem Gehäuse herausgezogen werden.
Neben der Variante als 19-Zoll-Einschub für Rechnerschränke gab es auch die Ausführung mit eigenem Gehäuse als Tisch-Beistellgerät.
Ohne Gehäuse wog die Einheit bereits gute 47 kg bei Gehäuseabmessungen von 482x266x720 mm.
 geöffneter Lochbandleser
|  Rückseite des Lochbandlesers |
 Lochbandstanzer, Vorderseite
|  Lochbandstanzer, Rückseite |
Intern verfügte das Gerät über eine Sloteinheit mit drei Platinen, die eine Umsetzung der proprietären Stanzer- und Leseranschlüsse
auf zwei IFSP-Schnittstellen vornahmen.
Auf diesen Platinen konnte auf Wunsch per Wickelbrücke ein Überlesen von Null-Zeichen eingestellt werden.
Das K6200 wurde an K1520-Rechnern, wie z.B. dem A5110,
A5120 und A5130 sowie als Einschub in
K1600-Rechnern und im MRES betrieben.
Auch im Zusammenspiel mit ESER-Großrechnern wurde es eingesetzt.
Zur Kopplung mit dem Rechner kam beim K6200 eine neue Schnittstelle zum Einsatz: IFSP.
Als Kontrollerkarte wurde z.B. die Platine K6025 eingesetzt.
Der Preis für ein K6200 lag anfangs bei 17.053 Mark,
später sank er auf 8814 Mark und 8792 Mark.
Das K6200 wurde in das SKR unter der Bezeichnung CM6211 eingegliedert.
Vom K6200 sind heute nur noch 4 Exemplare bekannt.
Lochbandgerät EC7902, Tischversion
(Alias EC 7902, EC-7902)
Diese Tischanlage beinhaltete zwei Lochbandleser CT1001 (5-8 Datenspuren) sowie einen Lochbandstanzer EC7024
(5-8 Datenspuren) samt der notwendigen Ansteuerlogik. Auch eine Paritätsprüfung der Daten war im EC7902 eingebaut,
um den Großrechner von dieser Arbeit zu entlasten.
Die erreichbaren Geschwindigkeiten waren 1000 oder 2000 Zeichen/Sekunde beim Lesen und 100 Zeichen/Sekunde beim Schreiben.
 Lochbandstation EC7902, Tischversion |
Das EC7902 wurde hauptsächlich im Zusammenspiel mit den Rechnern der R4000er Reihe sowie am EC1040 verwendet.
Als Interface kam SIF ESER zum Einsatz.
Angekoppelt an den Multiplexkanal eines ESER-Rechners konnten alle drei Geräte auch gleichzeitig arbeiten.
Die zur damaligen Zeit noch nicht weit fortgeschrittene Miniaturisierung schlug sich im Gewicht von 320 kg nieder.
Vom EC7902 gibt es noch eine mit anderer Hardware aufgebaute Schrankvariante.
Heute gilt die Tischversion des EC7902 als ausgestorben.
Lochbandgerät EC7902, Schrankversion
(Alias EC 7902, EC-7902)
Vom EC7902 gab es neben der älteren Tischvariante auch eine neuere Version,
die in Schrankform für Zusammenarbeit mit den Großrechnern EC1055
und EC1056 aufgebaut war und zwei Kombigeräte K6200
oder dessen Äquivalent CM6204 samt Ansteuerelektronik enthielt.
 Lochbandstation EC7902, Schrankversion |
Von diesem Gerät ist heute noch 1 Exemplar bekannt.
daro 8027
Dieses von Robotron Zella-Mehlis hergestellte Gerät diente dem autonomen Kopieren sowie Vergleichen von Lochbändern.
Technisch ist es dem Computer C8205 zuzuordnen, den das 8027 von unintelligenter Lochbandarbeit entlasten sollte.
Es beinhaltete einen Lochbandstanzer 1215 sowie zwei Lochbandleser 303.
 Duplizier- und Vergleichsgerät daro 8027 |
Das 8027 gilt heute als ausgestorben.
Manuelle Lochbandstanzer (Handlocher)
Diese Geräte wurden in der Anfangszeit der EDV zum Erstellen von Lochbändern benutzt,
ohne dass dazu ein Rechner gebraucht wurde.
Dies wirkte sich günstig auf die Auslastung des Rechners aus, der rund um die Uhr für Berechnungen eingesetzt werden konnte
und nicht durch die langwierige Dateneingabe blockiert wurde.
SE5L
(Alias SE 5 L)
Hersteller des SE5L waren die "Mercedes-Büromaschinenwerke in Verwaltung" in Zella-Mehlis,
(anfangs selbständig, später ein Teil des Kombinats Zentronik).
Sie dienten zum Lochen der Programm- und Datenlochbänder für die SER2-Computer.
 Manueller Lochbandstanzer SE5L |
Anfangs arbeitete das SE5L mit 5-spurigen Fernschreib-Lochbändern. Später gab es auch Varianten für 8 Kanal-Lochbänder.
Das SE5L gilt heute als ausgestorben.
Lochbandreparaturgerät
Diese Geräte ermöglichten das exakte Schneiden von Lochband sowie das Kleben von gerissenen Lochbändern.
 Lochband-Reparaturgerät |
Das abgebildete Gerät wurde von der tschechischen Firma NISA hergestellt.
Bedienung:
Als erstes war das Lochband bzw. die Lochbandteile beidseitig im Gerät durch die Niederhalter zu fixieren.
Trennen: Durch Herunterklappen der Schneidklinge wurde das Lochband durchgeschnitten.
Kleben: Über die vorher genau eingespannten Lochbandenden wurde ein Klebebandstreifen gezogen.
Anschließend wurde er durch Absenken der Seitenschneidvorrichtung an der Lochbandkante exakt abgeschnitten.
Über das Lochfeld konnten bei Bedarf die vom Riss betroffenen Zeichen manuell nachgestanzt oder als ungültig deklariert werden.
 ein älteres Lochband-Reparaturgerät, ebenfalls von NISA |
Lochbandwickelgeräte
Lochbandleser und -Stanzer enthielten in der Regel keine Vorrichtungen zum Auf- oder Abwickeln des Bandes.
Diese Funktion wurde daher durch externe Wickelgeräte vorgenommen.
 Abwickler 1227-2001 für den Leser 1210
|  Rückansicht des 1227-1001 |
 Aufwickler 1227-1001 für den Leser 1210
|  Rückseite des 1227-1001 |
 Abwickler 1227-2201 für den Stanzer 1215
|  Rückseite des Abwicklers 1227-2201 |
 Abwickler 1227-2201, innen |
Abwickler drehten die Wickelspule per Motor und verhinderten ein Reißen des Bandes durch einen ruckfreien Lauf.
Die durch den beim Abwickeln sich ändernden Spulendurchmesser hervorgerufene Geschwindigkeitsänderungen wurden ebenfalls ausgeglichen.
Da die unterschiedlichen Leser und Stanzer unterschiedliche Verarbeitungsgeschwindigkeiten hatten, wurden für jedes Gerät speziell abgestimmte Abwickler eingesetzt
Aufwickler spulten das Band auf die Leerspule auf und hielten es hinter dem Lochbandleser bzw. -Stanzer straff.
Die durch den sich ändernden Spulendurchmesser hervorgerufene Geschwindigkeitsänderung beim Aufwickeln wurde ebenfalls berücksichtigt.
Da die unterschiedlichen Leser und Stanzer unterschiedliche Verarbeitungsgeschwindigkeiten hatten, wurde für jedes Gerät ein speziell abgestimmter Aufwickler eingesetzt.
Um die Zeit des Einlegens zu sparen, wurden die Lochbänder häufig statt aufzuwickeln in einen Korb fallen gelassen und
dann mit einem Handwickler oder einem Rückspuler wieder zurück auf die Originalspule gebracht.
Die meisten Wickelgeräte hatten das Problem, dass sie manuell ein- und ausgeschaltet werden mussten, was gern vergessen wurde.
Erstes hatte einen Lochbandriss zu Folge, letzteres eine starke Abnutzung der Reibradkupplung.
Um beides zu verhindern, wurde im Kombinat Funkwerk Erfurt eine Motorabschaltung entwickelt,
die die Wickelgeräte automatisch mit den Stanzerdaten schaltete.
Das Gehäuse des Geräts scheint mit dem von Antennenverstärkern identisch zu sein.
 Motorabschaltung
|  Innenansicht des Gerätes |
Elektrische Rückspuler
Normalerweise hatten die Lochbandwickelgeräte keine Rückspulmöglichkeit bzw. es wurde ganz ohne Wickelgeräte gearbeitet.
Somit bestand das Problem, ein durch den Lochbandleser gelaufenes oder frisch gestanztes Lochband wieder auf die ursprüngliche Spule zurückzuspulen.
Dies übernahmen motorgetriebene Hilfsgeräte.
 Rückspulgerät von NISA
|  Innenansicht des Gerätes |
Die meisten Geräte wurden von der tschechischen Firma NISA gebaut.
Sie enthielten als Bedienelement einen Hebel, der gleichzeitig als Netzschalter, Bremse und Geschwindigkeitsregelung fungierte.
Die Bremsfunktion wurde durch einen an die Riemenscheibe anschwenkbaren Bremsklotz erreicht,
die Geschwindigkeitsregelung durch Änderung der Straffheit des ganz lose aufgelegten Treibriemens.
Ein an der Aufspul-Achse befindlicher Drehknopf ermöglichte die Aufspreizung des Achse und damit ein sicheres Einlegen und Festhalten des Lochbandanfangs.
Es gab jedoch auch Motorrückspuler von Robotron.
 Rückspulgerät von Robotron
|  Rückspulgerät von Robotron, Rückseite |
Von diesen Geräten sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt.
Mechanische Rückspuler (Handwickler)
Um das Warten auf eins der schwer beschaffbaren elektrischen Rückspulgeräte zu umgehen,
hatten sich findige Anwender aus Handkurbel-Schleifmaschinen Rückspuler für Lochbänder gebaut.
Das abgebildete Gerät war an einem Rechner PBT4000 im Einsatz.
 mechanisches Rückspulgerät |
Die vorhandenen Getriebeübersetzung sorgte für ein zügiges Aufwickeln.
Durch die Handkurbel hatte man mehr Gefühl beim Wickeln und konnte damit ein Verfitzen oder Reißen des Bandes
besser verhindern als beim elektrischen Rückspuler.
Es gab auch professionelle mechanische Rückspuler, wie z.B. das für den Organisationsautomat 1413.
 Mechanischer Lochband-Rückspuler |
Papiertraktor 1160
Dieses Gerät war eine Erweiterung für die Drucker SD1154 und SD1156
sowie für Buchungsmaschinen und ermöglichte für diese Geräte die Verwendung von Leporellopapier.
Die Steuerung der Papiervorschübe wurde durch ein kleines Endlos-Lochband im Inneren des Gerätes vorgenommen.
Weitere Informationen darüber gibt es hier.