Buchungsmaschinen, Fakturiermaschinen und Organisationsautomaten

Diese Gerätearten sahen äußerlich recht ähnlich aus: Sie bestanden aus einem Sitzarbeitsplatz (Schreibtisch), enthielten eine Tastatur zu Eingabe, ein Druckwerk zur Ausgabe sowie eine mehr oder weniger intelligente Zentraleinheit. Bildschirmausgaben waren hingegen zu dieser Zeit noch nicht üblich. Sie waren damit die Vorläufer der PCs bzw. Bürocomputer. Einige Buchungsmaschinen konnten nachträglich noch durch Erweiterungsmodule aufgewertet werden.

Diese Maschinen wurden bis 1977 ausschließlich im Kombinat Zentronik produziert, unter dem Herstellerlogo "daro". Ab 1977 wurden diese Betriebe in das Kombinat Robotron eingegliedert und die Herstellerbezeichnung auf den Geräten entsprechend auf "robotron" angepasst.

Viele der Buchungs- und Fakturierautomaten wurden auch in das westliche Ausland exportiert. Über entsprechende Anwendungen wurde in einschlägigen Zeitschriften berichtet.


Systematik

Als "Maschinen" hatte man Geräte bezeichnet, die manuell betrieben wurden, als "Automaten" hingegen Geräte, die durch ein Computerprogramm gesteuert wurden.

Schreibautomaten

Diese Geräte dienten zur Erstellung von Textdokumenten. Gegenüber einfachen Schreibmaschinen hatten sie den Vorteil, Texte speichern zu können (meist auf Lochband). Schreibautomaten waren nicht in der Lage, Berechnungen durchzuführen.
Typische Anwendungen für Schreibautomaten:

Organisationsautomaten

Organisationsautomaten hatten einen ähnlichen Aufbau und ähnliche Einsatzgebiete wie Schreibautomaten. Sie verfügten jedoch zusätzlich über eine Programmiereinrichtung und Speicher. Die Programmiereinrichtung beeinflusste die Tabulatoren, den Wagenrücklauf und die Codierung des Lochbandes, von einem echten Computerprogramm konnte man aber nicht sprechen. Der Speicher war meist mechanischer Art in Form eines Steckbrettes oder einer Steckerwalze.
Organisationsautomaten waren nicht in der Lage, Berechnungen durchzuführen.


Buchungsautomaten / Buchungsmaschinen

Diese Geräte umfassten die Funktionen der Organisationsautomaten und hatten zusätzlich die Fähigkeit, einfache Berechnungen (Addition, Subtraktion) durch ein meist elektromechanisches, später aber auch elektronisches, Rechenwerk durchzuführen. Sie verfügten zusätzlich über Einrichtungen zum Bearbeiten von Kontenkarten (eine Art Sparbücher). Buchungsmaschinen wurden hauptsächlich im Bankwesen eingesetzt.

Bei Nachrüstung elektronischer Multiplizierwerke (z.B. R12) konnten Buchungsmaschinen auch die Funktionen von Fakturiermaschinen übernehmen.


Fakturierautomaten (Fakturiermaschinen)

Diese Geräte umfassten die Funktionen der Organisationsautomaten und hatten zusätzlich die Fähigkeit, einfache Berechnungen (Grundrechenarten) auszuführen. Gegenüber den Buchungsmaschinen konnten sie auch multiplizieren und ggf. dividieren. Dies war notwendig, um Preise und Stückzahlen zu multiplizieren, und von den Summen ggf. Steuern oder Skonti zu berechnen. Die Berechnungen wurden meist durch ein elektromechanisches Rechenwerk erreicht, später auch durch elektronische Recheneinheiten.

Fakturiermaschinen wurden häufig in kleineren Firmen eingesetzt und übernahmen Arbeiten wie:

Abrechnungsautomaten

Diese Geräte hatten im wesentlichen dieselbe Ausstattung wie Fakturiermaschinen.


Kleinbuchungsautomat Ascota 071 / Klasse 071

(Alias daro 071, daro071, Robotron 071, Robotron071, Klasse071, Klasse 71, Klasse71)

Diese Buchungsmaschine wurde vom Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) produziert und war in den 1970er Jahren anscheinend weit verbreitet.

Der mechanische Rechnerkern (maximal 6 Prozessoren, im Aufbau ähnlich wie die der Ascota 170) befand sich in dem schreibmaschinenartigen Auftischgerät. Bestand die Anlage nur aus diesem Gerät, wurde Sie als "KB" bezeichnet. Hatte sie zusätzlich einen Lochbandstanzer KBLS (50 Zeichen/s) und einen Lochbandleser 301 (200 Zeichen/s), nannte man sie "KBL". Die für diese Variante notwendige Technik (Netzteile, Elektronik) war im Tischkasten untergebracht. Es wurde auch von Maschine mit Lochkartenanschluss berichtet, diese scheinen aber recht selten gewesen zu sein. Nähere Informationen zum möglichen Zubehör gibt es hier.

Die Maschine druckte auf einen 38 cm breiten Buchungswagen mit normalerweise 3 mm Zeichenabstand (Festbreite). Es war jedoch auch möglich, die Maschine auf Proportionalschrift einzustellen.

Die Programmierung der 071 erfolgte durch mechanische Stecker in einer Programmtrommel, die hinten im Buchungswagen steckte und vier Programme aufnehmen konnte. Bei Bedarf konnte diese Trommel problemlos ausgetauscht werden.


Buchungsmaschine Ascota 071

Buchungsmaschine Ascota 071

Lochbandleser der Ascota 071

Lochbandteil der Ascota 071, Verkleidung abgenommen

Lochbandstanzer der Ascota 071

Steuerelektronik der Ascota 071

Ascota 071-Programmtrommel

Auch wenn die Maschine äußerlich nicht allzu groß war, überrascht sie doch durch ihr Gewicht. Laut Aussage der Hersteller soll sie die Maschine sein, die die höchste Packungsdichte an mechanischen Bauteilen hatte. Der Rechner selbst wog 24 kg, mitsamt Tisch und Lochbandwerk sogar 110 kg. Dafür war die Maschine recht stromsparend: gerade mal 30 Watt inklusive Lochbandtechnik.

Neben der Ascota 071 fertigte das Buchungsmaschinenwerk noch weitere Varianten derselben Maschine. Die Ascota 071 wurde auch zur Erstellung maschinenlesbarer Belege (OCR-Scan) eingesetzt, außerdem gab es eine Anwendung als Drucker für Mess- und Wägeergebnisse.


Arbeit an der Ascota 071

Nachfolgeprojekt der Ascota 071 war die Ascota 1355.

Von der Ascota 071 hat wahrscheinlich bis heute nur zwei Exemplare überlebt. Eins befindet sich im Deutschen Chemiemuseum Merseburg.


Kleinbuchungsmaschine Ascota 115

Zu dieser vom Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt produzierten Maschine liegen bislang kaum Informationen vor. Sie war ähnlich wie die Ascota 113 aufgebaut.

Die Ascota 115 gilt heute als ausgestorben.


Kleinbuchungsmaschine Ascota 117

(Alias daro 117, daro117, Robotron 117, Robotron117)

Diese Maschine wurde von 1961 bis 1968 vom Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) produziert und war vorwiegend für kleinere Buchhaltungen (Filial-, Lager- und Nebenbuchhaltungen) bestimmt. Sie konnte eingesetzt werden für Die Maschine erlaubte einen Übergang vom reinen Rechnen zur EDV, ohne dass sich Änderungen für den Bediener ergeben hätten, ausgenommen das Einlegen des Datenträgers.


Kleinbuchungsmaschine Ascota 117L

Kleinbuchungsmaschine Ascota 117

Ascota 117L, halbversenkt im Tisch

Die Berechnungen wurden durch zwei elektromechanische (motorgetriebene) Rechenwerke mit zwölf Stellen (Wertebereich -9,999 Billionen bis + 9,999 Billionen) durchgeführt. Die Maschine besaß zwei dieser Rechenwerke (deswegen auch als "Duplexmaschine" bezeichnet), die wahlweise mit Zahlen befüllt werden konnten. Die Druckausgabe erfolgte über einen 32cm-Springwagen, der mit Tabstops zum sequenziellen Anspringen bestimmter Spalten gebracht werden konnte. Neben der Möglichkeit zum Einspannen einer Journal-Papierrolle besaß der Wagen auch eine Vorsteckvorrichtung für Kontenkarten.

Die 117 konnte über Steckelemente in einer im Druckwagen befindlichen Steuerbrücke programmiert werden (6 unterschiedliche Befehle).

Die Ascota 117 gehört zu einer Serie von Rechenmaschinen, die als "Klasse 110" bezeichnet wurden und zu denen auch die Modelle 111, 112, 113, 114, 115 und 116 gehörten. Die Geräte hatten ähnliche Innenleben, besaßen 1 oder 2 Saldierwerke und unterschiedliche Papierleiteinrichtungen (z.B. Streifendruck oder Blattdruck). Das Rechenprinzip war bei allen Maschinen gleich und ist im Kapitel der Maschine Astra 110 beschrieben.

Als "Ascota 117Ls" hatte man eine Variante der Maschine bezeichnet, die die Zahlenwerte parallel zum Druckwerk auf einem Lochbandstanzer Soemtron 470 ausgeben konnte und als "Ascota 117 Lk" die Maschine mit einem Lochkartenstanzer.

Die Ascota 117 gilt heute als ausgestorben.


Buchungsautomat Astra 150 / Ascota 150 / Klasse 150

(Alias Astra150, Ascota150)

Bei der 150 scheint es sich um eine abgerüstete Variante oder Vorgängervariante der Klasse 170 zu handeln. Sie verfügte vermutlich nur über 1 Speichertrommel mit fünf Zahlenspeichern.

Die Ascota 150 gilt heute als ausgestorben.


Buchungsautomat Astra 160 / Ascota 160 / Klasse 160

(Alias Astra160, Ascota160)

Bei der 160 scheint es sich um eine abgerüstete Variante oder Vorgängervariante der Klasse 170 zu handeln. Sie verfügte vermutlich nur über zwei Speichertrommeln mit je fünf Zahlenspeichern.

Die Ascota 160 gilt heute als ausgestorben.


Buchungsautomat Astra 170 / Ascota 170 / Klasse 170

(Alias Astra170, Ascota170, Klasse170)

Dieser vom VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt von 1955-1983 (also 27 Jahre!) gebaute Computer war die leistungsfähigste elektromechanische Buchungsmaschine der DDR. In ihr erreichte die mechanische Rechentechnik der DDR ihre höchste Komplexität, was ihr den Namen "Königin der Buchungsmaschinen" einbrachte und dem Hersteller letztendlich eine Produktionszahl von 332.742 Exemplaren bescherte, wobei viele Maschinen auch in das westliche Ausland exportiert wurden. Die Ascota 170 war eins von nur wenigen mechanischen Computermodellen der DDR, das frei programmierbar war. Dies erfolgte durch Formstücke in einem Steckbrett im Buchungswagen, die durch mechanische Finger abgetastet wurden.


Buchungsautomat Ascota 170-LB, rechts die Lochbandtechnik

Ascota 170-TM20, linker Schrank geöffnet

Innenansicht der 170/10, Blick von links

Innenansicht der 170/10, Blick von rechts

Blick von unten in die geöffnete 170/45-TM20

Technisch ist die Ascota 170 interessant, denn sie besaß als eine von nur wenigen mechanischen Rechnerserien bereits das typische modulare Aufbauschema späterer elektronischer Rechner. Der Datenbus wurde durch zwölf nebeneinander liegende Zahnstangen gebildet, von denen jede um maximal 9 Zähne verschoben werden konnte. Auf diese Weise wurden die Daten innerhalb des Rechners von Modul zu Modul übertragen. Die Gerätemodule (Tastatur, Prozessoren, Speicher, Lochbandanschluss, Multiplizierwerkanschluss) konnten zu bestimmten Zeitpunkten auf die Zahnstangen gekuppelt werden und dann Daten lesen oder schreiben. Die Taktversorgung erfolgte durch die motorgetriebene Druckwelle, die bei jeder Rechenoperation genau 1 Umdrehung machte. Auf ihr saßen verschiedene Nockenscheiben, die die zeitlichen Abläufe innerhalb einer Berechnung koordinierten.

Mechanischer Aufbau

Die rund 70 kg schwere Maschine hing entweder in einem Metallgestell, das durch zwei hölzerne Beistellschränkchen komplettiert wurde oder freischwebend zwischen zwei durch ein Brett verbundenen Beistellschränkchen. In den Beistellschränken befanden sich ggf. die Multipliziereinrichtung und die Lochbandtechnik, ansonsten waren sie als Ablage für Büromaterial und Programmbrücken verwendbar. Die ersten Modelle hatte anstelle der Schränkchen nur kleine Tischplatten an der Seite, danach gab es hölzerne Beistellschränkchen mit abgerundeten Ecken, zum Schluss wurden eckige, furnierte Pressspanschränke ausgeliefert.

Der Rechner war auf eine massive Grundplatte aus Gusseisen aufgebaut. Da Bauteile sowohl über als auch unter der Grundplatte befestigt waren, konnte man den Rechner nicht einfach auf einen Tisch legen, ohne ihn zu beschädigen. Diese Tatsache macht Reparaturen heute recht schwer. In den Reparaturwerkstätten gab es damals Gestelle, in der die Maschine drehbar eingehängt werden konnte und so einen allseitigten Zugang ermöglichte.

Tastatur

Es gab verschiedene Ausrüstvarianten des Rechners, die sich auch äußerlich in unterschiedlichen Tastaturen widerspiegelten: Die Zifferneingabe erfolgte über eine Zehnertastatur, die im wesentlichen mit der der Astra 110 übereinstimmte (Beschreibung siehe dort). Die eingetastete Zahl wurde in einer Stellstückmatrix zwischengespeichert, von Zahnstangen abgetastet und so in die Rechenwerke übertragen.


Tastatur der Ascota 170/55

Stellstück-Matrix

Hebelchaos: Tastaturmechanik der Ascota 170

Schreibmaschinentasten und Buchungstasten arbeiteten nur alternativ: dazu gab es einen Umschalthebel auf der Tastatur, außerdem konnte die Umschaltung programmgesteuert vorgenommen werden. Zusätzlich zu Zahlen und Buchstabentasten enthielt die Tastatur auch Symboltasten, nach deren Aktivierung vor der Zahlenausgabe das entsprechende Symbol mit gedruckt wurde. Somit konnte u.a. gekennzeichnet werden, ob es sich eine Einzahlung, Auszahlung, Überweisung, Stornierung u.ä. handelte. Es gab unterschiedliche Symbolbestückungen für die verschiedenen Einsatzgebiete, z.B.: Für den Symboldruck waren vier Typenstangen reserviert. Es gab drei Varianten von Symboltastaturen: 1 Reihe vierstellige Worte, 2 Reihen zweistellige Worte oder 2 Reihen Ziffern.

Es gab neben den Maschinen mit verschiedenfarbigen Tasten auch welche, die regelrecht tarnfarben waren: grünes Gehäuse uns ausschließlich grüne Tasten. Ob diese Varianten fürs Militär bestimmt waren oder nur eine Modeerscheinung waren, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Die Ascota 170 konnte bei Bedarf durch Erweiterungsmodule aufgewertet werden.


Druckwerk

Das Druckwerk bestand aus drei Teilen:

Druckwerke der Ascota 170

Druckbild der Ascota 170

Bedruckt wurde eine Kontenkarte (ohne automatische Zeilenfindung) mit einem schwarz-rotem Farbband (automatischer Rotdruck bei negativen Werten) und gleichzeitig eine Bahn Endlospapier (Journal) durch einen um die Druckwalze gewickelten Bogen Kohlepapier. Buchstabendruckwerk und Zahlendruckwerk arbeiteten alternativ: es gab also einen Schreibmaschinenmodus und einen Rechenmodus.

Buchungswagen

Bei der Ascota 170 waren die Druckwerksmodule unbeweglich. Um die verschiedenen Spalten der Tabelle zum Druckwerk zu bringen, wurde das Papier mitsamt Druckwagen seitlich bewegt, wie bei den alten Schreibmaschinen. Zum Erreichen des Zeilenanfangs wurde der Buchungswagen durch den zentralen Motor ganz nach rechts gezogen und dabei eine Feder gespannt. Bei Erreichen des Zeilenanfangs kuppelte der Motor aus und die gespannte Feder bewegte über ein Zugseil den Buchungswagen (verzögert mit einer Bremse) allmählich nach links. An den gesetzten Tabstopps hielt der Wagen an. Dort konnten die entsprechenden Berechnungen und Druckausgaben gemacht werden, anschließend lief der Wagen zum nächsten Tabstopp. Mit Erreichen des Zeilenendes wurde der Motor zwecks Wagenrücklauf wieder eingekuppelt.

Die Papierwalze konnte per Knopfdruck geteilt werden, um auch zwei separate Papierbahnen nebeneinander bedrucken zu können. Der Zeilenabstand (0, 1, 1½, 2 oder 3 Zeilen) ließ sich dabei für beide Bahnen getrennt einstellen. Für die Kontenkarten gab es am Buchungswagen eine Vorsteckeinrichtung, die sich manuell oder programmgesteuert öffnen und schließen ließ. Der Papiervorschub erfolgte durch eine sich vor und zurück bewegende Stange, die mit einem Klauenwerk die Papierwalze weiterdrehte.

Die Ascota 170 konnte alternativ mit einem 47-cm-Buchungswagen oder einen 63-cm-Buchungswagen bestückt werden.

Rechenwerk

Der Rechner basierte auf zwölfstelligen dezimalen, mechanischen Rechenwerken (Wertebereich -9.99 Milliarden bis +9,99 Milliarden, das entspricht bei binären Maschinen einer Busbreite von 41 Bit!) mit den Grundfunktionen Addition, Subtraktion, Speichern, Zwischensumme und Endsumme. Das Rechenwerk der Ascota 170 wurde aus dem Rechenwerk der Schnellsaldiermaschine Astra 110 heraus entwickelt (nähere Beschreibung dort) und durch einen Elektromotor angetrieben. Bei Reparaturen konnte die Maschine aber auch provisorisch über eine Kurbel angetrieben werden.
Neben den fest eingebauten fünf Ergebnisregistern (drei davon saldierend, also auch für negative Ergebniszahlen) verfügte die Maschine je nach Ausstattungsvariante über bis zu 50 mechanische Zusatzspeicher für positive Ergebniszahlen, aufgeteilt auf Trommeln zu je zehn Zahlen. Das gewünschte Register in der Trommel wurde durch Tastaturanwahl oder programmgesteuert nach oben gedreht, die gewünschte Trommel ausgewählt, und die Zahl darin dezimal durch automatisches Verdrehen von zwölf Zahnrädern abgelegt bzw. aufaddiert.


Rechenwerk

Ausgebaute Speichertrommel

Ausgebaute Speichertrommel

Einige Maschinen hatten die Möglichkeit, durch elektronische Module, die über Kontakte und Elektromagneten mit dem mechanischen Rechenwerk kommunizierten, ergänzt zu werden: Voraussetzung war eine entsprechende Vorbereitung im Inneren des Rechners (Stromversorgungen, Schalter, Hebelwerk). Über einen automatischen Verteiler konnte ein TM20 oder R12 auch von zwei Ascota 170 wechselseitig benutzt werden.


Ascota170 mit TS36

Reparatur einer Ascota170 mit TS36

Multipliziereinheit TM20

Multipliziereinheit TM20

Die Maschine konnte auch als Datenerfassungsgerät (Erstellung von Lochbändern zur Übergabe an größere Rechnersysteme) benutzt werden. Dazu wurde sie mit einer Steuerelektronik und einem Lochbandstanzer Lochbandstanzer 470 und einem Lochbandleser 472 nachgerüstet. Oder alternativ ein Stanzer KBLS und ein Leser 301. Es gab auch Anschlussmöglichkeiten für Lochkartengeräte der Firmen Bull und IBM.

Programmierung

Die Programmierung der Maschine erfolgte über auswechselbare Steckbretter, in die an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich geformte Metallstecker eingesteckt und die durch metallene Abfühlhebel ausgelesen wurden. Auf diese Weise konnten 62 unterschiedliche Befehle programmiert werden, theoretisch konnte ein Programm aus bis zu 53 Schritten bestehen, wobei jeder Schritt mehrere Befehle enthalten konnte. Um die Breite des Steckbrettes klein zu halten, waren für manche Abfühlhebel mehrere Befehle möglich, auswählbar durch unterschiedliche Höhe der Programmierstecker und abhängig von anderen Befehlen. Einige Befehle konnten auch manuell mit der Tastatur ausgeführt werden, anderen waren ausschließlich über das Programm-Steckbrett startbar.


Programmierbrett

Abfühlmechanik (links) für das Programmierbrett

Um unterschiedliche Formulararten oder mehrzeilige Rechnungen verwalten zu können, konnte zwischen zwei Programmen umgeschaltet werden (manuell oder auch softwaregesteuert).
Neben oder zwischen den Tabstops (die auch gleichzeitig die Tabellenspalten auf dem Papier definierten) lagen die Befehlsstecker der für die betreffenden Spalte auszuführenden Befehle. Der Buchungswagen hielt also an diesen Tabstops an, wartete ggf., bis die Eingabe vollständig war, führte dann den Programmschritt aus und ging zum nächsten Tabstop. Für Maschinen mit elektronischem Multiplizierwerk oder mit Lochbandtechnik gab es ein weiteres, schmaleres Programmierbrett, auf dem die Ansteuerung dieser peripheren Geräte kodiert war.

Das Erstellen der Programme passend zu den Anforderungen des Kunden wurde damals üblicherweise nicht vom Anwender, sondern von den Spezialisten des Buchungsmaschinenwerks gemacht. Zur Programmierung wurde das Steckbrett aus der Maschine gezogen, es wurde eine spezielle Schablone als Legende aufgelegt und anschließend die Metallstecker entsprechend der auf Papier vorgezeichneten Befehlsfolge eingesteckt.

Sonstiges

Die Reparaturjournale der heute noch existierenden Maschinen belegen, das die Ascota 170 recht störanfällig war und jedes Jahr mehrere Reparaturen notwendig waren. Kleinere Reparaturen wurden vom Ascota-Kundendienst vorort beim Kunden gemacht, bei größeren Reparaturen war die Maschine beim Hersteller abzuliefern.
Nach der Produktion (und vermutlich nach Reparaturen) wurde die Maschine beim Hersteller in einem Raum gebracht, wo sie Stößelsätze über die Tastatur geklemmt bekam und zusammen mit zusammen mit knapp 50 weiteren Maschinen von einem zentralen Lochband gesteuert sieben Stunden lang ein Dauertestprogramm absolvierte, also "eingefahren" wurde. Damit sollten Gerätefehler noch vor der Kundenauslieferung erkannt und die betroffenen Maschinen gleich einer erneuten Reparatur unterzogen werden.


Reparatur einer Ascota 170

Reparatur einer Ascota 170

Ascota 170 im Dauertest

Ascota 170 im Dauertest

Der Preis der Ascota 170 betrug in der DDR anfangs 8608 Mark, später 7592 Mark, ein für die Komplexität der Maschine erstaunlich niedriger Preis.


Verpackte Ascota170

Der Hersteller legte Wert auf eine gute Verpackung der Ascota 170: In hölzernen Kisten hielten die Maschinen auch einen rauhen Seetransport stand. In Italien wurde die Ascota 170 durch die Firma "Lagomarsino S.p.A." vertrieben.


Kurios: Auslieferung einer Ascota 170 in Venedig

Die mechanische Komplexität der Ascota 170 wurde nie überboten: nur durch elektronische Rechentechnik (Nachfolger Ascota 700) war danach noch ein noch größerer Funktionsumfang möglich.
Von der Ascota 170 haben bis heute nur wenige Exemplare überlebt, drei davon erfreulicherweise in funktionsfähigem Zustand. Im Rahmen der Bergungsaktion aus dem Gummiwerk Schönebeck haben wir zwei dieser Maschinen gerettet und sind dabei, sie im Deutschen Chemiemuseum Merseburg wieder funktionsfähig zu machen.

Wer besitzt Unterlagen oder Ersatzteile zur Ascota 170 oder kennt sich mit diesem Gerät aus?

Buchungsautomat Astra 171 / Ascota 171 / Klasse 171

(Alias Astra171, Ascota171)

Als "Ascota 171" hatte man teilweise die abgerüsteten Varianten der Ascota170 bezeichnet, die keine Schreibmaschinentastatur besaßen, also nur numerische Eingaben erlaubten.


Buchungsmaschine Ascota 700

(Alias daro 700, daro700, Ascota750)

Zu diesem elektronischen Rechner im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebauten Rechner liegen bislang nur wenig Informationen vor. Die Produktion im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt begann wahrscheinlich 1967 als Nachfolgeprojekt der Ascota 170. Die Ascota 700 bestand aus zwei Einheiten: dem Prozessor und der Einausgabeeinheit (Sitzarbeitsplatz).


Buchungsmaschine Ascota 700

Der Prozessor arbeite mit 24 Bit Busbreite und beherrschte u.a. Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division, Bitverschiebungen und boolesche Funktionen. Sein Ferritkernspeicher verfügte über eine Speicherkapazität von 3 KByte (128 Worte) und sein Festwertspeicher (wahrscheinlich ein Fädelspeicher) erlaubte eine 2,5 KByte große Grundsoftware.

Die Eingabetastatur des Geräte war nur eine numerische Zehnertastatur, die Maschine konnte also keinen Volltext verarbeiten. Zur Ausgabe diente ein Druckwerk mit 46 cm breiter Papierwalze (teilbare Walze) und programmierbaren Schwarz-rot-Druck. Die Druckgeschwindigkeit lag bei 60 Zeichen pro Sekunde. Außerdem konnten zur Ein- und Ausgabe der Daten 8-spurige Lochbänder benutzt werden.

Die mit einer Magnetkonteneinheit erweiterte Variante der Ascota 700 nannte sich Ascota 750.

Die Ascota 700 gilt heute als ausgestorben.


Buchungsmaschine Ascota 750

(Alias daro 750, daro750, Ascota750)

Zu diesem Rechner im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebauten Rechner liegen leider nur wenig Informationen vor. Sie war eine Weiterentwicklung der Ascota 700, verfügte aber im Gegensatz dazu über eine Magnetkonteneinheit. Mit ihr konnten spezielle Magnetkontenkarten (105x148 mm oder 297x310 mm) bedruckt und Werte auf deren Magnetstreifen gespeichert werden (210 Ziffern pro Kartenseite).


Buchungsmaschine Ascota 750

Buchungsmaschine Ascota 750

Der Nachfolger der Ascota 750 war die Ascota 1750.

Die Ascota 750 gilt heute als ausgestorben.


Buchungsmaschine Optimatic 900

Diese Buchungsmaschine wurde von 1958 bis 1968 bei Optima-Büromaschinenwerk in Erfurt gefertigt. Die Ähnlichkeit (Buchungswagen, Druckwerk) mit der Ascota 170 legt nahe, dass einige Baugruppen aus dem Buchungsmaschinenwerk übernommen wurden. Im Gegensatz zur Ascota 170 hat die Optimatic 900 aber kein Buchstabenschreibwerk, konnte also nur Ziffern und Symbole drucken. Die Zahleneingabe war bei der Optimatic anders: für jede Stelle waren eigene 10 Zifferntasten vorhanden, was eine Kontrolle der Eingabe ermöglichte, aber auch mehr Handbewegungen sowie eine rechtsbündige Zifferneingabe erforderte.


Optimatic 900

Optimatic 900 mit angeschlossenem Lochkartengerät

Genaue technische Daten liegen leider noch nicht vor.

Die Optimatic 900 konnte bei Bedarf durch Erweiterungsmodule aufgewertet werden.

Heute gilt die Optimatic 900 als ausgestorben.


Buchungsmaschine Optimatic 9000

Die Optimatic 9000 war die Weiterentwicklung der Optimatic 900. Sie besaß außer dem Rechenwerk auch ein Schreibwerk auf Typenscheibenbasis, dessen Tastatur unten an die Maschine angesetzt war.


Buchungsmaschine Optimatic 9000

Optimatic 9000 mit abgenommenen Gehäuse.

Blick unter die Tastatur der geöffneten Optimatic 9000.

Druckwerk der Optimatic 9000

Unterseite der geöffneten Optimatic 9000.

Die Optimatic 9000 konnte bei Bedarf durch Erweiterungsmodule aufgewertet werden.

Von der Optimatic 9000 ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.


Schreibautomat Optima 527

(Alias daro 527, daro527)

Dieses Gerät wurde im Optima-Büromaschinenwerk in Erfurt gebaut, wahrscheinlich ab 1968. Er beinhaltete die Funktionen einer elektromechanischen Schreibmaschine, ergänzt um die Ein- und Ausgabe auf Lochband (8-spurig) oder Lochbandkarte. Damit war es möglich, Texte zu speichern und bei Bedarf beliebig oft wieder zu drucken. Außerdem konnte die Maschine zum Duplizieren von Lochbändern benutzt werden.

Der Code, in dem die Daten auf Lochband abgelegt wurden, war variabel, meist wurde der "EIA-Code" (USA-Fernschreibcode, Vorläufer von ASCII) benutzt. Eine schreibstellengesteuerte Programmierung sowie ein dezimalstellengerechtes Drucken waren beim 527 noch nicht möglich.

An Peripherie konnten zwei Lochbandleser 472 und ein oder zwei Lochbandstanzer daro 470 angeschlossen werden. Ein Leser konnte mit einem speziellen Lochband zum Steuern des Automaten benutzt werden, der andere enthielt die Schreibdaten. Oder beide Leser wurden mit Schreibdaten beschickt. Die Steuerlochbänder wurden ebenfalls am Optima 527 programmiert (mit Hilfe der Zusatztastatur).


Schreibautomat Optima 527

Der Nachfolger der 527 war der Organisationsautomat 528.

Heute gilt der Optima 527 als ausgestorben.


Organisations- und Schreibautomat Optima 528

(Alias daro 528, daro528)

Das vom Optima Büromaschinenwerk Erfurt hergestellte, auch als "vollprogrammierbarer Organisationsautomat" bezeichnete Gerät diente neben normalen Schreibarbeiten zur Datenerfassung und zum Ausdrucken (elektrische Schreibmaschine) von auf Lochband gespeicherten Daten der Kleinrechner (SER2d oder C8205).

Im Gegensatz zum 527 konnte der 528 Zahlen automatisch rechtsbündig schreiben (die gesamte Zahl wurde erst nach Eintippen aller Stellen geschrieben). Das Eintippen der nächsten Zahl war während des Drucks der vorangegangenen Zahl möglich, man konnte also verzögerungsfrei arbeiten. Die Definition von Druckspalten wurde über eine steckbare Programmtafel vorgenommen (Programme pro Tafel).

Auf Kundenwunsch wurde der 528 entweder mit einem 32 cm breiten oder mit einem 48 cm breiten Druckwagen geliefert.


Organisationsautomat Optima 528

Arbeit am Optima 528

Zentraleinheit des Optima 528

Mechanik-Einheit des Optima 528

Mechanik-Einheit des Optima 528

Mechanik-Einheit des Optima 528

Die Maschine verfügte dazu über zwei Lochbandstanzer daro 470, zwei Lochbandleser und eine Programmtafel und war voll relaisgesteuert. Zur Datenein- und Ausgabe wurden Lochbänder benutzt, die mit dem im Großrechnerumfeld üblichen R300-Code codiert wurden.


Arbeit an der Optima 528. Vorn die beiden Lochbandstanzer.

Der Optima 528 hatte in der DDR 8608 M gekostet.

Heute gilt der Optima 528 als ausgestorben.


Fakturiermaschine FME

(FME=Fakturiermaschine elektrisch)
Diese Maschine wurde ab 1949 im Büromaschinenwerk Sömmerda produziert. Sie bestand aus einem Holztisch mit aufgesetztem Schreib/Druckwerk. In beiden Tischkästen befand sich Technik.


Fakturiermaschine FME

FME mit offenen Schranktüren

Schreibwerk der FME

Einstellschalter der FME (2 Konstanten und Datum)

Blick in das Steuerwerk der Maschine

Es gab auch eine Variante mit Lochbandstanzer, genannt FMEL:


Fakturiermaschine FMEL

Technische Daten dieses heute als ausgestorben geltenden Geräts liegen leider noch nicht vor.


Datenerfassungsplatz 363 (RANDEP)

(Alias daro 363)

(RANDEP=Rechnender alphanumerischer Datenerfassungsplatz)
Diese Maschine wurde ab 1969 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert.


Datenerfassungsmaschine RANDEP

Datenerfassungsmaschine RANDEP

Inwendig basierte das Gerät auf den Bauteilen der KME3-Serie.

Technische Daten dieses heute als ausgestorben geltenden Geräts liegen leider noch nicht vor.


Elektronischer Fakturierautomat 381

(Alias EFA 381, daro 281)

Diese Maschine wurde vom wurde im Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und vorwiegend in die Sowjetunion exportiert.


Soemtron 381 in halbzerstörtem Zustand

Rückseite der Soemtron 381

Das Steuerwerk der Soemtron 381

Stromversorgung in der Rückseite des Gerätes

Technische Daten dieses heute als ausgestorben geltenden Geräts liegen leider noch nicht vor.


Elektronischer Abrechnungsautomat 382

(Alias EAA 382, daro 385)

Diese Fakturiermaschine wurde von 1969 bis 1982 wurde im Büromaschinenwerk Sömmerda entwickelt und produziert. Von den Modellreihen "382"-"385" wurden insgesamt 82331 Geräte herstellt.


Fakturiermaschine "Soemtron 382"

Technische Daten liegen leider noch nicht vor.

Vom 382 haben bis heute vermutlich nur zwei Exemplare überlebt.


Elektronischer Abrechnungsautomat 385

(Alias EAA 385, daro 385)

Hersteller dieser Buchungsmaschine war das Büromaschinenwerk Sömmerda, wo dieses Gerät von 1969-1982 produziert wurde. Von den Modellreihen "382"-"385" wurden insgesamt 82331 Geräte herstellt.


Fakturiermaschine "Soemtron 385"

Arbeit an der "Soemtron 385"

Fakturiermaschine "Soemtron 385"

Technischen Daten liegen leider noch nicht vor.

Die 385 gilt heute als ausgestorben.


Elektronischer Buchungsautomat (EBA) Ascota 1355

(Alias Ascota1350, Ascota 1350, robotron1350, robotron 1350, daro1350, daro 1350, Ascota1355, robotron1355, robotron 1355, daro1355, daro 1355)

Dieses Gerät wurde im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebaut. Sie war wahrscheinlich das Nachfolgeprojekt der äußerlich ziemlich ähnlichen Ascota 071.


Buchungsmaschine Ascota 1355

Buchungsmaschine Ascota 1355

Druckwerk der 1355

Rückseite mit Magnetstreifenspeicher

Innenansicht von rechts

Innenansicht von links

Vom Vorgängermodell unterschied sich die Ascota 1355 hauptsächlich dadurch, dass sie kein mechanisches Rechenwerk, sondern ein elektronisches Rechenwerk (Mikroprozessor) besaß. Die 1355 war ausschließlich zur Verarbeitung numerischer Daten bestimmt, hatte also keine Buchstabentasten. Zur Ausgabe diente der 38 cm breite Druckwagen im Zusammenspiel mit einem Typenscheibendruckwerk (14 Stellen und Vorzeichen).

Das Grundprogramm war in ROMs untergebracht, im RAM standen 24 Datenspeicher á 14 Stellen zur Verfügung. Der variable Teil des Systems war auf Magnetstreifen (vier Programme auf einer auswechselbaren Trommel umschaltbar) untergebracht. Durch Drehen der Trommel konnte jeweils 1 Programm ausgewählt werden, das dann beim Vorbeilauf des Buchungswagens am festen Magnetkopf eingelesen wurde. Die Programmierung der Maschine erfolgte durch Eintippen per Tastatur, das Programm wurde daraufhin auf den ausgewählten Magnetstreifen geschrieben.


Magnetstreifentrommel der 1355

Die Bezeichnung "1350" stand offenbar für eine Geräteklasse, zu der neben der 1355 noch weitere Modelle gehören sollten.

Vom EBA ist heute noch die Existenz 1 Exemplars bekannt.


Klarschriftdrucker Ascota 1362

(Alias Ascota1360, robotron1360, robotron 1360, daro1360, daro 1360, Ascota1360, Robotron1362, Robotron 1362, daro1362, daro 1362)

Bei diesem Gerät scheint es sich um eine Variante des Ascota 1355 zu handeln (äußerlich baugleich), bei der ein OCR-kompatibles Drucksystem eingesetzt wurde. Damit sollte das Gerät zur Datenerfassung eingesetzt werden, die erstellten Druckblätter sollten mittels eines Beleglesers im zweiten Schritt in einen Großrechner eingespeist werden. In der Praxis war der Einsatz vom Beleglesern in der DDR kaum vorgekommen, somit war dem Ascota 1362 keine große Verbreitung beschert.


Klarschriftdrucker Ascota 1362

Die Bezeichnung "1360" stand offenbar für eine Geräteklasse, zu der neben der 1362 noch weitere Modelle gehören sollten.

Der Ascota 1360 gilt heute als ausgestorben.


Robotron 1370 / Daro 1370 / Ascota 1370

(Alias daro1370, Ascota1370, robotron1370, daro1372, Ascota1372, robotron1372, daro1373, Ascota1373, robotron1373)

Diese auch als "Datenerfassungsgerät DEG" bezeichnete Rechnerserie wurde vom VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt entwickelt und in den Jahren 1978 bis 1986 in einer Stückzahl von 22.324 Geräten produziert. Es gab mehrere Varianten des Rechners. Bislang konnten wir die folgenden zuordnen:


daro 1372, drucker-orientiert

Bildschirmarbeit an der daro 1372

daro 1372, druckerorientiert

daro 1372, drucker-orientiert

daro 1372, bildschirm-orientiert

Die Anlage war als Sitzarbeitsplatz ausgeführt und umfasste neben dem Rechner und einer Einbau-Tastatur entweder einen Bildschirm (32x8 Zeichen, natürlich ausschließlich im Textmodus) oder ein Druckwerk auf Basis des Druckers SD1154. Intern arbeitete der Rechner mit einem Prozessor U808 auf den Baugruppen des ZE1-Platinensystems.

Der daro 1370 hatte sein Betriebssystem im EPROM (4 KByte). Dazu kam 1 KByte statischen RAM. Um Stromausfälle zu überbrücken, besaß der Rechner ein Akkumodul zur Stützung des RAMs.



Lochbandstanzer im 1373

Lochbandgerät im 1373

Das Programmladen erfolgte von Magnetkassette oder von Magnetstreifen, die Datenausgabe auf Magnetkassette oder auf Lochband.


Bildschirm des daro 1370

Magnetstreifenlaufwerk an der rechten Geräteseite

Magnetstreifen

Vom daro 1372 existiert heute vermutlich noch 1 Exemplar (Industriemuseum Chemnitz), vom daro 1373 zwei Exemplare im Deutschen Chemiemuseum Merseburg.


Daro 1375 / Robotron 1375

(Alias daro1375, robotron1375)

Dieses Gerät wurde von 1978-1989 im Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und diente dem optischen Lesen von Schrift auf Papier (optischer Belegleser). Technische Daten dieses heute als ausgestorben geltenden Geräts liegen leider noch nicht vor.


Organisationsautomat 1413

(Alias daro 1413)

Dieses Gerätes wurde von 1971-1974 vom Optima-Büromaschinenwerk Erfurt produziert.
Er war mit zwei Lochbandlesern (wahrscheinlich Typ 301) sowie zwei Lochbandstanzern (wahrscheinlich Typ 1215) ausgerüstet. Ein Lochbandleser war fürs Programm bzw. für das Textformular und einer zum Lesen der Daten. Die Lochbänder konnten entweder als Endloslochband um die zahlreichen Umlenkrollen an der Gerätevorderseite geschlungen werden oder sie wurden in Rollenform per Auf- und Abspulvorrichtung verarbeitet.


Organisationsautomat daro 1413

Lochband-Leser

Lochband-Stanzer

LB-Leser mit Endlosband

LB-Leser mit Spulenband und Endlosband

LB-Stanzer-Wickler, leer

LB-Stanzer-Wickler mit Lochband

Lochband-Umspuler

Leporellopapier-Halter

Lochband-Reparaturgerät

Typenkorb des Schreibwerks

Der 1413 basierte auf den Schaltkreisen der KME3-Serie. Genaue technische Daten liegen leider noch nicht vor.

Auch der daro 1413 gilt heute als ausgestorben.


Organisationsautomat 1415

(Alias daro 1415)

Dieses Gerät wurde vom Optima-Büromaschinenwerk Erfurt produziert und gilt heute als ausgestorben.


Organisationsautomat 1416

(Alias daro 1416)

Dieses Gerät wurde von 1974-1979 vom Optima-Büromaschinenwerk Erfurt produziert und gilt heute als ausgestorben.


Kleinfakturierautomat Robotron 1711 / daro 1711

(Alias daro1711, robotron1711)

Dieses Gerät wurde von 1978-1986 in einer Stückzahl von ungefähr 30.000 Exemplaren im Büromaschinenwerk Sömmerda gebaut und vor allem zum Erstellen von Verkaufsrechnungen in kleineren Betrieben eingesetzt. Äußerlich besticht es durch seine runde Gehäuseform und sein unerwartet hohes Gewicht.


Kleinbuchungsmaschine 1711

Kleinbuchungsmaschine 1711

Die 1711 enthielt ein elektrisches Schreibwerk auf Typenhebelbasis, das als normale Büroschreibmaschine benutzt werden konnte. Zusätzlich verfügte sie über einen Tastaturblock (Numerische Tasten und Sondertasten), der den Mikrorechner (System ZE1 auf Basis U808) bediente. Der Mikrorechner machte ausschließlich numerische Ausgaben: Textausgaben waren also nicht möglich; Festtexte waren ggf. in Form vorgedruckter Papierbögen zu realisieren oder mussten jedes Mal mit dem Schreibwerk manuell eingetippt werden.


Texttastatur der 1711

Computertastatur der 1711

Die Grundsoftware (Betriebssystem) des Gerätes befand sich auf einer ROM-Leiterplatte im Inneren des Rechners. Das Anwenderprogramm war in Form eines ROM-Moduls (elektrisch dasselbe wie bei der robotron 1720) hinten in die Maschine zu stecken. Die maximale Programmgröße betrug 768 Bytes.


ROM-Modul-Schacht der 1711

ROM-Modul

Der Preis des Geräts lag zwischen 6000 und 7000 Mark. Insgesamt wurden 29535 Exemplare hergestellt.

Von der daro 1711 haben bis heute nur noch wenige Exemplare überlebt.


Buchungs- und Fakturierautomat Robotron 1720 / daro 1720

(Alias daro1720, robotron1720)

Dieser auch als "BFA" abgekürzte Rechner war der große Bruder des KFA 1711 und wurde von 1978 bis 1986 im Büromaschinenmaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 28345 Exemplaren gebaut. Er enthielt in der Rückseite des Sitzpultes eingebaut ein elektronisches Rechenwerk auf Basis einfacher MOS-Schaltkreise (kein Mikroprozessor) sowie das Druckwerk des SD1156-Druckers. Oben auf dem Gerät befand sich bei einigen Modellen eine Ziffernanzeige.


Fakturierautomat daro 1720

Fakturierautomat daro 1720

Fakturierautomat daro 1720

Lochbandstrecke an der daro 1720

Arbeit an der 1720

Das Betriebssystem befand sich im ROM (2 KByte) und wurde durch 2,25 KByte RAM ergänzt. Das Anwenderprogramm war in Form zweier ROM-Module vorn in die Maschine zu stecken.

Als Datenspeicher wurden meist Lochbandgeräte eingesetzt (ein Stanzer 1215 war samt Auf- und Abwickler links im Sitzpult eingebaut). Der Einsatz von Kontenkartentechnik (daro 1161) war ebenfalls möglich. Auch von der Nutzung von 8-Zoll-Diskettenlaufwerken wurde berichtet, wobei nicht bekannt ist, ob diese Entwicklung jemals über den Prototypenstatus hinaus kam.

Heute existieren von diesem Gerät vermutlich nur noch vier Exemplare, alle leider in schlechtem Zustand.


Magnetkontencomputer Robotron 1750 / daro 1750

(Alias daro1750, robotron1750, Magnetkontenrechner)

Dieser Rechner (damals als "Kleindatenverarbeitungsanlage" bezeichnet) wurde hauptsächlich zur Lohnrechnung eingesetzt. Hersteller war das Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz.
Herz der Anlage war der im Beistellgehäuse befindliche, auf Basis von CMOS-Schaltkreisen (V-Serie) aufgebaute Rechner. Fünf KByte gefädelter ROM und 8 KByte Ferritkernspeicher bildeten den Speicher. Als Peripherie konnten ein Lochbandstanzer daro1215 oder 8-Zoll-Diskettenlaufwerke eingesetzt werden.
Zum Drucken war in den Sitzarbeitsplatz das Druckwerk des Druckers SD1156 eingebaut, das um zwei Formularvorschubeinrichtungen daro 1160 sowie ein Magnetkontensystem daro 1294 zum Bedrucken spezieller Magnetkontenkarten erweitert war.


Kleindatenverarbeitungsanlage robotron 1750

Arbeit an der 1750

Von der Daro 1750 ist heute noch die Existenz eines Exemplars bekannt, das allerdings defekt und unvollständig ist.


Kleindatenverarbeitungsanlage Robotron 1840 / daro 1840

(Alias daro1840, robotron1840, KDVA 1840, Ascota 1840)

(nicht zu verwechseln mit dem Computer K1840!)
Diese Kleindatenverarbeitungsanlage war eine Weiterentwicklung der daro1750 und wurde ebenfalls vom Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz produziert. Die Unterschiede gegenüber dem Vorgängermodell bestanden in einer flexibleren Speichergestaltung (wahlweiser Einsatz von Kernspeichern mit 2 KByte, 4 KByte oder 8 KByte Größe und der Speichererweiterungsmöglichkeit durch max. acht Magnettrommelspeicher mit jeweils 8 KByte Größe) und einer erweiterten Ein-/Ausgabeeinheit, die nun den Anschluss eines Lochbandlesers daro1210, eines Lochbandstanzers daro1215 (beide mechanisch mit der Lochbandwickeltechnik zu Einheiten verbunden), eines Lochkartenlesers daro 1220, eines Lochkartenstanzers daro 1222, einer Magnetkassetteneinheit daro1250 sowie von 8-Zoll-Diskettenlaufwerken ermöglichte. Die Kopplung mit den Geräten erfolgte jeweils über SIF1000-Schnittstellen.

Zum Drucken wurde wieder das Druckwerk des Druckers SD1156 benutzt, das um zwei Formularvorschubeinrichtungen daro 1160 sowie ein Magnetkontensystem daro 1294 oder ein Kontenkartengerät daro 1161 erweitert werden konnte. Außerdem konnte bei Bedarf ein zusätzlicher Drucker SD1156 angeschlossen werden, um einen ständigen Wechsel der Papierart bzw. An- und Abbau der Kontenkartentechnik zu vermeiden.


Kleindatenverarbeitungsanlage Robotron 1840

Robotron 1840 mit Lochbandtechnik und Magnetkontenaufsatz

Von der Daro 1840 ist heute noch die Existenz zweier Exemplare bekannt, beide aber leider nicht funktionsfähig.


Datenerfassungsanlage Cellatron C8033

Diese Maschine war quasi das Zella-Mehliser Pendant zum RANDEP bzw. zur Ascota 1370. Die C8033 bestand aus einem Tisch mit einem Schreibwerk SE5. An der Seite befand sich eine Lochbandstanzer 1015, auf dem die im Schreibwerk eingetippten Daten gestanzt wurden. Die Codierung des Lochbandes war vermutlich einstellbar.


Datenerfassungsplatz C8033

Vom C8033 ist heute noch die Existenz 1 Exemplars bekannt.

Letzte Änderung dieser Seite: 04.02.2012Herkunft: www.robotrontechnik.de