Die PRG-Rechner von NUMERIK

(PRG=Programmiergerät)
Der VEB Numerik entwickelte nacheinander eine Reihe von Rechnern auf Basis des K1520-Systems zur Programmierung von Maschinensteuerungen PC600, EFE700, MRS700 und IRS700.

Einerseits konnten die PRG-Rechner EPROMs brennen, die dann in den Steuerungen verbaut wurden, andererseits war auch eine Online-Programmierung (per Verbindungskabel) möglich.
Als 3. Variante bestand die Möglichkeit der Erstellung von Lochbändern für die Steuerungen.


Computer der PRG-Serie (PRG700)

Die Verbreitung der PRG-Rechner war trotz ihrer Universalität sehr gering. Möglicherweise waren der hohe Preis und die geringen Produktionszahlen die Ursache.


EPROM-Programmierung

Auf dem an der Frontplatte befindlichen eingebauten EPROM-Programmiersockel konnten EPROMs der Typen U555 und U556 programmiert werden. Die entsprechende Programmiersoftware existierte unter den Betriebssystemen BS600, UDOS.PRG und SCP1526/710.
Zum Löschen von EPROMs war in der Frontseite der Rechner ein Schubfach eingebaut, welches bis zu 8 EPROMs aufnehmen konnte. Die Löschzeit darin betrug 20 bis 40 Minuten.
Unter BS600 war die softwaregesteuerte Einschaltung der EPROM-Löschkammer möglich, während unter UDOS und SCP1526/710 die Löschung manuell per Schalter an der Geräterückwand zu aktivieren war.


Schnittstellen

Die Kopplung mit der Steuerung PC600 erfolgte über eine IFSS-Schnittstelle, ebenso die mit der EFE700. Die CNC600 und CNC600 wurden hingegen über eine V.24-Schnittstelle angekoppelt.
Im Zusammenhang mit den Maschinensteuerungen verfügten die PRGs meist über eine SIF1000-Controllerkarte zum Ansteuern eines Lochbandlesers daro 1210 und eines Lochstreifenstanzers daro 1215. An diese Schnittstelle konnte auch ein Drucker SD1156 gekoppelt werden.
Als eher ungewöhnliche Schnittstelle ist noch die Anschlussmöglichkeit eines Fernschreibdruckers F1100 oder F1200 für die Druckerausgabe zu erwähnen.


Start der Rechner

Die PRG-Rechner waren mittels des Schlüsselschalters an der Frontplatte einzuschalten.
Der Rechner durchlief einen ersten Selbsttest und meldete sich mit der Ausschrift "NKM-Loader".
Nach dem Drücken von ENTER wurde das Betriebssystem vom linken Diskettenlaufwerk geladen.


Computer PRG600

(Alias PRG 600, PRG-600)

Das PRG600 wurde in 3 Varianten gebaut: 16 KByte RAM und 25 KByte ROM bildeten den Speicher.
Ein Merkmal der PRG-Serie war der eingebaute winzige Bildschirm, der beim PRG600 mit 48x10 Zeichen geschrieben wurde. Die Tastatur K7609, die auch beim PRG700 und PRG710 verwendet wurde, besaß keine Elektronik, sondern bildete eine einfache Schaltermatrix.


Computer PRG600-2 im Ganzmetallgehäuse

Rückansicht des PRG600-2

PRG600-2, Rückseite mit abgenommenen Gehäuse.

Bildschirmmodul des PRG600

Innenansicht des PRG600-2, linke Seite

Innenansicht des PRG600-2, rechte Seite

Das PRG600 gab es in zwei Gehäuseformen: ein Ganzmetallgehäuse und ein Gehäuse aus PUR-Schaum-Platten (wie beim PRG700).

Platinenbestückung

K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
K3620 012-7035 OFS Operations- und Festwertspeicher 2k RAM + 6k ROM
K2521 012-7105 ZRE Zentrale Verarbeitungseinheit CPU + 3 KByte ROM+ 1 KByte RAM
K3525 012-7125 OPS Operationsspeicher 16k RAM
K3820 012-7045 PFS Programmierbarer Festwertspeicher 16k EPROM
- 4720-9 AS ANA Anschlusssteuerung für alphanumerische Ausgabe Bildschirmkarte
- 590068 ATP Adapter für Tastatur und Programmierzusatz EPROMer + Tastaturanschluss
- 590069 ASS Anschlusssteuereinheit seriell Drucker + EPROMer + IFSS

Typisch für die Rechner von Numerik war die Verwendung von Platinen mit direkten Steckverbindern.

Software

Als Betriebssystem wurde für diesen Rechner BS600 entwickelt, das sich im ROM befand.

Verbreitung

Vom PRG600 sind heute nur noch drei Exemplare bekannt, leider alle nicht funktionsfähig.


Computer PRG700

(Alias PRG 700, PRG-700)

Das PRG700 war die Weiterentwicklung des PRG600. Er war mit zwei 40-spurigen Diskettenlaufwerken K5600.20 ausgestattet, von denen das Betriebssystem BS600 oder das neue Betriebssystem UDOS.PRG geladen werden konnte. Um letzteres zu realisieren, wurde der Speicher gegenüber dem Vorgängermodell auf 64 KByte erhöht.
Als Tastatur kam wieder die K7609 von Robotron zum Einsatz.


Computer PRG700


Rückansicht des PRG700
unten in der Mitte der EPROM-Löschschalter

Innenansicht des PRG700
links oben der Fernschreiberanschluss

Platinenbestückung

K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
- TRAM 3702 OPS Operationsspeicher 64 k RAM
K2521 012-7105 ZRE Zentrale Verarbeitungseinheit CPU + 3 KByte ROM+1 KByte RAM
- 590068 ATP Adapter für Tastatur und Programmierzusatz EPROMer + Tastaturanschluss
- 590069 ASS Anschlusssteuereinheit seriell Drucker + EPROMer + IFSS
K5120 062-8250 AMF Adapter für Minifolienspeicher Floppycontroller
K8025 062-8440 ASS Adapter für serielle Schnittstellen V.24 + IFSS
K7024 012-6820 ABS Adapter für Bildschirm Grafikkarte

Verbreitung

Von diesem seltenen Rechner ist heute noch 1 Exemplar bekannt.


Computer PRG710

(Alias PRG 710, PRG-710)

Mit diesem Rechner wurde ein weiterer Schritt in Richtung Bürocomputer gemacht. Als Diskettenlaufwerke fanden zwei K5601 Verwendung, die Speicherkapazitäten bis 780 KByte gestatteten. Die Bildschirmauflösung wurde auf 64x16 oder 80x24 Zeichen erhöht, was allerdings die Anzeigequalität wegen der sehr kleinen Bildröhre weiter verschlechterte. Als Tastatur kam wieder die K7609 von Robotron zum Einsatz.


Computer PRG710

Um die anstrengende Arbeit mit dem kleinen Bildschirm zu verbessern, bauten sich einige Anwender eine zweite Bildschirmkarte ein, an die dann ein externer Bildschirm K7222 angeschlossen wurde.

Platinenbestückung

K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
- 939702 OPS Operationsspeicher 64 k RAM
K2521 012-7105 ZRE Zentrale Verarbeitungseinheit CPU + 3 KByte ROM+ 1 KByte RAM
K7024 062-8620 ABS Adapter für Bildschirm Grafikkarte
- 590068 ATP Adapter für Tastatur und Programmierzusatz EPROMer + Tastaturanschluss
- 590069 ASS Anschlusssteuereinheit seriell Drucker + EPROMer + IFSS
K5122 062-8390 AFS Adapter für Folienspeicher Floppycontroller
K8025 062-8440 ASS Adapter für serielle Schnittstellen V.24 + IFSS
K6022 012-7090 ADA Adapter für Datenaustausch SIF1000

Software

Als Betriebssystem wurde für diesen Rechner außer den bereits bewährten BS600 und UDOS.PRG das Betriebssystem SCP1526/710 entwickelt. Unter SCP konnten herkömmliche Büroprogramme, wie Datenbankprogramme oder Textverarbeitungen ausgeführt werden.

Verbreitung

Von diesem Rechner sind derzeit noch 3 Exemplare bekannt.


Computer PRG710-1

(Alias PRG 710-1)

Dieser Computer unterschied sich von seinem Vorgänger PRG710 durch eine andere Tastatur samt Controllerkarte. Beim PRG710-1 wurde jetzt die Tastatur K7672.03 verwendet, die auch am Computer A7150 benutzt wurde. Im Gegensatz zum PRG710 benötigt diese serielle Tastatur nur noch ein dünneres Kabel.


Computer PRG710-1

Rückansicht des PRG710-1

Innenansicht des PRG710-1

Arbeit am PRG710-1. Als Drucker fungiert hier eine Erika S6006

Platinenbestückung

K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
K2521 012-7105 ZRE Zentrale Verarbeitungseinheit CPU + 3 KByte ROM+ 1 KByte RAM
- 939702[B3] OPS Operationsspeicher 64 k RAM
K7024 012-6820 ABS Adapter für Bildschirm Grafikkarte
- 590068 ATP Adapter für Tastatur und Programmierzusatz EPROMer
- 590069 ASS Anschlusssteuereinheit seriell Drucker + EPROMer + IFSS
K5122 062-8390 AFS Adapter für Folienspeicher Floppycontroller
- 591247

Tastatur + V.24
K6022 012-7090 ADA Adapter für Datenaustausch SIF1000

Software

Als Betriebssystem wurden wiederum BS600, UDOS.PRG und SCP1526/710 eingesetzt, die aber aufgrund der geänderten Tastatur nicht mit den Versionen der Vorgängermodelle identisch waren.

Verbreitung

Von diesem Rechner sind derzeit noch 8 Exemplare bekannt.


Computer PRG720

(Alias PRG 720)

Über diesen Computer ist nicht viel bekannt.
Er stellte den Nachfolger des PRG710-1 dar und unterschied sich von seinem Vorgänger möglicherweise durch einen größeren Bildschirm.

Leider gilt dieser Rechner als ausgestorben.
Wer hat Informationen zum PRG720?



Letzte Änderung dieser Seite: 06.07.2010Herkunft: www.robotrontechnik.de