EPROM-Programmiereinrichtungen

EPROMs sind Halbleiterspeicher, deren Daten auch beim Ausschalten des Rechners erhalten bleiben. Sie können in speziellen EPROM-Programmiervorrichtungen geschrieben werden und bei Bedarf mit UV-Licht wieder gelöscht werden.
EPROMs wurden in den 1970er Jahren als Speichermedium für Programme benutzt. In den 80er Jahren sank ihre Bedeutung und sie wurden meist als Urlader (ein Mini-Betriebssystem, das das Laden des Hauptbetriebssystems vornahm) und für die Zeichengenerierung in Bildschirmkarten (Zeichensatz) benutzt.

Bevor ein EPROM neu geschrieben werden kann, muss er gelöscht werden. Dies geschieht in speziellen Löschgeräten durch eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht. Die Löschzeit ist abhängig von der Stärke der UV-Quelle und liegt zwischen 3 Minuten und 45 Minuten (da hilft nur Probieren). Ein übertrieben langes Löschen kann einen EPROM so weit schädigen, dass er sich nicht mehr programmieren lässt.


UV-Strahler zum Löschen von EPROMs

In der DDR waren Löschgeräte ausgesprochen schwer zu kriegen, weshalb sich einige Anwender solche Geräte auch selbst bauten, mit dem Innenleben von Quecksilberdampf-Straßenlampen oder Höhensonnen als Brenner.

Obwohl vom Hersteller der Datenerhalt der EPROMs mit einer Dauer von nur 10 Jahren garantiert wird, haben die meisten EPROMs bereits die doppelte Zeit schadlos überstanden. Einen EPROM, der im Laufe der Zeit "sein Gedächtnis" verloren hat, kann man normalerweise nach einer Löschung wieder normal benutzen.

Trotzdem ist es ratsam, von allen EPROMs heute umgehend Sicherheitskopien anzulegen. Soweit EPROMs sich auf Steckfassungen befinden, ist dies auch kein Problem. Leider wurden von Robotron viele EPROMs direkt eingelötet, was eine Datenrettung stark erschwert.


EPROM-Schreib- und Lesegerät K0410

(Alias K 0410, K-0410)

Dieses Gerät wurde am Rechner PBT4000 betrieben und diente zur Programmierung von EPROMs des Typs U552 sowie von ROMs des Typs U551 mit einer Kapazität von 256 Byte. Die EPROMs wurden dann meist im PBT4000 selbst als Programmspeicher verwendet.


EPROM-Programmiergerät K0410

Innenansicht des K0410

K0410 von unten (Gehäuse abgenommen)

Mit einer eingebauten Löschkammer konnten die EPROMs auch bei Bedarf wieder gelöscht werden. Die Löschlampe war dieselbe, wie im PRG-Rechner und im K0421

Das K0410 wurde im Rechner mit der Platine 051-8380 verbunden. Im Gerät selbst befanden sich die Steuerplatinen 051-8390 und 051-8400.

Auf den einen Stecksockel wurde der zu programmierende EPROM gesteckt, auf den anderen kam ggf. der zu kopierende Original-EPROM.
Die Programmiersoftware war u.a. als Unterprogramm im Betriebssystem PAPL enthalten.


PAPL-Ansteuersoftware, EPROM lesen

PAPL-Ansteuersoftware, EPROM brennen

Der Preis für einen U552-EPROM betrug 1982 stolze 76,56 Mark, der gesamte K0410 kostete 3115,50 Mark. In das System der Kleinrechner wurde das K0410 unter dem Namen CM1624 eingegliedert.

Von diesem seltenen Gerät sind heute noch 4 Exemplare bekannt.


EPROM-Programmiersystem K0420

Dieses System bestand aus dem Löschgerät K0421, der Controllerkarte 078-2070 und dem Programmiersockel K0422.

Beim Lesen von problematischen EPROMs scheint das K0420 allen anderen EPROM-Programmiergeräten überlegen zu sein: EPROMs, die auf anderen Geräten nur Zufallszeichen liefern, lassen sich z.T. noch auf dem K0420 fehlerfrei lesen.


EPROM-Löschgerät K0421

(Alias K 0421, K-0421)

Dieses externe Gerät wurde zum Löschen von beliebigen EPROMs benutzt, hauptsächlich im Zusammenspiel mit dem K0422 und den KC-Programmiergeräten. Die Löschlampe war dieselbe, wie im K0410 und im PRG-Computer


EPROM-Löschgerät K0421

Innenansicht des K0421

Innenansicht des K0421, eingeschaltet

Mit einem Preis von 740 Mark (später 710 Mark) war das K0421 schon eine beachtliche Anschaffung.

Das Gerät wurde auch von RFT unter der Bezeichnung "LG2000" vertrieben. Der zum Robotrongerät identische Aufbau lässt schlussfolgern, dass alle diese Geräte im Messgerätewerk Zwönitz produziert wurden.


EPROM-Löschgerät LG2000

Typenschild des LG2000



K1520-Programmierzusatz K0422

(Alias K 0422, K-0422)

In Verbindung mit der Platine 078-2070 konnten mit diesem Programmiergerät EPROMs des Typs U555 mit einer Kapazität von 1 KByte gelesen und programmiert werden.


EPROM-Programmierzusatz K0422

EPROM-Programmierzusatz K0422

Ansteuersoftware EPROM

Datenanzeige im Programm EPROM

Der Einsatz erfolgte in Form einer Nachrüstung in allgemeine K1520-Rechner sowie serienmäßig in der Audatec IBE und dem Audatec Strukturierarbeitsplatz.

Eine Ansteuersoftware dazu gab es unter dem Betriebssystemen SCP1526 und UDOS1526.
Zum Löschen der EPROMs wurde als externes Gerät ein K0421 benutzt.

Der Programmiersockel kostete inkl. Kabel 330 Mark
Von diesem Gerät sind heute nur noch wenige Exemplare bekannt.


UNI-Programmierzusatz

Dieses Programmiergerät war hauptsächlich für den Einsatz in K1520-Rechnern bestimmt. Nach einer Änderung der Bestückung der Hauptplatine war aber auch eine Verwendung im Rechner PC1715 möglich.


UNI-Ansteuerplatine und Programmiersockel

Hauptmenü des Programm EPR

HEX-Anzeige des PROM-Inhalts im Programm EPR

Hinweistext zum Programm EPR

Der Hersteller ist bislang unbekannt und geht auch leider nicht aus den Unterlagen zum Programmiergerät hervor. Die Auslieferung erfolgte offenbar als professionell gefertigter doppelseitiger Platinensatz: mit Schaltplan- und Bestückungsunterlagen.
Dementsprechend ist der im Bild gezeigte EPROM-Adapter auch nur ein "Gestaltungsmuster" - die Programmierplatine wurde hier in das Gehäuse der Kundentastatur von Robotron eingebaut. Verschiedene Programmierspannungen konnten - sofern durch die Stromversorgung des K1520-Systems vorhanden - über Drahtbrücken im Programmieradapter konfiguriert werden. Das Programmiergerät erlaubte die Programmierung der EPROM-Typen von 2708 bis 27256.

Es sind drei verschiedene Programme bekannt, die dieses Programmiergerät unterstützen:
Vom UNI-Programmierzusatz ist heute nur noch die Existenz 1 Exemplars bekannt.


EPROM-Programmierzusatz EPROM1

Dieses Programmiermodul gestattete das Lesen und Schreiben von EPROMs U555 bis 27256. Hersteller war der IFAM in Erfurt. EPROM1 wurde in Form zweier unbestückter Leiterplatten zum Preis von 3000 Mark ausgeliefert: um die Bauteilbestückung musste sich der Anwender selbst kümmern. Eine Platine bildete den Controller (K1520-kompatibel), die andere nahm den Programmiersockel sowie eine Kontroll-LED auf. Beide Platinen konnten entweder rechtwinklig durch Steckverbinder oder durch flexible Kabel verbunden werden.


Ansteuerplatine EPROM1

Zusatzplatine EPROM1Z

Praktisch wurde der EPROMer in K1520-Rechnern (z.B. A5120) oder im PC1715 verwendet. Bei Nutzung im PC1715 konnte der 3-reihige EFS-Steckverbinder aus Platzgründen auch abgetrennt werden. Die Stecker der Controllerkarte ragten dabei hinten aus dem Rechner; die Zusatzplatine wurde außen angesteckt. Umgekehrt war bei Nutzung im K1520-Rechner der 2-reihige EFS-Steckverbinder unbestückt zu lassen, da die Platine sonst nicht in die Sloteinheit passte.

Für EPROM1 existierte Ansteuersoftware unter den Betriebssystemen SCP (Kommando EPRO) und UDOS (Kommando UPRO).


Startmenü des Programm EPRO

Disketten- und Speicherverwaltung

Das Programmmodul für U555-EPROMs...

und das für große 27256-EPROMs

Interessant ist ebenfalls die unter SCP existierende Diagnosesoftware, die nach der Platinenbestückung bei der Inbetriebnahme helfen sollte.


Diagnoseprogramm LP

Diagnoseprogramm LP

Diagnoseprogramm LP



Computer MPC2

Für den Computer MPC2 entwickelte Mansfeld einen EPROM-Zusatz in Form zweier Steckkarten zur Programmierung der EPROMS U555 und U556. Die Controllerkarte wurde auf den freien K1520-Slot des Rechners gesteckt. Die zweite Platine, die die Brennsockel enthielt, wurde mittels EFS-Steckverbinder mit dem Controller verbunden.

Rechner, die mit so einem EPROMer ausgerüstet waren, konnten nur noch gehäuselos betrieben werden, da für die Platine kein Durchbruch im Rechnergehäuse vorgesehen war.

Technisch interessant ist die Nutzung eines NF-Verstärkerschaltkreises A210K zur Erzeugung der Programmierspannung.

Der Einsatz dieses EPROMers lag ausschließlich innerhalb des Mansfeld-Kombinats. Es wurden nur ganz wenige Exemplare gefertigt, von denen zum Glück eins überlebt hat.


Computer PRG600 / 700 / 710 / 701-1 / 720

Die PRG-Rechner von Numerik hatten einen Programmiersockel auf der Rechner-Vorderseite, mit dem EPROMs der Typen U555 und U556 gelesen und programmiert werden konnten.


Computer PRG710-1 mit EPROM-Programmiersockel

Steuerprogramm PROG, Programmstart

Steuerprogramm PROG, Auslesen eines EPROMs

Steuerprogramm PROG, Hexanzeige des Inhalts

Eine Ansteuersoftware PROG gab es dazu unter den Betriebssystemen SCP1526/710 und UDOS.PRG. Sie ermöglichte:
Zum Löschen der EPROMs wurde die im Rechner eingebaute Löschkammer, die die gleichzeitige Aufnahme vom 8 EPROMs ermöglichte, benutzt. Die Löschlampe war dieselbe, wie im K0410 und im K0421.

Laut Handbuch soll es auch möglich gewesen sein, über einen externen PROM-Sockel größere EPROMs zu programmieren. Ob das aber jemals realisiert wurde, ist fraglich, zumal dazu auch eine andere Programmiersoftware notwendig wäre.


Computer MC80

Einige Versionen des MC80-Computers hatten auf der Rechnervorderseite einen Programmiersockel, mit dem EPROMs der Typen U555 und U556 gelesen und programmiert werden konnten. Die Ansteuersoftware war im Betriebssystem (im ROM) vorhanden.


Computer MC80.30 mit EPROM-Programmiersockel

Löschmodul des MC80.30

Löschmodul des MC80.30, geöffnet

Zum Löschen der EPROMs wurde die im Rechner eingebaute Löschkammer benutzt.


KC87

Robotron-Elektronik Dresden vertrieb für den KC81/1 bzw. KC87 ein Programmier-Zusatzmodul. Mit ihm konnten EPROMs des Typs U556 mit einer Kapazität von 2 KByte gelesen und geschrieben werden.


EPROM-Programmiermodul für KC87

Innenansicht des KC87-EPROM-Programmiermoduls

Die EPROMer-Software, die in Form eines ROM-Moduls mitgeliefert wurde, ermöglichte allerdings nur ein Duplizieren der ROMs.
Eine Speicherung auf anderen Datenträgern war nicht vorgesehen.


P8000 bzw. P8000 compact

Auch für diesen Rechner gab es EPROM-Programmier-Zusätze, genau gesagt zwei verschiedene trotz baugleichem Gehäuses. Sie arbeiteten am 8-Bit-Prozessor der P8000 unter dem Betriebssystem UDOS.


P8000-EPROM-Programmierzusatz

Innenansicht der P8000-EPROMer (alte und neue Variante)

Die ältere Version ermöglichte die Programmierung der EPROM-Typen U555, U556, U2732, U2732A und U2764. Die jüngere Version programmierte die EPROMs U556, U2732, U2732A, U2764, 27128 und 27256 und 27512.

Die Unterscheidung beider Typen gelingt erst nach Aufschrauben des Geräts anhand der Leiterplatte.


Letzte Änderung dieser Seite: 24.11.2011Herkunft: www.robotrontechnik.de