Heimcomputer-Bausätze
Ab Mitte der 1980er Jahre wurden außerhalb der großen Rechner-Produktionslinien Computer für den Heimeinsatz entwickelt.
Meist konnte man eine Bauanleitung samt Schaltplan sowie eine unbestückte Rechnerplatine erwerben.
Die Prüfung der Platine auf Fehler sowie die Bestückung mit Bauelementen musste der Anwender dagegen selbst vornehmen.
Da die Rechnergehäuse in den meisten Fällen vom Anwender selbst zu entwerfen waren, haben die Computer kein festes Erscheinungsbild.
Speziell beim Entwurf der Tastatur wurden auch abenteuerliche Wege beschritten,
beispielsweise die Nutzung von Modelleisenbahn-Tasten oder Starkstrom-Tasten.
Vielfach gab es mehrere Ausbaustufen eines Rechners: man fing mit dem Aufbau eines einfachen Rechners an und ergänzte später Peripherie und Speicher.
In der Grundstufe wurde meist ein Fernsehgerät als Bildschirm
sowie ein Kassettenrecorder als Massenspeicher verwendet.
Das Betriebssystem befand sich in den meisten Fällen auf EPROMs, war also direkt nach dem Einschalten verfügbar.
Es gab natürlich auch andere Kleincomputer, die bereits einsatzfertig verkauft wurden.
Computer Z1013
(Alias Z 1013, Z-1013)
Dieser von Robotron Riesa entwickelte Heimcomputer bestand zwar aus einer fertig bestückten Platine,
allerdings mussten das Gehäuse und die Stromversorgung selbst gebaut werden.
Viele Anwender ersetzten außerdem die mitgelieferte Tastatur durch ergonomischere Alternativen.
Weitere Informationen zum Z1013 gibt es hier.
Amateurfunkcomputer AC1
(Alias AC 1, AC-1)
Der AC1 wurde 1983 durch seinen Entwickler, Herrn F. Heyder, in der Zeitschrift "Funkamateur" veröffentlicht
und wurde besonders im Kreis der Amateurfunker gebaut und eingesetzt.
Aufgaben des Gerätes waren u.a. die Realisierung von funkbasiertem Fernschreiben (RTTY), der Einsatz als Morsegeber und Morsedecoder und für Entfernungsberechnungen.
Herz des Rechners war der Prozessor U880D, der mit 2 MHz, 1,33 MHz oder 600 kHz getaktet wurde.
4 KByte ROM und 1 bis 2 KByte RAM bildeten den Speicher, konnten aber ggf. bis 64 KByte ausgebaut werden.
 Amateurfunkcomputer AC1
|  Innenansicht des AC1 |
In der Grundversion arbeitete der AC1 mit einem Kassettenrecorder als Speicher.
Er konnte aber auch mit 64 KByte RAM und einem Diskettenlaufwerk ausgebaut werden, womit die Nutzung von CP/M-Betriebssystemen möglich wurde.
Gehäuse und Tastatur mussten sich die Anwender selbst bauen, somit sieht jeder AC1 äußerlich anders aus.
 Floppycontroller des AC1
|  RAM-Speicherkarte des AC1 |
 Bildschirmfoto mit der Softwareübersicht des AC1 |
Folgende Eckwerte waren bei der Entwicklung des AC1 gesteckt:
- Entwicklung eines erweiterungsfähigen Grundgeräts
- Ausschließliche Verwendung von Bauteilen, die für Funkamateure in der DDR zugänglich waren (auf Bustreiber wurde beispielsweise verzichtet).
- Nachbausicherheit durch unkomplizierten, modularen Aufbau
- Möglichkeit zur Nutzung von Kassettenmagnetbandgeräten als Programmspeicher
- Nutzung eines Fernsehgeräts als Bildschirm (64x16 Zeichen, nur Großbuchstaben)
- minimaler finanzieller Aufwand
- Minimaler Messgeräteaufwand beider Inbetriebnahme
- Speicherung der Grundsoftware im EPROM
- Vertrieb der unbestückten Leiterplatte
- Auslieferung mit einer Grundsoftware
Rechner LLC1
(Alias LLC 1, LLC-1)
Der LLC1 basierte auf dem U880-Prozessor und nutzte eine achtstellige 7-Segment-Anzeige (multiplex angesteuert) zur Ausgabe.
Zur Eingabe wurde eine Hex-Tastatur eingesetzt, ähnlich wie beim Lerncomputer LC80.
Speicherseitig war er ausgestattet mit 1 KB SRAM und 1 KB EPROM (U555).
Eine PIO (U855) ermöglichte die Kommunikation mit andern Geräten und eine CTC (U857) diente als Zeitgeber.
Zum LLC1 gab es als Erweiterungsmöglichkeit eine alphanumerische Bildschirmansteuerung in Form zweier Leiterplatten.
Sie enthielt 1KB RAM (U224) und 1 KB EPROM Zeichengenerator (Fassung für einen zweiten EPROM vorhanden: Zeichensatzumschaltung)
Die Ausgabe des Signals erfolgte als BAS und wurde dann über einen Modulator auf HF moduliert
Der Pixeltakt von 12MHz war etwas zu hoch für ein normales Fernsehgerät, deshalb hab es leichte Fahnenbildung an den Buchstaben.
Weiterhin gab es als Erweiterung eine alphanumerische Tastaturdie die Zeichencodierung über eine Diodenmatrix machte.
Vom LLC1 ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.
Rechner LLC2
(Alias LLC 2, LLC-2)
Diesem seltenen Eigenbaucomputer, von dem heute nur noch 2 funktionsfähige Exemplare bekannt sind,
haben wir eine eigene Seite gewidmet...
Rechner PC/M
Der PC/M basiert auf einer Veröffentlichung der Herren Mugler und Matthes in der Zeitschrift "Funkamateur".
Er wurde als unbestückte, ungebohrte Leiterplatte geliefert.
 So wurde die Platine des PC/M geliefert...
|  ...und so sah sie fertig bestückt aus. |
Als Betriebssystem wurde eine spezielle Variante von CP/M eingesetzt.
Eine ausführliche Website speziell zum Thema PC/M findet man hier.
Heute ist der PC/M ein äußerst seltener Computer.
Jugend+Technik-Computer
(Alias TINY)
Der Bauplan dieses Rechners wurde 1987 in der Zeitschrift "Jugend+Technik" veröffentlicht.
Dieser Rechner basiert auf dem Einchipmikrorechner UB8830 (UB8831).
 Jugend+Technik-Computer |
Technische Daten:
- Bildschirmausgabe: schwarz/weiß, 8x13 Zeichen
- ROM: 2 oder 4 KByte (enthielt das Betriebssystem)
- RAM: 256 Bytes (erweiterbar auf 16 KByte, später bis 64 KByte)
- Software: 2-K Tiny-BASIC-Interpreter (im ROM des EMR UB8830 implementiert)
- Magnetkassetteninterface
Zum "Jugend+Technik-Computer" wurden mehrere Erweiterungsmöglichkeiten publiziert, so z.B.:
- Ausbau des Speichers bis auf 64 KByte.
- EPROM-Programmiergerät
- AD-Wandler (Nutzung des Rechners als Oszillograph)
- Schnittstellen IFSS und V.24
- Nutzung einer Schreibmaschine S3004 als Drucker
"Ausbaufähiger Microcomputer mit dem U880"
Dieser vom "Militärverlag der DDR" im Jahre 1984 in einer Broschüre veröffentlichte Computer verwendete,
wie viele andere Rechner auch, den Prozessor U880.
Das voll ausgebaute System bestand aus folgenden Komponenten:
- CPU-Baugruppe als Einplatinenrechner mit 3 KByte ROM und 1 KByte RAM (max. 64 KByte RAM)
- Bildschirm mit 24 Zeilen zu je 64 Zeichen
- alphanumerische Tastatur (maximal 64 Tasten)
- Magnetkassette als externes Speichermedium
- parallele und serielle Ein-/Ausgabeschnittstelle
- EPROM-Programmiergerät
Als Bildschirme kamen handelsübliche Fernseher und zur Aufzeichnung handelsübliche
Kassettenrekorder zum Einsatz.
Die Hardware konnte vom reinen Einplatinenrechner bis zum kompletten System ausgebaut werden.
Gedacht wurde an einen möglichst breiten Anwendungsbereich und ein dementsprechend breites Softwarespektrum von Maschinensprache
über Assembler bis hin zu höheren Programmiersprachen.
Wer besitzt so einen Rechner bzw. hat Bilder davon?
"Mikrorechner für Anfänger"
Die Zeitschrift "Funkamateur" veröffentlichte in ihrer Ausgabe 3/1985 eine Bauanleitung für einen Mikrorechner in einer Minimalvariante.
Der Gehäusevorschlag erinnerte etwas an den Polycomputer880.
Grund für diese Minivariante eines Computers waren die Nichtverfügbarkeit entsprechend programmierter EPROMS bzw. deren Programmiergeräte.
Der Autor des Beitrages wählte daher einen anderen Weg. Er entwarf einen Rechner, der nur aus ZVE, RAM und Bedieneinheit besteht.
Damit konnte man sich Schritt für Schritt in die Programmierung einarbeiten.
Befehle wurden Byte für Byte im Maschinencode in den Rechner eingetippt, sie konnten dann schrittweise abgearbeitet werden.
Die technischen Merkmale:
- Prozessor U880
- Taktfrequenz 1 MHz,
- 1 KByte RAM, ROM nicht vorhanden,
- Anzeige 32 x LED
- Tastatur 28 Tasten
Wer besitzt so einen Rechner bzw. hat Bilder davon?
Unbekannter Computerbausatz
Über den hier abgebildeten Computer wissen wir noch gar fast nichts.
Er arbeitet mit einem U880-Prozessor und war ein offenbar sehr aufwendiges Projekt.
 Unbekannter Heimcomputer
|  Innenansicht des Gerätes |
 Prozessorplatine des Rechners |
Wer weiß näheres über diesen Computer?
Sinclair ZX Spectrum-kompatible Rechner
Der Heimcomputer "Sinclair ZX-Spectrum" der Firma "Sinclair Research Limited" erfreute sich in den 1980er Jahren einer großen Beliebtheit.
Ein Import des Rechners in die DDR war nicht möglich und so entwickelten einige DDR-Firmen und auch Privatanwender
unter Verwendung der in der DDR verfügbaren Bauteile Spectrum-kompatible Rechner.
Da nicht alle Original-Bauteile in der DDR verfügbar waren, musste die Schaltung entsprechend angepasst werden.
Das Platinen-Layout unterschied sich dadurch natürlich z.T. erheblich vom Original, genauso wie die Eigenbau-Gehäuse.
Rechner GDC
(GDC=Grafik-Display-Computer)
Dieser Rechner wurde 1985 an der TH Ilmenau entwickelt.
Er war ein 8-Bit-Rechner auf Basis des U880-Prozessors und teilweise kompatibel zum Sinclair ZX Spectrum.
 Platine des GDC |
Der GDC gilt heute als ausgestorben.
Rechner HCX
Der HCX wurde 1988 von SKET Magdeburg entworfen.
Auch er lehnt sich konstruktiv an den Sinclair ZX Spectrum an und besaß einen im ROM befindlichen BASIC-Interpreter.
 Heimcomputer HCX (der eigentliche Rechner ist in dem unteren grauen Kasten!)
|  Innenansicht des HCX
|
 Platine des HCX |
Zu einer größeren Stückzahl in der Produktion kam es aber nicht.
So gilt auch der HCX heute als ausgestorben.
Rechner "Spectral"
Der Spectral wurde 1987 vom IFAM in Erfurt entwickelt, vom VEB Mikroelektronik "Karl Marx" produziert
und erschien ab 1.12.1988 im Handel, vertrieben von der Erfurter Firma Hübner-Elektronik.
Der Spectral wurde ursprünglich "EPR2" genannt, offenbar als Nachfolgeprojekt des EPR01.
Er war (im Gegensatz zum GDC und zum HCX) vollkompatibel zum Heimcomputer Sinclair ZX Spectrum.
 Platine des SPECTRAL |
Die CPU wurde mit 3,5 MHz getaktet und bediente je nach Speicherausbau 48 KByte oder 128 KByte RAM.
Als Bildschirm wurde ein Fernsehgerät benutzt, das entweder per RGB-Anschluss oder per HF-Eingang verbunden wurde.
Der Spectral hatte folgende Schnittstellen: Anschluss für Matrix-Tastatur, Joystick,
Datasette sowie eine Herausführung des Systembusses.
Die Platine hatte die Größe 300 x 200 mm.
Vom Spectral sind heute nur noch wenige Exemplare bekannt.
Rechner KuB64k
(Alias KuB 64)
Dieser softwareseitig ZX-Spectrum-kompatible Rechner wurde von der Akademie der Wissenschaften entwickelt
und in deren "Zentrum für wissenschaftlichen Gerätebau" in Liebenwalde produziert.
Die Urversion dieses Rechners hatte einem 2 KByte großen ROM-Urlader,
mit dem das Spectrum-Betriebssystem von Kassette eingeladen werden konnte.
Später war es möglich, in einen vergrößerten ROM (16 KByte) das gesamte Betriebssystem unterzubringen,
womit das lästige Laden von Kassette entfiel.
 Computer KUB64K
|  Innenansicht des KUB64K |
Der KUB64k besaß außerdem die Möglichkeit der Nutzung von Disketten auf Basis des Floppycontrollers U8272.
Dadurch wurde es möglich, auf dem Rechner das Betriebssystem CP/M zu fahren und die Vielfalt der dazu gehörigen Büroprogramme zu nutzen.
 Computer KUB64K mit Floppylaufwerk
|  Innenansicht eines KUB64K mit Floppylaufwerk |
 CP/M |
Als Bildschirm konnte neben einem Fernsehgerät der K7222 von Robotron benutzt werden.
 KUB64K, 3. Variante
|  Ungewöhnlich: Form und Beschriftung der Tastatur |
 Innenansicht des KUB (3. Variante)
|  Interface-Anschlüsse |
 Detailansicht des Joysticks von innen...
|  ...und von außen |
Heute sind nur noch 4 Exemplare dieses seltenen Rechners bekannt.
Wer hat nähere Informationen oder Unterlagen zum KUB64k?
Rechner BCS3
(Alias BCS 3, BCS-3)
Die Anzahl der verschiedenen Nachbauten des ZX-Spectrum-Rechners in der DDR war ausgesprochen hoch.
Der BCS3 wurde 1985 in der Zeitschrift "radio fernsehen elektronik" veröffentlicht und sollte als Heimcomputer
leistungsseitig oberhalb des LC80 und POLY880 ansetzen.
Der BCS3 war mit einem Prozessor U880 ausgestattet, der mit 2,5 MHz getaktet wurde.
In der Grundversion war der BCS3 mit 1 KByte RAM und 4 KByte ROM bestückt.
Die Bildschirmausgabe erfolgte auf ein Fernsehgerät mit 27x12 Zeichen oder 40x12 Zeichen.
 Computer BCS3
|  Innenansicht des BCS3 |
Als Betriebssystem fungierte ein im ROM befindlicher BASIC-Interpreter namens "BASIC-SE 2.4".
Vom BCS3 sind heute nur noch 2 Exemplare bekannt.
Weitere Nachbauten des ZX-Spectrums
Auch bei den hier abgebildeten Rechnern handelt es sich um Spectrum-kompatible Computer.
Ihre Herkunft konnte bislang noch nicht ermittelt werden.
 Eigenbaurechner auf Basis des ZX Spectrum
|  Rückansicht des Gerätes |
 Und noch ein anderer Spectrum-Nachbau |
Einplatinenrechner EPR01
(Alias EPR 01, EPR-01, EPR1, EPR-1, EPR 1)
Der Einplatinenrechner EPR01 (EPR=Einplatinenrechner) war für die Steuerung von Geräten entwickelt worden,
bei denen keine Bildschirmausgabe notwendig war.
Hersteller war vermutlich der VEB Mikroelektronik "Karl Marx" in Erfurt.
 Rechner EPR01
|  EPR01 in anderer Ausbaustufe |
Der Rechner selbst basiert auf dem Prozessor U880 und konnte, je nach Einsatzzweck,
mit bis zu 2x SIO U856, 2x PIO U855,
2x CTC U857 bestückt werden.
Die Bestückung war nicht einheitlich, sondern konnte je nach Bedarf angepasst werden.
Als ROM-Speicher waren bis zu vier EPROMs U2716 möglich, der RAM konnte bis zu 8x U214 ausgebaut werden.
An den beiden Steckerleisten wurden ausschließlich die Anschlüsse der Peripheriebausteine herausgeführt.
Eine Erweiterung des Systems war über die bestehende Platine heraus nicht möglich.
Die Schaltung selbst war sehr sparsam ausgelegt, was sich u.a. in nicht vollständiger Adressdekodierung der E/A- Bausteine
und in einer lückenhaften Adressierung des RAM (beim Einsatz mehrerer RAM- Bausteine) widerspiegelte.
Zur Takterzeugung diente eine einfache RC-Oszillatorschaltung. Manche Anwender ersetzten diese durch eine wesentlich stabilere Quarzschaltung.
Die Platine hatte eine Größe von 230 mm x 125 mm.
Von diesem seltenen Rechner sind heute nur noch 2 Exemplare bekannt.
Einplatinenrechner ERNA
Ein weiteres Produkt aus dieser Zeit für industrielle Anwendung war der Einplatinenrechner ERNA2.
Dieser unterschied sich vom EPR01 durch ein anderes Leiterplattenformat (halbes K1520-Format),
weniger Bauteile auf der Platine und dafür einem vollständig herausgeführten Systembus, über den beliebige Erweiterungen möglich waren.
Die Abkürzung ERNA steht für Einplatinen-Rechner für Numerische Anwendungen,
der Auftraggeber für diesen Rechner war wahrscheinlich die NVA. Der ERNA wurde als unbestückte Platine ausgeliefert.
 Rechner ERNA2 |
Als Bestückung waren neben dem Prozessor U880 1x PIO U855,
1x SIO U856 und 1x CTC U857 vorgesehen.
Der Speicher bestand aus 2x U2716 und 4x U214/U224.
Diese Baugruppe ließ sich ohne Probleme zu einem vollwertigen Bürocomputer erweitern,
der herausgeführte Systembus war kompatibel zum K1520.
Als Einsatzzweck war die Erweiterung vorhandener elektronischer und nachrichtentechnischer Geräte vorgesehen,
um Bedienabläufe zu automatisieren, eine rechnergesteuerte Bedienung überhaupt zu ermöglichen oder veraltete und störanfällige Fernsteuergeräte zu ersetzen.
Der Einplatinenrechner diente dazu als einheitliche und universelle Rechnerbaugruppe, die mit der notwendigen Elektronik
für den jeweiligen Einsatzzweck erweitert werden konnte. Hier wurde zumindest der Aufwand für Eigenentwicklungen bei der Rechnerbaugruppe gespart.
Ein festes Betriebssystem oder andere feste Software gab es wahrscheinlich nicht. Die notwendige Software wurde jeweils anwenderspezifisch entwickelt.
Vom ERNA ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.
Einkartenrechner der IFA Nordhausen
Wie der Begriff "Einplatinenrechner" auch, beschreibt der Begriff "Einkartenrechner" eigentlich nur die Unterbringung sämtlicher funktionsrelevanter Bauteile auf einer Leiterplatte.
Die VEB IFA-Motorenwerke Nordhausen entwickelten einen solchen Rechner und verzichteten auf ein treffendes Pseudonym oder Kürzel bei der Namensgebung.
Wie beim ERNA auch, beschränkte man sich bei der Platine auf das halbe K1520-Format,
war jedoch nicht zu diesem kompatibel.
Die Bestückung bestand im Wesentlichen aus dem Prozessor U880,
2x PIO U855 und 1x CTC U857.
Speicherplatz stand in Form von 3x U2716 / U2732 und 2x U214 / U224 zur Verfügung.
Je nach Dimensionierung des Prozessors war der Betrieb mit 2 MHz oder 4 MHz möglich.
 Platine des IFA-Rechners (Bestückungsseite)
|  Teilbestückte Platine des IFA-Computers |
Dieser Einkartenrechner wurde ohne Software, als unbestückte Platine inklusive einer Kopie der Dokumentation auf Thermopapier ausgeliefert.
Er war universell für Steuer- und Überwachungszwecke adaptierbar.
Das Interesse dürfte besonders bei Kleinbetrieben gelegen haben, welche keine passende Komplettlösung für die jeweilige Problemstellung vorfanden,
somit aber punktuell Entwicklungskosten einsparen konnten.