Koordinatenschreiber

(Alias XY-Recorder)

Koordinatenschreiber sind enge Verwandte der Plotter und technisch gesehen auch deren Vorgänger.
Sie ermöglichten eine Ausgabe von grafischen Linien auf Papier.

Im Gegensatz zu den Plottern, die über eine digitale Schnittstelle angesteuert wurden, besaßen Koordinatenschreiber einen analogen Eingang. Im Inneren der Koordinatenschreiber befand sich ein Verstärker und eine Elektronik, die die Eingangsspannung in eine Stiftbewegung umwandelte. Normalerweise bewegte sich der Stift nur in 1 Ebene, während das Papier durch einen Motor langsam unter dem Stift entlang gezogen wurde. Die Absenkung des Stiftes auf das Papier erfolgte per Hand vor dem Druck.

Der Nachteil der Koordinatenschreiber war die Unfähigkeit, mehrere Linien gleichzeitig zu zeichnen (das ging höchstens nacheinander bei Rückspulen des Papiers) sowie die Unfähigkeit, außer zeitlich fortschreitenden Linien andere Objekte (z.B. Schrift oder Kreise) zu zeichnen. Diese Mängel wurden dann durch die Plotter behoben, die eine freie Positionierung von Linien und Punkten auf dem Papier gestatteten.

In der EDV wurden Koordinatenschreiber hauptsächliche in Verbindung mit elektronischen Analogrechnern zur Ausgabe der Rechenergebnisse benutzt.


Koordinatenschreiber Typ ENDIM2200



Koordinatenschreiber ENDIM 620.02

Dieses Gerät wurde vom VEB Messapparatewerk Schlotheim produziert und war ein vielseitig verwendbares Registriergerät zur Aufzeichnung des funktionalen Zusammenhangs zweier beliebiger physikalischer Größen. Für Messungen der Art y=f(t) konnte die X-Achse durch einen internen Zeitgeber im Bereich 0,2s/cm bis 100 s/cm gespeist werden.


Koordinatenschreiber ENDIM 620-02

Die Aufzeichnung erfolgte auf Millimeterpapier DIN A3 mit einer Tintenfeder. Der Nullpunkt der Aufzeichnung war frei wählbar. Der Schreiber verfügte über 11 Messbereiche mit Empfindlichkeiten von 0,1 mV/cm bis 10V/cm. Die maximale Schreibgeschwindigkeit lag bei 45cm/s in X-Richtung und 35 cm/s in Y-Richtung. Die Gehäuseabmessungen lagen bei 555 x 515 x 190 mm bei einem Gewicht von 25 kg.

Der ENDIM620.02 gilt heute als ausgestorben.


Technischer Schnellschreiber TSS101

(Alias TSS 101, TSS-101)

Dieses vom VEB Messgerätewerk Zwönitz produzierte Gerät war vor allem für den mobilen Einsatz konzipiert. Es war batteriebetrieben, mit einer Tragetasche versehen und konnte Messgrößen (mindestens 0,1V) im Bereich 0-100 Hz aufzeichnen.


Koordinatenschreiber TSS101

Papier- und Farbbandkassette

Das Druckwerk des TSS101

Die Aufzeichnung erfolgte mittels eines servomotor-gesteuerten Schreibzeigers über Kohlepapier (Rollenform, 12,5 m) auf 5 cm breites Normalpapier (Rollenform, 50 m). Da die Papierrollen in einer Kassette untergebracht waren, konnte ein Papierwechsel sehr schnell und einfach erfolgen. Zusätzlich zur Messgröße konnten Zeitmarken eingeblendet werden.

Der TSS101 gilt heute als ausgestorben.


Pegelschreiber Robotron 02060

Diese vom VEB Robotron Meßelektronik Dresden hergestellte Gerät war hauptsächlich für den mobilen Einsatz vorgesehen.


Pegelschreiber 02060

Pegelschreiber 02060

Rückseite des 02060

Technische Daten dieses heute als ausgestorben geltenden Geräts liegen leider noch nicht vor.


Thermohygrographen

Ein typischer Einsatzfall für Koordinatenschreiber außerhalb der EDV war die Aufzeichnung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit (Thermograph bzw Hygrograph) in der Nähe empfindlicher Gegenstände (beispielsweise Museums-Objekten) oder in der Wetterbeobachtung.


mechanischer Thermograph/Hygrograph

dasselbe Gerät, geöffnet

Der in der DDR verbreitete Thermo-Hygrograph 405 wurde vom der Firma "VEB Feingerätebau Drebach" produziert.




Letzte Änderung dieser Seite: 19.10.2014Herkunft: www.robotrontechnik.de