Bedienschreibmaschinen und Bediendrucker

Diese Geräte wurden in der Frühzeit der EDV zur Ein- und Ausgabe von Rechnern benutzt und waren somit Vorläufer der Terminals. Sie bestanden aus einer Tastatur zur Eingabe, einem Druckwerk zur Ausgabe sowie einer Schnittstelle zur Datenübertragung. Die Tastatureingaben wurden per Kabel zum angeschlossenen Rechner geschickt und dessen Antworten auf dem Druckwerk ausgegeben.
Wurde ein mechanisches Druckwerk verwendet, sprach man von "Bedienschreibmaschine", wurde ein elektronisches Druckwerk benutzt, sprach man von "Bediendrucker". Letzteres stellte einen Fortschritt bei Bedienkomfort und Druckgeschwindigkeit dar.

Speziell bei den frühen Computern wurden anstelle von speziellen Bedienschreibmaschinen gern Fernschreiber eingesetzt. Allerdings war bei den Fernschreibern eine Umcodierung der Zeichen vom dort verwendeten Fernschreibcode auf den Zeichensatz des Rechners notwendig.

Ende der 1970er Jahre wurden die Bediendrucker zunehmend durch Bildschirmterminals verdrängt. Außerdem ging der Trend von der zentralen Rechentechnik (Großrechner) hin zur dezentralen Rechentechnik (Bürocomputer), wo Terminals nicht mehr notwendig waren.


Bedienschreibmaschine SM4000

(Alias SM 4000, SM-4000)

Sie wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda hergestellt und als Konsolegerät zur Kopplung mit den Rechnern R4000, R4200 und R4201 verwendet.


Bedienschreibmaschine SM4000

Arbeit an der SM4000. Links ein R4200.

Ansicht des Schreibwerks von unten

Steuereinheit der SM4000



Herz der Maschine war das bewährte Schreibwerk 529, ergänzt um einige auf KME3-Technik basierende Elektronik.

Die Ausgabegeschwindigkeit war mit 10 Zeichen/s für einen Computerdrucker nicht allzu hoch. Als Interface wurde SIF1000 (mit KME3-Pegel) benutzt.

Der Preis für die SM4000 betrug 22.440 Mark. Von der SM4000 ist heute nur noch drei Exemplare bekannt.
Eins befindet sich im Rechenwerk Computermuseum Halle.


Bediendrucker BD4000

(Alias BD 4000, BD-4000)

Der BD4000 war der Nachfolger der SM4000. Er wurde ab 1977 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert produziert und ebenfalls an den Rechnern R4000, R4200 und R4201 eingesetzt.


Bediendrucker BD4000

Rückansicht des BD4000

BD4000, Druckteil aufgeklappt

Platinenschacht des BD4000

Gegenüber dem Vorgänger hatte der BD4000 eine erheblich höhere Ausgabegeschwindigkeit von 45 Zeichen, die mit einem Nadeldruckwerk, das dem Drucker SD1154 entspracht, erreicht wurden.
Die Steuerung der Gerätes erfolgte über Platinen, die auf den ersten Blick K1510-kompatibel scheinen. Zur Kopplung mit dem Rechner dienten zwei SIF1000 Schnittstellen (KME3-Pegel) mit Rundsteckern.

Der BD4000 verfügte über einen konfigurierbare Papierbreiteneinstellung (Abspeicherung des Rechten Blattendes) sowie eine Speichermöglichkeit für Tabulatoren. Zwei Tasten auf der Tastatur ermöglichten die Auswahl der Druckfarbe (rot/schwarz). Das Gerät besaß eine Offline-Taste, mit der die Tastatureingaben direkt auf das Druckwerk umgeleitet werden konnten und somit einen Nutzung des BD4000 als Büroschreibmaschine ohne Vorhandensein des Rechners ermöglichte.

Das BD4000 wurde entweder mit einem lateinischen Zeichensatz ausgerüstet (Groß- und Kleinbuchstaben) oder mit einem lateinisch/kyrillischem Zeichensatz (dann jeweils nur Großbuchstaben).

Der Preis für das Gerät betrug stolze 31.295,00 Mark.

Mit dem BD4000 endete in der DDR die Ära der druckenden Terminals. Sie wurden dann durch bildschirmorientierte Terminals (anfangs PBT4000, später K891x-Serie) abgelöst.
Vom BD4000 sind heute noch fünf Exemplare bekannt.


Abfrageeinheit AE

Dieses Gerät diente als Terminal am Großrechner R21.


Abfrageeinheit AE

Technische Parameter des Gerätes: Das Schreibwerk war dem der SM4000 ziemlich ähnlich.

Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass die Maschine zwar Groß- und Kleinbuchstaben drucken konnte, die Kommunikation mit dem Rechner aber ausschließlich mit Kleinbuchstaben funktionierte.

Heute gilt die AE als ausgestorben.


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