Messcomputer MTC8

(Alias MTC 8, MTC-8)

MTC=Mess-Technik-Computer. Die "8" steht wohl für die Breite des Datenbusses.
In der DDR war es in den 1980er Jahren Mode, dass Firmen eigene Rechner bauten. Da wollte auch das "Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung" nicht nachstehen und entwickelte für seine Zwecke einen Messcomputer, dessen Komponenten im wesentlichen dem OEM-Rechner-Sortiment von Robotron entnommen wurden. Der Rest des Systems entstand im Muster- und Gerätebau des ASMW in Berlin.


Kleines MTC8-Geräte-Ensemble

Der Rechner war zweigeteilt: bestand aus einer Art Bürocomputer, der mittels Busverbinder mit einem weiteren Gefäß (MTC8Z) verbunden war, das dann projektspezifische Leiterplatten enthielt, die wiederum mit der Messeinrichtung verbunden wurden.


Grundgerät MTC8

Das Gerät war in einem geräumigen Metallgehäuse untergebracht, dessen Formfaktor wohl durch das MTC8Z bestimmt wurde und daraufhin etwas überdimensioniert war. An der Vorderseite befanden sich die Ein/Aus-Taste und die Reset-Taste, weiterhin drei Diskettenlaufwerke K5601.


Messcomputer MTC8

MTC8, geöffnet, Vorderseite

MTC8, geöffnet, Rückseite

An der Rückseite waren lediglich Schlitze zur Herausführung der Kabel, die über eine Zugentlastung zu den Karten gingen. Im Gerät befanden sich: An externen Geräten wurden angeschlossen: Das Konzept des Rechners war ähnlich dem des A5120, aber zusätzlich mit RAM-Disk (2x 512 KB) und Vollgrafik (VIS2) ausgerüstet. Nach dem Einschalten suchte der Rechner zyklisch ein Betriebssystem auf seinen drei Laufwerken und lud dieses. Der Rechner konnte auch ohne Zusatzeinheit betrieben werden, dann beschränkte sich sein Einsatz auf Programmierung oder Verarbeitung von per Diskette angelieferten Daten.


Zusatzeinheit MTC8Z

Dieses Gerät war vermutlich in einem baugleichen Gehäuse untergebracht wie das Grundgerät. In ihm befanden sich: Die Sloteinheiten konnten beliebig mit projektspezifischen Leiterplatten gefüllt werden. Dafür kamen Karten der AdW sowie ASMW-eigene Karten zum Einsatz. Ein Slot wurde für die Busverbindung zum Grundgerät benutzt.


Software

Das benutzte Betriebssystem CP/M 2.2 basierte auf M/OS, angepasst auf die spezielle Hardware. Mit dem Rechner wurden die Programmiersprachen Pascal und C ausgeliefert, außerdem Treiber zum Ansteuern der Messkarten sowie der Vollgrafik-Bildschirmkarte (VIS2). Entsprechend seinen Anforderungen musste sich der Anwender dann eigene Programme schreiben.


Betriebssystem CP/M auf dem MTC8

Beispielprogramme wurden nicht geliefert, aber ein ausführlicher Satz Handbücher, ergänzt mit Abzügen westlicher Computerbücher auf Microfiche.


Verbreitung / Verbleib

Über die produzierten Stückzahlen kann man nur spekulieren: es werden wohl weniger als 50 Exemplare gewesen sein. Welche Dinge mit dem Computer gemessen wurden, konnte bislang nicht ermittelt werden. Vom Grundgerät hat ein Exemplar überlebt, die Zusatzeinheit MTC8Z gilt als ausgestorben.



Letzte Änderung dieser Seite: 07.01.2026 123Herkunft: www.robotrontechnik.de