Lichtwartenanlagen LIWA20 und LIWA21

(Alias LIWA 20, LIWA-20

In den 1980er Jahren entwickelte der VEB Starkstromanlagenbau Leipzig-Halle Anlagen zur effektvollen Steuerung der Bühnenbeleuchtung in Theatern, Kabaretts, Fernsehstudios, Diskotheken, Kulturhäusern und Planetarien. Den Kundendienst für die Anlagen übernahm der VEB Schaltanlagenbau Leipzig.

Vor der LIWA20 gab es schon ältere digitale Lichtwartenanlagen, mit Lochbandtechnik und Magnetkassettenlaufwerk.


Lichtwartenanlagen LIWA20A und LIWA21A

(Alias LIWA 20A, LIWA-20A, LIWA 21 A, LIWA-21A)

Hierbei handelte es sich um analoge Lichtwartenanlagen (Version 20 war mit negativer Steuerspannung, Version 21 war mit positiver Steuerspannung), die ab 1985 produziert wurden. Die Anlagen bestanden aus: Vermutlich konnten maximal 96 separate Lampengruppen mit der Anlage gesteuert werden, entsprechende Verteilermodule fassen die vorhandenen Lampen per Steckbrücken zu Gruppen zusammen. Die LIWA20A wurde außer als eigenständige Anlage auch als Ergänzung zur digitalen Anlage LIWA20DC betrieben.


Lichtwartenanlagen LIWA20D und LIWA21D

(Alias LIWA 20D, LIWA-20D, LIWA 21 D, LIWA-21D)

Die LIWA20D setzte ab 1985 auf einen höheren Grad der Automatisierung als die LIWA20A, damit wurde der Einsatz einer Computersteuerung erforderlich. Neben der programmgesteuertem Umschaltung und Dimmung von Scheinwerfergruppen stellte die Anlage auch Effekt-Funktionen, wie Lauflicht oder Lichtorgel, zur Verfügung. Die Version 20 arbeitete wiederum mit negativer Steuerspannung, die Version 21 mit positiver Steuerspannung. Die Anlage bediente maximal 480 Stellkreise, was der Anzahl der separat steuerbaren Lampen bzw. Lampengruppen entsprach.


Lichtwartenanlage LIWA20D

Lichtwartenanlage LIWA20D

Die Anlage bestand aus: Der Steuerrechner war mit Platinen aus dem K1520-Sortiment bestückt, wobei neben den Standardkarten von Robotron auch projektspezifische Karten zum Einsatz kamen:

KürzelNameBemerkung
ADPAnschluss Digitalpultbis zu vier Karten
ATSAdapter für Tastatur und serielle Schnittstellefür Drucker und Sekundärbedienpult
AMFAdapter für MinifolienspeicherFloppycontroller, alternativ zum Magnetkassettencontroller
AKBAdapter für KassettenmagnetbandgerätMagnetkassettencontroller, alternativ zum Floppycontroller
ZREZentrale RecheneinheitCPU
ABSAdapter für BildschirmGrafikkarte
OPSOperationsspeicherRAM, bis zu vier Karten
PFSProgrammierbarer FestwertspeicherROM, bis zu zwei Karten



Lichtwartenanlage LIWA20DC

(Alias LIWA 20DC, LIWA-20DC)

Diese Anlage stellte 1987 die Weiterentwicklung der LIWA20D dar. Die meisten Änderungen zielten hauptsächlich darauf ab, die Zuverlässigkeit der Anlage zu steigern. So wurden jetzt akkugepufferte Speicher eingesetzt, außerdem die neuen Thyristorsteller TS statt der störanfälligen ETS. Über Leuchtdiodenfelder konnte nun angezeigt werden, ob die angesteuerten Lampen auch wirklich leuchteten. Die Bildschirmauflösung erhöhte sich von 64x16 auf 80x24, außerdem gab es Verbesserungen an der Software. Neben dem Einsatz der digitalen Komponenten konnte nun auch zusätzlich eine LIWA20A angekoppelt werden.


Sekundärbedieneinheit für für LIWA20DC



Verbreitung

Der Preis für eine LIWA schlug mit stolzen 1,6 Millionen Mark zu Buche. Wieviele Exemplare produziert wurden, ist unbekannt. Nachweislich wurden LIWA-Anlagen an den folgenden Standorten betrieben: Ins Ausland wurden die LIWA vermutlich nicht exportiert. Die Anlagen waren für eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegt. Trotzdem ist anzunehmen, dass alle LIWA-Anlagen in den 1990ern außer Betrieb genommen wurden und keine bis heute überlebt hat.



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