Wenn Daten über serielle Systeme übertragen wurden, mussten Überlegungen getroffen werden, wie die Bits angeordnet werden.
Neben historisch gewachsenen Systemen gab es Gründe für Sonderkodierungen, beispielsweise um eine möglichst große Sicherheit
vor Datenfehlern zu haben oder um die Limitierungen der Übertragungssysteme (z.B. Breite eines Lochbandes) nicht zu überschreiten.
Zeichensätze sind die Kodiervorschrift zur Abbildung Menschen-lesbarer Buchstaben/Ziffern/Sonderzeichen als Zahlen bzw. binäre Zeichen.
Sie sind also überall relevant, wo Zeichen eingegeben oder ausgegeben werden sollen,
z.B. bei Tastaturen, Bildschirmansteuerungen (Grafikkarten) und Druckern.
ASCII-Code / KOI-Code
ASCII=American Standard Code for Information Interchange. In der DDR als KOI-Code bezeichnet.
ASCII wurden in den USA aus dem EIA-Code heraus entwickelt und erlangte weltweit eine große Verbreitung.
Die meisten DDR-Computer benutzten ebenfalls diese Kodierung.
KOI-Zeichensatz
Mit den unteren 7 Bits konnten lateinische Zeichen, Ziffern und Sonderzeichen dargestellt werden.
Bei Nutzung des 8. Bits waren auch kyrillische Zeichen möglich.
ANSI-Code
Der ANSI-Zeichensatz kam in den 1980er Jahren mit Microsoft Windows auf und wurde in der DDR nur
im System KWS benutzt.
Die unteren 128 Zeichen sind mit ASCII identisch, die oberen 128 Zeichen weichen ab.
EBCDIC-Code / EBCD-Code / DKOI-Code
EBCDIC=Extended Binary Coded Decimal Interchange Code. In der DDR als DKOI-Code bezeichnet.
EBCDIC war ein Code, der von IBM in den USA für deren IBM/36-Rechner entwickelt wurde.
Über die ESER-Großrechner kam er auch auch in der DDR zum Einsatz
und wurde vereinzelt auch im Bürocomputerumfeld (Betriebssystem SIOS) benutzt.
Der R300-Code benutzte 7 Bits, wobei das Bit an Position 5 ein Paritätsbit war.
Buchstaben konnten nur als Großbuchstaben dargestellt werden.
Fernschreibalphabet 2
Es handelte sich um einen recht alten Code, der für die Übertragung der Bits bei der Fernschreibübertragung benutzt wurde,
außerdem in gleichen Form auf den Lochbändern, die von den Fernschreibern benutzt wurden.
Da in der Frühzeit der EDV Fernschreiber häufig als Ein- und Ausgabegerät an Computern verwendet wurden,
mussten die Computer das Fernschreibalphabet kennen.
Es war festgelegt, dass alle Zeichen aus 5 Bits bestehen.
Damit ergaben sich zunächst 32 mögliche Zeichen durch ein Umschaltzeichen konnte der Zeichenvorrat auf 64 Zeichen erhöht werden.
Trotzdem bleibt die Anzahl der möglichen Zeichen relativ klein.
Buchstaben konnten nur als Großbuchstaben dargestellt werden.
Fernschreibalphabet 2 (jeweils von unten nach oben zu lesen)
Der 664-Kode wurde zur Übertragung von 16-Bit-Worten über 8-spurige Lochbänder verwendet.
Eine der acht Spuren war für die Paritätsprüfung reserviert.
Also teilte man das Wort in drei Bytes auf, bei denen 6 Bits, 6 Bits und 4 Bits benutzt wurden und stanzte sie nacheinander auf das Lochband.
Der 664-Kode wurde beispielsweise an den R4000-Rechnern benutzt.
Lochkarten-Kode
Es gab mehrere Lochkarten-Kodierungen in der DDR.
Die am weitesten verbreitete war die 80-spurige Lochkarte mit der Codierung nach IBM.
IBM-Lochkartenkodierung
BCD-Kode
NCM-Kode
Diese Kodierung wurde auf 8-spurigen Lochbändern bei Werkzeugmaschinen verwendet.
Sie enthalten drei Datenbits und drei Prüfbits, haben also eine größere Wahrscheinlichkeit der Fehlererkennung,
als die anderen Lochbandcodes.