Kraftmess- und Wägetechnik

Auf dieser Seite werden Geräte zum Messen mechanischer Größen beschrieben. Computer mit zusätzlichen Messfunktionen sind hingegen auf der Seite Messcomputer ausgeführt.


Robotron Präzisionsmessgeräte M1602...M1607

(Alias M 1602, M 1603, M 1604, M 1605, M 1606, M 1607, M-1602, M-1603, M-1604, M-1605, M-1606, M-1607)

Hierbei handelte es sich um computergesteuerte Geräte, die zum Messen, Anzeigen und Weiterverarbeiten von Daten in Wäge- und Dosiersystemen konzipiert waren. Der Einsatz war vielfältig: Fahrzeugwaagen, Gleiswaagen, Bunkerwaagen, Behälterwaagen, Krananlagen, Förderbandwaagen, Getreidesilos, Asphaltmischanlagen. Hersteller war Messelektronik Dresden.
Bislang sind folgende Gerätetypen bekannt:

NameErläuterung
M1602Tischgerät, auch für Dosiersysteme
M1604Tischgerät, geänderte Bedientasten gegenüber M1602, auch für Dosiersysteme
M1605Einbaugerät auf Basis M1604
M1606Tischgerät, weniger Tasten als M1602/M1604/M1605, ohne Prozessschnittstelle (nicht für Dosiersysteme)
M1607Einbaugerät auf Basis M1606



Messgerät M1602

Messgerät M1606

Messgerät M1604

Rückseite des M1604

Innenansicht M1604: links Messkarten rechts Rechner

Rechnereinheit des M1604

Zur Steuerung werkelte intern ein Prozessor U880, beim M1602...4 zusammen mit 28 KByte ROM und 2 KByte RAM. Letzterer Akku-gepuffert, um die Werte auch bei zwischenzeitlichem Ausschalten zu erhalten. Über eine PIO las das Gerät eine Vielzahl von DIP-Schaltern ein, in denen Voreinstellungen gespeichert waren. Bemerkenswert ist, dass die DIP-Schalter eine Paritätsprüfung besaßen, um Kontaktfehler zu erkennen. Um die Sache noch sicherer zu machen, wurde empfohlen, die DIP-Schalter mit Drähten zu überbrücken. Weitere Einstellungen konnten mit den Bedientasten vorgenommen werden. Zur Anzeige dienten sechs große LED-Siebensegmentanzeigen, zur Anzeige der Arbeitsschritte und der Maßeinheit (kg bzw. t) Dotmatrixanzeigen.


CPU-Karte des M1604

ROM-Karte des M1604

Konfigurationskarte des M1604

Schnittstellenkarte des M1604

Das Messgerät hatte eine IMS2-Schnittstelle, über die es ferngesteuert werden und Messergebnisse ausgeben konnte. Außerdem hatte es eine IFSS-Schnittstelle bzw. V.24-Schnittstelle, an die ein Drucker (K6303, K631x, SD1152, SD1157) angeschlossen werden konnte. Eine weitere IFSS-Schnittstelle war für eine Kopplung mit anderen Rechnern vorgesehen. Außerdem wurde eine dem Messwert proportionale Spannung 0-10V an einer rückseitigen Buchse zur Verfügung gestellt.

Als Messsensor wurden Kraftmessdosen auf Basis von Dehnungsmessstreifen benutzt, die Robotron in verschiedenen Kraftklassen (100N bis 100kN) anbot.


Robotron-Kraftmessdose

Nach dem Einschalten führte das Gerät eine rechnergesteuerte Selbstdiagnose durch, anschließend eine Kalibrierung der Elektronik. Dann war es messbereit. Zwischen den Messvorgängen konnten automatische Nullpunkt-Korrektur-Zyklen eingefügt werden.

Im Rechenwerk Halle haben ein M1602 und ein M1604 überlebt.


Überlastprozessoren M1608 und M1609

(Alias M 1608, M 1609, M-1608, M-1609, Kranprozessor)

Von Robotron-Messelektronik Dresden wurde Mitte der 1980er Jahre zwei Geräte entwickelt, die die maximale Belastbarkeit von Kränen abhängig von Länge und Winkel ihrer Ausleger berechneten. Das Gerät M1608 arbeite einkanalig, das Gerät M1609 zweikanalig. Es wurde am Kran angebracht, mit entsprechenden Sensoren verbunden und lieferte bei Überlast ein Warnsignal.


Überlastprozessor

Innenansicht des Überlastprozessors

Prozessorkarte des Überlastprozessors

Intern war das Gerät mit einem Mikrorechner auf Basis des Prozessors U880 bestückt, die notwendige Software war in fünf EPROMs U2732 gespeichert. Extern wurden Kraftmessdosen, Winkelmesser, Umschalter und Digitalanzeigen angeschlossen.

Die Arte der Kräne war für den Überlastprozessor nicht festgelegt und reichte vom einfachen Autokran über schwere Lokomotivkräne bis zur Hafenkrananlage.


Prozessorgesteuerte Hafenkrananlage

Von diesem seltenen Gerät ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt. Es befindet sich im Rechenwerk Halle.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.12.2025 123Herkunft: www.robotrontechnik.de