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27.01.2026, 09:03 Uhr
KK
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| Zitat: | Technikus schrieb Wir sollten uns wirklich langsam mal die richtigen Fragen stellen |
Absolut, und zwar grundsätzliche. Zum Beispiel, ob es eine Art höhere Bestimmung für das Leben auf Erden gibt, die Glück und Zufriedenheit für ALLE Menschen vorsieht. So wie im Märchen, wo am Ende immer das Gute siegt. Oder ob sich das Universum einen Dreck um die Befindlichkeiten seiner Individuen schert und schlichtweg die dominante Größe überlebt. Wenn du die Geschichte der Menschheit von der Steinzeit bis ins Raumfahrtzeitalter verfolgst, hat sich diesbezüglich etwas grundlegend geändert? In der regellosen Uhga-Uhga Ära gewann derjenige mit der größeren Keule oder jener, der geschickter damit umgehen konnte. Ich wette, es gab damals auch schon ausgebuffte Gauner, die der mühsamen, lebensgefährlichen Jagd auf das Mammut aus dem Weg gingen und sich stattdessen mit der Keule auf die Lauer legten, um, mit viel geringerem Risiko und größerer Bequemlichkeit, den arglos heimkehrenden Jägern die Beute abzunehmen. In den folgenden Jahrtausenden verfeinerten sie ihre Methodik. Statt körperlicher Auseinandersetzung stellten sie ganz einfach Regeln für das Zusammenleben auf und ernannten sich selbst zu Hütern dieser Regeln. Und weil sie mit dem Hüten der Regeln schon voll ausgelastet waren, beanspruchten sie für ihre Versorgung einen Teil der Beute. Sie nannten es "Steuern". Da nicht jeder einsichtig genug war, diese Steuern zu entrichten und die Regelhüter sich nicht selbst um jeden Unwilligen kümmern konnten, engagierten sie Ausführungsgehilfen, die sie von den Steuern bezahlten. Wegen der nötigen Motivation natürlich sehr gut. Irgendwann ergab sich jedoch ein großes Problem, die einfachen Menschen wurden schlauer. Es ließ sich nicht verhindern, daß sie dazulernten und begannen, Dinge zu verstehen, welche bis dahin den Regelhütern vorbehalten waren. Einzelne Untertanen eigneten sich so viel Wissen an, daß sie den Regelhütern gefährlich wurden. Die wurden dann als "Ketzer" verschrien, der Blasphemie bezichtigt und auf martialische Weise entsorgt, sodaß ihren Nachahmern die Lust am Schlausein verging. Aber mit der Zeit wurden die Leute dank des unaufhaltsamen Wissenszuwachses dennoch aufmüpfiger und sie wollten auch mehr für sich selbst übrig haben. Den Regelhütern war sehr wohl bewußt, daß sie von schierer Masse sich einigen Pöbels hinweggefegt werden könnten. Sie mußten sich was neues einfallen lassen, sie nannten es "Demokratie" und verkündeten stolz, das Volk könne ab sofort selbst über sich bestimmen. Natürlich geht auch Demokratie nicht ohne Regeln und irgendwer muß diese Regeln aufstellen, koordinieren und durchsetzen. Viele Köche verderben den Brei, also muß diese Aufgabe einem beschränkten Kreis Auserwählter vorbehalten sein. Damit dem Wort nach das Volk demokratisch bestimmt, durfte es seine Auserwählten von Zeit zu Zeit selbst aussuchen. Man nannte es "Wahl". Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Also blieb es nicht aus, das die Auswerwählten nicht jedermanns Wünsche berücksichtigen konnten. Auch haben die einfachen Menschen gar nicht den Überblick, um jede Entscheidung zu verstehen, vor allem nicht, wenn diese zu ihrem Nachteil gereicht. Aber so ist das halt in einer Demokratie. So ein Volk zu regieren, ist schwieriger, als einen Sack Flöhe zu hüten. Deswegen brauchten die Regelhüter Verstärkung. So errichteten sie einen mächtigen Regelverwaltungs- und einhaltungsapparat. Der kostet natürlich ein paar Taler, also mußte man wohl oder übel mehr Steuern erheben und neue erfinden. Weil inzwischen das Leben des einfachen Volkes im Vergleich zu seinen Altvorderen recht komfortabel geworden war, nahmen es dies jedoch murrend in Kauf. Irgendwann hatte dank des wissenschaftlichen Fortschrittes und gesellschaftlicher Eigendynamik der Wohlstand des Volkes einen so hohen Stand erreicht, daß sich die einfachen Leute Dinge leisten konnten, die einst den Regelhütern vorbehalten waren. Zum Beispiel an fast jeden Ort der Welt zu reisen. Auch gelang es immer und immer mehr einzelnen Tüchtigen, zu einem Maß an Wohlstand zu gelangen, der dem ihren nahekommt. Wieder einmal sahen die Regelhüter ihre Privilegien gefährdet. Was tun? Ohne erheblichen Widerstand würden die nunmehr gut gebildeten und verwöhnten Menschen ihren Wohlstand nicht aufgeben. Um sie mit Gewalt zu zwingen, sind sie zu viele. Also muß man einen anderen Weg finden, damit sie das freiwillig tun. Was eignet sich besser, als Angst zu verbreiten. Angst vor Krankheiten, Angst vor der Auslöschung zum Beispiel. Wer würde schon nein sagen, wenn er zur Erhaltung seiner Gesundheit und seiner Existenz den Lebensstandard zurückfahren soll. Und wer hat nicht Verständnis, wenn die Regelhüter sich zum Erhalt ihres Denkvermögens ein bißchen mehr gönnen als der Rest. Sie tun das doch für unser aller Wohl.
Das ist selbstredend nur eine ausgedachte Geschichte mit zufälligen Parallelen zur realen Welt. Dieser Beitrag wurde am 27.01.2026 um 09:25 Uhr von KK editiert. |