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Autor Thread - Seiten: -1-
000
25.03.2016, 07:55 Uhr
Micha

Avatar von Micha

In letzter Zeit hab ich hier öfter von Forenkollegen gelesen, daß sie damals in der DDR "im WF" gearbeitet haben. Kann mir aber keinen Reim auf das Kürzel machen. Wofür steht "WF" bzw. was für ein Betrieb war das?
--
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001
25.03.2016, 08:09 Uhr
Andreas



WF= Werk für Fernsehelektronik Berlin Oberschöneweide, zuletzt also Produzent für optoelektronische Bauelemente.
--
Viele Grüße
Andreas
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002
25.03.2016, 08:47 Uhr
P.S.



@Andreas <001>
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht - im WF wurden nicht nur optoelektronische Bauelemente produziert, sondern ein anderer Schwerpunkt lag auch bei Röhren (Bildröhren s/w und Farbe, Sende- und Spezialröhren, wie z.B. Magnetrons, Wanderfeldröhren, Klystrons u.v.a.m).
Der Bereich Optoelektronik sollte Ende der 1980er dann noch richtig ausgebaut werden - mit einer neuen Fabrik auf der grünen Wiese in Berlin-Hohenschönhausen. Das so genannte "MOEZ" - Mikro-Optoelektronisches Zentrum ist aber auf Grund der Wende-Ereignisse in seinen Anfängen stecken geblieben. Dazu gab's von mir einen Vortrag im www.industriesalon.de. Dort kann man sich auch ein Modell der neuen Fabrik anschauen.
Siehe auch: http://www.ps-blnkd.de/Seite3.htm#MOEZ

Das Wissen der Menschheit gehört allen Menschen! -
Wissen ist Macht, wer nur glaubt, der weiss nichts! -
Jedoch - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! -
Gegen die Ausgrenzung von Unwissenden und für ein liberalisiertes Urheberrecht!
PS
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003
25.03.2016, 10:51 Uhr
Rolli



Mit dem Suchwort "WF B" wärst du auf Robotrontechnik.de fündig geworden und auch Google hätt dir passende Ergebnisse geliefert.
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004
25.03.2016, 11:20 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Jetzt wirds spaßig:
woher hätte ich das Suchwort "WF B" ahnen sollen?

WF hab ich ja hier aufgeschnappt, aber "WF B"? Ich hab doch keine Kristallkugel
--
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005
25.03.2016, 18:55 Uhr
Buebchen



Hallo!
Im WF wurden in den 50 Jahren schon versuchsweise Weltweit die ersten Farbbildröhren mit drei Strahlsystemen hergestellt. Weil aber die übrige Technik noch zu teuer war wurde sie eingestampft. Ein normaler Arbeiter hätte sich keinen Farbfernseher leisten können. Weiterhin sind die Bildröhren mit Langlebenskathode dort entwickelt worden. Es gab ein Sortiment von UHF Tetroden mit Vergoldeten Gittern, die Mindestens so gut waren wie Westliche kompatible Röhren.
Ein von mir vor 40 Jahren damit aufgebauter Sender ist am Kurtschatow institut nach meiner letzten Information noch vor 10 Jahren dort im Betrieb gewesen.

Dieser Beitrag wurde am 25.03.2016 um 18:55 Uhr von Buebchen editiert.
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006
25.03.2016, 19:48 Uhr
Thomas




Zitat:
Rolli schrieb
Mit dem Suchwort "WF B" wärst du auf Robotrontechnik.de fündig geworden und auch Google hätt dir passende Ergebnisse geliefert.



Nö, auf RT.de nicht. Auf Google auch nicht.
--
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Dieser Beitrag wurde am 25.03.2016 um 19:50 Uhr von Thomas editiert.
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007
26.03.2016, 08:59 Uhr
P.S.



@Buebchen <005>
Das ist nicht ganz korrekt. Im WF wurde Ende der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre die 1. Generation Farbbildröhren entwickelt und zwar mit Rechteck-Bildschirm - das war weltweit zu dieser Zeit einmalig. RCA hatte schon Anfang der 1950er Jahre eine Serienproduktion von Farbblidröhren, allerdings im Rundkolben.
Außer einer Versuchs-Pilotserie wurde aber keine Serienproduktion aufgenommen, weil die Mittel von ca. 60 MioM dafür nicht zur Verfügung standen. Fast alle Ressourcen für die Bauelemente-Industrie flossen in den Aufbau der Halbleitertechnologie.
Glücklicherweise - so aus staatlicher Sicht - standen die Russen mit ihrer gerade angelaufenen Serienproduktion einer Farbbildröhre zur Verfügung - und wie so üblich in damaliger Zeit, wurde das Problem Farbbildröhre "wegspezialisiert". Was das für Konsequenzen hatte, ist hinlänglich bekannt ...
Pünklich zum XX. Jahrestag der DDR lief dann die Serienproduktion des "Color 20" in Staßfurt an - und auch ein normaler Arbeiter konnte sich mit ein wenig Sparen diesen "Buntfernseher" für 3500.- M leisten.

Zu weiteren Details dieser äußerst spannenden Geschichte um die 1. Farbbildröhren aus dem WF refererierte der damalige Direktor für Technik der VVB Bauelemente und Vakuumtechnik, Heinz Fuhrmann im Rahmen der Vortragsserie "Fernsehtechnik aus Berlin" im www.industriesalon.de. (ISS)
Das dazu verwendete Skript kann nachgelesen werden in der Mediathek des ISS - siehe auch http://www.ps-blnkd.de/Seite3.htm#FSTausBerlin.
Im ISS kann man sich auch noch ein Exemplar der 1. Farbbildröhren-Entwicklung anschauen ...

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Dieser Beitrag wurde am 26.03.2016 um 09:02 Uhr von P.S. editiert.
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008
26.03.2016, 17:11 Uhr
Buebchen



@PS
Hallo Peter!
Lies mal das Hier:
http://treffpunkt.ig-ftf.de/viewtopic.php?t=10637&sid=ee5d916e8685b05d976052c2f3a2b8a0
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009
27.03.2016, 09:58 Uhr
P.S.



@Buebchen <008>
... die "Rimini"-Geschichte ist bekannt und war einer der Ansatzpunkte zur Vortragsserie "Fernsehtechnik aus Berlin" im www.industriesalon.de.
Leider konnte "Rimini" nicht mehr aufgetrieben werden, aber andere aus dem WF haben abenteuerliche Geschichten zu Neidhard und dessen Farbbildröhre erzählt. Und dann wurde ein authentischer Artikel von Neidhard aus jener Zeit in der WF-Zeitung "Der Sender" gefunden, welcher natürlich auch in den Vortrag einfloss.
Dr.-Ing. Peter Neidhard ist nicht verschollen, wie einst vermutete, sondern ist bei einem Autounfall noch in den 1960er Jahren ums Leben gekommen. Nach dem Crash mit seiner Farbbildröhre ist er weg vom WF und beschäftigte sich noch kurze Zeit mit wissenschaftlichen Theorien zur Nachrichtentechnik ...
Beim "gurgln" findet man außer ein paar Hinweisen zu seinen Büchern leider nichts zu seinen Verdiensten um die Entwicklung der Farbfernsehens in der DDR ... wie so viele andere Dinge auch, die unter den Tisch gefallen sind ...

Übrigens - die Kosten für die 3. Generation Farbfernsehen auf der Grundlage der Toshiba-Lizenz beliefen sich dann auf weit mehr als 100 MioM, davon der Hauptanteil in NSW-Valuta. Es ist schon sehr bedenklich immer wieder die Mähr von der DDR-Pleite bemühen zu wollen, wenn von solchen Investition im Jahre 1985 die Rede ist.
Für das neue "MOEZ" - Mikrooptoelektronisches Zentrum in Berlin wurden Ende der 1980er Jahre viele 100MioM veranschlagt und das wäre auch realisiert worden, wäre da nicht die "Wende" dazwischen gekommen ... siehe dazu http://www.ps-blnkd.de/Seite3.htm#MOEZ.

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Dieser Beitrag wurde am 27.03.2016 um 10:00 Uhr von P.S. editiert.
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010
27.03.2016, 10:38 Uhr
holm

Avatar von holm

Ich denke ich kann Rimini für Dich auftreiben:

Nach lesen der Story ist Rimini deckungsgleich mit "Reflex" aka Kalle aus Jogis Röhrenbude.

Gruß,

Holm
--
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011
27.03.2016, 12:37 Uhr
Pollyplay




Zitat:
P.S. schrieb
Übrigens - die Kosten für die 3. Generation Farbfernsehen auf der Grundlage der Toshiba-Lizenz beliefen sich dann auf weit mehr als 100 MioM, davon der Hauptanteil in NSW-Valuta.


Nur mal ein paar Gedanken dazu, was ich so mitbekommen habe.
1985, etwa April/Mai waren Kollegen von Polytechnik bei ELFEMA in Mittweida, wo uns der Leiter der TKO, Herr Fanselow zur Inline-Produktion einige Grundlagen vermittelte.

Die Japaner haben bei der Überleitung mitgewirkt.

Es wurden 2 Fertigungslinien eingerichtet. Eine für die 63-er und eine wahlweise für die 51-er und die kleinen Tragbaren von RAFENA. Das erwies sich als ungünstig, weil keiner die 63-er haben wollte. Die 51-er waren gefragt.

Zum Aufkleben der Ablenksysteme lieferten die Japaner eine Anzahl ? von Fässern Klebstoff. Nachdem dieser aufgebraucht war, wurde DDR-Ersatz genommen. Dieser war nicht geeignet, da er brüchig wurde und sich die Ablenksysteme ablösten.
Daraufhin musste bei den Japanern für ordentlich Geld nachgeordert werden.

Soweit mit bekannt, wurden die Glasteile in Weißwasser / Umgebung gefertigt und die Ablenksysteme in Mittweida.
Wir haben die TKO-Plätze zur Prüfung der Systeme gesehen, mit Plexy umhüllt.
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012
27.03.2016, 14:11 Uhr
ROBOTROONIE




Zitat:
P.S. schrieb
Übrigens - die Kosten für die 3. Generation Farbfernsehen auf der Grundlage der Toshiba-Lizenz beliefen sich dann auf weit mehr als 100 MioM, davon der Hauptanteil in NSW-Valuta. Es ist schon sehr bedenklich immer wieder die Mähr von der DDR-Pleite bemühen zu wollen, wenn von solchen Investition im Jahre 1985 die Rede ist.
Für das neue "MOEZ" - Mikrooptoelektronisches Zentrum in Berlin wurden Ende der 1980er Jahre viele 100MioM veranschlagt und das wäre auch realisiert worden, wäre da nicht die "Wende" dazwischen gekommen ... siehe dazu http://www.ps-blnkd.de/Seite3.htm#MOEZ.




vor ein paar Wochen kam eine MDR-Sendung zum DDR-Gästehaus in Leipzig. Wurde vor dem Strauß-Besuch für einen 6stelligen Betrag aufgehübscht (und dann übernachtete er gar nicht dort).
Mich überraschte der Nebensatz der Moderatorin: seinh Kredit wäre vor der Wende bereits vollständig zurückgezahlt worden.
--
- Meine Posts werden zu 100% aus recycelten Bits erstellt -
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013
27.03.2016, 14:23 Uhr
Buebchen



@PS
Hallo Peter!
Den Senf, den ich dazu gegeben habe ist von meinem Onkel. Er hat in der Bildröhrenproduktion des WF gearbeitet. Ich war allerdings noch sehr jung und habe eventuell etwas verwechselt. Das etwas neu war hatte ich aber behalten. Dann war es die Rechteckbildröhre.
Sein Sohn, mein Cousin hat in der LED Produktion gearbeitet
Meinem Onkel ist bei der Bildröhrenproduktion auch mal eine sehr unangenehme Sache passiert. Die Bildröhrenteile wurden, wenn sie aus Weisswasser angeliefert wurden, bevor sie beschichtet wurden mit verdünnter Flußsäure ausgewaschen.
Vermutlich, damit die Leuchtstoffschicht besser hielt.
Mein Onkel hatte eine Gebissprothese und musste an der Produktionsstrecke niesen. Um zu verhindern das die Prothese wegfliegt hielt er die mit Flußsäure benetzten Handschuhe vor den Mund. Die Prothese bekam etwas von der Flußsäure ab. Ein Jahr Krankheit war die Folge. Flußsäure ist ein Teufelszeug.
Bloß die Finger weg davon!
Das Glaswerk in Weißwasser ist inzwischen auch geschlossen. Sie hatten wohl noch eine Weile Spezialprdukte hergestellt. In der Gegend gibt es fast nichts mehr an Betrieben die noch produzieren.

Dieser Beitrag wurde am 27.03.2016 um 14:24 Uhr von Buebchen editiert.
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014
27.03.2016, 15:02 Uhr
TTL-Grab



Ein bischen schienen sie im WF trotz "Toshiba-Bildröhren-Werk" weitergeforscht zu haben.
Mir ist damals eine 51er Röhre mit hochauflösender Lochmaske (im normalen Toshiba-Kolben) zugelaufen. War damals sehr beeindruckend der Unterschied zur normalen Schlitzmaske. Habe ich leider Mitte der 90er übern Jordan gehauen, die Kiste.
Weiß jemand was darüber?
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015
27.03.2016, 19:23 Uhr
Thomas



http://www.glasmuseum-weisswasser.de/neuste_nachrichten_11_2007.pdf

Einige Meilensteine fotografisch festgehalten auf http://fernsehen.bplaced.net/weisswasser.html
--
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016
28.03.2016, 09:39 Uhr
P.S.



@TTL-Grab <014>
Das wäre absolut neu! -
Bisher wurde von den WFlern immer erzählt, dass die Toshiba-Technologie nicht für höher auflösende (Computer-)Monitore geeignet war. Diesbezügliche Forderungen bestanden zwar, insbesondere zum Ende der 1980er Jahre auf Grund der gestiegenen Wünsche - Stichwort: CAD/CAM. Die wurden aber regelmäßig immer wieder "abgebügelt" mit dem Hinweis auf zu geringe Stückzahlen und der Hoffnung einer "Wegspezialisierung" in's RGW.
So weit bisher bekannt, sind alle höher auflösenden Farbbildröhren für Computer-Monitore (z.B. K7226) o.ä. aus dem NSW importiert worden.

Auch eine diesbezüglich Nachfrage an den Referenten des Vortrages "Fernsehtechnik aus Berlin - Teil 4 - Toshiba & SAMSUNG" im www.industriesalon.de, Helmut Meinke - seinerzeit Betriebsleiter der Bildröhrenproduktion, ergab nichts Gegenteiliges ...

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017
28.03.2016, 11:34 Uhr
Enrico
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Zitat:
P.S. schrieb
So weit bisher bekannt, sind alle höher auflösenden Farbbildröhren für Computer-Monitore (z.B. K7226) o.ä. aus dem NSW importiert worden.
PS



Ich dachte, das wäre ein ganz normale Fernseherröhre.
--
MFG
Enrico
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018
28.03.2016, 22:26 Uhr
TTL-Grab



Es ist leider schon eine Weile her :-)
Es war auf alle Fälle der selbe Kolben, wie die normalen Serienröhren. Typenbezeichnung war natürlich keine drauf.
Auch elektrisch war sie 1:1 austauschbar. Ich hatte mir damals Colormat-Teile besorgt und die Röhre da eingebaut. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwas umgebaut zu haben.
Es kann natürlich trotzdem eine West/Japan-Röhre gewesen sein, die als Muster hier eingeflogen wurde.
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019
31.03.2016, 01:42 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard

Also, das WF hieß bis etwa Anfabg der sechziger Jahre "Werk für Fernmeldeweswn", späterhim hieß es, (der Zeit und der Produktionspalette angepasst "Werk für Fernsehelektronik" Der Sitz war in Berlin-Oberschöneweide. Die haben dort unter Anderem auch Fernsehbildröhren gebaut.
--
... und schalten Sie uns bitte wieder ein. Gleiche Stelle, gleiche Welle !!!!!
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020
31.03.2016, 11:35 Uhr
P.S.



Da muss ich was korrigieren <016>:
Wir haben im www.industriesalon.de einen Farbmonitor K7226 - zwar nicht ganz vollständig, d.h. einige Elektronik-BG fehlen, aber auf der Bildröhre steht das WF-Logo und die Typ-Bezeichnung: A48NCR00X06
Nun könnte man davon ausgehen, dass es sich nach gängiger Praxis um eine Importröhre mit anschließender Umlabelung handelt, weil ja die Eigenproduktion 42er, 51er und 67er Typen waren.
Das dem nicht so ist, geht aus einer Mitteilung des WF hervor (rfe 1985/12/750), in der neue Typbezeichnungen für die Farbbildröhren (FBR) veröffentlicht werden:
67er FBR: A63 NCQ 00X 08
51er FBR: A48 NCR 00X 07 -> Druckfehler, richtig ist "06"
42er FBR: A38 NCR 00X 05.
Offensichtlich wurde hier die Typbezeichnung der europäischen Norm angeglichen, die die nutzbare Bildschirmdiagonale als Grundlage hat.

Leider konnte bisher kein Datenblatt zu den FBR aus dem WF gefunden werden - auch nicht von den Toshiba-Vorbildtypen, z.B. "510 XEB22-TC01" (51er FBR).
Bekannt ist, dass nach D-Fernsehnorm 625 Zeilen in der vertikalen Auflösung möglich sein müssten, aber wieviel es horizontal sind, ist derzeit noch ungewiss.
Bei einem Seitenverhältnis von 4:3 wären bei einer punktförmigen Auflösung immerhin über 800 Pixel pro Zeile nötig, was dem PAL-Digital mit 768 x 576 Pixel schon recht nahe kommt. Aber ob das die Toshiba-Röhre kann ... ??

So erhebt sich nun die Frage, ob die K7226-Farbmonitore grundsätzlich mit dieser FBR ausgerüstet worden sind - dann wäre das aber keinesfalls ein hochauflösender Farb-Monitor ...
Leider steht in http://www.robotrontechnik.de/html/zubehoer/bildschirme.htm nichts zur Bildschirm-Auflösung des K7226.

Hat jemand ein Datenblatt oder andere Unterlagen zum K7226?

Nach den Infos aus dem Vortrag "Fernsehtechnik aus Berlin - Teil 4" wurden zur damaligen Zeit hochauflösende Computer-Monitore grundsätzlich mit Delta-Lochmaskenröhren und nicht mit InLine-Schlitzmaskenröhren gebaut.

Als ich Ende der 1980er Jahre meinen MR-Arbeitsplatz im IBG aufbauen wollte - siehe http://www.ps-blnkd.de/KC85.htm - wäre ein K7226 nach längeren Bilanzarien vielleicht erst in den 1990er beschaffbar gewesen, deshalb der Ausweg über den Farbmonitor BWG 1.0. Die Begründung lautete damals: hochauflösende Bildröhre aus Import ... ???

Übrigens belief sich nach SPIEGEL-Angaben die Investsumme für das neue Farbbildröhrenwerk im WF damals auf ca. 850 MioM - das ND veröffentlichte hingegen nur eine Summe von 20 MioM.
Preisfrage: Wem soll man nun glauben?

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021
03.04.2016, 09:08 Uhr
P.S.



Zum K7226 habe ich nun doch noch was gefunden:
http://9hal.ath.cx/usr/digital-ag/archiv/handbuecher/K7226_Techn_Beschreibung.rar
(Achtung! - Die Seite kommt als unleserliches .htm -> nach dem Download erst in .rar umbenennen!)
Dort steht auf Seite 4, dass eine 51cm-InLine-Bildröhre mit Schlitzmaske verwendet wurde, die einen Pitchabstand von 0,82mm hat.
Wenn ich das also richtig interpretiere, würde sich bei der angegebenen nutzbaren Bildfeldgröße von 250 x 360mm (H x B) eine Auflösung von ca. 300 x 430 ergeben - also doch recht bescheiden und hat nun wirklich nichts mit einem hochauflösenden Monitor zu tun!
Da ist man mit einem BWG 1.0, welcher nur eine 42cm-Farbbildröhre hat, auch nicht viel schlechter dran. Die 256 Zeilen und 320 Pixel/Zeile vom KC85/3 sind sehr gut darstellbar.

Rüdiger sollte das bitte bei http://www.robotrontechnik.de/html/zubehoer/bildschirme.htm (K7226 + BWG 1.0) ergänzen.

Da erhebt sich nun aber die Frage, mit welchem (Farb-) Monitor wollte man denn die Videoausgabe des GDC-Schaltkreises U72720D realisieren, wo doch damit Auflösungen von immer hin bis zu 1024 x 1024 in 4 Speicherebenen möglich sein sollte?
Entsprechende HW-Entwicklungen auf Basis des U72720D gab es dann schon Ende der 1980er Jahre (z.B. GDC-3). Auch ich hatte mich daran versucht - ist allerdings nie fertig geworden ... kommt aber noch auf meine HP.

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Dieser Beitrag wurde am 03.04.2016 um 09:22 Uhr von P.S. editiert.
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022
05.04.2016, 09:13 Uhr
P.S.



Nachtrag zu <021>
Interessant wäre zu erfahren, ob im VEB Robotron-Elektronik und Zeichengeräte Hoyerswerda noch geplant war hochauflösende Computer-Farbmonitore zu entwickeln - und wenn ja, auf welcher Bildschirmbasis.
Vielleicht gibt es ja noch jemanden aus dem Betrieb, oder jemand kennt jemanden usw., der da noch Aufklärendes hinzufügen kann ...

2002 hatte ich einen 22"-Farbmonitor von HP zu reparieren. Auch der war mit einer Delta-Röhre ausgestattet, dementsprechend schwer (ca. 30kg) und mit einem wahnsinnig hohem Aufwand an Konvergenz-Elektronik. Schaltunterlagen mussten extra für viel Geld beim Lange-Schaltungsdienst bezogen werden. Der Monitor gehörte zu einer AutoCAD-Station und gestattete Auflösungen - wenn ich mich recht erinnere - bis in den 1k x 1k-Bereich ...

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Dieser Beitrag wurde am 05.04.2016 um 09:27 Uhr von P.S. editiert.
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023
14.04.2016, 10:19 Uhr
P.S.



Noch ein Nachtrag zu <021>
Wer sich näher mit dem Problem "hochauflösende Computermonitore" beschäftigen will - in der rfe 1986/H7/S434, 460-461 gibt es einen Grundsatzartikel von Heinz Bergmann: "Displayröhren erhöhter Auflösung", wo auch die Delta-Röhren bevorzugt werden.

Die Frage wäre nun:
Was war die BE-Strategie der DDR hinsichtlich solcher Monitorröhren für die damals allseits medienwirksamen CAD/CAM-Stationen, weil es doch - wie bereits erwähnt - mit dem U72720D einen GDC-Controller gab, mit dem sehr hohe Auflösungen möglich gewesen wären?
Auch im RGW war da weit und breit nichts in Sicht ...
Wer könnte da was wissen?

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024
14.04.2016, 13:40 Uhr
bernard



Als ich Kinder war ( 1955 ) hab ich Draht benutzt das hat aus Wolfram Fabrik gekommen. Aber das Firma war nicht ins DDR. Auf die spule gedruckt war WF. Ich hatte der Meinung dass bedeutet "Wire Factory"
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025
14.04.2016, 14:31 Uhr
holm

Avatar von holm

"wire factory" ...unwahrscheinlich... (unlikely)


Sah das Logo aus wie auf dieser Seite (HTS) http://www.hts-homepage.de/OSW/OSW.html


Gruß,

Holm
--
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Dieser Beitrag wurde am 14.04.2016 um 14:32 Uhr von holm editiert.
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026
29.04.2017, 10:36 Uhr
P.S.



Noch ein Nachtrag zu <021>
Bei meinen derzeitigen Arbeiten zur Aufbereitung der WF-Entwicklungsberichte für das OnLine-Archiv des www.industriesalon.de sind mir ein paar interessante Dokumente in die Hände gefallen.
Bisher war immer noch unklar, ob sich das WF jemals mit hochauflösenden Farbbildröhren für z.B. Computer-Monitore befasst hat. Auch der einzigste von Robotron hergestellte Farbmonitor K7226 war "nur" mit einer normalen InLine-Bildröhre aus laufender Produktion ausgerüstet. Ein Exemplar davon ist im ISS vorhanden. Von der WF-"Hilfsproduktion" der Farbmonitore KCM-38, bzw. BWG 1.0 mal ganz abgesehen ...
Es wurde untersucht, inwieweit mit der vorhandenen Bildröhrentechnologie höhere Auflösungen erreicht werden hätte können. Durch diverse Modifikationen verschiedener Komponenten wäre dies durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen. Aber hier kamen dann wirtschaftliche Gesichtspunkte ins Spiel, so dass bei den geringen Stückzahlen im Vergleich mit der für die Farbfernseher eine Umrüstung der Produktionseinrichtungen nicht in Betracht
kam.
Ebenso hatte man sich mit "ebenen Bildschirmen" befasst, den sog. "Flatscreens". Hier kamen die Forderungen insbesondere aus dem Bereich
CAD/CAM. Auch hier waren wieder wirtschaftlichen Gründe die Hemmnisse, diese Entwicklungen weiter zu führen.

Von den weit über 2000 Berichten habe ich jetzt über die Hälfte geschafft ...

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Dieser Beitrag wurde am 29.04.2017 um 10:43 Uhr von P.S. editiert.
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027
29.04.2017, 11:36 Uhr
Guido
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Avatar von Guido

Ha!
Im WF habe ich 1969 mal ein paar Tage als "Laufjunge" gearbeitet. Dann sollte ich (damals noch ein Spacko) täglich 8 Stunden Bildröhren (je ca. 5-10kg) von einem Kettenförderer in einen anderen hängen, da war nach einem Tag Ende!
Mein Weg ging dann zum VEB Messelektronik Berlin, später Optima Erfurt bzw. Telefone in Arnstadt.....

Guido
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Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
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Konfuzius
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028
29.04.2017, 12:05 Uhr
felge1966

Avatar von felge1966

Du warst auch mal im Fernmeldewerk Arnstadt?

Gruß Jörg
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029
29.04.2017, 12:30 Uhr
RP



Was die Farbbildröhren betrifft, wurden auch in der DDR nicht verkaufte Bildröhren hergestellt.
Bei mit steht ein Video Spielautomat mit CGA/EGA Bildfrequenz 60Hz.
Monitor Hersteller Italien, Bildröhre WF, keine Typenbezeichnung ca. 16/9 Format Breite einer A63 und Höhe einer A48, die Röhre ist 90° gedreht eingebaut, größere Spielhöhe, Der Automat wurde in der BRD zusammengeschraubt, Rechner Leiterplatten USA, NF Verstärker und Lautsprecher Tesla, Herstellungszeitraum ca. 1984 bis 1986. (nach Software Lizenz)

Rolf
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030
29.04.2017, 22:47 Uhr
w3llschmidt

Avatar von w3llschmidt

Ich hab im WF gelernt und dann auch gearbeitet. Lino - Lichtenberg Nord.

https://www.fotowiesel.de/momente/schnapp/PICT9991

Wir haben da die ganzen VQX Anzeigen hergestellt und LEDs.

Ich hatte damals an einem LED Chipbonder gesessen. War recht entspannt

Einigen Kollegen hatten in der Nachtschicht, aus Langeweile, Textadvantures auf dem Steuerrechnern geschrieben.

Coole Zeit gewesen
--
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http://twitter.com/w3llschmidt | P8000 | PDP11/73 | PC1715 | MircoVAX III
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Dieser Beitrag wurde am 29.04.2017 um 22:49 Uhr von w3llschmidt editiert.
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031
30.04.2017, 12:13 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
felge1966 schrieb
Du warst auch mal im Fernmeldewerk Arnstadt?

Gruß Jörg


Nicht direkt. Wir waren in einem Internat (oder so) und hatte Praxis in Arnstadt und Erfurt. Berufsziel: Reparaturmechaniker für Datenverarbeitungs- und Büromaschinen. Auf Deutsch: Schreibmaschinen, Drucker, Stanzer, Leser, Relais, Fernschreiber und Gedöhns warten. Habe ich aber nie gemacht (durfte nicht), mich hats in die Transportarbeiterklasse verschlagen War halt meine Nische.

Guido
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Konfuzius

Dieser Beitrag wurde am 30.04.2017 um 12:14 Uhr von Guido editiert.
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032
01.05.2017, 11:45 Uhr
P.S.



@RP -<029>
Wenn da keine Typenbezeichnung drauf ist, woher willst Du dann wissen, dass es eine WF-Bildröhre ist? - Noch dazu in diesem Zeitraum - sehr unwahrscheinlich!
Bisher ist in den von mir bearbeiteten Entwicklungsberichten noch keiner über eine Breitbildröhre aufgetaucht - und wie gesagt, auch der letzte Betriebsleiter von SAMSUNG-WF - siehe <016> kannte weder hochauflösende Monitorröhren und sonst welche Sonderbauformen, wie z.B. 16/9 ...

@w3llschmidt
So'n Foto habe ich nachwendezeitlich auch noch gemacht. Interessant wäre jedoch, wie es davor aussah (soll vorher ein Stasi-Objekt gewesen sein) und was mit dem Equipment geschehen ist, als der Standort aufgelöst wurde.
Einiges dazu hatte ich schon in http://www.ps-blnkd.de/Die%20letzten%20Opto%20(Inh).pdf recherchiert und dann im Vortrag "MOEZ - Mikro-Optoelektronik-Zentrum Berlin" ergänzend vertieft. Jedoch wäre ich - bzw. wir vom www.industriesalon.de sehr an weiteren, bisher unbekannten Informationen interessiert.

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033
01.05.2017, 16:47 Uhr
RP



"Wenn da keine Typenbezeichnung drauf ist, woher willst Du dann wissen, dass es eine WF-Bildröhre ist?"

Das WF Firmenlogo ist auf der Bildröhre und die Ablenkeinheit ist unverkennbar ein DDR Produkt, ob die Ablenkeinheiten im WF Hergestellt wurden ist mir nicht bekannt, sie unterscheiden sich aber deutlich von den der Import Röhren, und das wir die Ablenkeinheiten ohne Bildröhren exportiert haben ist ehr unwahrscheinlich.
Ich mache mal ein Foto vom Monitor und der Bildröhre, muss die Sau-schwere Kiste nur Vorräumen.
"<016> kannte weder hochauflösende Monitorröhren"
Zu diesen Zeitpunkt hatten auch westliche Monitore keine speziellen Bildröhren führ höhere Auflösung, NEC Multi Sync. VGA Monitore mit höherer Auflösung hatten nur andre Ablenkeinheiten und Zeilen Trafos
Selbst Trinitron Bildröhren brachten keine höhere Auflösung.
Ich gehe davon aus das die kleinen Monitor Bildröhren einfach nicht in das Fertigungsprogramm passten.
Die WF 50cm Röhre wurde auch speziell für Robotron Monitore ( K7226 ) produziert und 60Hz Bildfrequenz ist für die Röhre kein Problem, hätte ohne Probleme in EGA und VGA Monitoren verwendet werden können. Nur die In der DDR hergestellten Zeilen Trafo hatten mit den höheren Frequenzen ein Problem.
Westliche Herstelle beherrschten die höheren Zeilenfrequenzen 1989 in ihren Geräten auch nicht zufriedenstellend. Die Zeilen Trafos hatten eine hohe Ausfallrade.

Rolf

Dieser Beitrag wurde am 01.05.2017 um 17:25 Uhr von RP editiert.
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034
01.05.2017, 22:05 Uhr
Pollyplay




Zitat:
RP schrieb
Ich gehe davon aus das die kleinen Monitor Bildröhren einfach nicht in das Fertigungsprogramm passten.


Ich gehe davon aus, dass die Kapazitäten nicht ausreichten.
In Mittweida, damals 1985, bekamen wir ein paar Informationen, welche Probleme es bereits bei der Überleitung gab. Das allein muss schon ein Riesenakt gewesen sein.
Es lief nicht, wie geplant und diese Verzögerung kostete viel Geld, da teure Importe nötig waren.
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035
01.05.2017, 22:27 Uhr
ggrohmann




Zitat:
RP schrieb
ob die Ablenkeinheiten im WF Hergestellt wurden ist mir nicht bekannt,



Ich denke, die Ablenkeinheiten dürften von ElFeMa produziert worden sein.

Guido
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036
02.05.2017, 09:26 Uhr
P.S.



@RP <033>
na, da wird ja das/die Bild(er) Aufklärung bringen ...

Die Ablenkeinheiten gehören immer mit zur Bildröhre, so wurde auch die Toshiba-Lizenz eingekauft. Anfangs lieferten die Japaner noch alles Material, insbesondere spezielle Kunststoffe zum Vergießen, bei denen es dann mit der sog. "NSW-Ablösung" erhebliche Probleme gab. Es musste Originales nachgeordert werden, was sich Toshiba teuer bezahlen ließ.

Höhere Auflösung bedeutet mehr Zeilen und mehr Bildpunkte auf der Zeile. Das ist nur mit einem anderen Zeilentrafo nicht zu machen!
Anfangs nahm ich fälschlicherweise auch an, dass der K7226 mit einer höher auflösenden Farbbildröhre aus NSW-Importen ausgestattet ist - so wurde das jedenfalls zu DDR-Zeiten kommuniziert. Das habe ich aber korrigiert - siehe <020> und ff.

Wie ich bereits in <022> schrieb, gab es im Westen durchaus bereits in den frühen 1980ern Farbbildmonitore mit sehr hoher Auflösung. Auch die AdW, spezielle Medizin-Einrichtungen und für CAD-Stationen der Chip-Entwicklung wurden wenige solcher Geräte aus dem NSW importiert - unter Umgehung des COCOM-Embargos.

Im WF gab es zwei Fertigungslinien für FBR: eine für die kleine 42er und die andere für die 51er/67er Bildröhre. Kapazitäts-Probleme sind mir bisher nicht bekannt geworden, obwohl mehr 51er vom Band liefen, als die ganz großen 67er. Das hing aber mit der Bedarfssituation zusammen - die 51er FS-Geräte-Generation ("Colorett" etc.) waren einfach mehr nachgefragt ...

@ggrohmann <035>
richtig!
Was ist aus ElFeMa geworden? - (gehörte nicht zum KME) -> gerade nachgelesen: http://www.robotrontechnik.de/html/standorte/elfema.htm

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037
02.05.2017, 11:27 Uhr
Pollyplay



Zu den Fertigungslinien hatte ich bereits geschrieben.
1985 (etwa Mai?) bei einer Einführung in die Grundlagen der Inline-Technologie in Mittweida in der ELFEMA sprach der Herr Fanselow, Leiter TKO, von einer Linie für die 63/67-er Röhren, Colortron 4000-er und einer, die wahlweise für die 48/51-er, Colormat oder die 38/42-er, RAFENA lief. Das ist das, was ich gehört habe.
(Verm. hing es mit der Ablenkung zusammen? 90 und 110 Grad.)
Er sagte, dass es sich als ungünstig erwies, da die 42-er und 51-er gefragt waren, nicht aber die großen. Ein Umstellen der Fertigungslinie ging nicht so einfach. (wenn nicht sogar nicht möglich?)

Zur Auflösung: Wenn die Bildröhrenmaske (inkl. Farbbeschichtung) nicht mehr hergibt, dann ist dort Ende der Fahnenstange. Technologisch sind bei den winzigen Abständen Grenzen gesetzt.
(Theoretisch und im Labor sicher machbar. Wir mussten doch froh sein, dass die Produktion der normalen Inline lief. Die ersten Inline waren von der Farbe her wesentlich schlechter als die japanischen.)

Die 56-er, Colorett, k.A. ?
Davon habe ich eine hier. A56-701X. WNA, 60X30 , Videocolor, VDE.
S 886 180

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2017 um 12:48 Uhr von Pollyplay editiert.
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038
02.05.2017, 13:01 Uhr
RP



"Hat jemand ein Datenblatt oder andere Unterlagen zum K7226?"

Datenblatt habe ich keins, aber hatte insgesamt drei verschiedene Monitore dieses Typ, einen mit RGB Ansteuerung, einen IBM CGA kompatibel und einen der an EGA Grafikadapter lief, der steht noch bei mir. Eine Ansteuervideo Leiterplatte für RGB und eine Zeilen Endstufe für EGA liegen noch als Ersatzteile herum.
Die Bildröhren sind nicht die im Fernseher verbauten Typen, höhere Bildschärfe und andere Farben bei Rot und Grün!
Ich habe leichtsinniger weise etliche dieser Monitore in Fernseher umgebaut.
Kann es sein das von der DDR Import Röhren ohne Ablenksysteme eingeführt wurden und dann mit Ablenkeinheit und Konvergenzeinheit nachgerüstet wurden, Logo WF drauf und schon hatte man eine Eigenproduktion? Das war ja bei ROBOTRON gang und gebe.

Rolf

Bei Standard IBM und Olivetti VGA Monitoren vor 1989 verabschiedete sich der Zeilen Trafo schlagartig beim erhöhen der VGA Auflösung.
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039
02.05.2017, 13:36 Uhr
Pollyplay




Zitat:
RP schrieb
Kann es sein das von der DDR Import Röhren ohne Ablenksysteme eingeführt wurden und dann mit Ablenkeinheit und Konvergenzeinheit nachgerüstet wurden, ...


Das ist durchaus möglich. Warum auch nicht.
Die Ablenksysteme und Konvergenzeinheiten mussten eben professionell aufjustiert und festgeklebt werden und dies bildete dann eine Einheit.
(Bei den größeren Röhren ist ein Rahmen aufgeklebt und das Ablenksystem ist daran festgeschraubt.)


Es kann durchaus sein, dass einige Muster bei uns gefertigt wurden. Ich meine auch die Glasteile. Vllt. weiß jemand mehr dazu.

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2017 um 15:53 Uhr von Pollyplay editiert.
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