Busstandard MMS16

(Alias MMS 16, K1700, K 1700)

Im Jahr 1982 begann Robotron mit der Entwicklung eines Rechnerstandards für 16-Bit-Rechner als Nachfolge für das 8-Bit-Rechnersystem K1520. Die DDR favorisierte anfangs der Prozessor-Entwicklungslinie von Zilog (was sich im Einsatz des Prozessors U880 und U8001 niederschlug), später wechselte sie auf die Intel-Entwicklungline (Prozessoren K1810WM86 und U80601). Im MMS16 konnten beide Prozessorlinien benutzt werden. Auch Mehrprozessorsysteme waren möglich (auch in Kombination mit älteren 8-Bit-Prozessoren).

Äußerlich bestanden die MMS16-Rechner aus einem Stapel gleichgroßer Leiterplatten, die in eine Rückverdrahtungseinheit (Backplane) gesteckt wurden. Mit vier Leiterbahnebenen und sehr dünnen Leiterbahnen waren die MMS16-Platinen damals das beste, das die DDR an Leiterplatten produzierte. Das Bussystem war kompatibel mit dem Multibus 1 von Intel bzw. AMS von Siemens.

Die Entwicklung und Fertigung der einzelnen Leiterplatten wurde arbeitsteilig von verschiedenen Firmen durchgeführt, im wesentlichen Robotron-Elektronik Dresden, EAB und Carl-Zeiss Jena. Die MMS16-Rechner vom Robotron bekamen die Bezeichnung K1700, auch wenn sich dieser Namen nicht recht durchsetzte.

Ab Mitte der 1980er Jahre fand MMS16 Anwendung bei Bürocomputern (A7100 und A7150) sowie Maschinensteuerungen (MRS7000 und ICA710). MMS16 wurde auch als OEM-Rechnersystem verkauft, d.h. Anwenderfirmen konnten die Leiterplatten mit eigenen Baugruppen komplettieren und für ihre Anwendungsfälle eigene Rechner aufbauen.

Mit dem Ende der DDR wurde die Produktion der MMS16-Baugruppen eingestellt.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de