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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » Thermische Einfluesse auf elektronische Bauelemente » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
28.02.2006, 23:51 Uhr
Xew



Guten Abend!
Ich hab eben ueber die fachgerechte Lagerung elektronischer Geraete nachgedacht, vor Allem zum Zwecke der Erhaltung und damit Rettung vor der endgueltigen Zerstoerung. Dabei hab ich das folgende Problem festgestellt:
Auf Grund meiner begrenzten Lagerkapazitaet in beheizten Raeumen hab ich eine große Anzahl elektronischer Geraete auf meinem Boden eingelagert. Leider musste ich feststellen, daß einige der Geraete nach zwei Wintern keine Funktion mehr zeigen. So zum Beispiel eine russische Uhr mit gasgefuellter Sieben-Segment-Anzeige. Diese lief bei mir gute drei Jahre im Zimmer, jedoch stellte ich sie auf diesen Boden, da mich die Helligkeit irgendwann stoerte. Beim Wiedereinschalten zeigte sie nur noch wirre Zeichen an und auch der Doppelpunkt, der im Sekundentakt blinkt, erschien nicht mehr. Genauso versagten zwei Computer der "neueren" Rechentechnik (486DX100 und P166) ihren Dienst komplett, obwohl sie vorher perfekt liefen. Auf dem Boden herrscht eine normale, nicht-kondensierende Luftfeuchtigkeit, die natuerlich, wie draußen, staendig schwankt. Nur die Temperaturen fallen im Winter (hoechstens -20°) und im Sommer (nicht selten 40...50°) sehr extrem aus. Da ich nun moeglicherweise gezwungen werden koennte, aeltere, schuetzenswerte Rechen- und Unterhaltungselektronik einzulagern, moechte ich gern wissen, was den Geraeten zusetzt. Ob es eher die Waerme oder die Kaelte ist, und vor Allem, welche Bauelemente vor Allem betroffen sind. Ich gehe davon aus, daß eher der Sommer vor Allem Elkos zusetzt. Aber leider habe ich es noch nicht geschafft, herauszufinden, ob die Geraete nach dem Sommer oder nach dem Winter kaputt sind, und vor Allem, was daran kaputt geht. Ich waere fuer Hilfe dahingehend sehr dankbar.

Mit freundlichen Grueßen,
Thomas
--
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001
01.03.2006, 16:03 Uhr
Gast: Winfried



Vielleicht solltest Du die Geräte einfach ab und zu mal einschalten.
Ich habe meine DDR-Rechner auch in einer Gartenhütte, wo die Temperaturen jahreszeitlich schwanken. Ich gehe relativ oft hin und mache meine "Lieblingsrechner" täglich, die anderen so alle 14 Tager mal an. Hatte bis jetzt noch keinen Ausfall (Das betrifft auch DDR-Fernseher).
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002
01.03.2006, 16:21 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Xew schrieb
Da ich nun moeglicherweise gezwungen werden koennte, aeltere, schuetzenswerte Rechen- und Unterhaltungselektronik einzulagern, moechte ich gern wissen, was den Geraeten zusetzt.

-durch Temperaturschwankungen kann die Bondung der ICs abreißen, Kunststoffe verspröden und reißen. Elektronenröhren können an den Sockeldurchführungen platzen
-Hitze und UV-Strahlung können EPROMs tot machen, Gehäuse vergilben. Allgemein scheinen sich Halbleiterstukturen bei Hitze langsam zu zersetzen.
-Feuchtigkeit setzt sich unumkehrbar in Zeilentrafos und Wickelkondensatoren
-Lange Lagerzeiten (>1/4 Jahr) wirken sich böse auf Kondensatoren aus (besonders Elkos und Entstörkondensatoren)

Die Lagertemperaturen für Rechentechnik wurden von Robotron mit 0° - 40°C angegeben und das sicher nicht ohne Grund.

Für eine längere Lagerung (luftdicht eingeschweißt und mit SilicaGel) ist möglicherweise der Keller besser gegeignet.
Wobei, wie gesagt, die Geräte mindestens einmal 1/4-jährlich betrieben werden sollten.
--
Kernel panic: Out of swap space.
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003
01.03.2006, 17:43 Uhr
sero




Zitat:
Rüdiger schrieb
Die Lagertemperaturen für Rechentechnik wurden von Robotron mit 0° - 40°C angegeben und das sicher nicht ohne Grund.

Den PC1715 hielt man laut Handbuch für robuster:

Lagerung (ohne Disketten)
-40 bis +50°C bei max. 85% Luftfeuchte für max. ein Jahr.

Grüße
Sebastian
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004
01.03.2006, 18:19 Uhr
Xew



In Ordnung, dann weiß ich ja, was ich falsch gemacht habe. Danke fuer die wertvollen Hinweise. Da muß ich mir nur noch eine Ausweichmoeglichkeit ueberlegen, denn Keller hab ich nicht, da wohne ich selbst drin. Und hier in Dresden siehts mit Platz noch schlechter aus.
Ich werde mal sehen, was sich da umsetzen laesst.

Grueße, Thomas
--
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005
01.03.2006, 22:13 Uhr
sebastian czech

Avatar von sebastian czech

Ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit aus Gründen des totalen Platzmangels mit solchen Lagerproblemen.

Ich muß sagen, Kondensatoren und IS sind bei mir scheinbar am schlimmsten betroffen. Ich lagere im Keller (15-25°C), Boden (trocken 12-40°C) und in der Wohnung. Bisher halten sich die Ausfälle in Grenzen, häufig Kontaktprobleme an Sicherungen und so.)

Was anderes:
Ohne Wende hätte glaube ich kein Mensch versucht, Radios, Fernseher und Computer in so großem Maße wie hier, zu betreiben.

Ich habe Disketten von 1979 die noch einwandfrei funktionieren.

Viele Geräte hatten aber bevor ich sie bekam schon ziemlich was abbekommen. Manche standen längere Zeit in leerstehenden Gebäuden ohne Fenster, andere lagen längere Zeit in Pfützen oder in feuchten Containern. Alles etwas ungünstig.

Mal schauen, was die Zukunft bringt.
Ciao
Sebastian

***mikroelektronik - ist einfach nicht kleinzukriegen***
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006
05.03.2006, 13:31 Uhr
Xew



Das mit den Sicherungen hatte ich auch schon mehrmals. Aber zum Glueck sind die Halter ja Pfennigkram. Ich hab mal bei einem Verstaerker versucht, die mit Sandpapier zu reinigen, aber das war ein aussichtsloses Unterfangen, sie sind einfach weggebrochen. Außerdem beugt man mit dem wechseln erneuter Korrosion erstmal ein Weilchen vor.
Wenn ich Glueck habe, ist mein Lagerproblem im naechsten Winter geloest. Ich hab einen Raum zur Verfuegung bekommen, der beheizt werden kann und relativ gleichbleibende Luftfeuchtigkeit aufweist. Außerdem gibt es da (im Gegensatz zu meinem Boden) auf einfache Weise Strom, sodaß man die Geraete ohne langes Kabelziehen betreiben kann. So ergibt sich die erstmal die Moeglichkeit, fuer Neuzugaenge ein gutes Klima zu schaffen, als auch die alteingesessenen Geraete in ein besseres Klima zu verbringen. Außerdem steigt damit meine Lagerkapazitaet erheblich. Endlich laesst sich auch mal alles schoen hinstellen, anstatt im Chaos zu versinken.
Fuer den Fall, daß dieses Vorhaben in naechster Zeit stattfindet (spaetestens jedoch im Spaetsommer, da zuerst die Heizung repariert werden muß), werde ich die Galerie meine Geraete noch erweitern und, sodenn moeglich, komplettieren. Auch wenn das weniger mit dem hier besprochenen Thema der EDV-Technik zu tun hat.

Viele Grueße, Thomas
--
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007
06.03.2006, 18:45 Uhr
robotrontechnik
Administrator



Zitat:
Xew schrieb
Ich hab mal bei einem Verstaerker versucht, die mit Sandpapier zu reinigen, aber das war ein aussichtsloses Unterfangen, sie sind einfach weggebrochen.

In vielen Fällen kann man die gebrochenen Backen des Halters mit einem Tropfen Zinn wieder befestigen.
Zum Reinigen der Halter benutze ich eine Metallbürste im DREMEL.
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008
06.03.2006, 21:00 Uhr
Volker

Avatar von Volker


Zitat:
Gast: Winfried schrieb
Ich gehe relativ oft hin und mache meine "Lieblingsrechner" täglich, die anderen so alle 14 Tager mal an. Hatte bis jetzt noch keinen Ausfall (Das betrifft auch DDR-Fernseher).

Was ist schlimmer -10 grad und Geräte aus oder -10 grad und einschalten!
--
Das Gerät selbst ist ein kompli-
ziertes elektronisches Erzeugnis, zu des-
sen Reparatur neben vielfältigen Kenntnis-
sen zum gesamten Komplex der Elek-
tronik eine Vielzahl hochwertiger Meß-
und Prüftechnik notwendig ist. Von ei-
genhändigen Eingriffen wird abgeraten.
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009
08.03.2006, 00:17 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Volker schrieb
Was ist schlimmer -10 grad und Geräte aus oder -10 grad und einschalten!

Die Geräte bei -10° einzuschalten ist schlimmer, weil sich bei der schnellen Erwärmung Risse in Kunststoffteilen bilden können.
Drum wurde von Robotron ein Temperaturgradient angegben. Lag (glaube ich) bei max. 10° Temperaturdifferenz pro Stunde.
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