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04.01.2026, 13:48 Uhr
Achwassolls
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Hallo, seit etlichen Jahren bin ich interessierter Mitleser in diesem Forum und habe mich nun mal registriert, um eine kleine Geschichte zum UZG 1-16 da zu lassen auch wenn der letzte Post hier schon 2 Jahre zurückliegt. Da im Thread die Frage aufkam:
| Zitat: | PowerMacUser schrieb Hat jemand von euch so ein UZG im Einsatz, also mit Leistungsstufen versehen usw.? |
Ja, bei mir war das UZG Mitte der 90er ein paar Jahre lang im praktischen Einsatz. Um 1992 geriet ich durch Zufall an das Gerät als ich mitbekam, wie in meiner Lehrstelle kistenweise nagelneue DDR Elektro-Konsumgüter zur Entsorgung auftauchten, wie das seinerzeit leider oft üblich war. Mit dabei waren auch einige Original Verpackte UZG 1-16 mit dazugehörigen Papierkram, von denen ich mir (leider nur) eins an Land zog. Nach einiger Beschäftigung mit dem Gerät und Überlegungen, was man damit wohl anstellen könnte, baute ich mir daraus eine kleine Mehrkanal-Zeitschaltuhr mit Weckerfunktion und liess in meiner kleinen Bude damals verschiedene Geräte wie Kaffeemaschine, Lampen, HiFi/TV und Aquariumlicht Zeit- und Tagesgesteuert ein und ausschalten. So konnte man sich zb Mo-Fr früh vom TV wecken lassen, während die Kaffeemaschine kurze Zeit später von allein anfing (den Abends vorbereiteten) Kaffee zu machen und solche Sachen :-) . Quasi eine frühe Art Smart Home Steuerung. Aus heutiger Sicht mag das alles obsolet bis lächerlich erscheinen aber damals bestand der Reiz an der Sache für mich eben auch daraus, das UZG 1-16 noch irgendwie praktisch nutzen zu wollen. Für die Verbraucher standen 8 Schukosteckdosen zur Verfügung die über Relais geschaltet wurden, welche wiederum über eine Transistorpufferstufe vom UZG 1-16 angesteuert wurden. In einer späteren Ausbaustufe hingen dann hochohmigere Relais, sowie jeweils eine Status LED direkt an den Ausgängen des D718, der wohl max. 100mA dort kann. Einer der 16 Ausgänge steuerte über einen zusätzl. Impulsgeber einen im Gehäuse eingebauten Piezopiepser an, den man als Timer oder Wecker nutzen konnte. Eingebaut war alles in einem Leergehäuse von ELV, in dem die Platzverhältnisse durch die Steckdosen allerdings schon knapp gerieten. Netzteil und Relais fanden noch auf Leiterplatten Platz, während sich die restliche, leichtgewichtige Peripherie fliegend an der Unterseite des UZG wiederfand. Der Zweck heiligte die Mittel-Asche auf mein Haupt ;-) .
Das Gerät hat bis heute überlebt und funktionierte bis vor einem Jahr auch noch korrekt. Neuerdings spielt allerdings die Anzeige verrückt, dh. beim einschalten des UZG ist entweder alles dunkel oder es erscheinen völlig zufällige Nullenfolgen 0000oo und durcheinander leuchtende LEDs. Der selbe Effekt lässt sich auch mit dem Brummfinger auf +5V oder Masse oder durch ganz leichtes Berühren des Tastatur-Leitgummis generieren. Die Ruhestromaufnahme ohne das was leuchtet beträgt 0,26A und mit leuchtenden Display/LEDs um die 0,7A. Kalte Lötstellen oder Leiterunterbrechungen konnten bislang nicht ausgemacht werden. Ich habe prophylaktisch alles nachgelötet und durchgepiept, da die Originallötstellen teilweise schon etwas mürbe aussahen. Möglicherweise ist irgendwas an der Takterzeugung des EMR oder die Sache gerät ins schwingen. Irgendwas scheint "in der Luft" zu hängen. Mangels Oszi kann ich leider nicht tiefer nachprüfen, was dort Sache ist.
Anbei ein paar Fotos vom Corpus Delicti im schon teildemontierten Zustand. Das Gerät sah nach gut 30 Jahren und mehreren Umzügen schon sehr mitgenommen aus, ist derzeit aber auch schon zerlegt und das UZG 1-16 wieder auf Originalzustand zurückgebaut. Das UZG soll nach Möglichkeit wieder fit gemacht werden und vielleicht in irgendeiner Form einfach als Vintage LED Uhr fungieren.





Defekt:
 Dieser Beitrag wurde am 04.01.2026 um 14:34 Uhr von Achwassolls editiert. |