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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » Weche ICs sind jeweils in den DDR-Taschenrechnern » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
22.04.2012, 15:36 Uhr
karsten

Avatar von karsten

Hallo,

weche ICs sind jeweils in den DDR-Taschenrechnern verbaut?
Gibt es da im Netz oder sonst wo eine Übersicht ?
Habe bisher nichts finden können.

Karsten
--
1. Grundgesetz der Messtechnik?
Wer misst misst Mist!
DDR-Schaltkreise, Elektronikarchäologie, MC80, K1520,
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001
22.04.2012, 16:30 Uhr
TTL-Grab



Minirex: TMS0105NC von TI, spaeter, als sie endlich liefern konnten, Aequivalent U820, beide mit Ziffer "7", bei der auch Segment F mit leuchtete. Noch spaeter U821 mit kastrierter "6" und "9" und einfacher "7"
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002
22.04.2012, 16:43 Uhr
Andreas



Na allgemein kann ich Dir sagen, das ich 4 Taschenrechnerschaltkreise aus Eigenproduktion kenne.U820/U821 waren in den Minirex drin, Konkret 100 und vermutlich noch im MR201. Das waren ganz einfache Dinger, die im wesentlichen nur die 4 Grundrechenarten kannten und für LED-Anzeigen ausgelegt waren.Untereinander waren die beiden nur durch die technologische Überarbeitung verschieden.Der U821 hat etwas andere Taktfrequenzspezifikation und durch Veränderung der Anzeige (überflüssige Segmente leuchten nicht, z.B. kleine 0 mit nur 4 Segmenten) geringeren Stromverbrauch.Die ersten Minirex hatten aber noch das Vorbild von TI drin (habe ich auch einen).Im Konkret 400 und Konkret 600 waren sowjetische Rechner IC drin (Konkret 400 ein K145IK2 laut Bild in Robotrontechnik.de).Die Rechner mit LCD-Anzeigen hatten Offenbar die U825 und U826 als Bestandteil.Offenbar waren aber auch die ersten Rechner wieder mit den entsprechenden Vorbildern bestückt.Mein Studium habe ich mit einem MR411 begonnen und da war der U825 noch nicht fertig.
Ich schicke Dir mal ein paar Unterlagen zu U825/826 und ein Schaltbild vom Minirex75. Zum U820/821 habe ich noch ein dickes Electronicaheft von Klaus Schlenzig.

Edit:hatte den U824 G und G1 vergessen.Der U824G1 ist die abgerüstete Variante des U824G ohne funktionierende Exponentenanzeige.U824G dürfte also im MR609,610 und SR1 sein.

Andreas
--
Viele Grüße
Andreas

Dieser Beitrag wurde am 22.04.2012 um 17:14 Uhr von Andreas editiert.
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003
22.04.2012, 19:15 Uhr
karsten

Avatar von karsten

Vielen Dank TTL-Grab und Andreas.

Die Infos also alle aus eigener Begutachtung. Ich dachte es gibt irgendwie eine Liste, wo vorn steht z.B. MR 610 und dahinter mit welchem IC der ist.
Welche ICs wir gefertigt haben, kann man über die Jahre natürlich den Datenbüchern entnehmen und sich die Zuordnung dann zusammenreimen.
Nach meinen Infos u.a. hier von robotrontechnik waren/sind es diese acht:
U820D U821D U824G U824G1 U825G U826G U827G U828G

Karsten
--
1. Grundgesetz der Messtechnik?
Wer misst misst Mist!
DDR-Schaltkreise, Elektronikarchäologie, MC80, K1520,

Dieser Beitrag wurde am 22.04.2012 um 19:25 Uhr von karsten editiert.
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004
28.11.2014, 20:17 Uhr
AE
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DDR-Taschenrechner

Bei der Ausgestaltung der Sonderschau "Tisch- und Taschenrechner in der DDR" am Technikmuseum Magdeburg sind bei mir einige offene Stellen aufgetaucht:

- Zunächst "tauchte" ein weiterer DDR-Taschenrechnertyp mit einem sowjetischen Schaltkreis auf. Bekannt und im internet zu finden waren bisher der konkret 400 mit K145iK2 sowie der konkret 600 mit K145iK3 und K145iK4 (lateinische Buchstaben, kleines i wegen Lesbarkeit).
Aber auch der MR 510 enthält einen sowjetischen Schaltkreis. den KB145WCh3-2. (Dieser Einsatz findet sich nicht einmal auf den sowjetischen internet-Seiten! <www.155LA3.RU> bzw. <www.leningrad.su> ) Es handelt sich um einen CMOS-Schaltkreis, der mit 1,5 V Speisespannung auskommt. Sein Leistungsbedarf wird mit 60 µW angegeben. Im sowjetischen Taschenrechner MK 60 wird er aus Solarzellen gespeist.

- Bei mir ist ein Taschenrechner MR 511 aufgetaucht, der einen unbeschrifteten Schaltkreis enthält. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Toshiba so in die DDR geliefert hat. Wer hat einen Taschenrechner der Typen MR 411, MR 511 oder MR 4110, in dem kein T 3566 verbaut ist? Welcher Schaltkreis ist es dann?

- Bisher haben wir noch kein Foto vom Taschenrechner MR 6090, auf welchem der Schaltkreistyp erkennbar ist. Wer kann helfen?
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005
28.11.2014, 20:42 Uhr
holm

Avatar von holm

AEs Bilder, "Fotos: Karsten J. 2014 - Erstveröffentlichung"




Gruß,
Holm
--
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006
02.01.2015, 18:18 Uhr
AE
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Für die Überarbeitung des Kapitels zu den DDR-Taschenrechnern auf robotrontechnik.de bin ich auf der Suche nach der kleinsten und größten dokumentierten Gerätenummer der einzelnen Taschenrechnertypen. Es gibt die Aussage von ehemaligen Mitarbeitern des VEB Röhrenwerk/Mikroelektronik Mühlhausen, daß mit jedem Typ bei der Gerätenummer wieder mit 1 begonnen wurde. Für die minirex- und konkret-Modelle scheint das mit unten angeführter Tabelle nachvollziehbar. Doch gilt das auch für die Typen MR 411/413, MR 511/513 bzw. MR 412/609/SR1? Denn sie haben ja im Innern die jeweils gleiche Leiterkarte. Waren die zwei Ausführungen des minirex 75 verschiedene Typen? Wie erfolgte die Nummerierung bei Exportmodellen unter anderem Logo? Ihr könnt mir helfen, indem Ihr mir kleinere bzw. größere Gerätenummern Eurer Taschenrechner mit eventuellen Besonderheiten des Exemplars mitteilt.

Ich bin nach wie vor auf der Suche von Fotos der Modelle MR 411/511/4110 mit dem Schaltkreis U825G (mit wahrscheinlich hoher Gerätenummer).

Hier die Tabelle mit der Kleinsten bzw. größten Gerätenummer der einzelnen Typen, die mir z.Z. dokumentiert vorliegen:

kleinste ... Typ ... größte Nr. - Stand 15.10.2015
------------------------------
002 221 .... 73 ... 015 965
001 278 .... 74 ... 014 166
001 341 .... 75 ... 050 065
024 632 ... 75r ... 055 361 (reduzierte Version)
003 216 ... 100 ... 155 955
005 794 ... 200 ... 091 940
003 535 ... 400 ... 016 167
003 775 ... 600 ... 018 541
009 305 ... 201 ... 125 252
------------------------------
008 552 ... 410 ... 219 540
033 213 ... 411 ... 617 835
025 911 ... 412 ... 651 199
374 655 ... 413 ... 697 730
102 ... 420 ... 136 848
003 583 ...4110 ... 420 995
507 486 ...4130 ... 907 423
003 501 ... 510 ... 026 291
001 796 ...510P ... 003 419 (10. Parteitag)
003 414 ... 511 ... 174 146
215 010 ... 513 ... 236 412
024 220 ... 609 ... 924 691
023 231 ... SR1 ... 941 099
001 540 ... 610 ... 522 418
108 ...6090 ... 100 723

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2015 um 18:21 Uhr von AE editiert.
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007
02.01.2015, 19:26 Uhr
Enrico
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SR1 (original aus der Schule und immer noch die 1. Batterie)
142815
--
MFG
Enrico
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008
02.01.2015, 21:06 Uhr
Klaus



SR1 (89-04 ... steht als Baujahr im Inneren der hinteren Abdeckung)
902662

Viele Grüße,
Klaus

Dieser Beitrag wurde am 02.01.2015 um 21:13 Uhr von Klaus editiert.
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009
02.01.2015, 22:29 Uhr
TTL-Grab



Na dann mal 3 neue Rekorde:

Minirex75: Nr.: 1764 Netzteil: 3102
Minirex75: Nr.: 50065 Netzteil: 43116

Konkret100: Nr.: 104144


Gruss Micha
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010
02.01.2015, 23:55 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

MR511 - 003414 (goldene Edition vom 10.Parteitag, es steckt ein T3566 drin)

Gruß
Kai
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011
03.01.2015, 15:13 Uhr
Relaiskontakteputzer



MR610: 001540 (gelbes Display)

Gruß Jörg
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012
03.01.2015, 15:21 Uhr
Relaiskontakteputzer



MR510: 016046
MR513: 215010
MR420: (ohne äußerlich angebrachte S/N (?)

MR511 TESLA: 100071
MR513 TESLA: 149110

Gruß Jörg
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013
04.01.2015, 08:29 Uhr
AE
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Ich bedanke mich bei allen, die mir in der Zwischenzeit neue kleinere/größere Gerätenummern der DDR-Taschenrechner mitteilten. Der besseren Übersichtlichkeit halber habe ich diese in die Tabelle in [006] eingearbeitet. Je mehr Rückmeldungen mich erreichen, umso besser sind die Aussagen, die wir damit treffen können.

Es folgt noch eine Aufnahme eines MR 201 mit Drähten anstelle der Steckverbindung zwischen Tastatur und Rechnerleiterkarte.

Dieser Beitrag wurde am 04.01.2015 um 08:32 Uhr von AE editiert.
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014
12.01.2015, 10:59 Uhr
holm

Avatar von holm

hier noch ein Bild von AE:


Gruß,

Holm
--
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015
12.01.2015, 23:50 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

Der MR 4130 sieht auch komisch aus:
http://www.wasser.de/telefon-alt/forum/forum-bilder/100000000004484-13-1155285173-g.jpg

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2015 um 23:55 Uhr von kaiOr editiert.
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016
19.01.2015, 17:56 Uhr
Ronny_aus_Halle
Moderator


MR610 SN:235852 IC: U826G Datecode V8
Leiterplattennummer 56693 Gornsdorf
Baugruppennummer : 4484 983-02912

MR610 SN:033504 IC: T3636
Leiterplattennummer : 55300 Gornsdorf , nicht lackiert , anderes Layout

Gruß,

Ronny

Dieser Beitrag wurde am 19.01.2015 um 18:12 Uhr von Ronny_aus_Halle editiert.
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017
01.02.2015, 14:33 Uhr
Bert



SR1: 481 462
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018
17.03.2015, 11:05 Uhr
rm2
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Avatar von rm2

Hallo AE,

meine MR610 haben folgende Nummern:
4061, 474082 und 485992 (letzten beiden haben LCD-Schaden)



mfg ralph
PS
Bild kommt noch
--
.
http://www.ycdt.net/mc80.3x . http://www.ycdtot.com/p8000
http://www.k1520.com/robotron http://www.audatec.net/audatec
http://www.ycdt.de/kkw-stendal
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019
19.03.2015, 22:36 Uhr
Ronny_aus_Halle
Moderator


noch ein MR411
Seriennummer : 186831
Kaufdatum : 24.Setember 1981
Leiterplatte ist nicht Lackiert
Preis: 395,-M

Gruß,

Ronny

Dieser Beitrag wurde am 19.03.2015 um 22:39 Uhr von Ronny_aus_Halle editiert.
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020
02.04.2015, 22:43 Uhr
Ronny_aus_Halle
Moderator


und noch ein MR420
Seriennummer : 113838
Kaufdatum 1989

Gruß,

Ronny
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021
03.04.2015, 07:08 Uhr
frassl



Eure Antworten gehen am Thema vorbei. Es geht um die Schaltkreise in den Taschenrechnern, nicht um den nach Seriennummern sortierten Verbleib von 1508468 Taschenrechnern aus DDR Produktion.
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022
03.04.2015, 09:30 Uhr
TTL-Grab



Zumindest pflegt AE die Tabelle mit den größten und kleinsten Seriennummern, also wenn es einen neuen Rekord gibt, kann man den ja durchaus posten.
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023
05.04.2015, 18:33 Uhr
IngoR



Hallo,
ich habe hier einen MR 511 mit der Seriennummer 159213, also neuer Rekord. Verbaut ist der Schaltkreis U825G. Wo kann ich die Fotos hinschicken?
(Weiterhin habe ich noch einen MR513 mit dem Schaltkreis U827G, Seriennummer 218023).
Edit: Es haben sich noch zwei weitere bisherige Rekorde gefunden: MR 410, Seriennummer: 219540 und MR 411 mit der 033213.
IngoR

Dieser Beitrag wurde am 05.04.2015 um 18:43 Uhr von IngoR editiert.
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024
05.04.2015, 20:23 Uhr
AE
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Ich habe die Tabelle mit den Seriennummern aktulisiert und danke allen, die mit ihrer Meldung zur Sammlung dieser Nummern beitragen. So erhalten wir einen zunehmend größeren Überblick über die in Mühlhausen gefertigten Taschenrechner.
Fotos können mir über meine iNetz-Adresse im Mitgliederverzeichnis zugesandt werden. Vielen Dank!
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025
10.06.2015, 19:43 Uhr
AE
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Für die Überarbeitung des Kapitels zu den DDR-Taschenrechnern auf robotrontechnik.de bin ich immer noch auf der Suche nach einem Foto des original bestückten minirex 73 mit TMS 0105-Schaltkreis. Wer hilft mir?

Wer hat einen Kaufbeleg/Quittung für einen minirex (auf DDR-Mark!) und sendet mir eine Kopie zu?

Wer hat zufällig ein Foto der Geburtsstätte des minirex in Mühlhausen (Betriebsteil Untermarkt) aus DDR-Zeit? Fotos vom Jetztzustand liegen mir vor.

Wo wurden die Taschenrechner der konkret-Serie gefertigt?
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026
11.10.2015, 12:08 Uhr
holm

Avatar von holm

Nur fürs Protokoll, mir sind gestern 2 Taschenrechner zugelaufen, ein gelber konkret 200 SN 023667 und ein MR201, SN 125252, beide NEB und Netzteile habe ich auch nicht. Nach Aussage des Spender sieht zumindest im konkret 200 die Platine räudig aus. Mal sehen wann Zeit ist..

Gruß,

Holm
--
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Dieser Beitrag wurde am 11.10.2015 um 12:09 Uhr von holm editiert.
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027
15.10.2015, 18:17 Uhr
AE
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Ist jemand in Besitz der Bedienungsanleitungen für den minirex 73, konkret 400 bzw. 600?
Für die Archivierung beim Rechenwerk und die Dokumentation zu den DDR-Taschenrechnern wäre ich an den entsprechenden scanns interessiert.

Ich habe die Tabelle mit den Seriennummern aktulisiert und danke allen, die mit ihrer Meldung zur Sammlung dieser Nummern beitragen. So erhalten wir einen zunehmend größeren Überblick über die in Mühlhausen gefertigten Taschenrechner.

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2015 um 18:19 Uhr von AE editiert.
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028
15.10.2015, 18:57 Uhr
Zwangsrentner



schau mal auf http://www.mpm-kc85.de/
aber frage zuerst Götz nach den scanns
gruß aussem Harz
--
I'm just a truckle, but I don't like to truckle >TIMOTHY TRUCKLE<

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2015 um 18:57 Uhr von Zwangsrentner editiert.
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029
31.10.2015, 18:16 Uhr
AE
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Ich möchte hier ein weiteres Mosaiksteinchen zur ersten Generation der DDR-Taschenrechner vorstellen:
In Modellen der minirex- bzw. konkret-Serie fand ich z.B. die abgebildeten U820-Schaltkreise.




U820D-D, minirex 75, G.-Nr.015 342



U820D-G, minirex 75r, G.-Nr. ?(Rechenwerk)



U820D-K, konkret 200, G.-Nr.006 074



U820D-I, "lose"

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, daß die auf robotrontechnik.de/technik/komponenten/schaltkreise zur Kennzeichnung der Schaltkeise gemachten Angaben weder vollständig noch korrekt sind. Speziell gilt das für Herstellungsaufdrucke vor 1982. Die von mir dort angegebene Quelle bezieht sich nur auf "späte" Kennzeichnung.

Ich kann für Reparaturarbeiten Treiberschaltkreise D492D bzw. Frankfurter mit 75492 bedruckt abgeben. Andererseits suche ich einige D491D bzw. 75491. Wer hat Interesse bzw. kann helfen?

Weiterhin bin ich nach wie vor auf der Suche nach Fotos eines "original" mit dem TMS0105 bestückten minirex 73 (!) und es gelten alle weiteroben angeführten Bitten.
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030
12.08.2016, 13:24 Uhr
AE
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Es ist mir gelungen, dem puzzle von den DDR-Taschenrechnern ein weiteres Mosaiksteinchen hinzuzufügen:
Für die ersten Modelle der Rechner mit Flüssigkristall-Anzeige konnte man für 3,50 M ein Gestell kaufen. Durch die Pult förmige Anordnung ließ sich die LCD besser ablesen (höherer Kontrast) und ergonomischer bedienen.




Wer kann mit der Hersteller-Bezeichnung VEB GBB etwas anfangen oder hat Zugang zum ZAK, um aus der HSL-Nummer 716 69 00 bzw. Art.-Nr. 607 710 den Produzenten zu ermitteln?

---

Ich bin noch immer auf der Suche nach einem Leiterkartenfoto vom MR 411 mit einem Schaltkreis U825G (wahrscheinlich mit Gerätenummer > 257 635). Da die Schaltkreistyp-Kennzeichnung sich auf der Leiterkarten-B-Seite befindet, gibt es beim Zusammenbau oft Kontakt-Probleme mit der LCD;
es geht bei der Demontage aber normalerweise nichts kaputt!

Bei dieser Gelegenheit gleich noch die Frage nach dem "ältesten" U825G. Wahrscheinlich ist dieser Typ der erste Schaltkreis, welcher auf der importierten CMOS-Linie in Frankfurt/Oder hergestellt wurde. Oder weiß jemand etwas Genaueres zur Inbetriebnahme dieser Linie. Bisher gelang es uns nicht, dazu einen Anhaltspunkt/Ansprechpartner zu finden.

Zur Datierung der Herstellung von DDR-Taschenrechnern hier noch ein Hinweis:
Ab ca. 1983 wurde auf der Innenseite der Rückwand der Produktionsmonat(?) und das Jahr gestempelt. Allerdings ist die Rückwand mit Gerätenummer und Stempel nicht zwangsweise mit der Leiterkarte (dem Herz des Rechners) verbunden. Deshalb ist eine höhere Authenzität nur mit der Einheit Gerätenummer/Stempel/Schaltkreis-Kennzeichnung erreichbar! (Mir sind in diesem Zusammenhang schon einige Ungereimtheiten aufgefallen.)

Nachfolgend eine aktualisierte Aufstellung der mir vorliegenden kleinsten/größten Gerätenummer von den DDR-Taschenrechnern:

kleinste ... Typ ... größte Nr. - Stand 08'2016
------------------------------
001 497 .... 73 ... 015 965
001 278 .... 74 ... 014 166
001 341 .... 75 ... 057 456
017 790 ... 75r ... 055 361 (reduzierte Version)
003 216 ... 100 ... 174 693
006 074 ... 200 ... 091 940
002 559 ... 400 ... 016 848
002 171 ... 600 ... 018 541
009 305 ... 201 ... 125 387
------------------------------
008 552 ... 410 ... 219 540
033 213 ... 411 ... 617 835
025 911 ... 412 ... 964 383
225 715 ... 413 ... 697 730
102 ... 420 ... 136 848
003 583 ...4110 ... 499 434
504 702 ...4130 ... 996 547
003 501 ... 510 ... 026 291
001 796 ...510P ... 003 419 (10. Parteitag)
003 414 ... 511 ... 174 146
215 010 ... 513 ... 236 412
017 588 ... 609 ... 975 067
023 231 ... SR1 ... 941 099
001 540 ... 610 ... 522 418
108 ...6090 ... 100 723

Dieser Beitrag wurde am 14.08.2016 um 20:41 Uhr von AE editiert.
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031
13.08.2016, 20:25 Uhr
eisfutzi

Avatar von eisfutzi

Hallo,

mein funktionstüchtiger MR610 hat folgende Seriennummer:

359241

Gruß, eisfutzi!
--
www.gunda-niemann-stirnemann-halle.de
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032
31.12.2016, 20:07 Uhr
AE
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Zum Jahreswechsel aktualisierte ich die nachfolgende Tabelle der kleinsten bzw. größten mir dokumentierten Gerätenummern der DDR-Taschenrechner wieder. Allen, die mich dabei unterstützten mein Dank. Sehr wahrscheinlich (siehe Ausführung in [30]) konnten wir für zwei Modelle erstmals Stückzahlen größer 1 Million auffinden.

kleinste ... Typ .... größte Nr. - Stand 12'2016 13 Änderungen
-------------------------------
001 107001 497 .... 73 .... 015 965
001 278 .... 74 .... 014 166
001 341 .... 75 .... 057 456
017 790 ... 75r .... 055 361 (reduzierte Version)
003 216 ... 100 .... 179 286
003 024 ... 200 .... 091 940
002 559 ... 400 .... 016 848
002 171 ... 600 .... 019 096
009 305 ... 201 .... 125 387
------------------------------
008 552 ... 410 .... 282 690
033 213 ... 411 .... 677 690
005 335 ... 412 .... 975 632
225 715 ... 413 .(1) 000 957
102 ... 420 .... 136 848
003 583 ...4110 .... 499 434
504 702 ...4130 .(1) 009 326
003 501 ... 510 .... 026 291
001 796 ...510P .... 003 419 (10. Parteitag)
003 414 ... 511 .... 174 146
176 794 ... 513 .... 236 693
003 486 ... 609 .... 975 067
023 231 ... SR1 .... 941 099
001 540 ... 610 .... 522 418
108 ...6090 .... 100 723

In der Zwischenzeit liegen mir Innenaufnahmen der von TESLA verkauften MR-Taschenrechner sowie eines "sowjetischen" B3-19M vor. Diese belegen, daß zumindest die Leiterkarten in Gornsdorf gefertigt und in Mühlhausen bestückt wurden. Interessant ist in diesem Zusammenhang der noch zu klärende Anteil des jeweiligen ausländischen Partners sowie, in wie weit diese Stückzahlen in die Mühlhäuser Gerätenummer-Zählung Eingang fanden. Denn die bekannt gewordenen "fremden" Seriennummern liegen auch im sechsstelligen Bereich!

Hier ein TESLA MR 413:



Der "sowjetische" B3-19M:
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033
29.10.2017, 17:43 Uhr
AE
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Da zum minirex-Elbe-Treffen sich einige minirex-Taschenrechner zu einer Analyse und Einordnung in meiner Reichweite befanden, konnte ich Interessantes dokumentieren:



Vorstehendes Mosaik zeigt ganz links die ursprüngliche Schaltkreis-Bestückung mit TI-Schaltkreisen und einer ausgewählten Anzeige (um die Unterschiede herauszuarbeiten). Es folgen zwei Bestückungen mit unterschiedlichen Mostek-Taschenrechner-ICs bzw. ITT-Treiber-ICs, deshalb auch verschiedene Anzeigen. Da zur Zeit der minirexe diese recht kostbar waren, wurden sie zunächst nur im VEB Röhrenwerk Mühlhausen und später auch in Vertragswerkstätten repariert. Dabei wurden defekte Import-Schaltkreise auch durch entsprechende DDR-Typen ersetzt. (Diese wurden definitiv erst nach dem Ende der minirex-73-Produktion hergestellt.) Ein Beispiel dafür ist rechts zu finden.
Denkbar ist auch eine Bestückung mit U820D, doch habe ich einen so ausgestatteten minirex 73 noch nicht aufgespürt.
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034
22.12.2017, 19:39 Uhr
AE
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Zur anfangs genannten Thematik möchte ich die Situation beim minirex 75 erläutern:
Durch die Mitarbeit weiterer rt-Forum-Aktivisten gelang es mir, dort etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Vorab, es gibt nicht den einen minirex 75, sondern im Herstellungszeitraum 1975/76 wurden neben den beiden äußerlich verschiedenen Bauformen weitere Varianten mit unterschiedlicher Bauelemnete-Bestückung produziert. Daraus resultieren leicht veränderte Anzeigen, wie ich in der folgenden Fotomontage zeige:



Dem ursprünglich konzipierten und auch so hergestellten minirex 75 entspricht das Exemplar mit Nr. 018 671. Er verfügte zur Reduzierung des Stromverbrauchs über eine Anzeige-Abschaltung nach ca. 15 s. Den EIN-Zustand signalisierte ein stets leutendes Segment B am linken Rand. Auch andere zum Zeitpunkt der Abschaltung dort leuchtende Segmente blieben aktiv. (Nur die acht rechts stehenden Stellen wurden durch eine diskrete Schaltung ausgeblendet.) Diese war nicht so zuverlässig, wie gedacht. und wurde deshalb bei späteren Exemplaren nicht mehr bestückt (siehe Nr. 026 535) bzw. bei Reparaturen gebrückt (wie bei Nr. 008 541 in der unteren rechten Ecke). Zu dem erfolgte auch wieder ein Ersatz defekter Taschenrechner-Schaltkreise durch nachweislich erst Jahre nach dem minirex 75 später produzierte IC-Exemplare (Wie bei Nr. 001 341).
Zusammenfassend möchte ich feststellen, daß ich in den ausgewerteten minirex 75 als Taschenrechner-Schaltkreise die Typen U820D sowie U821D aus dem VEB Funkwerk Erfurt, als auch die amerikanischen Typen MOSTEK Ms5020B sowie recht oft TI TMS0105N (alle mit unterschiedlicher Herstellungszeit-Kennzeichung) vorfand. Bei Verwendung des MOSTEK-Schaltkreises ist der diskrete Taktgenerator nicht bestückt und dafür der Takteingang des ICs mit einer RC-Kombination beschaltet.
Ähnlich verhält es sich bei den eingesetzten LED-Anzeigemodulen. Hier fand ich
vorrangig die Typen VQC 32 aus dem VEB Werk für Fernsehelektronik Berlin vor, aber auch Module der Typen DL 33 (z.B. bei Nr. 001341) sowie DL 330 (z.B. bei Nr. 008 541) der amerikanischen Firma litronix.
Analoges gilt für die Ausführungsvariante mit fehlender Taste [D] und fehlender
Fließ-/Festkommawahl. Hier kommt nur ein entsprechend veränderter
Tastatur-Grundkörper zum Einsatz. Die Anzeige-Abschaltung ist generell nicht
bestückt. Diese Exemplare wurden dafür zu einem deutlich reduzierten Preis verkauft.
Bei den im Zeitraum 2013-2017 erfaßten ca. 50 minirex 75 konnte ich so sieben
verschiede Ausführungen dokumentieren. Weitere sind aber durchaus möglich ...

Weiterhin habe ich die nach folgende Tabelle der nachgewiesenen Gerätenummern aktualisiert. Wieder konnte für einen Typ (SR 1) eine Stückzahl größer 1 Million aufgespürt werden. Dazu schrieb ich auch entsprechende Eigentümer mit unterschiedlichem Erfolg an. Die Antworten reichten von wohlwollender Unterstützung mit Zusendung von aussagekräftigen
Fotos, über "stille ruht der See", bis zur "Verarschung". Mein Dank an dieser Stelle gilt alle denen, die durch ihre Zuarbeit eine solche Auswertung und Dokumentation erst ermöglichen!

kleinste ... Typ .... größte Nr. - Stand 12'2017
------------------------------------------------------
001 107 .... 73 .... 005 683
001 278 .... 74 .... 014 166
001 341 .... 75 .... 062 242
017 790 ... 75r .... 055 361 (reduzierte Version)
003 216 ... 100 .... 180 424
003 024 ... 200 .... 091 940
002 559 ... 400 .... 016 848
002 171 ... 600 .... 019 096
002 012 ... 201 .... 125 387
-----------------------------------
008 552 ... 410 .... 282 690
033 213 ... 411 .... 677 690
005 335 ... 412 .... 975 632
225 715 ... 413 .(1) 000 957
... 102 ... 420 .... 150 226
001 284 ...4110 .... 499 434
504 702 ...4130 .(1) 009 326
003 346 ... 510 .... 026 291
001 796 ...510P .... 003 419 (10. Parteitag)
003 414 ... 511 .... 174 146
176 794 ... 513 .... 236 693
003 486 ... 609 .... 975 067
015 716 ... SR1 .(1) 130 138
001 540 ... 610 .... 522 418
... 108 ...6090 .... 100 723

Dieser Beitrag wurde am 24.12.2017 um 10:54 Uhr von AE editiert.
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035
23.12.2017, 00:32 Uhr
RenéB



Ich hatte mal einen MR410. Der existiert leider nicht mehr. Aber ich erinnere mich daran, dass innen ein Schaltkreis von SHARP war.
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036
17.05.2018, 19:36 Uhr
matro



Ich hab mal meine Taschenrechner rausgesucht.

MR411 Nr.211249
MR6090 Nr.064631
MR4110 Nr.193943
minirex75 rechnergerät Nr.032513 netzteil Nr.028191

AE
bei bedarf würde ich sie Dir überlassen

mit besten Grüßen
Maik
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037
11.12.2018, 08:46 Uhr
AE
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Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Obwohl wir nun schon über eine längere Zeit den Eigentümerwechsel von DDR-Taschenrechnern via ibei beobachten, finden sich noch immer Ergänzungen in unserer Liste der erfaßten kleinsten und größten Gerätenummern.
Auch für den MR 609 fanden wir jetzt Gerätenummern > 1 Million. Nur für den "abgerüsteten" MR 412 ist dies noch vorstellbar. Bei allen anderen Typen ist der Abstand zu dieser Schallmauer einfach zu groß.
Erstmals füge ich für die erste Generaton die bisher von den einzelnen Typen
erfaßten Stückzahlen an. Die tatsächlich Beobachteten sind um meist 1/3 größer, da nicht alle Besitzer die Gerätenummern und Details herausrücken. Trotzdem ist schon eine gute Abdeckung über die jeweiligen Produktionszahlen erreicht. Für die Typen MR 4130 und MR 513 ist noch nicht geklärt, ob die Greätenummern auch von "Null" an gezählt wurden.
Nach wie vor ist die Einbeziehung der TESLA-Gerätenummern nicht geklärt. Auch die Stückzahl des für die Sowjetunion produzierten Typs B3-19 ist offen (nicht in der Tabelle angeführt).

kleinste ... Typ .... größte Nr. .. (erfaßt) - Stand 12'2018, 11 Änderungen
-----------------------------------------------------------------------------------
001 008 .... 73 .... 005 683 .. (14)
001 278 .... 74 .... 014 166 .. (16)
001 341 .... 75 .... 062 493 .. (54)
017 790 .... 75r.... 037 335 .. (24) (reduzierte
Version) 055 361 ??
003 216 ... 100 .... 180 424 .. (52)
003 024 ... 200 .... 091 940 .. (21)
002 256 ... 400 .... 016 848 .. (20)
002 171 ... 600 .... 019 096 .. (18)
001 867 ... 201 .... 125 387 .. (51)
------------------------------------
008 552 ... 410 .... 282 690
001 002 ... 411 .... 677 690
005 335 ... 412 .... 975 632
225 715 ... 413 .(1) 000 957
... 102 ... 420 .... 151 502
001 284 ...4110 .... 505 400
504 702 ...4130 .(1) 012 237
003 346 ... 510 .... 029 994
000 099 ... 511P.... 003 419 (10. Parteitag)
003 414 ... 511 .... 174 146
176 794 ... 513 .... 236 693
003 486 ... 609 .(1) 010 333
015 716 ... SR1 .(1) 173 378
001 540 ... 610 .... 522 418
... 108 ...6090 .... 100 723

Die Gerätenummern vom minirex 75(r) sind nach jetzigem Kenntnisstand innerhalb der Nummern vom minirex 75 einzuordnen. Wir lassen sie zur Information aber getrennt stehen. Es scheint, diese Ausführung wurde nur zeitweise hergestellt und danach nur noch die äußerlich ursprüngliche, aber ohne bestückte Anzeigeabschaltung.
Beim MR 511 sind uns vier Ausführungsserien bekannt:
- Eine Nullserie (silberne Front, weiße LCD, schwarze und gelbe Tasten,
Kunststoff-Einsteckhülle),
- die Parteitags-Sonderedition (goldene Front, gelbe LCD, schwarze und gelbe Tasten, rotes Leder-Klappetui),
- die Großserie (silberne Front; anfangs noch gelbe, später weiße LCD; schwarze, blaue und weiße Tasten in unterschiedlichen Kombinationen;
Kunststoff-Einsteckhülle) und
- eine weitere Sonderserie als Repräsentationsgeschenke mit Leder-Einstecketui.
Darüber hinaus existieren bei hohen Gerätenummern auch Exemplare mit farbiger Front und Rückwand (z.B. in grün). Hier ein solches Beispiel [Nr. 094 726]:
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038
11.12.2018, 08:51 Uhr
AE
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Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Obwohl wir nun schon über eine längere Zeit den Eigentümerwechsel von DDR-Taschenrechnern via ibei beobachten, finden sich noch immer Ergänzungen in unserer Liste der erfaßten kleinsten und größten Gerätenummern.
Auch für den MR 609 fanden wir jetzt Gerätenummern > 1 Million. Nur für den "abgerüsteten" MR 412 ist dies noch vorstellbar. Bei allen anderen Typen ist der Abstand zu dieser Schallmauer einfach zu groß.
Erstmals füge ich für die erste Generaton die bisher von den einzelnen Typen
erfaßten Stückzahlen an. Die tatsächlich Beobachteten sind um meist 1/3 größer, da nicht alle Besitzer die Gerätenummern und Details herausrücken. Trotzdem ist schon eine gute Abdeckung über die jeweiligen Produktionszahlen erreicht. Für die Typen MR 4130 und MR 513 ist noch nicht geklärt, ob die Greätenummern auch von "Null" an gezählt wurden.
Nach wie vor ist die Einbeziehung der TESLA-Gerätenummern nicht geklärt. Auch die Stückzahl des für die Sowjetunion produzierten Typs B3-19 ist offen (nicht in der Tabelle angeführt).

kleinste ... Typ .... größte Nr. .. (erfaßt) - Stand 12'2018, 11 Änderungen
-----------------------------------------------------------------------------------
001 008 .... 73 .... 005 683 .. (14)
001 278 .... 74 .... 014 166 .. (16)
001 341 .... 75 .... 062 493 .. (54)
017 790 .... 75r.... 037 335 .. (24) (reduzierte Version)
003 216 ... 100 .... 180 424 .. (52)
003 024 ... 200 .... 091 940 .. (21)
002 256 ... 400 .... 016 848 .. (20)
002 171 ... 600 .... 019 096 .. (18)
001 867 ... 201 .... 125 387 .. (51)
------------------------------------
008 552 ... 410 .... 282 690
001 002 ... 411 .... 677 690
005 335 ... 412 .... 975 632
225 715 ... 413 .(1) 000 957
... 102 ... 420 .... 151 502
001 284 ...4110 .... 505 400
504 702 ...4130 .(1) 012 237
003 346 ... 510 .... 029 994
001 796 ... 511P.... 003 419 (10. Parteitag)
000 099 ... 511 .... 174 146
176 794 ... 513 .... 236 693
003 486 ... 609 .(1) 010 333
015 716 ... SR1 .(1) 173 378
001 540 ... 610 .... 522 418
... 108 ...6090 .... 100 723

Die Gerätenummern vom minirex 75(r) sind nach jetzigem Kenntnisstand innerhalb der Nummern vom minirex 75 einzuordnen. Wir lassen sie zur Information aber getrennt stehen. Es scheint, diese Ausführung wurde nur zeitweise hergestellt und danach nur noch die äußerlich ursprüngliche, aber ohne bestückte Anzeigeabschaltung.
Beim MR 511 sind uns vier Ausführungsserien bekannt:
- Eine Nullserie (silberne Front, weiße LCD, schwarze und gelbe Tasten,
Kunststoff-Einsteckhülle),
- die Parteitags-Sonderedition (goldene Front, gelbe LCD, schwarze und gelbe Tasten, rotes Leder-Klappetui),
- die Großserie (silberne Front; anfangs noch gelbe, später weiße LCD; schwarze, blaue und weiße Tasten in unterschiedlichen Kombinationen;
Kunststoff-Einsteckhülle) und
- eine weitere Sonderserie als Repräsentationsgeschenke mit Leder-Einstecketui.
Darüber hinaus existieren bei hohen Gerätenummern auch Exemplare mit farbiger Front und Rückwand (z.B. in grün). Hier ein solches Beispiel [Nr. 094 726]:





Vorstehend noch das Foto eines Exemplars der zweiten Sonderedition.

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2018 um 08:56 Uhr von AE editiert.
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039
13.12.2018, 22:16 Uhr
Stephan Hloucal



Der minirex73 in der Sammlung des Thüringer Museums für Elektrotechnik hat ein schwarzes Gehäuse und trägt die Seriennummer 005969
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040
09.05.2019, 19:49 Uhr
AE
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In Vorbereitung der Produktion der zweiten Generation der DDR-Taschenrechner fanden Wirtschaftsgespräche zwischen japanischen Konzernen und DDR-Betrieben statt. Auf der Grundlage dabei erzielter Verträge lieferten japanische Firmen wesentliche technologische Ausrüstungen und bauten diese auch auf.
Im VEB Werk für Fernseelektronik Berlin (WF) wurde ab 1979 die Anlage zur Herstellung von Flüssigkristall-Anzeigen errichtet und im Sommer 1981 in Betrieb genommen. Hergestellt wurden damit LCDs der dritten Generation (TN-Typ mit ca. 3V Betriebsspannung). Auf dieser Linie wurden alle in der DDR hergestellten Flüssigkristall-Anzeigen produziert (auch für Uhren, Digitalmultimeter, Taxameter, Kraftstoffzapfsäulen ...).
Zur 3µm-CMOS-Linie im VEB Halbleiterwerk Frankfurt/Oder liegen nach wie vor keine Aussagen vor. Einen Anhaltspunkt für die Inbetriebnahme gibt der älteste nachgewiesene Schaltkreis, der dort produziert sein sollte. Der U824 (Für diesen IC gibt es kein japanisches Äquivalent.) trägt das Zeitsignet R2 (Februar 1983). Er war im MR 609 mit Nummer 011 342 verbaut. Es wurde auch ein U825 mit P4 (April 1982) im MR 411 mit Nummer 433 624 gefunden. Es gibt weitere frühe Schaltkreise, doch liegt die Vermutung nahe, daß diese aus einer Pilotproduktion im ZFTM Dresden stammen ?
Die Herstellung von Taschenrechnern der zweiten Generation begann in VEB Röhrenwerk Mühlhausen 1979. Erste Exemplare der Typen MR 410 und MR 411 wurden auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1979 gezeigt, zur folgenden Herbstmesse der MR 610. Bis zur Inbetriebnahme der oben genannten technologischen Anlagen enthielten diese Taschenrechner im Rahmen der Verträge gelieferte japanische Schaltkreise und Anzeigen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß auch sehr ähnliche japanische und dort für OEM hergestellte Typen existieren. Hier sollen dafür zwei Beispiele angeführt werden:

Anfangs kamen im MR 410 der Schalkreis LI3009M (SHARP) und die Anzeige LD-810SE (EPSON) zum Einsatz. Die gleichen funktionsbestimmenden Bauteile arbeiten z.B. im (TRIUMPH) ADLER L812.



Mit dem Schalkreis T3566 (Toshiba) existieren etliche in der äußeren Gestaltung verschiedene Taschenrechner.
Hier das Paar MR 411 / TI 1790-II (DataChron) mit der Anzeige LD-380A (EPSON):


Dieser Beitrag wurde am 09.05.2019 um 19:51 Uhr von AE editiert.
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041
29.09.2019, 08:45 Uhr
AE
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.
Ich möchte hier auch das Verwandschaftsverhältnis des "Flaggschiffs" der DDR-Taschenrechner aufzeigen:
Neben dem technologischen know how lieferte Toshiba für die ersten ca. 40 000 MR 610 die Schaltkreise T3636. Die Flüssigkristallanzeigen LD-319 kamen von EPSON. Die auch bei etlichen MR 610 zu findenden gelb eingefärbten Polarisationsfilter dienen vor allem der Kontrastverbesserung. Die ihnen allgemein zugeschriebene Eigenschaft zur Reduzierung der UV-Strahlung war bei den in der 3. Generation der LCDs eingesetzten Flüssigkristall-Substanzen eigentlich nicht mehr erforderlich.



Nachdem ich im vergangenen Sommer mit weiteren aktiven Sammlern in Kontakt kam, konnte ich ihren Bestand in die Übersicht der kleinsten/größten erfaßten Gerätenummern einarbeiten. An einigen Stellen nahm ich darüber hinaus Korrekturen vor, da es sich scheinbar um "Ausreißer" handelte. Die Gerätenummern sind nun einmal auf der Rückwand angebracht und müssen nicht zwingend mit den Innereien korrespondieren. Mir sind diesbezüglich etliche Paarungen bekannt, bei den die Rückwand definitiv nicht zum "Rest" gehört ...
Trotz der nun bereits mehr als 1500 erfaßten noch existierenden DDR-Taschenrechner bleiben einige Details zu den hergestellten Stückzahlen nicht geklärt. Dafür benötige ich z.B. für den Gerätenummern-Bereich < 200 000 bei den Typen MR 412, MR 609 und SR 1 noch einige Rückseiten- und Innenaufnahmen. Wer sendet mir solche?

kleinste ... Typ .... größte Nr. . . . . - Stand 9'2019, 19 Änderungen
-----------------------------------------------------------------------------------
001 008 .... 73 .... 006 805 ..
001 068 .... 74 .... 014 166 ..
000 599 .... 75 .... 062 493 .. (*)
024 016 .... 75r.... 037 835 .. (reduzierte
Version)
003 216 ... 100 .... 185 541 .. (*)
003 024 ... 200 .... 092 614 .. (*)
002 001 ... 400 .... 017 194
..
001 598 ... 600 .... 019 096 ..
002 012 ... 201 .... 158 750 .. (*)
-------------------------------------------- mehr als 500 von > 520 T
008 552 ... 410 .... 282 690 . (+)
001 002 ... 411 .... 677 690 . (*)
005 335 ... 412 .... 975 632 . (+)
529 312 ... 413 .... 759 080 . (+)
. .. . 102 ... 420 .... 151 502
001 284 ...4110 .... 552 895 . (+)
475 545 ...4130 .(1) 012 201 . (+)
003 346 ... 510 .... 029 994
000 099 ... 511 .... 201 702
001 171 ... 511P.... 003 419 (10. Parteitag)
166 631 ... 513 .... 236 412
006 375 ... 609 .(1) 044 142 . (*)
. offen . ... SR1 .(1) 173 378 . (*)
001 540 ... 610 .... 522 418 . (*)
. .. . 108 ...6090 .... 120 071
----------------------------------------------- mehr als 1000 von > 4,7 M
.
mehr als 50 = (+) bzw. 100 = (*) Exemplare erfaßt

Dieser Beitrag wurde am 29.09.2019 um 09:05 Uhr von AE editiert.
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042
29.09.2019, 10:40 Uhr
Enrico
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Also reicht Dir nicht einfach die Nummer aus dem Bereich aus,
sondern Fotos möchtest Du auch noch.
Mein Vorder- und Hinterteil sieht aber Sch***** aus....
--
MFG
Enrico
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043
14.12.2019, 17:21 Uhr
AE
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Die Einführung eines Taschenrechners in den Unterricht der allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen der DDR war ein in Stufen über einen Zeitraum von einigen Jahren vollzogener Prozeß.
[s.a. http://waste.informatik.hu-berlin.de/robotron/diplom/texte/einsatz/taschenrechner.html u.a., die davon abschrieben und selten ergänzten]
Dabei mußte auch geklärt und festgelegt werden, welche rechentechnischen Funktionen solch Schulrechner ausführen sollte. Ausgangspunkt war der abzulösende Einsatz von Rechenstab und Logarithmentafel.

Am Ende der 1970er Jahre warfen fernöstliche und nordamerikanische Primärhersteller nahezu im halbjährigem Rhythmus neue Taschenrechnermodelle mit geändertem Äußeren und leicht modifiziertem Funktionsumfang auf den Massenmarkt, um ihren Anteil am zu verkaufenden "Kuchen" ja groß zu halten. In Europa fand zu dieser Zeit außer in der Sowjetunion und DDR keine eigenständige Produktion von wissenschaftlichen Taschenrechnern mehr statt.
Die Taschenrechner der amerikanischen Firma Hewlett Packard waren zwar Spitze, was die rechentechnische Funktionalität betrifft, aber eben auch im Preis. Sie basierten in den ersten Jahren nach 1972 (HP 35 - erster wissenschaftlicher Taschenrechner) auf einer Hersteller spezifischen Mehr-Chip-Architektur und hatten die UPN-Eingabe-Methodik. Ersteres minimiert nicht gerade den Herstellungsaufwand, während letzteres für den schulischen Gebrauch nicht besonders zweckmäßig erscheint.



Andererseits existierte seit 1976 mit dem TI-30 des amerikanischen Herstellers Texas Instruments ein Quasistandard. Seine 28 mathematischen Funktionen, 2 Elementar-Konstanten, 1 saldierender Speicher, algebraische Eingabemethodik mit Klammern, bis zu 11stellige Rechengenauigkeit (bis zu 8 Stellen werden angezeigt dazu 3 Schutzstellen mit 4/5-Rundung) und ein Rechenbereichsumfang von 10^-99 bis 10^99 ließen für den allgenmeinen ingenieurtechnischen Gebrauch kaum noch Wünsche offen. Um den Preis für den Massenmarkt kleinzuhalten (1978 ca. 60 DM), bestand dieser Taschenrechner nur noch aus Tastatur und dem Taschenrechner-Schaltkreis, der gleich auf dem LED-Anzeigemodul montiert war. Zur Verringerung des Stromverbrauchs, hatte er einen Schlafmodus. Doch war die eingesetzte Halbleitertechnologie zu diesem Zeitpunkt bereits veraltet.

In der Sowjetunion wurde seit 1976 mit dem B3-18 ein wissenschaftlicher Taschenrechner produziert. Ab 1977 folgte das Modell B3-19M, welches in Zusammenarbeit mit DDR-Betrieben hergestellt wurde.
Die in der DDR produzierte und verkaufte Variante war der konkret 600. [Hierzu wird ein gesonderter Beitrag folgen.] Ab 1979 verließen den VEB Röhrenwerk Mühlhausen die auf vertraglicher Basis mit japanischen Firmen gefertigten ersten Modelle der zweiten Taschenrechner-Generation. Zunächst mit importiertem CMOS-Schaltkreis und japanischer Flüssigkristall-Anzeige, wobei aber bei Produktionsstart bereits feststand, daß sie, sowie das möglich war, durch in der DDR hergestellte Bauteile abzulösen waren. Darunter war mit dem MR 610 auch ein erweiterter wissenschaftlicher Taschenrechner.



Ausgehend von diesem wurden die rechentechnischen Funktionen auf die im Mathematikunterricht bis einschließich der 12. Klasse der erweiterten Oberschulen vermittelten reduziert. (Wer, außer einigen Mathematikern und Physikern, kann mit den hyperbolischen Funktionen überhaupt etwas anfangen?) Dafür kam die Punkt-vor-Strich-Rechnung sowie eine automatische Abschaltung zur Batterie-Schonung hinzu. Warum auf Klammerebenen verzichtet wurde, bleibt das Geheimnis der Auswahlkommission. Auf jedem Fall blieb der algebraische Kern des MR 610 (interne mathematische Routinen, Rechengenauigkeit, Rechenbereichsumfang) unverändert.
Ergebnis der davon ausgehenden technisch-technologischen Entwicklung war der ab 1982 zunächst als MR 609 und mit verändert bedruckter Deckplatte (und der damit verdeckten Tastendurchbrüche) als MR 412 verkaufte Taschenrechner. Der Schuleinsatz als SR 1 begann im Unterrichtsjahr 1984/85. Allein dafür mußten in den Folgejahren jeweils mehr als 100 000 Stück bereitgestellt werden. So verwundert es nicht, daß dieser Typ mit mehr als 1,2 Millionen produzierten Exemplaren der häufigste DDR-Taschenrechner wurde. (Die genaue Stückzahl ist schwer zu ermitteln, da die darüber berichtenden Unterlagen nach der durch die Treuhandanstalt veranlaßten Produktionseinstellung 1990 vernichtet wurden. Der genannte Wert wurde durch Beobachtung der im internet nach 2015 auftauchenden Exemplare [für alle drei Varianten zusammen mehr als 500] und die Auswertung interner Eigenschaften von mehr als 30 Taschenrechnern mit dafür relevanten Gerätenummern geschätzt.)

Funktionsbestimmendes Teil des DDR-Schulrechners ist der Schaltkreis U824 hergestellt im VEB Halbleiterwerk Frankfurt/Oder in einer vom ZFTM Dresden erarbeiteten metal-gate-CMOS-Technologie.
[s.a. Berkner, Jörg: Halbleiter aus Frankfurt - Die Geschichte des Halbleiterwerkes HFO; ISBN: 9783936124569 ]
Wesentliche Teile der technologischen Spezialausrüstung dafür lieferten, bauten auf und nahmen japanische Firmen in Betrieb. Der U824 trägt zwar die niedrigste Typ-Bezeichnungsnummer der dort produzierten CMOS-Taschenrechner-Schaltkreise, doch war er, belegt durch Herstellungssignaturen, nicht der erste auf dieser technologischen Anlage gefertigte Chip. Da wahrscheinlich nicht alles ganz sauber war (Der Import der Anlagenteile verstieß sowieso gegen die damals aktuelle COCOM-Embargo-Liste.), gibt es zu allen DDR-Taschenrechner-Schaltkreisen keinen veröffentlichten Standard (TGL), sondern nur kombinatsinterne Typstandards mit Vertraulichkeitsvermerk. Viele technische Details bleiben so unbekannt, zumal der damit beschäftigte Personenkreis bis heute dazu schweigt und bald für immer schweigen wird. Schade! Denn nach mehr als 40 Jahren kann für das damalige Handeln ein ehemaliger DDR-Bürger nicht mehr belangt werden und es bleibt offen, welchen Anteil unsere Ingenieure bei der Entwicklung und Produktion dieser Schaltkreise hatten.



Während die Typen U825 (äquivalent zum Toshiba T3566) und U826 (T3636) sehr wahrscheinlich als "Gestattungsproduktion" auf der Grundlage von Verträgen hergestellt wurden [Belege dafür finden sich, wenn überhaupt, in den AEB-Akten (Applikationszentrum Elektronik Berlin) der Stasiunterlagen-Behörde in Berlin.], stellte sich die Lage für den U824 bisher so dar, daß über die unmittelbare Produktionsvorbereitung hinaus auch ein Eigenanteil bei der Modifikation interner Programme geleistet wurde. Denn dieser Schaltkreis hatte einige bei den zu Beginn der Entwicklung im ZFTM vorliegenden Toshiba-Typen in dieser Zusammenstellung abweichende Eigenschaften (z.B. Punkt-vor-Strich-Rechnung). Doch nach langem Suchen, Beschaffen und Schaltkreis-Forensik [www.datamath.org/forensic.htm] fand sich doch ein "sehr naher Verwandter", der T3941. Die damit ausgestatteten Taschenrechner (z.B. Canon F-42) haben die gleiche Tastatur-Matrix, die gleiche LCD-Ansteuerung und auch die automatische Ausschaltung nach gleicher Zeit. Da der T3941 jedoch erst drei Jahre nach dem deutlich leistungsstärkeren T3636 von Toshiba produziert wurde, bleibt die Möglichkeit, daß die entsprechende Modifikation von Toshiba als "Bezahlung" übernommen wurde. Doch warum sollte ein Hersteller, der pro Jahr mehrere solcher Modifikationsvarianten in Stückzahlen > 100 000 produziert und vermarktet das notwendig haben?



Vorstehender Beitrag stellt einen bearbeiteten Auszug aus der bisher unveröffentlichten "Dokumentation zu den in der DDR hergestellten Taschenrechnern" dar und basiert auf meinem momentanen Kenntnisstand. Ich bin deshalb dankbar für Hinweise auf fachliche Fehler und Ergänzungen.
-> 2 Ergänzungen, 1 sachliche Korrektur

Dieser Beitrag wurde am 15.12.2019 um 12:31 Uhr von AE editiert.
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044
18.12.2019, 18:11 Uhr
Stephan Hloucal



Ich darf auf eine Publikation hinweisen, die sich mit der Geschichte des Röhrenwerkes in Mühlhausen beschäftigt und sicher für einige interessant sein könnte:

Der Vortrag "Von der Zigarrenfabrik zum Gerichtsgebäude - aus der Geschichte des
VEB Röhrenwerk Mühlhausen
", gehalten auf dem KC-Treffen 2016 in Garitz, erschien
jetzt überarbeitet, ergänzt und mit etlichen Bildern als Aufsatz in den
"Mühlhäuser Beiträgen" Heft 42. Die Autoren H. Lorenz und L. Pöhlitz
schreiben auf 13 Seiten zu den einzelnen Produktionsetappen dieses Mühlhäuser Betriebes von der
Aufnahme der Elektronenröhren Fertigung vor Beginn des 2. Weltkrieges, über den
Schwierigen Neubeginn im Winter 1951/52 bis zur Liquidation durch die
Treuhandanstalt 1991.
Herausgeber der "Mühlhäuser Beiträgen" ist der Mühlhäuser Geschichts- und
Denkmalpflegeverein g.e.V. in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Mühlhausen
und den Mühlhäuser Museen. Die paperback-"Hefte" mit ca. 270 Seiten sind von den
Herausgebern zu beziehen. (Es gibt keine internet-Version.)
z.B. über :
Mühlhäuser Beiträge
Redaktionssekretär
peterbuehner@t-online.de
oder
Dr. H.Wittmann
Stadtarchiv
Ratsstraße 25
99974 Mühlhausen
Tel.:03601 452 141
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045
19.12.2019, 19:39 Uhr
Stephan Hloucal



Gelingt mir nicht ein Bild hochzuladen.
Dieser Beitrag wurde am 19.12.2019 um 19:43 Uhr von Stephan Hloucal editiert.
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046
19.12.2019, 19:58 Uhr
Stephan Hloucal



Leider ohne Bild
Dieser Beitrag wurde am 19.12.2019 um 19:59 Uhr von Stephan Hloucal editiert.
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047
19.12.2019, 20:16 Uhr
ralle



Mach beim Bild hochladen einfach einen 2. Tab auf.



Zun Verkleinern kannst du unter Windows den Irfan View oder unter Linux den xn view nutzen



Im Grunde ist das recht gut beschrieben...
--
Gruß Ralle

Wenn Sie dazu neigen, Bedienungsanleitungen zusammen mit dem Verpackungsmaterial wegzuwerfen, sehen Sie bitte von einem derart drastischen Schritt ab!...
... Nachdem Sie das Gerät eine Weile ausprobiert haben, machen Sie es sich am besten mit dieser Anleitung und ihrem Lieblingsgetränk ein oder zwei Stunden lang in Ihrem Sessel bequem. Dieser Zeitaufwand wird Sie dann später belohnen...

aus KENWOOD-Bedienungsanleitung TM-D700
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048
20.12.2019, 11:38 Uhr
AE
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049
11.02.2020, 10:09 Uhr
AE
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War es bisher eine begründete Annahme, daß bei Repaturen auch die Rückwände der Taschenrechner gewechselt wurden, so kann ich jetzt dafür einen Beleg vorweisen:



Die Gerätenummerlage bei den Typen MR 412, MR 609 und SR 1 gibt mir ständig neue Rätsel auf. Obwohl in der Zwischenzeit für alle 3 Typen zusammen fast 500 Exemplare erfaßt werden konnten, zeichnet sich nach wie vor keine klare Linie ab. Auch bei der Hinzunahme von Daten aus den Garantieurkunden ist keine eindeutige Vergabe der Gerätenummern erkennbar. Ich möchte deshalb nochmals aufrufen, entweder hier, oder direkt an mich solche Angaben zu übermitteln.

Im Jahr 2019 wurden im internet ca. 300 DDR-Taschenrechner angeboten und wechselten zu einem großen Teil den Besitzer. Bei nun mehr als 1800 erfaßten Exemplaren haben sich die hergestellten Anzahlen der einzelnen Typen deutlich verfestigt. Es gibt deshalb nur noch geringfügige Änderungen in der nachfolgenden Tabelle.



..

Dieser Beitrag wurde am 11.02.2020 um 10:13 Uhr von AE editiert.
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050
18.05.2020, 18:05 Uhr
AE
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Nach langwieriger Recherche, mit viel Geduld bei der Beschaffung und nach sorgfältiger Aufarbeitung und Analyse des gesammelten Materials möchte ich nun mit dem Aufsatz
"Die Taschenrechner B3-19M und konkret 600 - zwei sehr ähnliche, doch nicht gleiche Brüder"
eine der letzten Lücken im dokumentierten Wissen um die im thüringischen Mühlhausen hergestellten elektronischen Taschenrechner schließen.



Auf Grund der begrenzten Darstellungsmöglichkeiten hier im Robotrontechnik-Forum und des nicht unerheblichen Aufwands für eine erforderliche Umkodierung entschied ich, Interessenten die Datei im pdf-Format hier zur Verfügung zu stellen:

Wegen erweiterten Kenntnissen wurde der Aufsatz korrigiert und ergänzt. Weiter bei [061]

Dieser Beitrag wurde am 25.09.2020 um 11:27 Uhr von AE editiert.
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051
19.05.2020, 09:15 Uhr
Rainer



sehr schöner Beitrag!
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052
19.05.2020, 23:36 Uhr
Relaiskontakteputzer



Danke AE für diesen Beitrag!
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053
07.08.2020, 18:06 Uhr
AE
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Nach langem "Betteln" ließ sich doch jemand erweichen und lieh mir einen weiteren B3-19M zu Analyse- und Dokumentationszwecken. Dafür darf ich ihn auch eventuell wieder zum Leben erwecken ...
Nach dem Öffnen des noch vorhandenen OTK-Siegels von 1978 zeigte sich u.a. folgendes Bild:



Hat jemand eine Erklärung für die Ablagerungen?
Sie sind in dieser Form nicht üblich und erinnern mich an die Fehlerursachen der Sicherungshalter/Feinsicherungen aus DDR-Produktion: sehr fest anhaftend und kaum zu entfernen. Darunter sind keine Anätzungen!

Ich möchte hier noch 2 Detailfotos ergänzen:




Dieser Beitrag wurde am 09.08.2020 um 17:26 Uhr von AE editiert.
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054
07.08.2020, 18:45 Uhr
ralle



Lötmittel?
--
Gruß Ralle

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055
07.08.2020, 23:00 Uhr
ambrosius



Oder sich zersetzender Platinenlack? Hab das schon so ähnlich auf Platinen gesehen, welche mit in Spiritus aufgelöstem Kolophonium eingepinselt waren.
--
Viele Grüße
Holger
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056
08.08.2020, 10:50 Uhr
Ronny_aus_Halle
Moderator


Was mich ein wenig wundert ist die Grünfärbung an manchen stellen . Eher was korrosives z.b. Elektrolyt . Die Erscheinung scheint ja auch primär auf Stromversorgungsseite zu sein .

Wobei die Weisfärbung häufig auftritt wenn dieser Flußmittelack verwendet wurde und der mal feucht war. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein .

Wobei auch dieser einte hochkant stehende Tantalkondensator oder was auch immer das ist am Anschluss merkwürdig aussieht .

Gruß,
Ronny
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057
08.08.2020, 11:14 Uhr
Ontario



Das Grüne dürfte vom oxydiertem Kupfer kommen, hat man z. B. auch an billigen Brillengestellen nach dem Schwitzen.
--
Nix ist besser als garnix!
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058
09.08.2020, 17:31 Uhr
AE
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Um meine Fragen in [053] zu verstehen, ergänze ich hier zum Vergleich Fotos mit dem "üblichen" Erscheinungsbild beim Öffnen alter Taschenrechner mit NiCd-Akkus:





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059
09.08.2020, 19:59 Uhr
Ontario



Akkus undicht geworden und ausgegast, dann im Gerät niedergeschlagen und Salze gebildet? Bestimmt sehr gesundheitsschädlich...
Ich würde IC, LED-Anzeigen und das Gehäuse retten, gut säubern und den Rest am Schadstoffmobil abgeben.
--
Nix ist besser als garnix!
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060
12.08.2020, 08:22 Uhr
Germaniumröhre



Das ist Kaliumkarbonat und Kalilauge im Gemisch.
Läßt sich leicht mit Wasser abwaschen.
Das Grüne ist dann Kupferkarbonat wie auf den Kupferdächern. Wenn alles Kupfer umgewandelt ist, ist darunter eine Leitezugunterbrechung.

Viele Grüße
Bernd
--
Kombjuder sorgen für Arbeit, die man ohne Diesem sicherlich nicht hätte.
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061
25.09.2020, 11:21 Uhr
AE
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Als (wenn auch) etwas späte Reakion auf [050] erhielt ich gegenständlichen Zugriff auf ein zweites Exemplar des Elektronika B3-19M sowie aussagefähige Fotos und Informationen zu weiteren. So rundete sich das Bild zu diesem Taschenrechner ab. Ich stelle den überarbeiteten und ergänzten Aufsatz
"Die Taschenrechner B3-19M und konkret 600 - zwei sehr ähnliche, doch nicht gleiche Brüder"
Interessierten hier als Datei zur Verfügung:

<https://www.tiffe.de/robotron/SBKAE/k600+B3-19Mv2.pdf>

(Achtung: Groß- und Kleinschreibung beachten!)

Dieser Beitrag wurde am 26.09.2020 um 17:51 Uhr von AE editiert.
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062
04.10.2020, 11:38 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Germaniumröhre schrieb
Das ist Kaliumkarbonat und Kalilauge im Gemisch.
Läßt sich leicht mit Wasser abwaschen.
Das Grüne ist dann Kupferkarbonat wie auf den Kupferdächern.



Ich habe jede Menge Leiterplatten mit Verätzschäden, hervorgerufen durch ausgelaufene NC-Akkus. Bislang erweisen sich die grünen und blauen Salze als resistent gegen jegliche Versuche chemischer Entfernung (wobei ich logischerweise kein Mittel nehmen kann, das das Kupfer darunter gleich mit zersetzt). Auch Ultraschallbad bringt nichts.

Erkläre bitte Deine Technologie mit dem "leicht mit Wasser abwaschen".
--
Kernel panic: Out of swap space.
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063
04.10.2020, 11:56 Uhr
Enrico
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Hast Du es schon mal Kukident versucht?
Sogar das Klo geht mit Gebißreiniger besser sauber zu machen, als mit Kloreiniger.
--
MFG
Enrico
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064
04.10.2020, 13:47 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Enrico schrieb
Hast Du es schon mal Kukident versucht?
Sogar das Klo geht mit Gebißreiniger besser sauber zu machen, als mit Kloreiniger.




Nein, das habe ich nicht im Haushalt.
Hast Du damit schon Leiterplatten gereinigt?
--
Kernel panic: Out of swap space.
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065
04.10.2020, 14:36 Uhr
CarstenSc



Rüdiger,

Kupferkarbonat ist in Wasser unlöslich. Germaniumröhre schrieb lediglich, daß sich Kaliumkarbonat + Kalilauge mit Wasser entfernen lassen, mehr nicht.

Gruß
Carsten
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066
04.10.2020, 17:16 Uhr
Enrico
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Zitat:
Rüdiger schrieb

Nein, das habe ich nicht im Haushalt.
Hast Du damit schon Leiterplatten gereinigt?



Das nicht, aber bei Kontaklten in alten Taschenrechern, wo NiCd-Akkus drin waren.
Es hatte das wenigstens etwas gelöst.
--
MFG
Enrico
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067
27.12.2020, 12:37 Uhr
AE
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.
Hier soll die Thematik
"Verwandtschaft" der ersten DDR-Taschenrechnermodelle aus der 2. Generation fortgesetzt werden:

Es steht außer Zweifel, japanische Firmen lieferten auf der Basis von
Wirtschaftsverträgen wesentliche Komponenten der technologischen Ausrüstung
für die Herstellung der "Herzstücke" dieser Taschenrechner (CMOS-Schaltkreis,
Flüssigkristallanzeige), bauten die Anlagen auf und nahmen sie in Betrieb.
Bis damit produziert werden konnte, wurden diese Bauteile und erforderliche
Hilfsstoffe ebenso aus Japan importiert. Es ist deshalb kaum verwunderlich,
daß die ersten DDR-Taschenrechnermodelle der 2. Generation denen des
Schaltkreis-Entwicklers (Tokyo Shibaura Electronic Co., Ltd)
ähneln.



Doch es bleiben die Fragen: Was alles war tatsächlich lizenziert? Und wo blieb die eigene, schöpferische Ingenieursleistung? Damit sollen die Anstrengungen und die Arbeit des Leitungspersonals und der Mitarbeiter der beteiligten Betriebe keinesfalls herabgewürdigt werden. Denn jeder, der in die Vorbereitung und Durchführung der Produktion einer neuen, andersartigen Erzeugniskategorie in der DDR einbezogen war, weiß um die dabei aufgetretenen Schwierigkeiten und die zu lösenden Probleme. Immerhin fand in keinem anderen Land Europas, außer in der Sowjetunion und der DDR, in den 1980er Jahren eine weitgehend eigenständige Produktion moderner Taschenrechner mehr statt. (Ich höre schon: Weil's sich nicht rechnete!? Und was ist mit den TIs "assembled in Italy"?) Wichtig für den Verkauf war (und ist) nur ein einheimischer Markenname wie "ADLER", "ARISTO", "BRAUN", "MBO", "OLYMPIA", "privileg", "TRIUMPH" ..., hergestellt wurden (und werden) die Taschenrechner als OEM-Ware fernöstlicher Produzenten.

Einzig für den MR 4110 ist kein unmittelbares "Vorbild" erkennbar. Wobei es die quer liegende Bauform bereits gab (1969: Casio AS-A, 1973: SHARP EL-120),
auch mit eingebauter (CMOS-)Uhr (1976: CASIO CQ-1, 1978: SHARP CT-650).
Zumindest was die Gestalt betrifft, wurde hier etwas Eigenes geschaffen. Doch
wo waren die Arbeitsergonomen? Die Bedienung ist für rechtshändige Betätigung
ausgelegt. Wenn man die Ergebnisse notieren will, muß man ständig zwischen
Schreibgerät und Taschenrechner wechseln. Chance für eine allein stellende
Lösung - vertan! Doch immerhin war diese Bauform so funktional, daß zusammen
mit der Variante MR 4130 (Im Prinzip der gleiche Taschenrechner. Nur wurde
er anstelle des U825 mit dem Schaltkreis U827 bestückt, ein breiterer
Betätigungsknopf des Alarm-Schalters eingesetzt und eine verändert bedruckte
Frontplatte montiert.
) mehr als 1,1 Millionen Exemplare produziert und
verkauft werden konnten. [s.a. Tabelle der niedrigsten und höchsten
registrierten Gerätenummern
]







Anzumerken ist, die TI-Taschenrechner der GALAXY-Serie sind nachweislich erst
nach 1981 "designed in Germany with pedagogical features in mind"
[www.datamath.org/Sci/Galaxy].

Jetzt noch das "Pärchen" MR 511 / LC-853WA:



Im Wettbewerb um Marktanteile schuf der Schaltkreis-Entwickler und -Produzent
Toshiba diese Gattung "Miniatur-Taschenrechner mit Uhr im Kreditkarten-Format" 1978 etwa gleichzeitig mit dem Modell Card Time ST-24 von CASIO. Zur damaligen Zeit war diese Kombination eine wirkliche Innovation. Hervorzuheben ist die besonders dünne Bauform von nur 5 mm. Dafür kam ein zweiseitiger durchkontaktierter Leiterbahn-Film zum Einsatz. Die Bauelemente wurden Oberflächen montiert und in einer Sicke der Frontschale platziert.



Beim Mühlhäuser MR 511, dessen Entwicklung und Produktionsüberführung als
Initiative zum X. Parteitag der SED deklariert wurde, fand im wesentlichen nur eine Miniaturisierung und Umplatzierung der MR411-Lösung statt. Man beachte das unterschiedliche Leiterbahnbild. (In Europa und Nordamerika gab es dafür Standards. Deren Einhaltung wurde in der DDR aber auch staatlich kontrolliert. Doch allein die Erarbeitung der dafür erforderlichen Prüfunterlagen als Bestandteil der Erzeugnis-TGL (Technische Güte- und Liefervorschrift, entspricht in etwa einer DIN-Norm) behinderte und verzögerte die Einführung von Innovation merklich. Was bei einer auf viele Jahre angelegten Produktion durchaus noch sinnvoll erscheint, war für Konsumelektronik-Erzeugnisse mit einer internationalen "Halbwertszeit" unter einem Jahr eher kontraproduktiv.)
Die Bauform "Miniatur-Taschenrechner mit Uhr im Kreditkarten-Format" blieb
international ein Nischenerzeugnis. Von den beiden Varianten MR 511 und
MR 513 (Es gilt das oben für MR 4110 und MR 4130 gesagte ebenso.) wurden in
Mühlhausen zusammen mehr als 230 000 Stück hergestellt. (Darin sind sehr
wahrscheinlich auch die von TESLA verkauften enthalten.) International sind
nur noch das sowjetische Modell MK 93, die veränderte Ausführung LC-854WA von Toshiba und aus einer fernöstlichen OEM-Produktion für DUGENA gelieferte bekannt.


Dieser Beitrag wurde am 27.12.2020 um 12:42 Uhr von AE editiert.
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068
04.04.2021, 17:57 Uhr
AE
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Und wieder einmal darf ich mich korrigieren:
Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, stellten nahezu alle "Markenhersteller" mindestens ein Modell dieser Gerätekategorie her,
auch wenn es das internet nicht gleich hergibt. Ein Netz hat nun mal in den Maschen reichlich Lücken (schwarze Löcher?),
worin etliche Informationen leicht verschwinden ...
Ich möchte deshalb hier noch ergänzend zwei weitere Modelle der Bauform Taschenrechner in Scheckkartengröße mit (Stopp-) Uhrenfunktion zeigen:



Hier nochmals eine aktualisierte Übersicht zu den seit 2014 erfaßten Gerätenummern der DDR-Taschenrechner:



Die letzte Zahl jeder Zeile gibt das Verhältnis von erfaßter zur geschätzten produzierten Stückzahl in Promille an.

Eine zusammenfassende Bewertung der Zahlen:
- Für viele Modelle begann die Zählung der Gerätenummern bei Null.
(So auch die Aussage des für die Produktion verantwortlichen Leiters)
- Das gilt nicht für die "13er"-Varianten. Hier war man scheinbar von einer geringeren Produktionsmenge der "11er"
ausgegangen, die ja als produktionstechnologisch gleichwertig zu betrachten sind.
- Die zwei in der Tabelle ausgewiesenen Sonderausführungen tragen Gerätenummern innerhalb des jeweiligen Standardmodells.
Sie wurden nur wegen der eindeutigen äußeren Unterscheidbarkeit getrennt geführt.
- Über den Umfang der Parteitagsvariante konnte bisher keine restlose Klarheit erzielt werden:
Es tauchen Gerätenummern auf, die mehr als doppelt so groß sind als die Anzahl der Parteitagsdelegierten. Wer also hat alles
dieses "Ehrengeschenk" erhalten? Auch lassen sich diese Gerätenummern auf Grund ihrer Anzahl nicht mehr mit gefundenen,
offensichtlichen Rückwandvertauschungen erklären.
- Unklarheit herrscht auch weiterhin über die Gruppe MR 412, MR 609 und SR 1.
Auch wieder ein produktionstechnologisch gleichwertiges Erzeugnis.
Vermutlich deshalb die Verwendung eines einheitlichen Gerätenummernstammes. Als gesichert kann eine Gesamtzahl
> 1,2 Millionen betrachtet werden. Dazu wurden mehr als 50 Garantieurkunden und 800 fotografierte Exemplare ausgewertet.
Wobei bisher keine Gerätenummer doppelt auftrat, was aber für den Bereich bis 200 000 zumindest zu erwarten wäre.
- Die unter "TESLA" verkauften Modelle der zweiten Generation sind in der Tabelle nicht berücksichtigt.
Bei davon in der Zwischenzeit erfaßten mehr als 200 Gerätenummern liegen diese meist im Bereich
des entsprechenden DDR-Modells. Speziell beim Typ MR 610-T wurden jedoch auch fast gleich viele
außerhalb liegend gefunden. Hier ist zu vermuten, daß TESLA nach der Produktionseinstellung in
Thüringen Material, Halberzeugnisse, technologische Ausrüstungen usw. von der Treuhand erwarb und
eine gewisse Zeit weiter produzierte.
- Alle bisher erfaßten, als OEM-Erzeugnis exportierten Exemplare tragen
Gerätenummern
innerhalb des Bereiches der entsprechenden DDR-Standardmodelle.

**********
Mit viel Ausdauer gelang es mir, dem Puzzle zu den DDR-Taschenrechnern ein weiteres Teil einzufügen:
Nach dem mir lange Zeit nur das Rückwandfoto eines Verkaufsmusters vorlag, bekam ich unlängst
ein verkauftes Exemplar des seltenen Fisches vor die Linse:





Somit sollte belegt sein, auch die Piranha Marketing GmbH Langenselbold
verkaufte in Mühlhausen als OEM-Erzeugnisse hergestellte MR-Taschenrechner in
der BRD.
(OEM = original equipment manufacturer (engl.). Gemeint ist hier ein Handelsgebaren,
bei dem eine Firma eine andere bei Vorgabe von Gestalt und Funktion mit der Herstellung
einer Ware beauftragt, um sie dann unter eigenem Markennamen möglichst Gewinn bringend zu verkaufen.)
.

Dieser Beitrag wurde am 04.04.2021 um 18:13 Uhr von AE editiert.
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069
24.11.2021, 08:34 Uhr
AE
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.
Um den inzwischen erreichten Kenntnisstand aufzuzeigen, erarbeitete ich wieder einen Auszug aus der "Dokumentation zu den in der DDR hergestellten elektronischen Taschenrechnern". Nachfolgend findet Ihr hier nur den Anfang, denn auf Grund der begrenzten Darstellungsmöglichkeiten hier im Forum gibt's den bebilderten, 7seitigen Aufsatz als druckbare pdf-Datei auf indiviuelle Nachfrage per email. (Wie soll ich sie sonst versenden?)
.
Aus der Produktionshistorie des MR 610
.
Der VEB Röhrenwerk Mühlhausen stellte auf der Leipziger Herbstmesse 1979 erstmals den elektronischen Taschenrechner MR 610 vor [rfe 28(1979)H.12,S784] und viele staunten, was da so in der DDR hergestellt werden konnte.
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Das Messemuster zeigte sich in einem "weißen" Kunstststoffkorpus. Die Ziffern leuchteten schwarz vor goldfarbenen Hintergrund. 40 zweifarbige blaue, rote, weiße und schwarze Tasten waren in Funktionsgruppen angeordnet. Zwei blaue Schiebeschalter für EIN/AUS und zur Auswahl des Winkelmodus rundeten das Erscheinungsbild ab. Auf der Tastaturschablone aus Aluminium war zu erkennen, daß 17 Tasten eine Zweitfunktion hatten.
Neben den vier Grundrechenarten gab es Wurzel-, Potenz-, Exponential-, Winkel- und sogar Hyperbelfunktionen sowie deren Umkehrungen. Die Zahleneingabe konnte sowohl in natürlicher, als auch wissenschaftlicher Notation erfolgen. Für Berechnungen standen zwei Klammerebenen und ein separater Speicher zur Verfügung. Darüber hinaus konnten zwei Konstanten abgerufen und zehn Umrechnungen genutzt werden. Weiterhin war eine einfache Statistik mit Mittelwert und Standardabweichung sowie Fakultätsfunktion möglich. Die Eingabe erfolgte algebraisch, jedoch ohne Berücksichtigung der Regel Punkt-vor-Strich-Rechnung. Ergebnisse wurden achtstellig bzw. wenn erforderlich, mit zusätzlich zweistelligem Exponent angezeigt. Intern erfolgten die Berechnungen mit neunstelliger Genauigkeit (eine Schutzstelle). Die Anzeige informierte über Speicherbelegung, Klammerebenen, Funktionstasten-Betätigung, Statistik-Modus und Fehlerzustand. [rfe 30(1981)H.8,S535] Das ließ den Puls so manchen Ingenieurs oder Wissenschaftlers schneller schlagen!
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Was jedoch nicht veröffentlicht wurde und nur wenigen bekannt war: Es handelte sich um ein Lizenzerzeugnis, hergestellt auf der Grundlage von Wirtschaftsverträgen mit japanischen Firmen. Diese gestatteten, nicht nur ihre Technologie und das design zu nutzen, sondern lieferten zunächst auch noch die Kernstücke des Taschenrechners: den CMOS-Schaltkreis Toshiba T3636 und die Flüssigkristallanzeige EPSON LD319 sowie Hilfsmaterialien.
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Noch vor Ende des Jahres 1979 verließen die ersten ca. 2000 MR 610 den VEB Röhrenwerk Mühlhausen und wurden dem Handel übergeben. Zum Lieferumfang in einer grauen Pappfaltschachtel mit einer Grafik des Messemusters auf der Vorderseite gehörten eine Bedienungsanleitung, die Garantieurkunde, und ein Klappetui. Doch der aufgedruckte und dafür zu zahlende Ladenpreis von 730 M war höher als ein Monats-Nettolohn vieler Ingenieure damals in der DDR.
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070
25.11.2021, 13:13 Uhr
Rolli



Die Verteilung einer PDF ist ganz einfach über eine Cloud möglich.
Du stellst Deine PDF in eine Cloud und veröffentlichst hier im Forum den entsprechenden link. Dann kann sich jeder die PDF herunter laden.
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Wer Phantasie hat, ist noch lange kein Phantast
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071
25.11.2021, 13:57 Uhr
Rüdiger
Administrator


Oder mir die PDF schicken und ich lade sie hoch.
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Kernel panic: Out of swap space.
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072
14.04.2022, 11:01 Uhr
AE
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In den vergangenen Wochen setzte ich mich an meinen Schreibtisch und erarbeitete wieder einen Auszug aus der
"Dokumentation zu den in der DDR hergestellten Taschenrechnern"
diesmal zum Thema "Vom Taschenrechner konkret 200". Hier eine Beispielseite:
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Interessierten ermögliche ich, den Aufsatz als druckbare pdf-Datei per 'email' bei mir abzurufen.
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An dieser Stelle möchte ich allen, die mich mit Informationen und Material bei der Abfassung unterstützten oder auf der Grundlage einer Vorab-Version Hinweise auf erforderliche Korrekturen und mögliche Ergänzungen gaben, danken.
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Dieser Beitrag wurde am 14.04.2022 um 11:03 Uhr von AE editiert.
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