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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » Tom Nachdenks russisches C1-97 Oszilloskop... » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
07.03.2010, 20:33 Uhr
holm

Avatar von holm

Tom bat mich auf dem letzten Treffen in Pausin nach seinem hinterhältigerweise angeschleppten russischen Oszi C1-97 zu sehen. Leicht angesäuert fragte ich was er denkt wann das wohl werden solle. Heute habe ich mir die Krücke mal auf den Tisch gezogen.

Es handelt sich um ein 2 Kanal Gerät mit 350Mhz Grenzfrequenz und 50 Ohm Eingängen. Normalerweise gibt es wohl noch einen aktiven Tastkopf dazu, der das Gerät wohl auch für alltägliche Messungen brauchbar macht. Das Ding hat eine blaue 16cm Bildröhre.

Der hauptsächlich beanstandete Fehler war, das der Trigger von einem 50 Hz Jitter überlagert war und jede dargestellte Kurve in X-Richtung mit 50Hz wackelte, was bei höheren Ablenkgeschwindigkeiten dann zu einem breiten Band statt eines Strahls führte. Ich habe nun das Netzteil untersucht um einen defekten C zu finden der evtl. zu einer der Betriebsspannungen Netzbrumm hinzu fügt. Fehlanzeige, soweit alles ok, bis auf irgendwelche Schwinungspakete synchron zu Ablenkung die hauptsächlich auf der 150V Schiene auftreten. Das hat aber nichts weiter zu sagen....
Fast vom Glauben abgefallen bin ich, als ich feststellte das sich die Amplitude des Jitters mittels des Helligkeitsreglers für die Rasterbeleuchtung einstellen ließ ?!?!?

Ich habe dann etwas gefroscht und auf dem Schaltplan den ich irgendwo auf einem russichen Server im DJVU Format gefunden habe ausfindig gemacht, das die Netzkontrollampe (eh durchgebrannt) die Rasterbeleuchtung mit 47Ohm Drahtregler und auch die Synchronisationsart "Netz" aus einer 6,3V Wicklung direkt aus dem Netztrafo gespeist werden. Ich habe dann die Zuführung zur Umschalterplatine für die Synchronisation aufgetrennt, keine Änderung, also kein defekter Schalter, kein Ketchup oder keine Kotze auf der Platine (alles schon erlebt).
Ich habe dann ein Stück Kabelbaum aufgetrieselt und mir die Leitungsführung angeguckt: Bingo! Ein von Trafo kommendes Kabel geht an eine an die Frontplatte angenietete Lötöse unterhalb der Netzkontrolle, die andere Ader auf die Glühlampen der Rasterbleuchtung und von da geht der andere Pol über das Drahtpoti auf eine ca 6cm von der ersten Lötöse entfernte weitere Masselötöse.. Klassische Erdschleife.

Ich habe den Massedraht von der 1. auf die 2. Lötöse umgelegt und nun zeigt dieses Oszi zum ersten Mal in seinem Leben stehende Bilder denn es war noch original versiegelt....

Ohhh those Russians ...

BTW: ich hatte meinen Freund Arkadi im russischen Web nach Standardfehlern suchen lassen, es ist nix dabei raus gekommen bis auf die Tatsache das dieses Gerät wohl eine recht ansprechende Röntgenquelle wäre ...

Gruß,

Holm
--
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Dieser Beitrag wurde am 08.03.2010 um 11:23 Uhr von holm editiert.
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001
07.03.2010, 22:15 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Das ist ja ein toller Fehler und die Beschreibung der logischen Suche erst.
Gratulation für das Finden. Man denkt ja, daß an einem "neuen" Gerät so etwas nicht sein kann.

Bei einem Tesla-Stereo-Tonbandgerät gab es nach Aussage des Besitzers, plötzlich deutlich registrierbare Unterschiede in Klang und Lautstärke. Mehrere Male habe ich alle Frequenzgänge bei Aufnahme und Wiedergabe überprüft und versucht, neu abzugleichen. Es gelang nicht. Schließlich habe ich einen zerbrochenen Widerstand gefunden, der so schon ab Werk zerbrochen gewesen sein muß.

Der arme Mann hatte über Jahre seine "wertvollen" HIFI-Aufnahmen fehlerhaft aufgenommen.
--
Schreib wie du quatschst, dann schreibst du schlecht.
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002
07.03.2010, 23:21 Uhr
Tom Nachdenk



Hallo Holm, hinterhältigen Dank dafür! Da hätte ich ja Kondensatoren nachlöten könnnen bis ich schwarz werde.
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003
07.03.2010, 23:25 Uhr
Rüdiger
Administrator
Avatar von Rüdiger


Zitat:
holm schrieb
Ein von Trafo kommendes Kabel geht an eine an die Frontplatte angenietete Lötöse unterhalb der Netzkontrolle, die andere Ader auf die Glühlampen der Rasterbleuchtung und von da geht der andere Pol über das Drahtpoti auf eine ca 6cm von der ersten Lötöse entfernte weitere Masselötöse.. Klassische Erdschleife.

Ich frage mich immer, wie die Sowjetniks es geschafft haben, mit solcher Technik ins Weltall zu fliegen. Oder hatten die da importiert?
--
Kernel panic: Out of swap space.
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004
08.03.2010, 00:32 Uhr
michael jones



Nö, Instrukzia und Lötkolben dabei und `nen guten Ingenieur am Funk...

So was kenne ich aus meiner Armeezeit - nagelneues Funkgerät geht nicht, kein Piep. Lösung: alle Röhren lagen noch sauber verpackt in der Zubehörkiste. Und unsere Beschaffer haben gedacht, das sei der Ersatzteilsatz...
--
Es gibt Wichtigeres im Leben als fortwährend dessen Geschwindigkeit zu erhöhen (Gandhi)

Der Kapitalismus hat nicht gesiegt - er ist nur übrig geblieben...
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005
08.03.2010, 09:28 Uhr
paulotto



eine Endkontrolle hat es bei den Freunden wohl nicht gegeben. Ich hatte auch einen C1-91, nagelneu in Holzkisten verpackt (das war scheinbar das einzige, was die wirklich konnten), in Betrieb nehmen wollen: von den 4 möglichen Strahlen nur 2 sichtbar, eine Dualkassette also defekt. Da die Doku mit allen Schaltplänen vorhanden war, hab ich mich dann mal daran gesetzt und das Ding unter die Lupe genommen. Ergebnis: im Eingangsteil ein paar Dioden falsch herum eingesetzt, konnte also niemals funktioniert haben. War auf Grund der Enge eine ziemliche Fummelei. Danach lief das Ding aber. Vielleicht waren noch ein paar andere Macken drin, hatte aber bei der Arbeit bei den von mir benutzten Funktionen kein anderes Fehlverhalten mehr festgestellt.
Und die Serviceunterlagen waren auch lustig zu lesen: etwa so in der Art, wie man heutige BDA aus China erhält.Wenigstens die Schaltpläne waren i.O.
Wenn die nach der Methode "Meine Hand für mein Produkt" gearbeitet hätten, würden wahrscheinlich einige einhändig da rumlaufen...

Gruß,

Klaus
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006
08.03.2010, 10:42 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard

Das lässt sich ganz einfach erklären: Die Russkis haben bei Produkten für die "bösen Nazis" keinen gesteigerten Wert auf die Qualität gelegt. Die haben das damit begründet, dass die Geräte für den Preis, den die DDR pro Stück bezahlt hat, gut genug seien (der Einkaufspreis ab Russland lag wohl nicht wesentlich über 400,- M) und außerdem hätte die DDR die Geräte ja nicht kaufen müssen....
--
... und schalten Sie uns bitte wieder ein. Gleiche Stelle, gleiche Welle !!!!!
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007
08.03.2010, 10:59 Uhr
paulotto



die Oszis sind ja nicht generell nur für die DDR produziert worden. Man sollte also mit solchen Aussagen vorsichtig sein...

Gruß,

Klaus
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008
08.03.2010, 11:19 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard

Es gab speziell Geräte, die ausschließlich für den DDR-Markt hergestellt worden sind. Ich sage nur: Mashpriborintorg
--
... und schalten Sie uns bitte wieder ein. Gleiche Stelle, gleiche Welle !!!!!
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009
08.03.2010, 11:20 Uhr
holm

Avatar von holm


Zitat:
Rüdiger schrieb

Zitat:
holm schrieb
Ein von Trafo kommendes Kabel geht an eine an die Frontplatte angenietete Lötöse unterhalb der Netzkontrolle, die andere Ader auf die Glühlampen der Rasterbleuchtung und von da geht der andere Pol über das Drahtpoti auf eine ca 6cm von der ersten Lötöse entfernte weitere Masselötöse.. Klassische Erdschleife.

Ich frage mich immer, wie die Sowjetniks es geschafft haben, mit solcher Technik ins Weltall zu fliegen. Oder hatten die da importiert?

...ja. Die A4 (V2) ...

:-)

Gruß,

Holm
--
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010
08.03.2010, 14:02 Uhr
paulotto




Zitat:
Radioreinhard schrieb
Es gab speziell Geräte, die ausschließlich für den DDR-Markt hergestellt worden sind. Ich sage nur: Mashpriborintorg

das waren aber weniger die Meßgeräte als evtl. Konsumgüter.
Mashpriborintorg war für alle RGW-Länder zuständig und die Oszis wurden für die SU gebaut und dann auch in die RGW-Länder exportiert, weil es da so einen Beschluß gab, daß nicht jedes Land alles macht, sondern eine Konzentration in bestimmten Ländern zu erfolgen hatte. Wir haben ja früher selber Oszis in Berlin gebaut, deren Produktion auf Grund dieser Vorgehensweise eingestellt werden mußte...
Das sollte Dir aber bekannt sein.

Gruß,

Klaus
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011
08.03.2010, 14:08 Uhr
Rüdiger
Administrator
Avatar von Rüdiger

Die Geräte wurden in der Regel auch landesintern benutzt.
Mashpriborintorg war sowas wie VEB Robotron Export/Import, war also wahrscheinlich kein echter Hersteller.
Für die Exportvarianten kamen dann nur andere Frontblenden an die Geräte und die Handbücher wurden übersetzt.
--
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012
08.03.2010, 14:22 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard

Dann gibt's noch eine Variante: Holm hat einfach nur Murks erwischt.
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013
09.03.2010, 01:01 Uhr
ambrosius



also ein "Пοнедельник Инструмент " ...

mfg
Holger

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@hawk72, s. einen Beitrag weiter:

Stimmt!! ... besten Dank, ist auch schon lange her mit dem Russischen
--
viele Grüße
Holger

Dieser Beitrag wurde am 09.03.2010 um 12:37 Uhr von ambrosius editiert.
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014
09.03.2010, 09:18 Uhr
hawk72



da fehlt aber noch ein "L" ...
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015
16.03.2023, 15:44 Uhr
Messtechik




Zitat:
paulotto schrieb
eine Endkontrolle hat es bei den Freunden wohl nicht gegeben. Ich hatte auch einen C1-91, nagelneu in Holzkisten verpackt ....

Hallo,

steht dieser Oszi C1-91 eventuell jetzt zum Verkauf ?!

Wenn ja, würde ich ihn gerne inkl. Versand kaufen .

Gruß

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