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04.10.2026, 23:21 Uhr
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Die DDR wollte ab ca. 1980 ein automatisiertes Datennetz aufbauen, zunächst Leitungsvermittelt und ab 1982 Paketvermittelt. Da gab es einige Politbüro- und Ministerratsbeschlüsse.
Dem KNE und der Akademie der Wissenschaften wurde die Aufgabe gestellt ein paktetvermitteltes Datenvermittlungssystem zu entwickeln. Aus den Entwicklungsarbeiten konnten 1984 Muster zur Verfügung gestellt werden. Damit wurde mit je einem Knoten bei der DP und der AKdW in Berlin und bei Robotron in Dresden ein experimentelles Datennetz (EDN) aufgebaut.
Ab 1985 wurde aber klar, dass die Eigenentwicklung nicht abgeschlossen werden konnte. Dadurch wurde die Strategie dahingehend geändert, dass für den Erstausbau eines flächendeckenden Datennetzes, mit ca. 4000 Anschlüssen, die entsprechende Systeme importiert werden sollen. Für den weiteren Netzausbau sollten wieder Eigenentwicklungen verwendet werden. Diese Strategie wurde 1987 durch Poltibüro- und Ministerratsbeschlüsse bestätigt.
Es wurden Valutamittel von 50 Mio DM bereitgestellt, um ein Datex-P Netz mit 4000 Anschlüssen in der 1. Ausbaustufe zu ermöglichen. Die Netzdesign sah ein NOC in Berlin und vier Vermittlungsstellen in Berlin, Leipzig, Dresden und Chemnitz sowie ca. 150 Konzentratoren vor.
Mit der Firma Siemens, die mit der DP bereits vorher in Kontakt stand, wurde ein Importvertrag für 50 Mio abgeschlossen. Einzige Vorbehaltsklausel war die Zustimmung der COCOM Behörde. Unabhängig von der Freigabe wurden bereits Schulungen von Mitarbeitern der DP in München durchgeführt und Technik, die nicht unter das Embargo fiel, geliefert.
Die DP bereitete den Aufbau des Netzes vor u.a. durch Schulungen der Mitarbeiter, Ausbau von Übertragungswegen durch Einsatz von PCM 480 Systemen auf bestehenden Kabeln.
Es stellte sich heraus, dass die anzuschließende Rechentechnik nicht mit einer X.25 Schnittstelle ausgestattet war. In zähen Auseinandersetzungen wurde das Kombinat Robotron verpflichtet, ab dem 2. Halbjahr 1990 u.a. die Rechner EC1834, K1840 und EC1057 mit der Schnittstelle X.25 auszuliefern.
1988 wurde das MEE beauftragt, Vorschläge für den weiteren Ausbau des Datex-P Netzes bis Juni 1989 vorzulegen. Die Vorschläge des MEE sahen vor, durch Bündelung von Entwicklungskapazitäten ein Paketvermittlungssystem vom Typ „Robotron A7800“ bis Ende 1993 zu entwickeln und ab 1994 von Robotron Radeberg produzieren zu lassen.
Im August 1989 wurde klar, dass die COCOM Behörde die Lizenz nicht erteilen wird. Darauf hin sollte die Eigenentwicklung beschleunigt werden. Die Produktion sollte nun 1993 beginnen.

Literatur Günther, W.; Uhlig,H.: Telekommunikation in der DDR in Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste Diskussionsbeitrag Nr 90 Band 1 und 2;1992
Forschen mit „angezogener Handbremse“ https://inf.gi.de/10/forschen-mit-angezogener-handbremse
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