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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » Ju+Te 6K - Verbesserung des RGB-Signals » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
06.02.2026, 20:42 Uhr
HeikoS



Liebe Ju+Te 6K-Freunde,

schon seit ich meinen Ju+Te (dank Bert’s Grafikerweiterung) auf ES4.0 erweitert hatte, hat mir die Qualität der Bildschirmausgabe nicht so richtig gefallen. Ich habe es mit vielen SCART-Wandlern und diversen Monitoren versucht. Klar, blauer Hintergrund mit gelber Schrift sieht immer gut aus, aber bei vielen Programmen sind Übergänge unscharf und Farbverläufe nicht sauber. Beim Test des 640x192-Mode sind diese Dinge noch viel stärker zu Tage getreten. Da gibt es aber auch noch ein anderes Problem.

Da ich eigentlich den Fehler nicht suchen wollte, habe ich testweise eine neue Schaltung entwickelt, die direkt an den R,G,B,H-Ausgängen der Schieberegister des Videomoduls angeschlossen wird. Beide Schaltungen, „Original“ und „Neu“ wurden mit dem Oszi untersucht und mit LTspice simuliert.



Für alle Messungen diente das herrliche Testbild von Rolf (hier aus JTCEMU):



Ausschnitt einer Zeile durch den unteren Farbverlauf (cyan, rot, hellrot, …) der Stufe ROT als Oszillogramm:


gelb = Originalschaltung, blau = neue Schaltung.


Originalschaltung + SCART-Anschluss

Die Schaltung wurde eigentlich für den Anschluss an Monitoren mit TTL-Anschlüssen entwickelt. Das Widerstandsnetzwerk zur Anpassung an einen SCART-Anschluss (inkl. der Erzeugung des BAS-Signals) wurde sicherlich später noch hinzugefügt.

Deutlich sind die schlechten Signalflanken zu sehen und auch das Verhältnis der Helligkeitsstufen ist bei der mittleren Stufe nicht 1/3. Die Spitze bei 2,5µs entsteht durch die Überlagerung der Anstiegs- und Abfallzeiten zu diesem Zeitpunkt. Das lässt sich schlecht verhindern, aber bei schlechten Signalflanken verstärkt sich auch dieser Effekt.


gelb = Originalschaltung, blau= neue Schaltung

Neue Schaltung für SCART-Anschluss

Die 8 Farben werden beim Ju+Te 6K durch ein Helligkeitssignal auf 16 Farben erweitert. Dazu werden einfach immer alle Farben „angehoben“. Wenn z.B. ein „Hellrot“ erzeugt werden soll, werden auch „Grün“ und „Blau“ angehoben um 1/3. Das erzeugt dann ein sehr helles Rot und analog die anderen Hell-Farben auch sehr hell. Ich hielt das erst für einen Fehler, da es nicht der CGA-Spezifikation entspricht und ich bin auch nicht sicher, was ein echter CGA-TTL-Monitor aus den Signalen R,G,B,H (H=hell) macht. Der BIC arbeitet auch so (habe ich am JKCEMU mit einem kleinen Testbild ausprobiert), die KC85/3/4 aber z.B. nicht. Da gibt es dann aber auch die „Farbe“ dunkelgrau nicht (R,G,B = 1/3).

Um die Helligkeitsstufen 0, 1/3, 2/3, 3/3 zu erzeugen, wurde ein R/2R-Netzwerk vor die Impedanzwandler/Treiber der R,G,B-Ausgänge gesetzt. Im Prinzip ist das ein kleiner 2-Bit D/A-Wandler. Damit das richtig geht, müssen die Pegel genau stimmen und die Flanken sollten möglichst steil sein. Daher sind noch 4 HCT-Stufen vor das R/2R-Netzwerk geschaltet. Das Ergebnis ist sehr gut.


gelb = Originalschaltung, blau = neue Schaltung

Modifizierte Originalschaltung

Das Widerstandsnetzwerk zur SCART-Signalerzeugung verschlechtert das RGB-Signal. Das kann man auch in der Simulation zeigen. Am meisten wirkt sich der 51 Ohm Widerstand R32 zur BAS-Signal-Erzeugung aus. Die Ausgangstufe zur Anhebung der RGB-Signale für die Hell-Farben wird zu sehr belastet. Da helfen dann auch die 33pF C’s als MitGegenkopplung zur Verbesserung der Signalflanken an den Transistorstufen nichts mehr.

Die Änderungen sind im Schaltbild zu sehen. Das Ergebnis sieht auch gut aus.

- Entfernung R32 (51 Ohm)
- Entfernung der Emitter-Widerstände (220 Ohm) der Transistorstufen (für SCART nicht notwendig)
- Anpassung der R1, R12, R19 (220 Ohm) auf 330 Ohm an der Anhebung von R,G,B
- Anpassung von R21 (75 Ohm) auf 160 Ohm beim SYNC-Signal



Die HCT-Stufen in der neuen Schaltung verbessern aber auch noch stark die Konstanz des H-Pegels der Schieberegisterausgänge, so dass ich denke, das Bild in der neuen Schaltung wird trotzdem noch ein wenig besser sein. Wenn das auch jemand einmal testen möchte, wären Rückmeldungen dazu schön. Es ist ja bei mir alles nur einmal aufgebaut worden und nur an einem Grundig TV mit SCART, VGA und HDMI-Anschluss betrieben worden.

Als nächstes möchte ich dann den 640x192-Mode mit den Verbesserungen testen. Auch da habe ich schon mal was probiert, aber dazu dann später mehr. Das kleine „analog“-Projekt hat mir viel Spaß gemacht, vor allem die Simulation mit LTspice ist wirklich genial.

Viele Grüße, Heiko

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2026 um 10:39 Uhr von HeikoS editiert.
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001
08.02.2026, 07:36 Uhr
Bert



Das kam unerwartet!
Da beschäftigt sich nochmal jemand ernsthaft mit den Videosignalen vom Ju+Te

Ich nehme mal an, die Signalqualität hat früher keinen gestört. Man froh war überhaupt Farbe zu haben:

Computermonitor mit SCART kommt mir auch etwas seltsam vor. Gab es sowas bei Commodore/Amiga/Atari?

Gibt es Software, die den 640x192-Modus nutzt?
M.E. sind die 640x192 nur bei s/w-Darstellung sinnvoll.
Der 8-Farb-Modus mit 640x192 ist recht wild, was die Ansteuerung betrifft.

Und das /HR-Signal ist nur nützlich, wenn der DL253 bestückt ist:

--
Viele Grüße,
Bert
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002
08.02.2026, 09:57 Uhr
HeikoS




Zitat:
Bert schrieb

Computermonitor mit SCART kommt mir auch etwas seltsam vor. Gab es sowas bei Commodore/Amiga/Atari?



Gleich mal in der "Fachliteratur" nachgeschaut. Der Monitor in den Veröffentlichungen von 1990 ist ein Commodore 1081. Der hat wohl tatsächlich einen SCART-Anschluss. Hatte ich auch noch nicht gesehen ...



------------
Commodore 1081 ist ein Farbmonitor, der von Commodore für die Amiga- und C64-Systeme entwickelt wurde. Er war ursprünglich für den Amiga 1000 vorgesehen und bietet eine Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten.

Bildschirm: 13 Zoll (335 mm), schwarzmatrix, Punktabstand: 0,39 mm oder 0,42 mm, Auflösung: 600 Zeilen im Zentrum, unterstützt RGB 80 x 25 und Composite 40 x 25, sowie 640 x 256 Pixel und 640 x 512 Pixel interlaced.
Anschlüsse: RGB analog (DIN), Composite Video (HDD15), Audio (mono), SCART, mit negativer Synchronisierung (1V 0,5Vpp, 75 Ohm) und Audioeingang (150mV – 2 Veff, 10 kOhm).
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Viele Grüße, Heiko

Dieser Beitrag wurde am 08.02.2026 um 10:00 Uhr von HeikoS editiert.
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003
08.02.2026, 10:56 Uhr
ralle



Das müsste der Vorgänger des 1084 gewesen sein.
--
Gruß Ralle

Wenn Sie dazu neigen, Bedienungsanleitungen zusammen mit dem Verpackungsmaterial wegzuwerfen, sehen Sie bitte von einem derart drastischen Schritt ab!...
... Nachdem Sie das Gerät eine Weile ausprobiert haben, machen Sie es sich am besten mit dieser Anleitung und ihrem Lieblingsgetränk ein oder zwei Stunden lang in Ihrem Sessel bequem. Dieser Zeitaufwand wird Sie dann später belohnen...

aus KENWOOD-Bedienungsanleitung TM-D700
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004
08.02.2026, 20:57 Uhr
Dresdenboy



@Heiko:
Coole Sache! (mal wieder) Der Sinn der Selbstbau-Computer war ja auch nicht, nie etwas daran zu ändern, oder?

Es gab auch 1084-Varianten mit SCART. So einen 1084P (doch kein 1081 oben, siehe auch hier) habe ich hier sogar für einen Zeilentrafo-Tausch bereit stehen.

VG,
Matthias
--
___________________________________
Produktionen im Rahmen der "The Computer Art Community" (Demoszene): https://demozoo.org/sceners/64936/, YT-Kanal: https://www.youtube.com/@4lpha0ne/videos
Aktuelle Projekte: GDC-Analysen für Grafikeffekte u. Demo/Game-Framework, universelles BIC-Modul auf Pico-Basis, Packer mit sehr kleinem 6502-Dekompressor
HW: BIC, MSX2+, KC87, KC85/2-4, KCC, LC-80, PC1715, C64, C16, Plus/4, A500, A1200, Mega 65, µCs ...
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005
09.02.2026, 07:39 Uhr
HeikoS



Ich deute es als 1081, aber je länger ich da drauf schaue, desto weniger erkenne ich ... :-)))

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006
09.02.2026, 08:56 Uhr
Bert



Ich konnte auf dem Scan von der Kopie gar nix erkennen

Aber gut zu wissen, daß es SCART am Monitor tatsächlich gab.
--
Viele Grüße,
Bert
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007
09.02.2026, 11:25 Uhr
Dresdenboy




Zitat:
HeikoS schrieb
Ich deute es als 1081, aber je länger ich da drauf schaue, desto weniger erkenne ich ... :-)))



Spannend! Ja, für eine "4" ist der Strich zu eng dran. Dann gibt es da wohl auch eine Design-Gemeinsamkeit in der Reihe, nicht ungewöhnlich.
--
___________________________________
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008
09.02.2026, 13:06 Uhr
ggrohmann




Zitat:
Dresdenboy schrieb

Zitat:
HeikoS schrieb
Ich deute es als 1081, aber je länger ich da drauf schaue, desto weniger erkenne ich ... :-)))



Spannend! Ja, für eine "4" ist der Strich zu eng dran. Dann gibt es da wohl auch eine Design-Gemeinsamkeit in der Reihe, nicht ungewöhnlich.



Also die beiden Einsen gleichen sich doch verdächtig stark ...
Übrigens hatte der Amiga 2000 auch einen Scart-Ausgang - nur enthielt das FBAS-Signal keinen Bildinhalt.

Guido
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