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22.03.2026, 16:04 Uhr
Burkhard
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Hallo,
ich habe die Software aus den EPROMS versucht zu rekonstruieren. Ich habe mir die gekippten Bits in den einzelnen Bytes angesehen und versucht nach try-and-error herauszufinden welchen Wert das ursprüngliche Byte gehabt haben könnte, damit der Code wieder Sinn ergibt. Es hat einige Zeit gedauert, sieht aber ganz gut aus. Einige Informationen von einem Ehemaligen der damit zu tun hatte haben mir auch dabei geholfen das System zu verstehen und Fehler zu finden. Folgendes konnte ich rekonstruieren, einiges wurde auch schon in Beiträgen weiter oben genannt: Das System diente zur Darstellung der Luftlage über der DDR, und bekam seine Daten vom Zentralgefechtsstand 14 der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung in Fürstenwalde (ZGS14 Fuchsbau). Als Dateneingänge verfügte das System über zwei Fernschreibanschlüsse, 50Bd, Zeichensatz Fernschreibstandard, es mussten nicht beide aktiv sein. Der "interne" Monitor dient zu einer tabellarischen Darstellung von Informationen über die Ziele im Luftraum sowie für Konfigurationsdialoge. Der angeschlossene Farbmonitor K7226 diente zu einer vereinfachten Kartendarstellung. Angeschlossen werden konnten ebenfalls für die Kartendarstellung weitere s/w Fernbildschreiber. Nach dem Einschalten des Systems mussten Grundeinstellungen getroffen werden, z.B. Uhrzeit, Kodierung des Koordinatensystems und Art der Fernschreibleitungen Die Übertragung basierte auf festgelegten Telegrammen. Jedes Telegramm beginnt mit einem Vorspann und einer Kennung für den Telegrammtyp. Je nach festgelegter Art der Fernschreibleitungen wurden bei offenen 3 Telegrammtypen mit 14 Zeichen bei gedeckten Leitungen 7 Telegrammtypen mit 17 Zeichen ausgewertet und dargestellt. Diese Telegramme enthielten u.a. eine Zielnummer, Flughöhe, Geschwindigkeit, Art des Ziels, Koordinaten, Kurs aber auch statistische Daten. Zu jeder Zielart gab es ein Symbol mit einer bestimmten Farbe. Die Darstellung erfolgte in Pseudografik mit einem speziellen Zeichensatz, d.h. man war gebunden an die Darstellung der 64x32. Dadurch ging etwas an der Genauigkeit der Daten verloren, sowohl an der Positionsauflösung als auch am Kurs, der nur in 45° schritten dargestellt wurde. Für die Darstellung standen 5 Varianten zur Verfügung, Gesamtdarstellung oder einen viertel Teilausschnitt vergrößert auf den Bildschirm. Bedingt durch die Karte und die Software zur Auswertung war das System auf einen festen Luftraum zugeschnitten. Mangels vorhandener und funktionierender Hardware und weil auch die Fehlersuche und das Ausprobieren mit einem Z80 Emulator zu mühselig wurde habe ich mir einen kleinen Hilfsemulator gebastelt, der auch die beiden Bildschirmausgaben möglichst korrekt darstellt. Hier mal ein Beispiel von der Darstellung auf den Bildschirmen:
Interner Bildschirm:

Angeschlossener K7226:

Grüße Burkhard Dieser Beitrag wurde am 22.03.2026 um 16:05 Uhr von Burkhard editiert. |