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Autor Thread - Seiten: -1-
000
27.06.2020, 16:51 Uhr
Rüdiger
Administrator


Es geht um dieses Teil vom Transformatoren- und Röntgenwerk Dresden, verbaut in einem computergesteuerten DDR-Gerät:



Wieviel Volt erzeugt das sekundärseitig in Abhängigkeit vom Stromfluss der durchgefädelten Leitung?
Kann jemand das Typenschild interpretieren?
--
Kernel panic: Out of swap space.

Dieser Beitrag wurde am 27.06.2020 um 16:52 Uhr von Rüdiger editiert.
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001
27.06.2020, 17:06 Uhr
Klaus



Hallo Rüdiger,

scheint vermutlich ein Stromwandler 200A zu 1A zu sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stromwandler

Der Ausgang bringt dann einen Strom von 1A, wenn über die durchgefädelte Leitung ein Strom von 200A fließt.
Es wird da keine Spannung gemessen und der Ausgang sollte auch unbedingt "kurzgeschlossen" also ein Strommessgerät (keines mit Hall-Sensor) angeschlossen werden. Evtl. geht da auch ein passender Widerstand über den Du dann den Spannungsabfall messen kannst.

Ich hoffe ich liege mit meiner Vermutung richtig.

Viele Grüße,
Klaus
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002
27.06.2020, 18:25 Uhr
Rolly2



Klaus, Du liegst da richtig. 200 / 1A, darf Sekundär nicht ohne Abschlusswiderstand betrieben werden. !Hohe Spannung und evtl.Zerstörung!

VG, Andreas
--
wie man denkt, so lebt man!
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003
27.06.2020, 18:48 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Rolly2 schrieb
Klaus, Du liegst da richtig. 200 / 1A, darf Sekundär nicht ohne Abschlusswiderstand betrieben werden. !Hohe Spannung und evtl.Zerstörung!

VG, Andreas



Keine Angst, da ist ein Abschlusswiderstand drüber gelötet und der bleibt auch da.
Mein Problem ist eher umgekehrter Natur: mangels 200A muss ich das, was normalerweise aus dem Wandler kommt, simulieren, damit das Gerät nicht jammert.
Die nachfolgende Elektronik sieht so aus und es ist leider kein Schaltplan vorhanden:

http://www.robotrontechnik.de/bilder/Maschinensteuerungen/Zubehoer/VEM_Frequenzumrichter_7,5kW/Umrichter_10_k.jpg
--
Kernel panic: Out of swap space.

Dieser Beitrag wurde am 27.06.2020 um 18:52 Uhr von Rüdiger editiert.
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004
27.06.2020, 19:26 Uhr
Rolly2



Ich würde einen TST oder Ähnliches nehmen, einen 230 / 24V Steuertrafo dahinter schalten und einige Wicklungen CU-Draht der richtigen Stärke in den Wandler wickeln und das Ganze dann auf 10 oder 20A hochdrehen. Spannung Sekundär messen und dann auf 100/200A hochrechnen. Funktioniert. Ihr habt bestimmt einen soliden, passenden ST.

VG, Andreas
--
wie man denkt, so lebt man!
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005
28.06.2020, 00:41 Uhr
Greon



Hallo Rüdiger,
bei 7,5 kW Nennleistung fließen dort nur 15 A.
Aber: Es sind 2 vorhanden, die brauchen eine Phasenverschiebung von 120°.
Die Stromwandler sind Bestandteil des Stromregelkreises des Umrichters - der gemessene Strom sollte zum Regelverhalten passen.
Möglicherweise wird auch der Phasenwinkel zwischen Strom und Spannung gemessen und in die Regelung einbezogen.
Ich denke, es wird einfacher sein, einen halbwegs geeigneten Motor zu besorgen.

Gruß Olaf

P.S. Mein damaliger Hinweis (012) hat wohl nichts gebracht?

Dieser Beitrag wurde am 28.06.2020 um 00:56 Uhr von Greon editiert.
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006
28.06.2020, 12:04 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Greon schrieb
bei 7,5 kW Nennleistung fließen dort nur 15 A.
Aber: Es sind 2 vorhanden, die brauchen eine Phasenverschiebung von 120°.
Die Stromwandler sind Bestandteil des Stromregelkreises des Umrichters - der gemessene Strom sollte zum Regelverhalten passen.



Im DDU sind mehrere Wandler verbaut, an verschiedene Stellen, mit 1...3 durchgehenden Leitern, für verschiedene Zwecke und bei verschiedenen Stromkurven.



Zitat:
Ich denke, es wird einfacher sein, einen halbwegs geeigneten Motor zu besorgen.



Motoren habe ich genug.
Aber so lange das Gerät nicht sicher läuft, werde ich da keinen Starkstrom einspeisen.
Ein Endstufentransistor kostet 340€ (*), im DDU sind 9 Stück davon verbaut, die nur darauf warten, jeden Fehler zu bestrafen...

(*) https://www.ostron.de/Bauelemente/aktive-Bauelemente/Leistungstransistor-SU-509.html


Zitat:
P.S. Mein damaliger Hinweis (012) hat wohl nichts gebracht?



Keiner weiß was, keiner hat was.
Gleiches Ergebnis auch in Zörbig und Thalheim. VEM hat gar nicht erst geantwortet.
Wir sind dabei, die Schaltpläne von den Leiterplatten abzunehmen, mühsam und langwierig...

Ist aber auf jeden Fall ein hochinteressantes Gerät...
--
Kernel panic: Out of swap space.

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2020 um 11:00 Uhr von Rüdiger editiert.
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007
28.06.2020, 19:51 Uhr
Greon



Respekt - da habt Ihr Euch mal wieder was vorgenommen!
Erzähl doch mal Näheres. Außer der Strommessung gibt es noch weitere Gründe, warum die Steuerung meckert:
Werden die 3 Phasen der Netzzuleitung direkt überwacht?
Mit Sicherheit wird die Spannung im Zwischenkreis irgendwo gemessen und muss sich in einem definierten Bereich befinden (zu niedrig - Netzfehler, zu hoch - Bremswiderstand fehlt).
Die zwei Stromwandler, von ich oben meinte, liegen im Motorkreis und prüfen u.a., ob alle 3 Phasen des Motors angeschlossen sind.
Das sollten so die wichtigsten Fehler sein, üblicherweise die Endstufe bei FU's komplett abschalten.

Gruß Olaf
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008
29.06.2020, 10:41 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Greon schrieb
Respekt - da habt Ihr Euch mal wieder was vorgenommen!
Erzähl doch mal Näheres.



Das Gerät ist Baujahr 1989, hatte dann ca. 12 Jahre Transportbänder in der Porzellan-Massenproduktion gesteuert. Lötspuren auf den Leiterplatten zeigen, dass es schon damals Defekte gab, die behoben wurden: sechs Endstufen wurden in der Zeit ersetzt. Kurz nach der Jahrtausendwende gab es ein massives Schadensereignis, das die endgültige Außerbetriebnahme des Gerätes einleitete. Bald darauf war auch mit der Firma endgültig Schluss. 2014 haben wir den 1-Zentner-Klotz geborgen (*). Seit 1/2 Jahr arbeiten wir intensiv an der Reparatur und der Erstellung der Schaltpläne, einer der damaligen Entwickler unterstützt uns dabei.

(*) https://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/sonderbeitraege/henneberg.htm

Das Gerät hat fünf Leiterplatten:
-Mikrorechner ( https://www.robotrontechnik.de/bilder/Maschinensteuerungen/Zubehoer/VEM_Frequenzumrichter_7,5kW/Umrichter_09_k.jpg ),
-Analogkarte ( https://www.robotrontechnik.de/bilder/Maschinensteuerungen/Zubehoer/VEM_Frequenzumrichter_7,5kW/Umrichter_10_k.jpg ),
-Wechselrichter, Pulssteller/Brems-Chopper( http://www.robotrontechnik.de/html/forum/thwb/../../../bilder/Upload_Forum/4_4fj.jpg ) und
-Netzteil ( http://www.robotrontechnik.de/html/forum/thwb/../../../bilder/Upload_Forum/4_qva.jpg ).

Ein vormals zerschossener B360E im Netzteil:


Im Netzteil war eine Handvoll Bauteile kaputt; haben wir inzwischen repariert. Danach geprüft/gemessen unter allen erdenklichen Belastungen: kann jetzt als fehlerfrei angesehen werden.
Der Wechselrichter geht seit dem Ersetzen eines IC B4002D zumindest klaglos in die Grundstellung.
Im Pulssteller leuchtet eine Fehler-LED: keiner weiß, was er damit sagen will.
Die Rechnerkarte ist völlig gaga: der Prozessor steht, obwohl er laufen sollte. Immerhin scheinen die EPROMs OK zu sein.
Die Analogkarte verhält sich erfreulich unauffällig, die Temperaturüberwachungen (Motor/Widerstände/Endstufen) haben wir im Griff.
Die Kondensatoren in den Leistungskreisen haben wir erfolgreich geprüft/formiert.

Bislang betreiben wir das Gerät nur mit Kleinspannung und tricksen ggf. die Sensoren aus, um möglichst viele Fehler im Vorfeld zu beheben, ohne neue zu produzieren.



Zitat:
Werden die 3 Phasen der Netzzuleitung direkt überwacht?



Ja.
Stromwandler gibt's im Ausgang (vermutlich eine Art FI-Schalter), noch einer im Ausgang (anscheinend Strommessung) und einer im Eingang (vermutlich Netzphasenanalyse).
Das Befeuern des Ausgangs von ersterem mit einem NF-Generator bringt eine Reaktion, das von letzterem hingegen aus unbekanntem Grund nicht.


Zitat:
Mit Sicherheit wird die Spannung im Zwischenkreis irgendwo gemessen und muss sich in einem definierten Bereich befinden (zu niedrig - Netzfehler, zu hoch - Bremswiderstand fehlt).



Ja, aber nicht per Stromwandler. Wie genau, wissen wir mangels Schaltplan noch nicht.

Zwei Bremswiderstände sind eingebaut, die werden elektronisch gepulst.
Weitere Bremswiderstände können extern angeschlossen werden.


Weitere Exemplare des DDU oder Ersatzbaugruppen lassen sich leider nicht lokalisieren.

Magst Du am DDU mit forschen?
--
Kernel panic: Out of swap space.

Dieser Beitrag wurde am 29.06.2020 um 15:53 Uhr von Rüdiger editiert.
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009
30.06.2020, 12:01 Uhr
hellas




Zitat:
Rüdiger schrieb
Ein Endstufentransistor kostet 340€ (*), im DDU sind 9 Stück davon verbaut, die nur darauf warten, jeden Fehler zu bestrafen...

(*) https://www.ostron.de/Bauelemente/aktive-Bauelemente/Leistungstransistor-SU-509.html

Keiner weiß was, keiner hat was...



Wow...stolzer Preis...gibts denn keine brauchbare Quelle zur Ersatzbeschaffung mehr? Schon mal bei Carsten nachgefragt? Ich kann mir schwer vorstellen, dass sich keine mehr auftreiben lassen. Bei mir liegen zumindest noch 5 Stück im Keller...ich konnte mich bisher einfach nicht trennen von diesen Briefbeschwerern ;-)
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