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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Warum war der Stern-Recorder 160 eigentlich nicht KC fähig? » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
21.07.2017, 23:47 Uhr
Micha

Avatar von Micha

vielleicht haue ich hier auch nur was durcheinander.

Glaube mal gelesen zu haben, daß frühere Modelle von DDR-Kassettenrecordern, wie z.B. der Stern 160, nicht mit den DDR-KCs zu gebrauchen waren. Irre ich mich? Falls nicht: was war der Grund dafür?
--
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001
22.07.2017, 00:11 Uhr
PIC18F2550

Avatar von PIC18F2550

Das lag an der automatischen Aussteuerung bei Aufnahme.
Ohne Signal wurde Die Verstärkung unkontrolliert sehr stark angehoben so das sogar das Netz-brummen sehr laut war obwohl bei Musik das nicht hörbar war.

Da zwischen den Datenblöcken bei einigen Geräten kein Ton erzeugt wurde wurde die Reglung zu stark und der erste Teil des Datenblocks übersteuert aufgenommen.

Bei manchen Musikstücken kam es zum Lautstärkepumpen was grauenhaft war.

Bei Nachfolgegeräten, wurde der Regelbereich etwas begrenzt oder gleich eine Handregelung vorgesehen, so das der Effekt nicht mehr so stark oder gar nicht sich zeigte.
--
42 ist die Antwort auf die "Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest"
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002
22.07.2017, 10:48 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Das ist interessant, danke für die Erklärung!

Wär jetzt auch nicht DDR, wenn es keine Bastel-Lösungen gegeben hätte, um die Aussteuerung des R160 zu verbessern bzw. eine Umschaltung auf manuelle Aussteuerung zu bewerkstelligen?
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003
22.07.2017, 11:12 Uhr
Guido
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Avatar von Guido

Der R160 war auch sonst zu nüscht fähig!
Er beeindruckte mit Holzgehäuse, hielt diesem Eindruck aber beim ersten Hören nicht stand
Radio ging so, Kassette war ein Graus! Service war abenteuerlich, trotz Unterlagen...
Das Ding strotzte nur so vor "Schneemännern" und "Arbeiterfahnen" die musste mal bald alle ersetzen.

Guido
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004
22.07.2017, 12:29 Uhr
Creep



Egal, der R160 war mein erster eigener Kassettenrecorder, den ich mir '80 für 300 Ostmark gebrauch gekauft und durch Altstoffsammeln verdient hatte. Damals in der 4. Klasse war ich damit der King! Leider hat er nicht lange gehalten.

Gruß., Rene
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005
23.07.2017, 18:33 Uhr
ggrohmann




Zitat:
Guido schrieb
Er beeindruckte mit Holzgehäuse, hielt diesem Eindruck aber beim ersten Hören nicht stand


Das kann ich nun so nicht bestätigen, es gab jedoch einige Gehäusevarianten von dem Ding, die auch verschieden klingen. Die Pressspangehäuse klingen tatsächlich etwas ungefälliger als die Voll-Sperrholzgehäuse, die es bis 1974/1875 gab.

Zitat:

Radio ging so,


Das war die Schaltung vom Elite 2000, noch mit Germanium-Transistoren. Es gab unterschiedliche Tuner. Warum man da nicht schon auf Silizium gegangen ist wie beim Anett, bleibt wohl das Geheimnis der Berliner.

Zitat:

Kassette war ein Graus! Service war abenteuerlich, trotz Unterlagen...


Hängt vom Baujahr ab. An dem Laufwerk wurde im Lauf der Zeit doch einiges verändert. Einfach zu warten ist es aber trotzdem nicht.

Zitat:

Das Ding strotzte nur so vor "Schneemännern"


Die Handvoll Schneemänner sitzen im Kassettenteil und müssen tatsächlich alle raus. Die kleinen silbernen, kyrillisch beschrifteten Elkos dort müssen aber auch raus. Spätere hellblaue und schwarze Frolyt dürfen drinbleiben. Weder auf der Radioplatine noch im Netzteil gibts weitere anfällige Elkos. Ich hatte nur zweimal einen axialen Elko in der Endstufe defekt, aber nach 40 Jahren ist das halt so.

Zitat:

und "Arbeiterfahnen" die musste mal bald alle ersetzen.


Bei den 20 verschiedenen R160/R1612 in meiner Sammlung betraf das genau ein Gerät. Von besagtem Kerko war übrigens eine Ecke abgebrochen. Zwei weitere Fälle hatte ich in je einem Anett und Anett IS. Da übertreibst du wohl gewaltig oder kennst das nur vom Hörensagen.


Generell mal einiges zu diesen Radiorecordern: Der R160 kam 1972 heraus, das war über 10 Jahre, bevor jemand damit Daten speichern wollte. Die Geräte von 1972, 1973, 1974 und 1975 haben auch äußerlich recht unterschiedliche Gehäuse. Etwas später wurde noch die Griffbefestigung geändert. Dann gabs noch einen Nachfolger namens R1612, der ein optisch sehr stark verändertes Gehäuse hat, innen jedoch mit den letzten R160 gleich ist. DEN R160 gabs also nicht wirklich.

Einige R1612 hatten eine komplett überarbeitet Laufwerkselektronik mit dem IC A202, wie sie auch im Anett IS2 und in einigen Prominent Duo zu finden waren. Diese Laufwerkselektronik findet sich selten auch im R160, wenn diese bei Reparaturen da hinein gekommen ist. Geräte mit dieser Laufwerkselektronik haben dieses ungünstige Aussteuerungsverhalten nicht.

Der Anett IS2 ist im Gegensatz zum Anett/Anett IS daher am KC gut brauchbar, vorausgesetzt, das Laufwerk ist ein einem mechanisch gutem Zustand. Ein solches Laufwerk richtig einzustellen ist aber eine Kunst für sich und die Serviceanleitung ist nicht allzu hilfreich. Eigentlich müßte auch ein Sonett mit Dynamikumschaltung oder Handaussteuerung funktionieren, nur kann man bei diesem nicht mithören während der Aufnahme. Ich habs einfach noch nicht probiert.

Die späteren Mono-/Radio)Recorder mit dem Geracord-Laufwerk eigen sich alle für den KC, wobei meist Geracord GC 6020 oder Datacord verwendet wurden.

Stereogeräte sind aufgrund der dünneren Aufzeichnungs-Spuren eher wenig geeignet, selbst wenn bei Mono-Aufnahme auf beiden Spuren dasselbe Signal aufgezeichnet wird.

Zum Einlesen von Programmen in den KC eignet sich hingegen jeder portable DDR-Recorder, auch bei den Stereo-Geräten funktioniert das meist recht gut. Der einzige Typ, den ich dazu noch nicht verwendet habe, ist der KT 100 - was daran liegt, daß ich solche Geräte noch nicht in der Sammlung hatte, als ich die Experimente mit meinem KC 85/3 gemacht habe. .

Guido

Dieser Beitrag wurde am 23.07.2017 um 18:34 Uhr von ggrohmann editiert.
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