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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Das HP9100 Märchen - nette Anekdote » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
20.01.2017, 21:52 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Der folgende Text könnte ein Märchen sein, oder auch wahr. Keine Ahnung. Aber es ist so oder so eine nette Geschichte. Aus der aus heutiger Sicht “guten alten Zeit”, als HP in den späten 1960er Jahren Pionierarbeit auf dem Gebiet der Entwicklung programmierbarer Tischrechner geleistet hat. Für Ingenieure und Wissenschaftler ganz sicher ein Meilenstein, wenn man nicht mehr mit allen Problemen mit einer Kiste von Lochkarten ins Rechenzentrum gehen mußte, sondern eine Maschine auf dem eigenen Schreibtisch stehen hatte, bei Bedarf jederzeit spontan verfügbar.

Damals, in den späten 1960er Jahren, war Bill Hewlett CEO von HP. Als sich die Entwicklung der ersten Generation von Tischrechnern anbahnte, waren die Texas Instruments 74xx Chips noch Zukunft. Was bedeutet, daß der Entwurf der HP9100 intern ein unglaublich komplexes Gestrüpp aus Transistoren, Dioden, und Drähten darstellte.

Für Bill Hewlett muß das HP-9100 Projekt Priorität gehabt haben: er bestellte das Design Team regelmäßig zum Report ein und stellte dann auch Forderungen auf. Bill Hewlett hatte einen großen L-förmigen Schreibtisch in seinem Büro. Diese Art von Schreibtischen waren damals üblich, um z.B. eine Schreibmaschine auf den Seitenteil zu stellen. In einer der Beratungen stellte Bill eine Anforderung an das Design-Team auf: der neue Tischrechner sollte auf das Seitenteil seines Schreibtischs passen. Der Prototyp des HP-9100 stand zu jenem Zeitpunkt direkt vor der Vollendung, Bill ging nach jener Beratung für 2 Wochen in den Urlaub.

Als der Prototyp fertig war, hat sich das Design-Team in das Büro von Bill Hewlett eingeschlichen. Sie stellten den Rechner probeweise auf den Seitenteil des Schreibtischs. Der Rechner erwies sich als ein paar Inches zu groß in seinen Abmessungen. Was nun?

Die Legende geht so, daß die HP Leute dann bei einem örtlichen Möbelhersteller einen Schreibtisch in Auftrag gegeben haben, der eine Kopie des Schreibtischs von Bill Hewlett war, mit etwas angepassten Maßen. Noch bevor Bill aus dem Urlaub zurück kam wurde sein Schreibtisch durch das Replikat ausgetauscht.

Aus dem Urlaub zurück, hat dann Bill das Design-Team das nächste Mal einbestellt. Die Mitarbeiter trugen den HP-9100 in Bill’s Büro, stellten ihn auf das Side Board: passte perfekt!

Bill lächelte zufrieden und sagte: “Seht ihr, ich habe euch herausgefordert, und ihr habt es geschafft!”


Ich find diese Anekdote hat viel mehr Tiefgang als man zugeben möchte.
--
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001
20.01.2017, 22:00 Uhr
robotics



nette Anekdote .
was sagt uns das ?
googled doch mal nach "Affe aif dem Chefsessel "

gruss Andreas
--
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002
20.01.2017, 23:19 Uhr
TTL-Grab



Hier ist die "richtige" Story über die Entwicklung des 9100:
http://www.hp9825.com/html/the_9100_project.html
Ganz ganz unten auf "more" klicken, dann kommt man zu part2, da ist auch ein Bild vom Schreibtisch.
Der Artikel ist sehr lang, ausführlich und sehr interessant und fesselnd geschrieben. Vergesst auch nicht, auf die enthaltenen Links zu klicken, z.B. die Beschreibung des ROMs, ein technisches Meisterwerk: http://www.hp9825.com/html/the_hp_9100_rom.html


<Zitat>
Hewlett wanted the HP 9100A to look good and he wanted it to be small. In fact, he required that the HP 9100 be small enough to fit on a pull-out typing stand built into his wooden work desk so that he could lower the stand and hide the calculator away inside the desk when not in use. It’s more than a little ironic that the form factor of this extremely complex and advanced piece of electronic computing equipment was to be determined by an old piece office furniture designed to support a typewriter—a 19th-century piece of office equipment.

In fact, the HP 9100A prototype fit on the typing stand but didn’t quite stow away inside the desk; it was just a bit too big. What happened next was an exercise in pure HP-style problem solving. The HP 9100A project engineers secretly had the company carpenter enlarge the opening in the desk just enough (about 1/8 of an inch) so that Hewlett’s size mandate was met. Dave Cochran, who told this story, recalls that Hewlett indeed never noticed the subterfuge (or at least never mentioned that he’d noticed).
</Zitat>
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003
21.01.2017, 22:25 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Danke für die Kommentare!
Ja, ich weiß, die Variante des Märchens wie ich es in 000 gepostet hab ist bisschen oberflächlich, ich war ja nicht dabei und ob der Rechner auf den Seitenteil des Schreibtischs oben drauf sollte oder auf eine ein- und ausfahrbaren Einschub: keine Ahnung.

@robotics: den Spiegel Artikel hab ich mit großem Interesse gelesen. Da ist sehr viel dran. Ich ärger mich beruflich seit ca. 20 Jahren mit so einem Kollegen herum, der seine ganze Macht drauf aufbaut, andere einzuschüchtern.

@TTL-Grab: danke für die Links! sehr interessant die Geschichte von Tom Osborne zu lesen, die kannte ich bisher noch nicht. So wie ich es jetzt versteh ist Tom Osborne ja eigentlich konzeptionell der Vater der Tischrechner bzw. der späteren Taschenrechner (?)
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004
22.01.2017, 06:20 Uhr
ralle



Ich glaube, das auch Robotron sowas ähnliches gemacht hat, nur andersrum. Erst der Rechner und dann den Schreibtisch drumrum. Mikroelektronik aus der DDR ist eben nicht kleinzubekommen...
--
Gruß Ralle

Wenn Sie dazu neigen, Bedienungsanleitungen zusammen mit dem Verpackungsmaterial wegzuwerfen, sehen Sie bitte von einem derart drastischen Schritt ab!...
... Nachdem Sie das Gerät eine Weile ausprobiert haben, machen Sie es sich am besten mit dieser Anleitung und ihrem Lieblingsgetränk ein oder zwei Stunden lang in Ihrem Sessel bequem. Dieser Zeitaufwand wird Sie dann später belohnen...

aus KENWOOD-Bedienungsanleitung TM-D700
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