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Heute, 11:59 Uhr
MarioG
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| Zitat: | ralle schrieb Es kommt auf die Sichtweise an. Konsumerelektronik ist nicht mit Profielektronik vergleichbar. Ende der 1980er waren im Heimbereich die Homecomputer meist mit 6502 oder Z80 bestückt. Mit dem 68000 gab es die ersten 16Bit Heimcomputer. Während im Professionellen Bereich schon mit Dos und Unix gearbeitet wurde, hatte CPM im heimbereich nochmals eine große Bedeutung. |
Wenn du dir die Werbeanzeigen in der BYTE mal anschaust, dann vollzog sich das in den USA alles schon 10 Jahre eher. Der Apple II (mit dem MOS6502) kam Mitte/Ende der 70er auf den Markt und er Motorola 68000er wurde 1979 vorgestellt und ab da verbaut. Mit Mikrocomputer meinte ich auch nicht unbedingt nur die Rechner für den Heimgebrauch, sondern eher deren Einsatz als PC - man schaue auf die Zubehör- und Softwareindustrie, die im verlinkten Byte-Magazin ihre Produkte bewirbt.
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Ich habe die beiden Seiten der Medaille ja oben versucht darzustellen:
Auf der einen Seite gab es den wissenschaftlichen Stand in Ost und West, der durchaus vergleichbar war. Man hat es in der kleinen DDR geschafft Strukturbreiten fertigen zu können, die dem internationalen Standards entsprachen, bzw. gar zur führenden Gruppe gehörten (wie viele Länder konnten das überhaupt? Ein Dutzend?)
Auf der anderen Seite vollzog sich diese Entwicklung gesellschaftlich in einem vollkommen anderen Umfeld als "im Westen". Während man in den USA schon als "Consumer" mit Angeboten für alle mögliche IT - auch absurde - vollgedröhnt wurde und ein riesen Markt Unternehmen und Entwicklungen beförderte, bist du in der DDR zur Beschaffung wochenlang irgendwelchen altbackenen Chips hinterhergerannt.
Bisschen wie bei den Russen, die (auf dem Land) in Gruben geschissen haben (wenn sie es nicht heute noch tun) und gleichzeitig aber Raumstationen in den Orbit brachten.
Das ist das, was ich immer wieder "faszinierend" finde - und was vielleicht zum Nachdenken anregen sollte. |