Das Mansfeld-Kombinat (genauer dessen Automatisierungsbetrieb in Eisleben)
entwickelte und produzierte ab 1987 für Automatisierungszwecke
die Steuerung MSRM (Mansfeld Steuerung und Regelung mit Mikrorechner).
Eingesetzt wurde sie zumeist Kombinats-intern, u.a. zur Steuerung von Drahtgießwalzen, Brennschneidemaschinen, Glühöfen und Werkzeugmaschinen.
Eine MSRM kostete 9.700 Mark, zuzüglich 1.339 Mark für die Software.
Hardware
Die Steuerung bestand aus einer Sloteinheit mit K1520-Bus, in die verschiedene Leiterplatten gesteckt werden konnten.
Zusammen mit der Stromversorgung war alles in ein Schrankgehäuse eingebaut.
Prozessorkarte EPC
Interfacekarte UPI
Gemeinsamer Speicher GRM
Optokoppler-Bussteuerung OBS
Terminal MEA
Zum System gehörten nach bisheriger Erkenntnis folgenden Baugruppen:
Einplatinenrechner EPC (Prozessor U880, 12 KByte ROM, 4 KByte RAM, stets als Kartenpaar: eine Karte als Steuer- und Regelrechner, die andere als IO-Rechner)
Universelles paralleles Interface UPI (steckte am IO-EPC)
Paralleles und serielles Interface PSI (steckte am Steuer-EPC)
Ausgabebaugruppe Relais ABR (steckte am OBS, 8 Ausgänge, 0,1...1A, max. 60V, potentialfrei)
Analog/Digital Wandler ADC (steckte am OBS, 8 Eingänge, 0...20mA bzw. -5V...5V, potentialfrei)
Digital/Analogwandler DAC (steckte am OBS, 4 Ausgänge, -15V...15V, potentialfrei)
Eingabebaugruppe binär EBB (steckte am OBS, 4x4 Eingänge BCD)
Ausgabebaugruppe binär ABB (steckte am OBS, 4x4 Ausgänge BCD)
Ausgabebaugruppe seriell 4 Kanäle ABS-4 (steckte am OBS, 2x V.24 und 2x IFSS, potentialfrei)
Stromversorgungsbaugruppen (Robotron-STM und Mansfeld-Eigenentwicklungen)
Der Geräteschrank hatte drei Einschübe: einen für die beiden Mikrorechner, einen für die Baugruppen der EA-Ebene und einen für die Netzteile.
Software
Die Programmierung der Anlage erfolgte auf Bürocomputern
(vermutlich A5120 und MPC4)
unter dem Betriebssystem SCP.
Die Quelltexte wurden per Texteditor in der Sprache PROMAS
(Programmiersprache für das Mansfeld Steuersystem) geschrieben,
anschließend mit Hilfe des Sprachwandlers SPRAWA in Assemblersprache gewandelt
und dann mittels SCP-Assembler in Binärcode übersetzt.
Um das Programm ohne MSRM ausprobieren zu können, gab es einen Programm-Simulator namens PROSIM.
Die Sprache PROMAS bot 33 Anweisungsarten folgender Typen:
Logische Operationen
Arithmetische Operationen in 16-Bit-Festkommaarithmetik
Sprungbefehle, bedingt und unbedingt
Unterprogrammaufruf, unbedingt
Anweisungen zum Datentransfer
Zeitglieder
Verbleib
Es ist davon auszugehen, dass die MSRM nur in kleinen Stückzahlen gebaut wurde.
Vorführbare bzw. komplette Steuerungen scheint es heute nicht mehr zu geben.
Es haben aber einige Leiterplatten dieses Projekts überlebt.