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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Erste DDR- Transistoren: Wer hat Infos ? » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
02.12.2017, 21:31 Uhr
edi



Lange nicht mehr hier gewesen... aber heute doch mal wieder...

Auf der Suche nach Material zu den ersten DDR- Spitzentransistoren hatte Google noch Fotos aus diesem Forum im Cache.
Vielleicht hat da ja doch jemand Infos...

Hintergrund: Ich habe einen DDR- Spitzentransi der ersten Generation einer sinnvollen Verwendung- einer Original- Applikationsschaltung des Herstellers, die dieser 1954 auf der Leipziger Messe präsentierte, und die in der rfe 1955/ Heft 1 veröffentlicht wurde, nachgebaut.






Wenn ich mal groß bin, werde ich auch so eine schicke Stahlröhre...





Bei Recherchen konnte ich zu den Spitzentransis keine Geräte finden, außer wenigen Schaltungen in rfe, Funkamateur und Rmorg gibt es nichts.

Ich erwarb den Transi von einem Sammler, der gab an, daß in den damaligen Jahren einige Hundert Transis dieser Bauart gefertigt wurden.
Die ersten DDR- Spitzentransis wurden 1954 gebaut, die letzten 1959, und da gab es das erste Transistor- Taschenradio "Sternchen, anfangs mit West- Import- Transis bestückt, bis die eigene Halbleiterfertigung Transis in Qualität und Stückzahlen liefern konnte.

Wenn es keine Geräte gab... wo blieben die Spitzentransis ???
Wer hat Infos, wohin diese geliefert wurden, vielleicht Anhaltspunkte zu Mengen, u. ä. ? Wer hat Bilder von ausgeführten Geräten, die mit den kleinen "Germaniumröhren" bestückt wurden, etwa Meßgeräte oder Versuchsschaltungen anderer Firmen ?

Hier der komplette Bericht über den Nachbau

Olaf (Edi)

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:04 Uhr von edi editiert.
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001
02.12.2017, 22:29 Uhr
Mario Blunk

Avatar von Mario Blunk

Hallo Olaf,
kannste den Schaltplan des AM-Senders, den Du nachgebaut hast, in diesem Thread veröffentlichen. Den Beipack-Zettel zu dem Transistor (wie im Foto oben) hätte ich auch gern als schönes jpg oder png. Würde mich und bestimmt noch einige andere interessieren. Danke sehr.

Zu der Thematik kann Peter (P.S.) bestimmt was sagen ?

Gruß,

Mario
--
http://www.blunk-electronic.de
My boss is a Jewish carpenter !
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002
02.12.2017, 22:35 Uhr
edi




Zitat:
Mario Blunk schrieb
Hallo Olaf,
kannste den Schaltplan des AM-Senders, den Du nachgebaut hast, in diesem Thread veröffentlichen. Den Beipack-Zettel zu dem Transistor (wie im Foto oben) hätte ich auch gern als schönes jpg oder png. Würde mich und bestimmt noch einige andere interessieren. Danke sehr.
Gruß,Mario



Gern, kein Problem.



Spielte mit einigen Änderungen besser.

Den Kollektorwiderstand habe ich auf 2 KOhm heruntergesetzt. Laut Entwicklern Amplitudenbegrenzung, in einer der anderen Schaltungen ist er 2 KOhm, das sollte gehen, und geht auch.
Jetzt ist ein höherer Modulationsgrad möglich, die Modulation kann aber dennoch wirklich nur mit kleinem Modulationsgrad rübergebracht werden, im Oszillogramm sieht man, daß dann die Mod einer Halbwelle größer wird -> starke Verzerrungen.
Schätze den Modgrad auf 10- 15%, wie auch der Hersteller beschreibt.
Mein anderes Senderchen arbeitet auch nur mit 30-45%.
Ist wohl auch nicht sinnvoll, an hohe Modgrade heranzuwollen, die Demodulatoren alter Empfänger haben nicht selten mit hohem Modulationsgrad Probleme.

Die Antenne ist wieder am Schwingkreis, aber wegen der starken Abhängigkeit der Frequenz von kapazitiver Last am Schwingkreis über einen kleineren Kondensator (100 pF).

Mit diesen Änderungen sind Modulation und Stabilität besser.

Die Verbesserungen durch andere Bauteilwerte können durch die Eigenschaften der einzelnen Spitzentransistors begründet sein !
Die Originalschaltung wurde damals mit dem 2NC-022 realisiert, meine mit dem 3NC-010, der u. a. eine höhere Grenzfrequenz hat.
Dennoch sind auch andere Werte unterschiedlich, jeder Transi ist einzeln gemessen, und besitzt sein eigenes Datenblatt.
Jeder dieser Transis ist ein Unikat !


Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:36 Uhr von edi editiert.
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003
02.12.2017, 22:37 Uhr
Rolli



Auf Edis homepage sind die jpgs zu finden.

Rolf
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004
02.12.2017, 22:37 Uhr
edi



Und hier der Beipackzettel:
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005
02.12.2017, 22:49 Uhr
Mario Blunk

Avatar von Mario Blunk

Danke ! Kannst Du noch was zu den Windungszahlen und Abgriffen der Spule im Schwinkreis sagen ?
--
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006
02.12.2017, 22:49 Uhr
Rolli



Erstaunlich, dass der Beipackzettel von 1959 stammt. Da gab es doch schon den OC810 und OC811 (wenn man Peters Buch glauben darf).

Rolf

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:52 Uhr von Rolli editiert.
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007
02.12.2017, 23:03 Uhr
edi



Endschaltung: Statt Festwert ein Drehkondensator,
statt 1nF von Kollektor zu Spule nun ein Styroflexkondensator 330 pF, UB = 14,3V.
Spule, wie im Original- Artikel angegeben: 4- Kammerkörper zu 8mm- Kern, Topfspule. Vom NF- Trafo zur. Anzapfung: 20 Wdg., dann nochmal 20 Wdg., dann 40 Wdg. zur Antennenseite.
Modulationstrafo: Bei mir ein Trafo von ELA- Lautsprecher- Box, links 8 Ohm, rechts die Wicklung für 3 Watt. Da geht sicher auch Treibertrafo oder Ausgangsübertrager einer Gegentakt- Entstufe.
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008
02.12.2017, 23:05 Uhr
edi




Zitat:
Rolli schrieb
Erstaunlich, dass der Beipackzettel von 1959 stammt. Da gab es doch schon den OC810 und OC811 (wenn man Peters Buch glauben darf).

Rolf



Darum staune ich auch... 1959 fing man ja schon mit Sternchen an. Die "Brikett"- Transis kamen aber in Stückzahlen erst NACH dem Produktionsanlauf des Sternchen !
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009
02.12.2017, 23:08 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Meiner ist etwas älter ... 1958
--
Schreib wie du quatschst, dann schreibst du schlecht.

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 23:09 Uhr von robbi editiert.
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010
02.12.2017, 23:11 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

Eine Erklärbär-Variante aus der Zeit:
Wissenschaft und Fortschritt 12/54

...ohne Bauteilwerte.

MfG
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011
03.12.2017, 00:25 Uhr
edi




Zitat:
kaiOr schrieb
Eine Erklärbär-Variante aus der Zeit:
Wissenschaft und Fortschritt 12/54

...ohne Bauteilwerte.

MfG

Da ist ja wieder ein realisiertes Gerätchen mit so'ner "Germaniumröhre" drin- Danke !
Ist übrigens von Prof. Falter geschrieben, der die Dinger entwickelt hat.

Die Bauteilwerte kann man sich ggf. aus vergleichbaren Schaltungen abschauen.

Die Schaltungen sind relativ "normal", fällt mir auf.
Warum ?... in den Senderschaltungen, die in dem von mir wiederaufbereiteten rfe-Artikel haben die Transis KEINE Basisvorspannung vom Kollektorpotential. gehen direkt oder über niedrigohmigen Widerling an Emitterpotential. Selbst beim NF- Vorverstärker. Siehe hier (Bild 9)

Dieser Beitrag wurde am 03.12.2017 um 00:26 Uhr von edi editiert.
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012
03.12.2017, 09:34 Uhr
ralle



Achso, bei der Amplitudenmodulation gibt es 2 Möglichkeiten, die Betriebsspannung des Endstufentransistor zu modulieren. 1 mit einem Übertrager und 2 mit Transistor. Vielleicht erklärt es den Wirkungsgrad des Senders besser. Selbst bei äußerlich ähnliche CB- Funkgeräte wurde so gebaut.
--
Gruß Ralle

Wenn Sie dazu neigen, Bedienungsanleitungen zusammen mit dem Verpackungsmaterial wegzuwerfen, sehen Sie bitte von einem derart drastischen Schritt ab!...
... Nachdem Sie das Gerät eine Weile ausprobiert haben, machen Sie es sich am besten mit dieser Anleitung und ihrem Lieblingsgetränk ein oder zwei Stunden lang in Ihrem Sessel bequem. Dieser Zeitaufwand wird Sie dann später belohnen...

aus KENWOOD-Bedienungsanleitung TM-D700
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013
03.12.2017, 11:15 Uhr
Rolli



Endlich mal wieder ein Beitrag, der sich mit dem beschäftigt, wofür dieses Forum stehen sollte: Mit der Faszination der Elektronik - und nicht mit gegenseitigem Angiften.

Weiter so!
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014
03.12.2017, 12:12 Uhr
edi




Zitat:
ralle schrieb
Achso, bei der Amplitudenmodulation gibt es 2 Möglichkeiten, die Betriebsspannung des Endstufentransistor zu modulieren. 1 mit einem Übertrager und 2 mit Transistor. Vielleicht erklärt es den Wirkungsgrad des Senders besser. Selbst bei äußerlich ähnliche CB- Funkgeräte wurde so gebaut.



Nein. Hier wird nicht die Ub moduliert.

Es gibt ..zig Möglichkeiten, AM zu machen.

1.
Man kan die UB modulieren- Reihenschaltung Endstufe mit zweiter Röhre/ Transi. Max UB ist die vom Netzteil,
U an Anode/ Kollektor ist = UB bei pos. Halbwelle,
U an Anode/ Kollektor ist UB minus U Spitze-Spitze der NF bei neg.Halbwelle. Leistung damit nur "Mittelstrich", genau dazwischen, bei
U an Anode/ Kollektor ist dann UB minus Spannug einer Halbwelle.

2.
Man kann die UB gewissermaßen "aufstocken", das ist Anoden/ Kollektormodulation, Trafo in Reihe mit Endstufe, Max UB ist die vom Netzteil plus die Spannung der pos. NF- Halbwelle -> hohe U an Anode/ Kollektor, 100% Modulationsgrad und hohe Power möglich, aber auch sehr hohe Modulationsleistung (NF) nötig.

3.
Modulation an den Elektroden. An JEDER Elektrode von Tube oder Transi kann man die Mod reinbringen.
Leistung aber nur wieder Mittelstrich.
Dafür sher niedrige Modulationsleistung nötig.

4
Man kann sogar den Antennenstrom durch ein Kohlemikrophon jagen ! Und das sogar bei richtig Power !
Jaaa ! Das geht ! Nötigenfalls nimmt man viele Mikes parallel, und richtig große- etwa Schuhkartongröße !
Ja, das wurde tatsächlich einst so gemacht, als man die HF mit Hochspannung und Funken, oder später mit Motoren- Generatoren erzeugte- diese Generatoren ließen sich nämlich nicht durch Modulation an ihren Anschlüssen beindrucken- im Gegenteil, die hätten sich schon "gewehrt", und den armen Funker geröstet.
:-|

Mein erster Sender funktionierte so: Mit einem "Volksempfänger", enfach die Rückkopplung hochgejagt, Kohlemikro in Antennenleitung, voilá.
Reichweite immerhin 300 m an Antenne Haus zu Haus: 200m Länge, 10 Höhe.

Ja, ich weiß....
Ist über 50 Jahre er, damit verjährt.
Ätsch !

Bei Bedarf habe ich richtig viele Infos zu Modulationsarten. Nur kurz:

Der hier vorgestellte Generator nutzt einen Spitzentransi mit speziellen Eigenschaften, damit das Kriställchen den Schwingkreis in Trab bringen kann, ein "negativer Widerstand" in der Kennlinie, wie ei Tunneldioden. Schreiben die Entwickler jedenfalls.
Er moduliert in der Basisschaltung am Emitter.
Das heißt aber nicht, daß die Umod zur UB zuaddiert wird, wie bei Anoden- oder Kollektormod !!!

Und weil die ersten Transis sich wohl bewußt waren, was Besonderes zu sein, waren sie gelegentlich richtig zickig (wie heißt das bei Kerlen ?).
Die Mod funktioniert, aber nur mit geringem Modfaktor, dann überfährt man schon die -bei einigen Exemplaren der ersten Transis irre niedrigen- Emitterspannungen, und was aus dem Lautsprecher kommt, reißt im Empfänger glatt die Pappe aus dem Korb- Tiefen mag die Mod meines Aufbaus nur in geringen Dosen.

Hier beißt sich die spezielle Schwingeigenschaft mit der Modulationsfähigkeit.
Wenn an richtig Modgrad hat, pustet man den Oszilator aus, wenn der Oszillator gut schwingt, mag er Mod nicht besonders.
Und unerwünschte FM bei AM, unerwünschte AM bei FM... alles Sachen, die man nur hat, wenn man zusammendrückt, was nicht zusammen gehört.
Darum ging man schon bei Röhren von der Modulation einer Oszillatorschaltung ab.

Hier handelt es sich einfach um eine der ersten Schaltungen für die ersten Halbleiter.


Zitat:
Rolli schrieb
Endlich mal wieder ein Beitrag, der sich mit dem beschäftigt, wofür dieses Forum stehen sollte: Mit der Faszination der Elektronik - und nicht mit gegenseitigem Angiften. Weiter so!



Gern, aber bitte beachten- war als Anfrage gedacht, das Thema ist ja wenig "robotronisch".

Dieser Beitrag wurde am 04.12.2017 um 01:23 Uhr von edi editiert.
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015
03.12.2017, 16:51 Uhr
Besserwisser

Avatar von Besserwisser


Zitat:
edi schrieb
... das Thema ist ja wenig "robotronisch".



Hoffentlich löscht es der MOD dann nicht.


Dieser Beitrag wurde am 03.12.2017 um 16:52 Uhr von Besserwisser editiert.
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016
04.12.2017, 19:26 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
Besserwisser schrieb

Zitat:
edi schrieb
... das Thema ist ja wenig "robotronisch".



Hoffentlich löscht es der MOD dann nicht.



Deswegen ja unter "Sonstiges"

Schönes Teil. Ich habe auch noch einige OCs usw. muss mal suchen.

Guido
--
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

Konfuzius
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017
05.12.2017, 10:10 Uhr
P.S.



@edi <000>
Danke für die aufschlussreichen Bilder!
Ja, leider ist aus den Anfängen der "Halbleiterei" in der DDR bisher nur wenig Material aufgetaucht - insbesondere aus der Wiege der DDR-Halbleiterindustrie, dem VEB Werk für Bauelemente der Nachrichtentechnik Teltow (WBN). Es existiert zwar ein Bericht zum 125ten Jahrestag von Dipl.-Ing. Helmut Kappelhoff, aber da steht zu Spitzentransistoren auch nur sehr wenig drin.
Ich hatte mal Kontakt mit einem der dortigen Entwickler, welcher fast von Anfang an mit dabei war - nein, Prof. Falter wars's nicht - sondern Dr. Bodo Hildebrand. Der wollte mir eigentlich noch seine "Laborbücher" übergeben, aber dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen. Er ist kürzlich verstorben.

Im Industriemuseum Teltow - www.imt-museum.de/ - kann man möglicherweise weiteres erfahren ...
Ich will immer nochmal hinfahren, um mir das dort evtl. vorhandene Archiv anzuschauen ...

Übrigens - bzgl. Transistorbestückung "Sternchen":
Da die DDR-Halbleiterindustrie zum Zeitpunkt der Produktionseinführung des "Sternchen" noch keine geeigneten HF-Transistoren bereitstellen konnte, mussten diese "übergangsweise" in Produktionsstückzahlen aus dem NSW importiert werden (VALVO, ITT) - sehr zum Leidwesen unserer Wirtschaftsverantwortlichen! Daraus resultierte dann auch u.a. auf der Basis der Verfügung Nr.3 des MEE die Gründung des VEB Elektronikhandel Berlin (später AEB).
Ob die WBN-Spitzentransistoren jemals kommerziell zum Einsatz kamen, ist leider bis heute nicht bekannt geworden - auf keinen Fall im "Sternchen" ...

Das Wissen der Menschheit gehört allen Menschen! -
Wissen ist Macht, wer glaubt, der weis nichts! -
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! -
Gegen die Ausgrenzung von Unwissenden und für ein liberalisiertes Urheberrecht!
PS

Dieser Beitrag wurde am 05.12.2017 um 11:10 Uhr von P.S. editiert.
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018
05.12.2017, 12:16 Uhr
ambrosius




Zitat:
P.S. schrieb
... zwar ein Bericht zum 125ten Jahrestag von Dipl.-Ing. Helmut Kappelhoff, aber da steht zu Spitzentransistoren auch nur sehr wenig drin. ...



... da hat wohl der olle Humboldt schon seine Finger drin gehabt ...
--
Viele Grüße
Holger
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019
18.12.2017, 01:13 Uhr
edi



Das Projekt ist noch nicht zu Ende, ich habe viele Leute angeschrieben, Literaturauszüge und Kopien bestellt, und sammle noch Informationen zu den DDR- Spitzentransis, veröffentliche die hier, wenn noch Interesse besteht- ich finde die Sache wahnsinnig spannend.

Es gab ja kein einziges Seriengerät mit diesen Transis- jetzt gibt es wenigstens diesen Nachbau des Entwicklungsmusters.

Mir sind noch solche Transis zugesagt, dann möchte ich eine zweite, verbesserte Variante, aber auch mit diesen Transis bauen. Das wäre wohl damals schon gegangen, aber man wollte wohl allerschnellstens zur Messe ein Demogerät vorführen können, welches zeigt, was 1 Transi schon kann.

Das Senderchen nach der Originalschaltung ist also soweit fertig, vorführbereit fertiggestellt, nebenbei arbeite ich an Skale und Gehäuse mit Plexiglas- Front und -Deckel, da wird er nur noch reingeschoben.

Wer mal hören möchte, wie sich der Uralt- Transi schlägt... unten ist ein Video- Link.

Inzwischen steht das Senderchen auf einem Graetz 48GW von 1939, versorgt diesen (und die danebenstehenden Radios) mit Musik, später wird es ins "Radio- und Puppenhaus" umziehen.
Das Radio mit dem grünen Display neben dem Senderchen liefert Musik für die Modulation, von Audiokassette, oder einem UKW- Sender, so daß das Senderchen dann als Frequenzumsetzer arbeitet.
Auch das wird später geändert, eine andere Quelle das Senderchen speisen.



Hier das Video:
https://vimeo.com/246587874

Ich habe schon einige Infos bekommen, oder per Suche gefunden, arbeite diese momentan noch auf. Ist aber wirklich wenig.
Wer noch Infos hat, ich bin dankbar für Scans, Fotos, Texte, Schaltungen, usw., auch Kontakte zu Zeitzeugen.

Ich bitte ALLE um Mithilfe !
Wäre schön, wenn man diese verlorenen 5 Jahre Halbleitergeschichte der DDR (1954-59) mal beleuchten könnte.


Edi

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2017 um 01:14 Uhr von edi editiert.
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020
18.12.2017, 05:50 Uhr
Gourmet



@Edi
Etwas 1955 wurde in einer Funktechnik eine Bauanleitung für einen Spitzentransistor aus dem Kristall einer Germaniumdiode und zwei Phosphorbronzespitzen vorgestellt.
Willi
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021
18.12.2017, 08:39 Uhr
Enrico
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Edi, geht bei Dir kein Radio mehr?
Das ist doch noch nicht abgeschaltet, soweit ich weiß.
--
MFG
Enrico
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022
18.12.2017, 18:50 Uhr
edi



@Gourmet:

Zitat:
Etwas 1955 wurde in einer Funktechnik eine Bauanleitung für einen Spitzentransistor aus dem Kristall einer Germaniumdiode und zwei Phosphorbronzespitzen vorgestellt.



Ich habe viele Jahrgänge der "Funk- Technik", scanne diese, eine Anzahl stellte ich schon zur Verfügung (Webseite von Reiner Fredel).
Ich kann mich jetzt nicht erinnern... vielleicht ist auch das Heft nicht vorhanden, ich werde mal nachschauen.
Ist aber ein anderes Thema- es geht mir um die "Mini- Stahlröhren mit Transi drin", die DDR- Spitzentransis.
Trotzdem Danke für den Hinweis.

@Enrico:

Zitat:
Edi, geht bei Dir kein Radio mehr?
Das ist doch noch nicht abgeschaltet, soweit ich weiß.



Enrico, wir haben schon 2017 ! Da SIND alle deutschen AM- Sender auf MW abgeschaltet !

Am Tage ist an meinem Standort auch mit einer guten Langdrahtantenne nur sehr selten etwas zu empfangen, nur auf Langwelle sind ein polnischer und ein französischer Sender schwach empfangbar.
Nachts ist aber die Skale voll.

Zum Thema DDR- Spitzentransis...
...und warum die selten sind, und es keine Geräte gibt:


Die ersten amerikanischen (Spitzen-)Transis wurden ALLE vom Militär aufgekauft- und gingen sofort an die Forschungslabore, die sich die Verkleinerung und Gewichtsreduzierung des elektronischen Equipments erhofften.
Die Patente wurden aber frühzeitig veröffentlicht, bald gab es überall Transis frei käuflich.

Die DDR hatte zum Beginn der Transi- Ära noch keine eigene Armee, die "Nationale Volksarmee der DDR" wurde erst 1956 gegründet.
Und militärische Forschung hätte die Siegermacht, die noch die DDR beaufsichtigte, mit Sicherheit nicht zugelassen.

In den 5 Jahren 1954 bis 1959 wurden eine einigermaßene Stückzahl Spitzentransis hergestellt- nach mir bekannten Serienbuchstaben und Nummern, sowie dem Herstellungsdatum auf dem Datenblatt, schätze ich auf 200 St./ Monat = 10.000 bis maximal 12500.
Die ersten und letzten Buchstaben/Nummernkombinationen der Seriennummer sind konform mit dem Baudatum- dazwischen gibt es "Nachzügler", das würde ich so erklären: Fehlerhafte Transis mußten nachproduziert werden, und bekamen zurückliegende Nummern.

Es gibt kein Gerät, und die Transis sind äußerst selten. Die wenigen Schaltungen stammen vom Hersteller. Amateur- Anwendungen stammen aus Westdeutschland und USA, also bekamen DDR- Amateure wohl keine in die Hand.
Wo blieben die Transis ?

Ich halte es für die logischste Erklärung, daß die ersten DDR- Transis nahezu vollzählig in die Sowjetunion gingen, wahrscheinlich als Reparationsleistung, wie damals auch der erste DDR- Fernseher "Leningrad", von dem nur eine Handvoll bei parteitreuen Persönlichkeiten blieb, heutige "Leningrad" sind oft "Re- Importe".
Und dort gingen die Transis dann wahrscheinlich in sowjetische Militär- Forschungsstellen, denn auch in der SU wurden keine Normalverbraucher- Geräte damit hergestellt. Und als sich der Flächentransi durchsetzte, gab man sich auch dort nicht mehr mit den Dingern ab.

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2017 um 18:54 Uhr von edi editiert.
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023
18.12.2017, 19:08 Uhr
Gourmet



@Edi
Hallo!
Den Hinweis mit der Spitzentransistorbauanleitung habe ich gemacht, weil es DDR Germaniumdioden im grün Lakiertem Keramikrohr mit gedrehten Endstücken aus Metall gab die gut dafür geeignet waren. Damit habe ich meinen ersten Detektorempfänger gebaut. Leider habe ich von dieser Sorte Diode keine mehr.
Die Spitzen aus Phosphorbronsze wurden auf das Germaniumkristall aufgesetzt und durch eine Kondensatorentladung entstand die Transistorfunktion. Genauere Unterlagen in dem Funktechnik Beitrag. Ein Kollege von mir hatte nach der Anleitung einen funktionierende Transistor gebaut. Das Problem ist die mechanisch stabile Halterung des Kristalls und der beiden Spitzen.
Willi
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024
18.12.2017, 20:09 Uhr
Enrico
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Zitat:
edi schrieb

Enrico, wir haben schon 2017 ! Da SIND alle deutschen AM- Sender auf MW abgeschaltet !



Ich bin von UKW ausgegangen.
Aber Dein Radio ist ja etwas älter, allein bei dem Auge.

Habs mal eben durchgundelt, ausser einer auf KW (portugiesisch?)
Kriege ich nur UKW.
Allerdings hat das Radio keine Stabantenne zum Drehen drin.
--
MFG
Enrico
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025
23.12.2017, 15:39 Uhr
edi



Die Sache ist weiterhin interessant...

In der von kaiOr angegebenen Zeitschrift "Wissenschaft und Fortschritt" 12/54 findet sich ein Bild des Senderchens, die in der Zeitschrift angegebene Schaltung ist es nicht, denn sie stellt einen Festfrequenz- modulierten Sender dar, die hier besprochene Schaltung des Messe- Exponats überträgt ja Musik von einem Plattenspieler..
Der NF- Trafo soll ein EI16 sein, und der dürfte der im Bild sichtbare Trafo sein, der Stiftabstand der seitlichen Stifte des Sockels ist nämlich 20 mm.
Daß man einen "Stahlröhren"- Sockel für die Senderschaltung als Grundlage nahm, ist sinnvoll, die Stromversorgung ist wegen der Gefahr von Brummeinstreuungen etwas entfernt in dem Plattenspieler eingebaut, der die Modulationsquelle ist.
In diesen Jahren waren Stahlröhren noch allgegenwärtig- nur hatten die DDR- "Stahlröhren" keinen Stahl- sondern einen Glaskolben. In vielen Tonband- und Plattenspielern war z. B. die klingarme Röhre EF12k verbaut. Liegt nahe, daß man da ein Chassis mit einer solchen Röhrenfassung verwendete- so konnte man demonstrieren, daß eine komplette, brauchbare Senderschaltungin der Größe der ja schon recht kleinen "Stahröhre" gebaut werden kann.



Einen verblüffenden Fund habe ich in einer DDR- Jugendzeitschrift "Jugend und Technik" von damals entdeckt:
Die Spitzentransis stellte die DDR 1954 auf der Leipziger Messe vor.
Das "Sternchen" wurde ab 1959 gebaut, wie im Eröffnungsbeitrag geschrieben, noch mit "West"- Import- Transis, bis die Flächentransis OC8xx verfügbar waren.
Genau ein Transi dieser Bauform ist jedoch schon 4/1956 in der Zeitschrift abgebildet- er trägt die Bezeichnung "5NC..." (2. Zahl nicht erkennbar), das wäre mit der von mir vermuteten Entwicklerreihen- Numerierung her jedoch logisch.



Inzwischen sind mir einige Originalartikel, die Originalschaltung, die etwas andere Bauteilwerte beinhaltet, sowie Zusatzinfos zugegangen, die ich im Thema auf meiner Seite einstellen werde.

Ich werde das Projekt außerdem fortführen und erweitern... da kommt noch ein anderes Ur- Halbleiter- Bauteil zum Einsatz: Die Spitzendiode OA 513 im Messingpatronen- Gehäuse, eine bis zum UHF- Bereich als Spitzenwertgleichrichter verwendete Diode, wie die Spitzentransistoren ein Produkt des WBN Teltow.


Dieser Beitrag wurde am 23.12.2017 um 22:59 Uhr von edi editiert.
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026
23.12.2017, 16:24 Uhr
Rolli



Das Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V. hat in seinem ON.LINE-Magazin einen interessanten Artikel zum 70. Geburtstag des Transistors veröffentlicht.
Thüringer Museum für Elektrotechnik e. V.
D-99094 Erfurt, Hohe Str. 24
www.elektromuseum.de
mail: info@elektromuseum.de
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027
29.12.2017, 12:40 Uhr
edi



020 18.12.2017, 05:50 Uhr Gourmet

Zitat:
Etwas 1955 wurde in einer Funktechnik eine Bauanleitung für einen Spitzentransistor aus dem Kristall einer Germaniumdiode und zwei Phosphorbronzespitzen vorgestellt.
Willi


Nö.
Zufällig gefunden.
Ist nicht in der Funk- TECHNIK und nicht 1955.
Sondern FunkSCHAU, 11/1953.
Inhaltsverzeichnis Funkschau bei Rmorg, unter Halbleiter.

026 23.12.2017, 16:24 Uhr Rolli

Zitat:
Das Thüringer Museum für Elektrotechnik e.V. hat in seinem ON.LINE-Magazin einen interessanten Artikel zum 70. Geburtstag des Transistors veröffentlicht.


Nicht so toll, Hinweis ohne Link.
Auch zufällig gefunden. Hier.

Dieser Beitrag wurde am 29.12.2017 um 12:43 Uhr von edi editiert.
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028
30.12.2017, 15:03 Uhr
Gourmet



@Edi
Hallo!
Auch im Elektorheft 3/1973 auf Seite 17 ist eine Bauanleitung für einen selbstbau Spitzentransistor zu finden. Eventuell habe ich sogar den dort verwendeten Phosphorbronzedraht und den nötigen Glimmer, sowie eine brauchbare Germaniumdiode zur Verfügung. Die damit erreichbare Transistorgröße entspricht dann ungefähr dem 1NC10. Drehmaschine ist zweckmäßig. Die erreichbare Frequenz soll 3MHz betragen können. Formierung mit Kondensatorentladung wie ich Oben geschrieben habe. Wenn ich demnächst die Zeit finde scanne ich den Artikel dem ich die Anleitung entnommen habe (25 Jahre Transistor). Demnächst vergleiche ich auch mit der Anleitung in der Funkschau. Im Moment habe ich noch anderes am kochen.
Willi
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029
30.12.2017, 20:54 Uhr
edi




Zitat:
Gourmet schrieb
@Edi
... Im Moment habe ich noch anderes am kochen.
Willi



Na ja... wenn Sie dann irgendwann Zeit haben, das Teilchen zu brutzeln...

Interessante Sache, eben weil es nahezu keine Infos gibt. Ich habe aber einiges zusammenbekommen, bearbeite die Dokumente, erstelle Seiten dazu. Einiges erwarte ich noch.

Ich bin weiter dran.
Und ein weiteres Gerät mit diesen interessanten Teilchen ist in Arbeit.
Eine Verbesserung des 1. Gerätes, mit Trennstufe, besserer Modulationswerte, ohne parasitäre FM, eine Schaltung, die nicht "mit der heißen Nadel gestrickt" ist. Damals wollte man wohl nur schnellstens zur Messe demonstrieren können, was mit 1 Transi schon geht, wahrscheinlich viel Druck der Führung dahinter.

Auf dem Plexiglas in der Mitte wieder die Transis der Nachfolge- Generation, werden dann gegen die Spitzentransios ausgetauscht. Deneben die Dioden- Patrone. Vorn die Skale.


Dieser Beitrag wurde am 31.12.2017 um 09:16 Uhr von edi editiert.
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030
31.12.2017, 10:05 Uhr
Gourmet



@Edi
Hallo Hier mal zwei Artikel zum Transistorselbstbau aus dem Elektor und der Jugend und Technik. Die Funkschau muß ich erst suchen und einscannen.






Willi

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2017 um 10:14 Uhr von Gourmet editiert.
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031
31.12.2017, 11:11 Uhr
u808



Hier mal das Original:
http://www.americanradiohistory.com/Archive-Wireless-World/50s/Wireless-World-1954-01.pdf
ab Seite 20

@Gourmet
Aus welcher Jugend+Technik war dein Scan?

Viele Grüße
Sven
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032
31.12.2017, 12:34 Uhr
Gourmet



@U808
Hallo Sven!
J+T 1960/9 ab S. 61
Transistoren leicht verständlich
von Dipl-Phys. Heinz Radelt
Findest Du als Scan im Netz.
Willi
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033
31.12.2017, 13:00 Uhr
edi



Ist das in der JuT tatsächlich ein Beitrag über den Selbstbau eines Spitzentransis ?

Da steht auch, daß manvor 10 Jahren Spitzentransis (beszogen auf die Zeit des Atikels) baute.

Die Spitzentransi- Sache ist wie ein Krimi.... ich habe ziemlich Material gesammelt, erstelle gerade eine umfangreiche Dokumentation, die ich auf meiner Seite veröffentliche.

Bemerkenswert: Die Dinger wurden ja nun doch in einigermaßenen Stückzahlen hergestellt. Aber sowohl international, als auch DDR.. es gibt keine Seriengeräte !
Rmorg listet kein einziges Gerät, für keinen Spitzentransi, weder Radio, noch Meß, Steuer- oder Regeltechnik.

Ich fand nur Demo-, Versuchs- und Messemodelle sowie Bauanleitungen, wo auch ein Gerät gebaut wurde. Die werden aber wahrscheinlich nicht mehr existieren.

Allerdings wurden im DDR- Betrieb WBN, nach Aussagen von Zeitzeugen aus der Gegend, die ich befragen konnte, steuer- und regeltechnische Gerätschaften, die mit den ST bestückt waren, intern verwendet.

OK, @Gourmet, wäre ja schön, wenn Sie sogar so einen Transi nachbauen.

Ich habe gerade eine Mail mit Daten solcher DDR- Transis bekommen, ich mache weiter an meiner Doku.

Frage an Mitleser: Hat jemand ein komplettes Kennlinienfeld eines Spitzentransis ? Ich fand ein schlecht aufgelöstes Bild, habe angefragt, aber dauert noch.

Edi

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2017 um 13:29 Uhr von edi editiert.
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034
31.12.2017, 13:47 Uhr
Gourmet



@Edi
Hallo!
In der J+T ist eine Hilfreiche Abbildung und Text der sich auf den Bau bezieht. Das kann einem potentiellen Selbstbauer helfen. In allen anderen Anleitungen die ich gelesen habe wurde verschwiegen, das nur der Kollektor über eine Kondensatorentladung formiert werden soll um die Sperrschicht mit der nötigen Dotierung zu erzeugen. Meinen 1N010 werde ich unbehelligt lassen. Aber wenn ich im nächsten Jahr die Zeit finde setze ich mal versuchsweise einen Spitzentransistor zusammen.
Guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr!
Willi
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035
31.12.2017, 15:07 Uhr
CarstenSc



In der Funkgeschichte Nr. 229 bis 232 wurde eine interessante Artikelreihe über die Entwicklung des Transistors bei Intermetall veröffentlicht.

z.B wird darin über die Ausbeute bei der Produktion von Punkttransistoren im Jahr 1953 berichtet :
360 Transistoren täglich, in Handarbeit gefertigt, davon entsprachen nur 38 der Spezifikation.

Gruß
Carsten
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036
31.12.2017, 15:36 Uhr
edi



Hallo, @Gourmet,
Die JuT ist hier nicht so sehr hilfreich.
In der "Elektor" steht doch sogar noch genauer drin: 10 nF auf 80 V aufladen, und zw. K-B entlden, ggf. mehrmals.
In der "Wireless world steht 10 nF und 75- 300 V.

Ist ja wie Erwecken mit dem Defibrillator.

Ich denke, das lief damals so ähnlich ab (frei nach Edi, Übereinstimmungen wären rein zufällig):

Experimentiersaal, Etliche Strom- und Spannungsmesser stehen nebeneinander, Schalen mit Alkohol und Chemikalienfläschchen stehen herum. Es riecht streng nach Ozon, man hört irgendwo Funken knistern. Auf einem Oszillographen drehen sich langsam Lissajous- Figuren. Eine Schwester schiebt den Defi an den Experimentiertisch. Der Assistent kaut schon seit Stunden auf einem ausgegnautschten Kaugummi herum, steckt betont die Hände in die Kitteltaschen, und macht ein dummes Gesicht.

Experimentator: "So, jetzt alle wegtreten ! Schwester- 75 Volt ! Uuuund... Schuß !..."
Er legt die Elektroden beseite... "Schwester.... Verstärkungsfaktor ?"
Schwester: "Einskommaeins!"
Experimentator: "Ok. Schwester. 1 Tropfen Kalziumchlorid ! Aufpassen- genau auf den Kristall !" *
Wartet ab, dann: "Ok ? Gut. 100 Volt ! uuuund... Schuß !"
Elektroden beseite... "Schwester.... Verstärkungsfaktor ?"
"Einskommafünf !"
Experimentator: "Stabil ?"
Schwester: "Ja !"
Experimentator zum Assi: "Schreiben Sie- Spitzentransistor Nummer A124 um 13 Uhr erweckt ! Statisch einsfünf.".
Atmet tief durch, steht auf, schiebt den Transi- Aufbau etwas lieblos beiseite: "Wie hoch ist eigentlich der Nobelpreis für Physik dotiert... ?"
Greift nach der Jacke: "Na ja. Für heute isses gut. Gehen wir erst mal in die Cafeteria."

Auch Ihnen einen "Guten Rusch"

*CaCl2 wurde bei der Produktion verwendet. Ich weiß allerdings nicht, wozu, ich denke, zwecks Wasserbindung, ich bleibe dran.

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2017 um 15:45 Uhr von edi editiert.
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037
31.12.2017, 15:40 Uhr
edi



@CarstenSc,

Können Sie die Seiten scannen oder fotografieren und mir senden ?

Auszüge kann man normal veröffentlichen- Zitatrecht, ich würde ggf. auch GFGF anfragen- ich stehe in Kontakt mit GFGF, habe auch schon einige Infos bekommen.

Edi
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038
31.12.2017, 18:12 Uhr
Gourmet



@Edi
Hallo!
Hier noch die gut lesbare Anleitung aus der Funktechnik 1954/4 Seite107.

Wenn Du Interesse an weiteren Unterlagen zu Spitzentransistoren haben möchtest würde ich sie nach und nach einscannen und Dir per Mail zuschicken. Ich meine, das es fürs Forum zu umfangreich wird. Die Unterlagen in der Ju+Te habe ich vor den anderen Unterlagen entdeckt. Es war für mich schwer, das vorherzusehen.

Willi

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2017 um 18:20 Uhr von Gourmet editiert.
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039
31.12.2017, 19:11 Uhr
edi



Ich wünsche allen Mitlesern einen "Guten Rutsch"

Olaf (Edi)
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040
01.01.2018, 18:49 Uhr
edi



Danke an alle, die mir Scans zusendeten- da sind viele wertvolle Infos drin- ich arbeite alles Quellmaterial auf.

Diese Erkenntnisse sind erst mal nachweisbar:

Die Spitzentransis wurden sehr schnell von Flächentransis abgelöst, einige Typen wurden noch wenige Jahre für HF- Zwecke verwendet.
Erfunden: 1947
Erste Versuchstransis und Demo- Geräte: 1949- 1952 (H. Mataré, Westinghouse)
International 1952 bis 1957 (Dr. Rost, SAF, dann Telefunken, RCA, Siemens...)
DDR von 1954 bis 1959 (Dr. Falter, WBN)
Ab 1959 wurden weltweit keine mehr produziert.

Der Flächentransi war nahezu glechzeitig erfunden worden, 1949/50 wurden die ersten Muster hergestellt, industriell ab 1952, in Westdeutschland bei Intermetall 1956, und auch in der DDR gab es 1956 die ersten Muster in der Bauform, die wir von den ersten DDR- Flächentransis kennen.

Das mag auch daran gelegen haben, daß die Herstellung einzeln und von Hand erfolgte, ud dadurch der Streubereich der Werte extrem breit war- ich habe die Datenblätter von 7 Transis, und es gibt keine gleichen Werte !

Heute würde man vermutlich mit modernen Produktionsmethoden und besseren Produktionsmaschinen eine gleichmäßige Produktion hinbekommen.
Jedoch gab sich nach der Umstellung auf Flächentransis nie mehr mit Spitzentransis ab.

Unklar sind noch die Meßmethoden, sowie die Berechnungen, die mir bekannten Berechnungen, die ich einst lernte, bringen andere Ergebnisse, als auf den Meßprotokollen/ Datenblättern angegeben sind.

Ich werte noch Zusatzzettel zur Meßprotokollen/ Datenblättern aus, die enthalten u. a. Zwischenwerte, die in mehreren Behandlungsschritten eines Transis entstanden, sowie Kurzformeln, welche die Fachkräfte an den Bearbeitungs- und Meßplätzen notierten, um zu errechnende Werte zum Vergleich zu gewinnen, etwa die Stromverstärkung, die innerhalb mehrerer Bearbeitungsschritte anstieg. Meist waren das Stromstöße durch die K-B- Strecke, aber auch eine chemische "Nachhilfe", um die Qualität der Dotierung der Sperrschichten zu beeinflussen.

Diese Behandlung nannte man "Formierung", sie machte aus 2 gegeneinandergeschalteten Dioden -dem manuell geschaffenen Grundaufbau des Spitzentransis- ein Bauelement mit Verstärkungseigenschaften.
Die Formierung konnte gleich ein gutes Ergebnis = hohe Verstärkung bringen, es konnten aber auch mehrere Formier- Schritte nötig sein.

Es soll sogar Leute gegeben haben, die bereits fertige Spitzentransis nahmen, und "nachformierten", um die Verstärkung noch höher, bis an die Grenze, zu bringen.
Riskant, aber... gibt ja auch heute Leute, die Computer- CPU's bis an die Grenze des physikalisch Möglichen ausreizen, heiß "übertakten".

Spitzentransis haben Eigenschaften, die andere Transis nicht haben, und die man damals schnell zu nutzen lernte:
- Nur Spitzentransis haben in der Basisschaltung eine Stromverstärkung > 1
- eine Kennlinie mit einem Stück differentiellem Widerstand = "negativer Widerstand" = "Transitron"- oder Dynatron"- Kennlinie. Bekannt ist dies u. a. von der Tunneldiode. Allein diese Eigenschaft kann man für eine einfache Verstärkung oder Schwingungserzeugung nutzen, ohne große Verstärkung in den üblichen Transistorschaltungen bemühen zu müssen.

Erstgenannte Eigenschaft war möglicherweise nicht garantiert- 2 hergestellte Transis haben sie NICHT, sie wurden jedoch als fertiggestellte Teile mit dem Meßprotokoll/ Datenblatt versehen und verpackt.
Inwieweit die zweite Eigenschaft durch die erste beeinflußt wurde, ist nicht bekannt.
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041
09.01.2018, 01:06 Uhr
hellas



Von den Spitzendioden ist mir neulich eine ganze Kiste in die Hände gefallen.
Wahrscheinlich alles gebrauchte und/oder verbrauchte Bauteile. Ich erinnerte mich aber an diesen Thread hier und nahm die Kiste mal an mich.
Offenbar wurden diese Dioden von verschiedenen Herstellern gefertigt.
Ich hab mal "wahllos" in die Kiste gegriffen und folgende Typen rausgefischt:

- WBN OA 513
- WF 601
- Tesla 34NQ52 (*)
- BAV46 (*)
- sesco 1N23D (*)
- Sylvania 1N23D
- DK-B7M (russ. Beschriftung)

Alle haben so ziemlich die gleiche Größe und nahezu identische Bauform.
Sie sehen aus wie eine Patrone. Bei den Varianten mit (*) kann man einen Teil der "Patronenhülse" mittel einer kleinen Madenschraube lösen und auf den anderen Pin stecken und befestigen. Somit konnte man offensichtlich die Durchlassrichtung beim Einbau vorgeben. Originalverpackung der "sesco" war eine kleine silberne Papphülse in welcher die Diode seitlich eingesteckt wurde. Beide Seiten waren ab Werk mit einem kleinen aufgedrückten Metalldeckel verschlossen, ähnlich einem Kronkorken. Diese Verpackung liegt mehrfach lose bei und deutet darauf hin, dass die Dioden gebraucht oder aber defekt sind.

Falls von Interesse kann ich bei Gelegenheit mal ein Foto machen.
Kann man die mit einem Komponententester einfach prüfen oder sollte ich das tunlichst unterlassen?

Dieser Beitrag wurde am 09.01.2018 um 01:07 Uhr von hellas editiert.
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042
09.01.2018, 06:03 Uhr
Gourmet



@hellas
Hallo!
Wenn Du den Strom mit einem Widerstand auf 1mA begrenzt kannst Du die Dioden prüfen. Allerdings sagt das Ergebnis, sperrt in Sperrichtung und leitet in Durchlassrichtung nicht unbedingt aus, das sie auch noch für Dezimeterwellen Mischung oder Gleichrichtung geeignet sind. Sie können aber noch als Kristallieferant für Spitzentransistoren dienen.
Willi
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043
10.01.2018, 18:35 Uhr
edi



Mit so uralten Dioden wird man vielleicht nicht wirklich wertige und aufwendige Sachen bauen, wenn so ein Teilchen irgendwann mal in die ewigen Stromkreise eingeht, ist vielleicht kein Ersatz aufzutreiben.

Meine Dioden waren als Ersatzpäckchen einem Wobbelmeßsender beigelegt, dort saßen sie in einer würfelförmigen Guß- Spezialfassung, an einem gewaltigen Pegelsteller/ Gleichrichter- Kopf, Beschreibung hier

Aber es gibt sicher noch sinnvolle Einsatzgebiete... Wer noch Freude daran hat, kann solche Dioden in einem Kristalldetektor verbauen, die Diode schön sichtbar obendrauf, oder als Spitzenwertgleichrichter für Feldstärkemesser, Transistor- Dipper, einen Tastkopf für das hochohmige Voltmeter, u. v. a.

Dieser Beitrag wurde am 11.01.2018 um 18:06 Uhr von edi editiert.
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044
26.01.2018, 18:45 Uhr
CarstenSc



Hallo edi,

gefunden ein 12-seitiges Datenblatt vom WBN-Teltow aus Sept. 1956 über
Punktkontakttransistoren 1NC-010 bis 3NC-010 (9 Typen). Ein paar Kennlinien
sind auch dabei.

Gruß
Carsten
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045
26.01.2018, 19:20 Uhr
edbru




Zitat:
Gourmet schrieb
@hellas
Hallo!
Wenn Du den Strom mit einem Widerstand auf 1mA begrenzt kannst Du die Dioden prüfen. Allerdings sagt das Ergebnis, sperrt in Sperrichtung und leitet in Durchlassrichtung nicht unbedingt aus, das sie auch noch für Dezimeterwellen Mischung oder Gleichrichtung geeignet sind. Sie können aber noch als Kristallieferant für Spitzentransistoren dienen.
Willi



Damit hab ich meine Dioden geprüft.
Zugegeben fand ich das abartig eine Diode in ihre Grenzen zu bringen.
Aber ich konnte selektieren, was 220V aushält

Gruß
Eddi
--
ich brauch es nicht, so sprach der Rabe.
Es ist nur schön wenn ich es habe.
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046
27.01.2018, 00:35 Uhr
edi



Hallo, CarstenSc,

Ich bin an den WBN- Daten sehr interessiert.

Ansonsten:
Die Sache mit den Spitzentransis DDR wurde zu einer Sache Spitzentransis allgemein, und schließlich führten die Recherchen zu Fragen, weiter zu mehr Fragen, und immer noch mehr Fragen, weil...
...es gibt nur sehr wenig Informationen über die Transistoren der ersten Generation. Die wurden einige Jahre versuchsweise genutzt, aber verkaufte Seriengeräte gab es nie. Nicht in der DDR... aber auch international.
Das ist schon bemerkenswert.

Dabei haben Spitzentransistoren bekannte Nachteile -sie konnten damals nicht in gleichmäßiger Qualität produziert werden, und die Werte galten als nicht sehr stabil-, aber sie haben auch bemerkenswerte Eigenschaften.

Ich kontaktierte Wissenschaftler und schließlich sogar die Erfinder- Firma, und...
... und wir fanden nach genau sage uind schreibe 70 Jahren...
Das erste Volltransistor- Radio .

Das wurde in Zeitschriften damals erwähnt, es gab sogar ein Schaltbild, und man muß sagen, es war ein extrem aufwendiges aufwendiges Gerät, ein Superhet mit 2 Vorstufen (!!!), 3 ZF- Stufen und Gegentakt- Endstufe, aber... davon gab es bis gestern abend kein Bild.
Jetzt gibt es eins.
Hier.

Das ist doch irre... man kennt viele Erfindungen, weiß, wie sie aussahen, die erste Dampfmaschine, das erste Motorrad, das erste Auto, aber das erste echte Volltransistorradio, eine Erfindung, die ja nicht so alt ist... versackte.

Und hier ein "Special" zum Thema, zum Teil noch in Arbeit, viele Unterseiten, im Menü links oder unten wählen.

Die Sache geht also immer noch weiter.

Dieser Beitrag wurde am 27.01.2018 um 08:32 Uhr von edi editiert.
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047
27.01.2018, 10:20 Uhr
KK

Avatar von KK

@edi

Nette Geschichte, aber nicht so recht plausibel. Der angeblich mit dem Radio präsentierte Telefonverstärker sieht nicht typisch nach 1948 aus. Der rote Kippschalter aus Plastik, die Bauformen der Klinkenbuchsen und des Schalters dazwischen, sowie die Ringkernspulen passen nicht so recht in die Zeit. Das Foto, wo Mr. Bardeen das Gerät hält, ist sehr viel später entstanden, denn Bardeen ist erkennbar deutlich älter (~30 Jahre) als bspw. auf dem Foto von 1948 in diesem Artikel:

http://www.computerhistory.org/atchm/who-invented-the-transistor/

Ich finde außerdem nirgendwo Hinweise darauf, daß die Bell Labs bei ihrer Präsentation am 30.6.1948 bereits ein funktionsfähiges Transistorradio vorgestellt haben. Irgendeine Zeitung müßte doch von dieser Sensation berichtet haben?

Gibt es neben dem Schaltplan aus "Funk- Technik", Heft 24/ 1948 auch den vollständigen Artikel? Fragen über Fragen.
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048
27.01.2018, 11:04 Uhr
edi



Ist alles plausibel.

Der Telefonverstärker ist auf dem Bild von 1948 zu sehen.

Genau der, den Bardeen zeigt, und das Farbfoto.
Das Bild mit Bardeen und dem Gerät ist später gemacht, ist mir klar.
Das Farbfoto auch.

Ob 1948 schon Ringkerne verwendet wurden, oder diese später nachgesetzt wurden... wissen wir nicht. Wahrscheinlich existieren die Geräte nicht mehr, oder befinden sich in privatem Sammlerbesitz.

Das Radio ist definitiv nicht mehr im Bestand von Bell.

Klar wurde das Radio erwähnt. Ebenfalls der Telefonverstärker.
Zeitungsausschnitt NY Times hier:
Klick
Und natürlich die "FT".

Es gibt noch weitere Texte mit ähnlichem Wortlaut.
Ich werde die Seiten noch mit weiteren Informationen komplettieren.

Artikel werde ich auch original online stellen, so ich das darf- zumindest "rfe"- und "FT"- Artikel darf ich veröffentlichen.

Update: Seite ergänzt

Dieser Beitrag wurde am 27.01.2018 um 11:15 Uhr von edi editiert.
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049
27.01.2018, 11:21 Uhr
edi



Auch in der Welt vom 17.12.1997 ist es so nachzulesen, aber nur Text:
"Fünf Tage nach dem Laborversuch arbeitete bereits der erste Transistor als Verstärker in einem Radio, im Juni 1948 wurden dann Telefonanlagen, Fernseher und auch Rundfunksendetechnik auf Transistorbasis in der Öffentlichkeit vorgestellt."

Update: Ein Auschnitt aus der "Wireless World" ist auch auf meiner Seite.

Dieser Beitrag wurde am 27.01.2018 um 12:46 Uhr von edi editiert.
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050
27.01.2018, 13:19 Uhr
CarstenSc



Hier ein link über die ersten Halbleiter der Sowjets.
In leicht verständlichem Russisch...

http://www.leninburg.com/trans/

Gruß
Carsten
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051
27.01.2018, 13:31 Uhr
edi



Bin Ossi, kann russisch lesen. Übersetzen einigermaßen.
:-)
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052
27.01.2018, 13:49 Uhr
edi



Z. B. das:



Aus "Radio", 1956

Dieser Beitrag wurde am 27.01.2018 um 15:21 Uhr von edi editiert.
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053
27.01.2018, 14:44 Uhr
Gourmet



Hallo!
Zu der Frage ob die Ringkerne schon 1948 existierten kann ich sagen, das schon lange vorher, Weltweit Kunstharz oder Schellack gebundene Pulvereisenringkerne existierten. Ferritringkerne allerdings erst in den 50iger Jahren entwickelt wurden. Wohl erst als Lautsprechermagnete Hartmagnetisch, dann auch weichmagnetische Mischungen für Drossel und Übertragerzwecke.
Willi
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054
24.02.2018, 11:19 Uhr
edi



Ich erlaube mir mal, die Beitragsfolge wieder "hochzuholen"...

Manchmal wird ja richtig heiß über solche alten Sachen diskutiert, z. B. hier.

Inzwischen habe ich ein Datenbuch aus den Informationen erstellt, die ich aus den Informationen, die ich von Radiofreunden, und auch hier aus diesem Forum, erhielt, sammeln konnte.



Ich habe die Hersteller- Blätter, sowie die Meßprotokolle/ Datenblätter zusammengefaßt, erst durch diese Zusammenstellung wird die Bestimmung der Arbeitspunkte durch den Hersteller bei weit auseinanderliegenden Werten klar- eben DIE Besonderheit der Spitzentransistoren.

Link zur Seite und Download


Die Sache geht weiter !

Gestern bekam ich einige "westliche" Spitzentransis, funkelnagelneu, aus militärischen Lagerbeständen- bekanntermaßen wurden einst die ersten "westlichen" Spitzentransis komplett vom Militär abgegriffen, und für deren Equipment verwendet, und natürlich sicherte sich das Militär auch immer ausreichende Reserven- ich erwarb vor einiger Zeit auch mal eine Gleichrichterröhre für Batterieladegeräte aus dem Bestand der niederländisch- königlichen Marine. Die Lampe war... von 1929 ! Bericht hier

Weiter...

Dieser Beitrag wurde am 24.02.2018 um 16:06 Uhr von edi editiert.
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055
24.02.2018, 11:22 Uhr
edi



Ich werde nun auch Messungen durchführen, und auch etwas Handfestes entstehen lassen- ich habe noch etliche Versuchs- Chassis, und auch ausreichend Material- und Transistor- Projekte kann ich auch bei meiner Auswärtstätigkeit nebenbei machen.

Übrigens sollen auch die allerersten Flächentransis, die "Junction transistors", die besonderen Eigenschaften der Spitzentransiostoren gehabt haben- speziell den "negativen Widerstand".

Aber das soll auch alles dokumentiert werden- auch die Sachen mit Spitzentransis "westlicher" Hersteller, sowie den allerersten Flächentransis.

Inzwischen habe ich Unmengen Internet- Infos gesichtet- es gibt ja wirklich nur wenige Infos. U. a. fand ich Schaltungen in amerikanischen Bastlerzeitschriften, die Amis waren ja bei den Transis etwas weiter- obwohl die ersten (Versuchs-) Flächentransis auch in der DDR schon zur Zeit der Spitzentransis montiert wurden- die hatten schon das bekannte, flache "Brikett"- Gehäuse, aber noch nicht die OC81x- Bezeichnung, sondern 5NC-xxx, bereits 1956 in der "Jugend uind Technik zu sehen, die OC- Transis wurden ja erst mit dem Taschenradio "Sternchen" bekannt, und wohl auch nicht sofort mit Produktionsbeginn 1959, somndern erst, als eine stabile Produktion da war.

Ich bedanke mich für die Hilfe bisher, und ich suche auch weiterhin Informationen über die Transistoren der ersten Generation, Spitzentransis und die ersten Flächentransis, Diagramme, Meßblätter, aber vor allem auch Schaltungen- auch hier gibt es sehr wenig Material- ein Anfang ist hier: "Schaltungstechnik der Spitzentransistoren".

Darf auch gern was in Russisch sein... nur mein Chinesisch ist schon etwas eingerostet... :-)

Dieser Beitrag wurde am 24.02.2018 um 11:54 Uhr von edi editiert.
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