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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Erste DDR- Transistoren: Wer hat Infos ? » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
02.12.2017, 21:31 Uhr
edi



Lange nicht mehr hier gewesen... aber heute doch mal wieder...

Auf der Suche nach Material zu den ersten DDR- Spitzentransistoren hatte Google noch Fotos aus diesem Forum im Cache.
Vielleicht hat da ja doch jemand Infos...

Hintergrund: Ich habe einen DDR- Spitzentransi der ersten Generation einer sinnvollen Verwendung- einer Original- Applikationsschaltung des Herstellers, die dieser 1954 auf der Leipziger Messe präsentierte, und die in der rfe 1955/ Heft 1 veröffentlicht wurde, nachgebaut.






Wenn ich mal groß bin, werde ich auch so eine schicke Stahlröhre...





Bei Recherchen konnte ich zu den Spitzentransis keine Geräte finden, außer wenigen Schaltungen in rfe, Funkamateur und Rmorg gibt es nichts.

Ich erwarb den Transi von einem Sammler, der gab an, daß in den damaligen Jahren einige Hundert Transis dieser Bauart gefertigt wurden.
Die ersten DDR- Spitzentransis wurden 1954 gebaut, die letzten 1959, und da gab es das erste Transistor- Taschenradio "Sternchen, anfangs mit West- Import- Transis bestückt, bis die eigene Halbleiterfertigung Transis in Qualität und Stückzahlen liefern konnte.

Wenn es keine Geräte gab... wo blieben die Spitzentransis ???
Wer hat Infos, wohin diese geliefert wurden, vielleicht Anhaltspunkte zu Mengen, u. ä. ? Wer hat Bilder von ausgeführten Geräten, die mit den kleinen "Germaniumröhren" bestückt wurden, etwa Meßgeräte oder Versuchsschaltungen anderer Firmen ?

Hier der komplette Bericht über den Nachbau

Olaf (Edi)

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:04 Uhr von edi editiert.
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001
02.12.2017, 22:29 Uhr
Mario Blunk

Avatar von Mario Blunk

Hallo Olaf,
kannste den Schaltplan des AM-Senders, den Du nachgebaut hast, in diesem Thread veröffentlichen. Den Beipack-Zettel zu dem Transistor (wie im Foto oben) hätte ich auch gern als schönes jpg oder png. Würde mich und bestimmt noch einige andere interessieren. Danke sehr.

Zu der Thematik kann Peter (P.S.) bestimmt was sagen ?

Gruß,

Mario
--
http://www.blunk-electronic.de
My boss is a Jewish carpenter !
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002
02.12.2017, 22:35 Uhr
edi




Zitat:
Mario Blunk schrieb
Hallo Olaf,
kannste den Schaltplan des AM-Senders, den Du nachgebaut hast, in diesem Thread veröffentlichen. Den Beipack-Zettel zu dem Transistor (wie im Foto oben) hätte ich auch gern als schönes jpg oder png. Würde mich und bestimmt noch einige andere interessieren. Danke sehr.
Gruß,Mario



Gern, kein Problem.



Spielte mit einigen Änderungen besser.

Den Kollektorwiderstand habe ich auf 2 KOhm heruntergesetzt. Laut Entwicklern Amplitudenbegrenzung, in einer der anderen Schaltungen ist er 2 KOhm, das sollte gehen, und geht auch.
Jetzt ist ein höherer Modulationsgrad möglich, die Modulation kann aber dennoch wirklich nur mit kleinem Modulationsgrad rübergebracht werden, im Oszillogramm sieht man, daß dann die Mod einer Halbwelle größer wird -> starke Verzerrungen.
Schätze den Modgrad auf 10- 15%, wie auch der Hersteller beschreibt.
Mein anderes Senderchen arbeitet auch nur mit 30-45%.
Ist wohl auch nicht sinnvoll, an hohe Modgrade heranzuwollen, die Demodulatoren alter Empfänger haben nicht selten mit hohem Modulationsgrad Probleme.

Die Antenne ist wieder am Schwingkreis, aber wegen der starken Abhängigkeit der Frequenz von kapazitiver Last am Schwingkreis über einen kleineren Kondensator (100 pF).

Mit diesen Änderungen sind Modulation und Stabilität besser.

Die Verbesserungen durch andere Bauteilwerte können durch die Eigenschaften der einzelnen Spitzentransistors begründet sein !
Die Originalschaltung wurde damals mit dem 2NC-022 realisiert, meine mit dem 3NC-010, der u. a. eine höhere Grenzfrequenz hat.
Dennoch sind auch andere Werte unterschiedlich, jeder Transi ist einzeln gemessen, und besitzt sein eigenes Datenblatt.
Jeder dieser Transis ist ein Unikat !


Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:36 Uhr von edi editiert.
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003
02.12.2017, 22:37 Uhr
Rolli



Auf Edis homepage sind die jpgs zu finden.

Rolf
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004
02.12.2017, 22:37 Uhr
edi



Und hier der Beipackzettel:
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005
02.12.2017, 22:49 Uhr
Mario Blunk

Avatar von Mario Blunk

Danke ! Kannst Du noch was zu den Windungszahlen und Abgriffen der Spule im Schwinkreis sagen ?
--
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006
02.12.2017, 22:49 Uhr
Rolli



Erstaunlich, dass der Beipackzettel von 1959 stammt. Da gab es doch schon den OC810 und OC811 (wenn man Peters Buch glauben darf).

Rolf

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 22:52 Uhr von Rolli editiert.
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007
02.12.2017, 23:03 Uhr
edi



Endschaltung: Statt Festwert ein Drehkondensator,
statt 1nF von Kollektor zu Spule nun ein Styroflexkondensator 330 pF, UB = 14,3V.
Spule, wie im Original- Artikel angegeben: 4- Kammerkörper zu 8mm- Kern, Topfspule. Vom NF- Trafo zur. Anzapfung: 20 Wdg., dann nochmal 20 Wdg., dann 40 Wdg. zur Antennenseite.
Modulationstrafo: Bei mir ein Trafo von ELA- Lautsprecher- Box, links 8 Ohm, rechts die Wicklung für 3 Watt. Da geht sicher auch Treibertrafo oder Ausgangsübertrager einer Gegentakt- Entstufe.
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008
02.12.2017, 23:05 Uhr
edi




Zitat:
Rolli schrieb
Erstaunlich, dass der Beipackzettel von 1959 stammt. Da gab es doch schon den OC810 und OC811 (wenn man Peters Buch glauben darf).

Rolf



Darum staune ich auch... 1959 fing man ja schon mit Sternchen an. Die "Brikett"- Transis kamen aber in Stückzahlen erst NACH dem Produktionsanlauf des Sternchen !
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009
02.12.2017, 23:08 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Meiner ist etwas älter ... 1958
--
Schreib wie du quatschst, dann schreibst du schlecht.

Dieser Beitrag wurde am 02.12.2017 um 23:09 Uhr von robbi editiert.
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010
02.12.2017, 23:11 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

Eine Erklärbär-Variante aus der Zeit:
Wissenschaft und Fortschritt 12/54

...ohne Bauteilwerte.

MfG
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011
03.12.2017, 00:25 Uhr
edi




Zitat:
kaiOr schrieb
Eine Erklärbär-Variante aus der Zeit:
Wissenschaft und Fortschritt 12/54

...ohne Bauteilwerte.

MfG

Da ist ja wieder ein realisiertes Gerätchen mit so'ner "Germaniumröhre" drin- Danke !
Ist übrigens von Prof. Falter geschrieben, der die Dinger entwickelt hat.

Die Bauteilwerte kann man sich ggf. aus vergleichbaren Schaltungen abschauen.

Die Schaltungen sind relativ "normal", fällt mir auf.
Warum ?... in den Senderschaltungen, die in dem von mir wiederaufbereiteten rfe-Artikel haben die Transis KEINE Basisvorspannung vom Kollektorpotential. gehen direkt oder über niedrigohmigen Widerling an Emitterpotential. Selbst beim NF- Vorverstärker. Siehe hier (Bild 9)

Dieser Beitrag wurde am 03.12.2017 um 00:26 Uhr von edi editiert.
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012
03.12.2017, 09:34 Uhr
ralle



Achso, bei der Amplitudenmodulation gibt es 2 Möglichkeiten, die Betriebsspannung des Endstufentransistor zu modulieren. 1 mit einem Übertrager und 2 mit Transistor. Vielleicht erklärt es den Wirkungsgrad des Senders besser. Selbst bei äußerlich ähnliche CB- Funkgeräte wurde so gebaut.
--
Gruß Ralle

Wenn Sie dazu neigen, Bedienungsanleitungen zusammen mit dem Verpackungsmaterial wegzuwerfen, sehen Sie bitte von einem derart drastischen Schritt ab!...
... Nachdem Sie das Gerät eine Weile ausprobiert haben, machen Sie es sich am besten mit dieser Anleitung und ihrem Lieblingsgetränk ein oder zwei Stunden lang in Ihrem Sessel bequem. Dieser Zeitaufwand wird Sie dann später belohnen...

aus KENWOOD-Bedienungsanleitung TM-D700
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013
03.12.2017, 11:15 Uhr
Rolli



Endlich mal wieder ein Beitrag, der sich mit dem beschäftigt, wofür dieses Forum stehen sollte: Mit der Faszination der Elektronik - und nicht mit gegenseitigem Angiften.

Weiter so!
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014
03.12.2017, 12:12 Uhr
edi




Zitat:
ralle schrieb
Achso, bei der Amplitudenmodulation gibt es 2 Möglichkeiten, die Betriebsspannung des Endstufentransistor zu modulieren. 1 mit einem Übertrager und 2 mit Transistor. Vielleicht erklärt es den Wirkungsgrad des Senders besser. Selbst bei äußerlich ähnliche CB- Funkgeräte wurde so gebaut.



Nein. Hier wird nicht die Ub moduliert.

Es gibt ..zig Möglichkeiten, AM zu machen.

1.
Man kan die UB modulieren- Reihenschaltung Endstufe mit zweiter Röhre/ Transi. Max UB ist die vom Netzteil,
U an Anode/ Kollektor ist = UB bei pos. Halbwelle,
U an Anode/ Kollektor ist UB minus U Spitze-Spitze der NF bei neg.Halbwelle. Leistung damit nur "Mittelstrich", genau dazwischen, bei
U an Anode/ Kollektor ist dann UB minus Spannug einer Halbwelle.

2.
Man kann die UB gewissermaßen "aufstocken", das ist Anoden/ Kollektormodulation, Trafo in Reihe mit Endstufe, Max UB ist die vom Netzteil plus die Spannung der pos. NF- Halbwelle -> hohe U an Anode/ Kollektor, 100% Modulationsgrad und hohe Power möglich, aber auch sehr hohe Modulationsleistung (NF) nötig.

3.
Modulation an den Elektroden. An JEDER Elektrode von Tube oder Transi kann man die Mod reinbringen.
Leistung aber nur wieder Mittelstrich.
Dafür sher niedrige Modulationsleistung nötig.

4
Man kann sogar den Antennenstrom durch ein Kohlemikrophon jagen ! Und das sogar bei richtig Power !
Jaaa ! Das geht ! Nötigenfalls nimmt man viele Mikes parallel, und richtig große- etwa Schuhkartongröße !
Ja, das wurde tatsächlich einst so gemacht, als man die HF mit Hochspannung und Funken, oder später mit Motoren- Generatoren erzeugte- diese Generatoren ließen sich nämlich nicht durch Modulation an ihren Anschlüssen beindrucken- im Gegenteil, die hätten sich schon "gewehrt", und den armen Funker geröstet.
:-|

Mein erster Sender funktionierte so: Mit einem "Volksempfänger", enfach die Rückkopplung hochgejagt, Kohlemikro in Antennenleitung, voilá.
Reichweite immerhin 300 m an Antenne Haus zu Haus: 200m Länge, 10 Höhe.

Ja, ich weiß....
Ist über 50 Jahre er, damit verjährt.
Ätsch !

Bei Bedarf habe ich richtig viele Infos zu Modulationsarten. Nur kurz:

Der hier vorgestellte Generator nutzt einen Spitzentransi mit speziellen Eigenschaften, damit das Kriställchen den Schwingkreis in Trab bringen kann, ein "negativer Widerstand" in der Kennlinie, wie ei Tunneldioden. Schreiben die Entwickler jedenfalls.
Er moduliert in der Basisschaltung am Emitter.
Das heißt aber nicht, daß die Umod zur UB zuaddiert wird, wie bei Anoden- oder Kollektormod !!!

Und weil die ersten Transis sich wohl bewußt waren, was Besonderes zu sein, waren sie gelegentlich richtig zickig (wie heißt das bei Kerlen ?).
Die Mod funktioniert, aber nur mit geringem Modfaktor, dann überfährt man schon die -bei einigen Exemplaren der ersten Transis irre niedrigen- Emitterspannungen, und was aus dem Lautsprecher kommt, reißt im Empfänger glatt die Pappe aus dem Korb- Tiefen mag die Mod meines Aufbaus nur in geringen Dosen.

Hier beißt sich die spezielle Schwingeigenschaft mit der Modulationsfähigkeit.
Wenn an richtig Modgrad hat, pustet man den Oszilator aus, wenn der Oszillator gut schwingt, mag er Mod nicht besonders.
Und unerwünschte FM bei AM, unerwünschte AM bei FM... alles Sachen, die man nur hat, wenn man zusammendrückt, was nicht zusammen gehört.
Darum ging man schon bei Röhren von der Modulation einer Oszillatorschaltung ab.

Hier handelt es sich einfach um eine der ersten Schaltungen für die ersten Halbleiter.


Zitat:
Rolli schrieb
Endlich mal wieder ein Beitrag, der sich mit dem beschäftigt, wofür dieses Forum stehen sollte: Mit der Faszination der Elektronik - und nicht mit gegenseitigem Angiften. Weiter so!



Gern, aber bitte beachten- war als Anfrage gedacht, das Thema ist ja wenig "robotronisch".

Dieser Beitrag wurde am 04.12.2017 um 01:23 Uhr von edi editiert.
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015
03.12.2017, 16:51 Uhr
Besserwisser

Avatar von Besserwisser


Zitat:
edi schrieb
... das Thema ist ja wenig "robotronisch".



Hoffentlich löscht es der MOD dann nicht.


Dieser Beitrag wurde am 03.12.2017 um 16:52 Uhr von Besserwisser editiert.
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016
04.12.2017, 19:26 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
Besserwisser schrieb

Zitat:
edi schrieb
... das Thema ist ja wenig "robotronisch".



Hoffentlich löscht es der MOD dann nicht.



Deswegen ja unter "Sonstiges"

Schönes Teil. Ich habe auch noch einige OCs usw. muss mal suchen.

Guido
--
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

Konfuzius
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017
05.12.2017, 10:10 Uhr
P.S.



@edi <000>
Danke für die aufschlussreichen Bilder!
Ja, leider ist aus den Anfängen der "Halbleiterei" in der DDR bisher nur wenig Material aufgetaucht - insbesondere aus der Wiege der DDR-Halbleiterindustrie, dem VEB Werk für Bauelemente der Nachrichtentechnik Teltow (WBN). Es existiert zwar ein Bericht zum 125ten Jahrestag von Dipl.-Ing. Helmut Kappelhoff, aber da steht zu Spitzentransistoren auch nur sehr wenig drin.
Ich hatte mal Kontakt mit einem der dortigen Entwickler, welcher fast von Anfang an mit dabei war - nein, Prof. Falter wars's nicht - sondern Dr. Bodo Hildebrand. Der wollte mir eigentlich noch seine "Laborbücher" übergeben, aber dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen. Er ist kürzlich verstorben.

Im Industriemuseum Teltow - www.imt-museum.de/ - kann man möglicherweise weiteres erfahren ...
Ich will immer nochmal hinfahren, um mir das dort evtl. vorhandene Archiv anzuschauen ...

Übrigens - bzgl. Transistorbestückung "Sternchen":
Da die DDR-Halbleiterindustrie zum Zeitpunkt der Produktionseinführung des "Sternchen" noch keine geeigneten HF-Transistoren bereitstellen konnte, mussten diese "übergangsweise" in Produktionsstückzahlen aus dem NSW importiert werden (VALVO, ITT) - sehr zum Leidwesen unserer Wirtschaftsverantwortlichen! Daraus resultierte dann auch u.a. auf der Basis der Verfügung Nr.3 des MEE die Gründung des VEB Elektronikhandel Berlin (später AEB).
Ob die WBN-Spitzentransistoren jemals kommerziell zum Einsatz kamen, ist leider bis heute nicht bekannt geworden - auf keinen Fall im "Sternchen" ...

Das Wissen der Menschheit gehört allen Menschen! -
Wissen ist Macht, wer glaubt, der weis nichts! -
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! -
Gegen die Ausgrenzung von Unwissenden und für ein liberalisiertes Urheberrecht!
PS

Dieser Beitrag wurde am 05.12.2017 um 11:10 Uhr von P.S. editiert.
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018
05.12.2017, 12:16 Uhr
ambrosius




Zitat:
P.S. schrieb
... zwar ein Bericht zum 125ten Jahrestag von Dipl.-Ing. Helmut Kappelhoff, aber da steht zu Spitzentransistoren auch nur sehr wenig drin. ...



... da hat wohl der olle Humboldt schon seine Finger drin gehabt ...
--
Viele Grüße
Holger
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019
Heute, 01:13 Uhr
edi



Das Projekt ist noch nicht zu Ende, ich habe viele Leute angeschrieben, Literaturauszüge und Kopien bestellt, und sammle noch Informationen zu den DDR- Spitzentransis, veröffentliche die hier, wenn noch Interesse besteht- ich finde die Sache wahnsinnig spannend.

Es gab ja kein einziges Seriengerät mit diesen Transis- jetzt gibt es wenigstens diesen Nachbau des Entwicklungsmusters.

Mir sind noch solche Transis zugesagt, dann möchte ich eine zweite, verbesserte Variante, aber auch mit diesen Transis bauen. Das wäre wohl damals schon gegangen, aber man wollte wohl allerschnellstens zur Messe ein Demogerät vorführen können, welches zeigt, was 1 Transi schon kann.

Das Senderchen nach der Originalschaltung ist also soweit fertig, vorführbereit fertiggestellt, nebenbei arbeite ich an Skale und Gehäuse mit Plexiglas- Front und -Deckel, da wird er nur noch reingeschoben.

Wer mal hören möchte, wie sich der Uralt- Transi schlägt... unten ist ein Video- Link.

Inzwischen steht das Senderchen auf einem Graetz 48GW von 1939, versorgt diesen (und die danebenstehenden Radios) mit Musik, später wird es ins "Radio- und Puppenhaus" umziehen.
Das Radio mit dem grünen Display neben dem Senderchen liefert Musik für die Modulation, von Audiokassette, oder einem UKW- Sender, so daß das Senderchen dann als Frequenzumsetzer arbeitet.
Auch das wird später geändert, eine andere Quelle das Senderchen speisen.



Hier das Video:
https://vimeo.com/246587874

Ich habe schon einige Infos bekommen, oder per Suche gefunden, arbeite diese momentan noch auf. Ist aber wirklich wenig.
Wer noch Infos hat, ich bin dankbar für Scans, Fotos, Texte, Schaltungen, usw., auch Kontakte zu Zeitzeugen.

Ich bitte ALLE um Mithilfe !
Wäre schön, wenn man diese verlorenen 5 Jahre Halbleitergeschichte der DDR (1954-59) mal beleuchten könnte.


Edi

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2017 um 01:14 Uhr von edi editiert.
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