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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Verzinnte Leiterplatten löten » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
23.11.2017, 15:49 Uhr
Perser

Avatar von Perser

ich habe hier einige Leiterplatten liegen die chemisch verzinnt sind
und habe einige Probleme diese Leiterplatten zu löten.
Man muss ziemlich lange darauf rumbruzeln bis das Lot verläuft
ich habe das mit verschiedenen Temperaturen, hoch(400°) niedrig(350°),
versucht keine Besserung.
Ich muss sagen daß die Leiterplatten schon eine Weile da liegen.
Hat jemand damit Erfahrung, ist es vieleicht gut die Platten nochmal
mit irgendwas abzuwaschen oder mit feinem Sandpapier abzuschmiergeln.
Auf jedenfall ist diese Löterei nicht gut für die einzulötenden Bauteile.

Viele Grüße
Perser
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001
23.11.2017, 16:02 Uhr
Enrico
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Das Probleme kenne ich, schon vor längerer Zeit gehabt.
Das chem. Zinn war z.T. auch in die PLatine diffundiert (oder wie heisst das?),
jedenfalls war die nicht Zinn/grau, sondern altkupfern.
Einfach nicht zu löten.
Ich hatte die Platinen dann auch einfach wieder blank geschmirgelt.
--
MFG
Enrico
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002
23.11.2017, 20:19 Uhr
ICL-LIONS



Chemisch verzinnte LP, sind im Prinzip nach 12 Monaten nicht mehr zu verarbeiten.
Die intermetallische Phase die dann durch das Zinn durchgewachsen ist kann nur noch chemisch geknackt werden. (z. B. Salpetersäure)

Carsten
--
Online bin ich nur Wochentags zwischen 9 und 17 Uhr.
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003
23.11.2017, 23:31 Uhr
Wusel_1



Geh in den Baumarkt und kaufe das hier:
https://www.hornbach.de/shop/Fittingsloetpaste-CFH-FP-348-100-g/5085679/artikel.html
Mit dem Pinzel auftragen und mit dem Lötkolben das Zeug auf den Leiterbahnen verflüssigen und dann kannst du danach normal löten. Das Zeug nehme ich, wenn ich meine Leiterplatten verzinnen will oder wie bei dir, die Verzinnung schon langsam den Geist aufgibt .
--
Beste Grüße Andreas
______________________________________
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*** wer glaubt hört auf zu denken ***

Dieser Beitrag wurde am 23.11.2017 um 23:33 Uhr von Wusel_1 editiert.
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004
24.11.2017, 00:01 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Vor 30 Jahren wurden die Platinen nach längerer Lagerzeit "aufgeschmolzen". Das heißt, sie wurden mal in die Nähe des Schmelzpunktes von Zinn erhitzt.
Solche Platinen habe ich heute noch, und sie lassen sich fast problemlos löten. Es kommt eben auf die Lagerung an.
Ansonsten hatten wir das Thema schon mal. Ich verwende da Klempnerlötwasser. Danach sollte man aber die Lötstellen mit Wasser/Aquadest reinigen.
--
Schreib wie du quatschst, dann schreibst du schlecht.
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005
24.11.2017, 06:17 Uhr
Perser

Avatar von Perser

danke für eure Antworten und Tips.
Das Fazit wäre ja dann am besten die Leiterplatten nicht verzinnen
zu lassen.
Wenn ich mir im nachhinein überlege war die Verlötung von frisch
verzinnten Lp auch nicht so besonders, aber das kann ja am
Lötzinn gelegen haben.

Viele Grüße
Perser
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006
24.11.2017, 09:51 Uhr
ICL-LIONS



Zum Thema Lötbarkeit von Oberflächen ist das eine gute Lektüre.
Dort werden die einzelnen Oberflächen beschrieben.

http://www.fed.de/downloads/Vortrag-Haeusermann-Leiterplattenendoberflchen022013.pdf

Carsten
--
Online bin ich nur Wochentags zwischen 9 und 17 Uhr.
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007
24.11.2017, 10:55 Uhr
Gourmet



Hallo!
Für normale Anwendungen beim Amateur ist HAL (Hot Air leveling) bis zu fine pitch Anwendungen von 0,5 mm Lötpadbreite die beste Lösung.
Chemich Gold ist nicht dauerhaft so zuverlässig. Chemisch Zinn ist wegen der intermetallischen Cu-Sn Verbindungen je nach Temperatur nach einiger Zeit (Monate bis Minuten) nicht mehr Lötbar, Wiederlötbar. Siehe Link im vorherigen Beitrag. Löten nur nach abschleifen der dünnen, harten Bronzeschicht und neutralem Flußmittelauftrag sicher. Verwendung von Lötwasser oder Lötfett, zerstört mit hoher Warscheinlichkeit die Leiterplatten wegen der Elementbildung und der Chloridionen als Elektrolyt zwischen dem Cu und dem Sn, die nicht vollständig entfernt werden können. Da hilft auch ein längeres gründliches waschen nichts. Besonders unter Bauelementen verbleiben verdampfte Reste.
Fittinglötpaste enthält neben Zinnpulver Zinkclorid wie das Lötwasser und ist deshalb ebenso ein Tabu oder neudeutsch Nogo für Elektroniklötungen.
Aber für die geplante Obsoleszenz ist es natürlich gut.
Sicherheitshalber sollte bei unseren Lötungen an alten und neuen Baugruppen, Blei-Zinn Lot mit Flußmittelseele und eventuell Cu-Anteil verwendet werden. Rhos-konforme Lote machen größere Schwierigkeiten und sollen nicht mit den Loten auf alten Leiterplatten gemischt werden. Lote ohne Flußmittelseele sind für uns unbrauchbar. Lötkolbentemperatur nicht zu heiß wählen >350°C. Lieber dünneres Lot verwenden. Dicke Kabel nicht mit kleinen Lötkolben löten <30W.
Willi

Dieser Beitrag wurde am 24.11.2017 um 12:30 Uhr von Gourmet editiert.
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008
24.11.2017, 17:49 Uhr
Perser

Avatar von Perser

ich habe mal bei meinen Leiterplattenhersteller gefragt nach der schlechten
Lötbarkeit der meint das es am Lötzinn liegt mit "Felder" Lötzinn lassen sich
verzinnte Leiterplatten ziemlich schlecht löten, seine Kunden hatten auch
Probleme damit, ich löte auch mit "Felder" Lötzinn bleihaltig.

Viele Grüße
Perser
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009
24.11.2017, 18:19 Uhr
Enrico
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Was sollen denn "Felder" sein?
--
MFG
Enrico
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010
24.11.2017, 18:27 Uhr
Perser

Avatar von Perser

Felder ist eine Firma die u.a. Lötzinn herstellt.

Viele Grüße
Perser
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011
24.11.2017, 18:59 Uhr
Enrico
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Na, einem Namen von Firma, habe ich auf Lötzinn noch nie geachtet.
Hauptsache da ist Blei drin, und für Elektronik.
--
MFG
Enrico
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012
24.11.2017, 19:14 Uhr
Gourmet



@Perser
Hallo!
Ich verwende seid mindestens 10 Jahren Felder Lötzinn 0,5, 0,8 und 1mm. Vorher hatte ich bei Conrad gekauftesn Lötdraht ohne Herstellerbezeichnung verlötet. Es gab bei Den "normalen" Oberflächen wie Hauchgold oder HAL-Verzinnung nie Probleme. Verwende aber bevorzugt HAL Oberflächen. Selbst bei SMD-Bauelementen mit 0,5mm Fine-Pitch, allerdings mit Lötstop. Ich habe nur Probleme mit Flußmittellosem Elsold Lötzinn, altem DDR-Lötdraht ohne Flußmittel, Leiterplatten mit Chemischer Verzinnung oder Versilberung. Bei letzteren vor allem nach längerer Lagerung die das Zinn ins Kupfer diffundieren läßt unter Bildung intermetallischer Phasen oder das Silber eine Verbindung mit Schwefeldioxid aus der Luft eingeht( Siehe auch im Beitrag von ICL-Lion den Link der diese Möglichkeit mit Zeiten beschreibt). Dann hilft auch kein normales Flußmittel mehr um vernünftige Lötstellen zu erreichen. Dieser Vorgang wird im Netzt ausreichend dokumentiert ebenso Das Tabu, Cloridhaltiges Flußmittel zu verwenden. Hilfreich ist das abschmirgeln der Lötstellen. Glaspinsel ist nicht angebracht, es werden zuviele Glasteilchen abgebrochen die in Schalter, Potis oder die Lunge gelangt, zu irreparablen Schäden führen.
Willi
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013
24.11.2017, 20:21 Uhr
Perser

Avatar von Perser

ich werde meine schlecht lötbaren Leiterplatten mit feiner Stahlwolle
abreiben ich hoffe das man die dann wieder ordentlich löten kann.
Ich hab das mal versucht es braucht nicht viel um die Kupferoberfläche
wieder sichtbar zu machen.

Viele Grüße
Perser
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014
24.11.2017, 22:54 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Tabu ... Chlor ...
Mir wird ganz schwindelig.
Für die Weltraumtechnik ist das sicher nicht geeignet. Ich verwende meine 100 ml Originallötwasserflasche aus dem Jahre 1961 heute noch. Sowenig brauche ich davon. Meine Lötstellen sind nie abgefault.
Naja, man kann es auch übertreiben. Macht mal...
--
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015
25.11.2017, 19:21 Uhr
holm

Avatar von holm


Zitat:
Gourmet schrieb
[..]
.. es werden zuviele Glasteilchen abgebrochen die in Schalter, Potis oder die Lunge gelangt, zu irreparablen Schäden führen.
Willi


Ich habe einen Kunden der Glas und Siliziumfasern verspinnt und verwebt (Asglawo in FG).
Keiner läuft in dem Laden mit Mundschutz herum, in einer Ecke wird Wasser verstäubt um Staubpartikel zu binden. Auf meine Nachfrage hin: diese Fasern sind nicht Lungengängig.

Gruß,

Holm
--
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016
26.11.2017, 11:06 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Aktuell heute:
Der Regelknopf an einem digitalen Heizkörperventil kann nur zwei Werte einstellen?
Aufgeschraubt, die Durchstecker sind von Hand eingelötet, das Zinn nicht durchgelaufen. Um die Lötstellen herum ist weißlicher Belag, die SMD-Bauteile und ihre Lötpads sind verkeimt, matt, wie "angeätzt".
Drei Mikrotropfen zinnchloridhaltiges Lötwasser drauf, nachgelötet, abgewaschen und das Ventil funktioniert wieder.
Ich wüßte nicht, warum ich bei Bedarf auf scharfes Lötmittel verzichten sollte...
--
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017
26.11.2017, 11:52 Uhr
holm

Avatar von holm

@robbi: ist doch Quatsch! Ich habe hier auch irgendeine Lötpaste die ich einem Kunden mal weggenommen habe (weil das Zeug da wirklich kontraproduktiv ist). Wenns notwendig ist benutze ich den Kram auch in homöopathischen Dosen, man muß nur halt wirklich wissen was man tut und Letzteres ist heute leider nicht mehr selbstverständlich..

Ich löte damit teilweise gewöhnliche CR2032 irgendwo ein (kaputte Dallas Ics), macht man auch nicht, geht aber komischerweise.. Das Gelumpe hält bei meinem Verbrauch aber noch ca. 250 Jahre..

Gruß,

Holm
--
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018
26.11.2017, 12:30 Uhr
robotics



schon mal mit tempern versucht (8h bei 80 Grad ) ?

Mit freundlichen Grüßen
Andreas
--
It's not a bug ! It's a feature!
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019
26.11.2017, 13:15 Uhr
Perser

Avatar von Perser

soviel ich weiss tempert man Leiterplatten um diese zu trocknen
oder soll sich die chem. Verzinnung dadurch verändern?

Viele Grüße
Perser
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020
26.11.2017, 16:39 Uhr
RP



Die Spätfolgen von Lötwasser und Lötfett sieht man an allen DDR Feinsicherungen, und den Sicherungshaltern. In der Röhrentechnik und in Schaltungen mit MOS Bauelementen kommt das Problem des Zink Anteils im Lötwasser und Fett, die Leiterplatte wird zum Widerstand, da hilft auch kein Spülen mit Wasser, der Zink dringt während der Lötung in das Basismaterial.
Ich verwende Lötwasser und Fett nur zum Verzinnen und Löten von Stahlblech, nach Reinigung der Lötstelle, gibt es keine Probleme.

Rolf
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021
01.12.2017, 16:15 Uhr
Kurt Lässig



Mein Vater hat immer Harnstoff-Perlen für oxidierte Drähte oder "schwierige" Lötstellen benutzt. 1-2 Perlen ans Zinn mit dem Lötkolben "geklebt" und dann zugeführt. Den weißlichen Belag dann ggf. abkratzen.
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022
01.12.2017, 16:24 Uhr
Perser

Avatar von Perser

Harnstoffperlen? geht da auch Harnstoffdünger.
Probier ich vieleicht mal.

Viele Grüße
Perser
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023
02.12.2017, 08:21 Uhr
ambrosius



Das ist löten mit 'Ad blue' ...
Einen schönen ersten Advent.
--
Viele Grüße
Holger
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