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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » HFO-Schaltkreise mit "SG" » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
11.03.2017, 10:35 Uhr
P.S.



Es liegt mir eine Anfrage vor zu o.g.:



Vielleicht kann einer von den "Wissenden" uns mal drüber aufklären, was das "SG" zu bedeuten hat.
Weitere ICs, die mit diesem Zusatz aufgetaucht sind: A4100D und A4510D.

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Dieser Beitrag wurde am 11.03.2017 um 10:35 Uhr von P.S. editiert.
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001
12.03.2017, 12:23 Uhr
ic-box24



Hallo,

es gibt sehr viele ICs mit diesem Zusatz, sowohl analoge als auch digitale.

Wenn ich mich recht an die Aussagen von Karsten erinnere (der es wohl am ehesten wissen könnte, da er sich intensiv mit solchen Fragen beschäftigt), ist die Bedeutung bis heute nicht wirklich geklärt.
Aber möglicherweise gibt es ja mittlerweile neue Erkenntnisse...?

Andreas
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002
12.03.2017, 17:59 Uhr
Andreas



Bitte nicht niederbrüllen wenn ich nicht ganz Recht habe. Hier https://www.magentacloud.de/share/rqzwxgxhxq habe ich mal was abgelegt. Seht mal auf Seite 302. Offenbar ist mit SG für Plastgehäuse der Temperaturbereich -25 bis +85 kodiert. Plastgehäuse waren ja ursprünglich mit 0 bis 70 Grad spezifiziert.-25 bis +85 war ja dann (immer?) Keramik. Das ich das ganze Heft abgelegt habe wird mir doch keiner übel nehmen?

Andreas
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003
12.03.2017, 18:29 Uhr
Klaus



@Andreas

Danke für die Übersicht.
Habe ich noch nicht gesehen. Prima... kann man immer gebrauchen.

Viele Grüße,
Klaus
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004
13.03.2017, 09:52 Uhr
P.S.



@Andreas <002>
Da kannst Du Recht haben. Nach bisher unbestätigten Aussagen bedeutet "SG" ein Chip-Passivierung mit "Silicat-Glas". Diese wurde insbesondere von den LVO-Anwendern gefordert, was dann wohl auch den erweiterten Temperaturbereich von -25°C bis +85°C ermöglichte, ohne die sehr viel teureren Keramik-Gehäuse einsetzten zu müssen. Ob in den späten 1980er Jahren überhaupt noch der Zyklus II in Keramik zur Verfügung stand, ist ungewiss.
Im Handbuch "Mikroelektronik - Gesamtübersicht 1990", S302 sind auch IS mit "SC" angegeben, deren technologischer Hintergrund jedoch unbekannt ist. Dafür ist der Standard-Temperaturbereich von 0°C bis 70°C angegeben.

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005
13.03.2017, 15:00 Uhr
Rolli



Danke für das Heft. Dass ist ja dann die Abschlussübersicht der untergehenden DDR-Halbleiterindustrie.
Interessant ist auch, dass alle DIL-Gehäuse oberhalb DIL14 im Zollraster ausgewiesen sind. Hierzu gab es auch mal hier im Forum eine längere Diskussion!

Gruß
Rolf
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006
13.03.2017, 15:19 Uhr
ICL-LIONS




Zitat:
Rolli schrieb
Danke für das Heft. Dass ist ja dann die Abschlussübersicht der untergehenden DDR-Halbleiterindustrie.
Interessant ist auch, dass alle DIL-Gehäuse oberhalb DIL14 im Zollraster ausgewiesen sind. Hierzu gab es auch mal hier im Forum eine längere Diskussion!

Gruß
Rolf



DIP16 Plaste im Raster 2,50
DIP16 Keramik im Raster 2,54.

Laut der Gesamtübersicht

Carsten
--
Online bin ich nur Wochentags zwischen 9 und 17 Uhr.
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007
04.03.2018, 16:45 Uhr
karsten

Avatar von karsten

Hallo.
Hier ging es darum, was das "SG" bedeutet ?
Heute ist mir der Beweis für meine Annahme in die Hände gefallen.
Meine Vermutung war, dass es ein Qualitäts- oder Gütezeichen ist,
vor allem weil es nie zusammen mit der 1 im Q (Q1) oder der 1 im Dreieck (Q1D) auftaucht. Meine Annahme war SG = StandardGüte.
Das wurde heute mit einer neu zugegangenen Schachtel bestätigt.


Zu 002 und 004
Die im Buch "Mikroelektronik Gesamtübersicht" von 1990 auf Seite 302 mit z.B. B 621 D,SC und B 625 D,SG gedruckten Angaben erklären sich schon mit der letzten Spalte "Bauform" dieser Tabelle. Die normale Ausführung dieser Schaltkreise ist das D für DIL-Plast-Gehäuse. S steht für die Ausführung im Small-Outline-Gehäuse (SOP).
Der B621 war schon immer 0...70°C, bei der SOP-Ausführung und in späten Produktionsjahren nach Norm gekennzeichnet mit dem zweiten Buchstaben C. Alle diese OV, auf "1" endend sind 0...70°C. Die Ausführungen mit -25...85°C lauten bekanntermaßen auf "5".
Damit erhält die SOP-Ausführung B625S das G für -25...85°C:
Das bei der Technologie für diesen erweiterten Temperaturbereich die Chip-Passivierung mit "Silicat-Glas" eine Rolle gespielt hat stelle ich nicht in Abrede. Nur ist diese Chip-Passivierung weltweit der Standard.


>>>Ob in den späten 1980er Jahren überhaupt noch der Zyklus II in Keramik zur Verfügung stand, ist ungewiss.<<<
Stand er natürlich, man denke an die DA und AD-Wandler Cxxx.
Und wenn ich mir mal das Bild vom Carsten ausborgen darf...
hat dieser Typ auch wieder den erweiterten Temperaturbereich mit "G".


Gruß
Karsten
--
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Dieser Beitrag wurde am 04.03.2018 um 17:35 Uhr von karsten editiert.
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008
07.03.2018, 12:23 Uhr
Ontario



Hallo Karsten, die Vermutung Gütezeichen kann ich nicht teilen. Guck mal hier http://www.dresdner-kameras.de/firmengeschichte/guetezeichen/guetezeichen.html Und warum sollte das dann so quer aufgedruckt worden sein? Das gab es sonst doch nur als datecode bei den ganz frühen IC, bei den ROMs oder
Bastel IC (S1?).
Die Kodierung für Temperatur ist immer Bestandteil der Bauteilnummer gewesen, auch wenn nie kosequent eingehalten. Mal im Prefix (D,E,U,V), mal im Zahlenblock (B611,B615) ,mal im Suffix. Das kam wohl darauf an wie es beim Originaltyp aus dem NSW grad war. Aber nie extra und quergedruckt.
Auf deinem Karton war wohl grad da Platz für die Bezeichnung SG.
SG steht bestimmt für Sondergehäuse. Eher auf die Form bezogen. kann mich noch dunkel an eine kleine Tabelle irgendwo erinnern, wo der Unterschied der Bxxx OPV
im DIL8 oder DIL14 aufgeführt war. Vielleicht auch ein SG für Zollraster?

Nicht bös sein -mein erster Beitrag hier. Bin kein Profi und froh wenn ich bissel mitmachen darf. Gruß Willi
--
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009
07.03.2018, 18:25 Uhr
karsten

Avatar von karsten

Hallo Willi,
Danke für den Link.
Auf Schaltkreisen verwendet wurde nur Gütezeichen "Q"= 1 im Q (Q1)
und Gütezeichen "1" = 1 im Dreieck (Q1D) die seit 1950 Bestand haben.
Die Gütezeichen "S" und "2" wurden 1960 bzw. 1970 abgeschafft.
Die beiden standen also zur Zeit der Bedruckungen dieser Schaltkreise oben (000) T = 1985 und N = 1981 nicht mehr zur Verfügung.
Das SG findet sich nur auf Typen von HFO, es wurde aber nicht nur vertikal bedruckt.
Ich nehme mal das Beispiel A109D in R9= September 1983 Den gab es mit Gütezeichen "1" horizontal und mit SG vertikal. Ebenso etwas Später mit RD. Dto. A225D M6
Das Zollraster spielte bei den meisten Typen aus Frankfurt/Oder keine Rolle. Das resultier auch daraus, dass bei DIL6 bis 16 da keine wirklich Bestückungs-relevante Abweichung war. Nur geplante Exportausführungen wurden im Zollraster gefertigt und erhielten dann als Bedruckung die internationale Bezeichnung. Besonders gekennzeichnet hat HFO das Zollraster nie. Die DIL18er und größer wurden bis etwa Mitte 1988 metrisch produziert, danach dann einheitlich im Zollraster.
Beispiel A225D ab W5, A277D ab W7. Nur Erfurt hat bei Zollraster ein Z bedruckt, aber auch schon mal vergessen :-)
Anfang der 80er wurden OVs, z.B. der B861D im DIL14 ausgeliefert, weil es noch keine Maschine für DIL6 gab (B861D MO bis PN).

Gruß
Karsten
--
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Dieser Beitrag wurde am 07.03.2018 um 18:26 Uhr von karsten editiert.
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