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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » wie gut ist eigentlich der R300 heutzutage "erforscht"? » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
11.09.2013, 21:11 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Gestern bin ich beim Stöbern auf eblöd mal wieder spontan schwach geworden und hab ein Programmierhandbuch für den R300 für "MOPS" ersteigert. Danach hab ich noch ein wenig auf eblöd weiter herumgesurft und war erstaunt, wieviel Bücher, Hefte, Anleitungen etc. und sogar auch Platinen für die Robotron R300 Anlage immer noch dort angeboten werden.

Hier im Forum haben allerdings Stichwortsuchen nach MOPS oder R300 kaum Ergebnisse gebracht. Was mich regelrecht ein wenig gewundert hat. Natürlich gibt es auf den Informationsseiten von robotrontechnik.de zumindest eine Übersicht zum R300, aber sehr tiefgehend sind die Informationen dort auch nicht.

Gibt es eigentlich jemanden hier, der diese Art von Rechner heute noch bis in die konkreten Details seiner Funktionsweise versteht?
--
Ich möchte im Schlaf sterben, so wie mein Opa.
Nicht schreiend und kreischend wie sein Beifahrer.
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001
11.09.2013, 21:15 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Micha schrieb
Hier im Forum haben allerdings Stichwortsuchen nach MOPS oder R300 kaum Ergebnisse gebracht. Was mich regelrecht ein wenig gewundert hat.

Genauso wie Du bisher hat sich von den Hobbykollegen eben noch niemand mit dieser Technik beschäftigt.
Und da es keinen Rechner gibt, wäre das ja auch nur ein theoretisches Hobby...


Zitat:
Gibt es eigentlich jemanden hier, der diese Art von Rechner heute noch bis in die konkreten Details seiner Funktionsweise versteht?

Am ehesten noch Arth.
--
Kernel panic: Out of swap space.
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002
11.09.2013, 22:20 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Stimmt!

von Arth hatte ich mal eine CD mit Filmaufnahmen von der Vorstellung der R300 Anlage auf der Leipziger Messe aus den 60er Jahren bekommen. Arth hatte damals auch freundlicherweise einen 16mm Film digitalisiert, den ich mal auf ebay ersteigert hatte - eine der Folgen der Fernsehserie über EDV, vorgestellt am Beispiel der R300 Anlage*.

Muss ma schauen wie ich Arth antreffen kann, sollte sich ja was machen lassen.

*) falls der jemanden interessiert, die Video-Datei hab ich hier
--
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Dieser Beitrag wurde am 11.09.2013 um 22:22 Uhr von Micha editiert.
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003
11.09.2013, 22:50 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

Im Filmchen "High Tech made in GDR" ist von 2 Schränken an Doku für den Servicetechniker die Rede.
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004
12.09.2013, 00:04 Uhr
Enrico
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Zitat:
Micha schrieb

*) falls der jemanden interessiert, die Video-Datei hab ich hier

Mich würde es interessieren.
--
MFG
Enrico
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005
12.09.2013, 00:07 Uhr
Guido
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Avatar von Guido

Tja, wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich das Dingens auswendig gekannt.
Ging aber nicht nach mir und 2-3 Wochen vor Ende der Lehre war auch Ende mit einem hoffnungsvollen "Servicetechniker" an einer R300. Fortan konnten die mich im "Arbeiter und Bauernstaat" am Rücken lutschen, ich wurde Kranfahrer
Vielleicht war das auch gut so, ich hätte die Krücke wohl zu lange am Leben gehalten

Guido
--
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

Konfuzius
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006
12.09.2013, 09:40 Uhr
ludwig



Ein kleiner Tipp von meiner Seite, vielleicht nützt er was, aber vielleicht ist er aber auch völlig nutzlos:

Bei meiner Mutter im ehem. Betrieb (VEB Schaltelektronik Oppach) stand wohl auch ein R300. Ich werde sie mal fragen, ob sie noch welche, die damals in der EDV waren kennt und ob die noch was zu dem Rechner wissen / haben.

Des Weiteren meinte sie zumindest mal, dass sie sich nicht erinnern könne, dass der Rechner nach der Wende abgebaut wurde, weil die Räume dort nach Eindampfen der Arbeiterzahl von über 2000 auf 15 nicht mehr gebraucht wurden, aber unter Denkmalschutz stehen. Es wäre gut möglich, dass man die EDV-Abteilung einfach links liegen gelassen hat.

Es wäre vielleicht mal eine Idee, sich bei der "ESGO GmbH Energietechnik und Schaltgeräte Oppach" so ganz unverbindlich über den Verbleib des Rechners zu erkundigen. Vielleicht ist da ja noch irgend etwas brauchbares da.

So, das wäre denn das, was ich zu dem Thema beitragen kann.

Viele Grüße,
Ludwig

Dieser Beitrag wurde am 12.09.2013 um 09:41 Uhr von ludwig editiert.
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007
12.09.2013, 09:50 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
ludwig schrieb
Es wäre vielleicht mal eine Idee, sich bei der "ESGO GmbH Energietechnik und Schaltgeräte Oppach" so ganz unverbindlich über den Verbleib des Rechners zu erkundigen.

Ist schon vor 2 Jahren passiert.
Die Leute dort sind leider rekordverdächtig unkooperativ.
--
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Dieser Beitrag wurde am 12.09.2013 um 09:50 Uhr von Rüdiger editiert.
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008
12.09.2013, 11:24 Uhr
wpwsaw

Avatar von wpwsaw

Hallo und guten Tag,

wir hatten früher ein Prozessleitsystem auf der Basis des R300 in unserem Betrieb. In der Anfangszeit meiner BMSR-Lehre (1973-1976) musten wir mal in den vielen Übergabeschränken Kablebäume mit der Hand abbinden. Als wir nach Wochen fertig waren, kam die Truppe mit den großen Seitenschneidern, trennten unterhalb der Schränke alle Kabelbäume ab und demontierten die Anlage. Das war das Ergebnis der Weiterentwicklung.

An meiner Ausbildungsstätte (Leitakademie "DSF" SDAG Wismut) hatte ich Kontakt mit einem ZRA1. Jetzt habe ich letzten eine Programmieranleitung für den ZRA1 erstanden, aber glaubt mir den Z80 in Maschinensprache zu programmieren ist ein Kinderspiel dagegen. Ich weiß garnicht, wir wir damals damit gearbeitet haben.

mfg

wpw
--
RECORD, CRN1; CRN2; PicoDat; LC80; Poly880; KC85/2,3,4,5 ; KC87; Z1013; BIC; PC1715; K8915; K8924; A7100; A7150; EC1834; ab jetzt ohne Tatra813-8x8 aber mit W50LA/Z/A; P3; ES175/2

Dieser Beitrag wurde am 12.09.2013 um 11:25 Uhr von wpwsaw editiert.
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009
12.09.2013, 11:29 Uhr
Gerhard



Da bin ich wohl so ziemlich der Einzige in dieser Runde, der dieses Monstrum mal aus der Nähe gesehen und sogar drauf gerechnet hat.
Allerdings nur als Kunde im damals üblichen, geheimnisumwitterten Closed-shop-Betrieb. Immerhin gab es im Rahmen der obligatorischen EDV-Ausbildung sogar ein paar Vorträge über die Funktionsweise des R300. Die müssen recht detailliert gewesen sein, ich erinnere mich z.B. daran, dass wir erfuhren, wo der Schnipselkasten für die Lochstanzabfälle ist.
Direkt an das Heiligtum durften wir allerdings nicht ran.

Die Kiste hatte sogar einen ALGOL-Compiler, wir brauchten also nicht MOPS zu lernen. Die Rechenleistung war allerdings nicht viel besser als die unserer Kleinrechner im Institut, so dass wir wir für größere Probleme bald anderswohin auswichen.

Übrigens habe ich einige Hefte aus der "Reihe Automatisierung" (RA 77,80,81) und auch speziell zum R300-ALGOL. Wenn es Interesse gibt, kann ich das Zeug mal scannen.
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010
12.09.2013, 11:48 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
wpwsaw schrieb
Jetzt habe ich letzten eine Programmieranleitung für den ZRA1 erstanden

Magst Du's mal scannen?
--
Kernel panic: Out of swap space.
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011
12.09.2013, 12:16 Uhr
Gerhard



@wpwsaw
Ist das die RA88 bzw. die Vorgängerversion vom Verlag Technik?
Beide haben wir erst kürzlich gescannt.

@Rüdiger
Ordner PROGZRA1 von voriger Woche.

Gruß
Gerhard
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012
12.09.2013, 14:31 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard


Zitat:
Micha schrieb
Gestern bin ich beim Stöbern auf eblöd mal wieder spontan schwach geworden und hab ein Programmierhandbuch für den R300 für "MOPS" ersteigert. Danach hab ich noch ein wenig auf eblöd weiter herumgesurft und war erstaunt, wieviel Bücher, Hefte, Anleitungen etc. und sogar auch Platinen für die Robotron R300 Anlage immer noch dort angeboten werden.

Hier im Forum haben allerdings Stichwortsuchen nach MOPS oder R300 kaum Ergebnisse gebracht. Was mich regelrecht ein wenig gewundert hat. Natürlich gibt es auf den Informationsseiten von robotrontechnik.de zumindest eine Übersicht zum R300, aber sehr tiefgehend sind die Informationen dort auch nicht.

Gibt es eigentlich jemanden hier, der diese Art von Rechner heute noch bis in die konkreten Details seiner Funktionsweise versteht?

Frag doch mal im ehemaligen Technischen Museum in Dresden an, dort stand mal so eine Maschine. Evtl. hat dort noch einer Ahnung davon. (Das Museum gibt es noch, weiß nur nicht, wie das jetzt heißt)
--
... und schalten Sie uns bitte wieder ein. Gleiche Stelle, gleiche Welle !!!!!
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013
12.09.2013, 14:44 Uhr
paulotto



Hallo Gerhard,

Du bist nicht der einzige, der an einer R300 gearbeitet hat. Ich habe in meiner Praktikumszeit in Leipzig mit der R300 viel gearbeitet. Wir hatten die Anlage meistens nachts voll für uns alleine und mußten alles selbermachen.

Gruß,

Klaus
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014
12.09.2013, 15:08 Uhr
holm

Avatar von holm

Ich habe hier an der Uni in FG das Ende des dortigen R300 mit erlebt, bin also gerade dort aufgetaucht, als dieser demontiert wurde. Die Einzelteile gab es dann hier im lokalen Elektronikggeschäft für Kleingeld. Haufenweise Platinen mit 2SA15..
Der Kühlturm diente danach als Lagerraum.

Gruß,

Holm
--
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015
12.09.2013, 15:43 Uhr
Thomas



Ist das in 000 genannte Dokument bereits gescannt worden?
--
Every day of my life I am forced to add another name to the list of people who piss me off!
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016
12.09.2013, 15:45 Uhr
wpwsaw

Avatar von wpwsaw

Ich schaue mal am Wochenende nach, was das für ein Heft ist. Aber der ZRA1 ist ein Urgestein an Technik. Ich müßte sogar noch Ausbildungsunterlagen aus meiner Lehre haben, wo wir Beispielprogramme erstellt haben.

Zum R300 , das war nur das Kernstück und die Prozeßautomation drum herum.

wpw
--
RECORD, CRN1; CRN2; PicoDat; LC80; Poly880; KC85/2,3,4,5 ; KC87; Z1013; BIC; PC1715; K8915; K8924; A7100; A7150; EC1834; ab jetzt ohne Tatra813-8x8 aber mit W50LA/Z/A; P3; ES175/2
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017
12.09.2013, 17:40 Uhr
Micha

Avatar von Micha


Zitat:
Thomas schrieb
Ist das in 000 genannte Dokument bereits gescannt worden?

Es handelt sich um das Buch "R300 Programmierung und Autocode MOPS":
http://www.ebay.de/itm/320507702510

Falls das nicht schon gescannt worden ist(?) kann ich es natürlich gern einscannen, sobald es mir vorliegt.
--
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018
12.09.2013, 20:59 Uhr
Gerhard



@micha (017)
Scheint noch nicht der Fall zu sein, ist mir jedenfalls noch nicht über den Weg gelaufen. Es wäre daher schön, wenn Du das machen könntest.

Ich habe inzwischen mal prophylaktisch eins der in 009 genannten Hefte gescannt:
RA77: W.Börnigen, EDVA Robotron 300

Die anderen kommen auch noch dran.

Gruß
Gerhard
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019
12.09.2013, 21:14 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Hab inzwischen paar Anfragen wegen der in (002) erwähnten Videos. Da muss ich erst noch Arth fragen ob es für ihn ok ist wenn ich die weitergebe. Sobald ich das ok habe melde ich mich.

Das MOPS Buch werd ich dann scannen sobald ich es habe.
(mir geht gerade Loriot durch den Kopf: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.")
Bin schon mal gespannt ob das Buch genug Informationen enthält, um zumindest aus Software-Sicht zu verstehen wie eine R300-Anlage tickte.
--
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020
13.09.2013, 14:38 Uhr
Ronny_aus_Halle
Moderator



Zitat:
Rüdiger schrieb

Zitat:
ludwig schrieb
Es wäre vielleicht mal eine Idee, sich bei der "ESGO GmbH Energietechnik und Schaltgeräte Oppach" so ganz unverbindlich über den Verbleib des Rechners zu erkundigen.

Ist schon vor 2 Jahren passiert.
Die Leute dort sind leider rekordverdächtig unkooperativ.

Rüdiger , das ist so nicht ganz Richtig .
Die Leute von ESGO waren da schon Auskunftsfreudiger. Aber auf dem Gelände gibts irgenwie so komische Brüder. Die haben jetzt ein Großteil des Geländes . Und das sind richtig Unkooperativ. Auch die ESGO scheint damit nicht ganz Glücklich zu sein.
ESGO sagte aber zu mir das Sie kurz vor meinen Telefonat viel Material entsorgt hätten und sie auch nicht davon ausgehen das noch was bei Ihnen ist.
Aber möglicherweise erreicht man Tatsächlich noch was wenn man von innen her an die Sache rangeht. Aber das wird dann auf keinen Fall mehr R300-Technik sein.

Gruß,

Ronny
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021
13.09.2013, 15:38 Uhr
Gerhard



Die beiden anderen R300-Hefte sind jetzt auch fertig gescannt.

RA80: Lemgo/Tschirschwitz, Programmierung der Zentraleinheit
RA81: dto., Programmierung der Peripherie

@Micha: Ich schick Dir das Ganze per Mail. Scheint recht informativ.

Gruß
Gerhard
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022
13.09.2013, 17:33 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Danke!
Hab die email gerade bekommen. Ich dachte zuerst, mein email-Programm macht seinen Letzten weil das eine gefühlte Ewigkeit in einer Art Gefrierzustand verharrte. Aber 16 MB wollen eben auch erst mal heruntergeladen sein.
Heute war tatsächlich schon das Paket mit dem R300 Klemmhefter da. Inhalt: 196 doppelseitig bedruckte A4 Blätter. Beim ersten Durchblättern kommen mir die Inhalte etwas "fremd" vor, ich hab aber den Eindruck dass es sich um eine ziemlich umfassende Beschreibung handelt, wie die Anlage in Maschinensprache programmiert wurde.
--
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023
13.09.2013, 18:24 Uhr
Micha

Avatar von Micha


Zitat:
Radioreinhard schrieb
Frag doch mal im ehemaligen Technischen Museum in Dresden an, dort stand mal so eine Maschine. Evtl. hat dort noch einer Ahnung davon. (Das Museum gibt es noch, weiß nur nicht, wie das jetzt heißt)

Weiss jemand hier wer der Nachfolger jenes Museums ist?
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024
13.09.2013, 18:41 Uhr
Andreas



Technische Sammlungen Dresden www.tsd.de Da steht auch wirklich noch ein R300. Ich weiß jetzt aber nicht ob er vollständig ist und vielleicht irgend was geht.Wir haben hier auch ein Forenmitglied " tf " aus der Sammlung bzw. dem Umfeld.

Andreas
--
Viele Grüße
Andreas
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025
13.09.2013, 20:26 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Danke schön für die Info!

Ich glaub inzwischen, dass die R300 Anlage zu Zeiten der "Morgendämmerung" des Großrechner-Zeitalters entstanden ist. Während ZRA1 noch ein echter "Dinosaurier" jener Ära war, waren zur Entwicklungszeit des R300 hardware-seitig schon alle Zutaten beisammen, um einen "richtigen" Großrechner zusammenzubasteln. Allerdings eben nur hardware-seitig. Die Idee eines Betriebssystems existierte noch nicht in den Köpfen der Entwickler, also wurden irgendwelche MÖPSE zusammengebastelt, die aus unserer heutigen Sicht ungefähr dem Abstraktionsniveau "Assembler" entsprechen. Irgendwo (war es womöglich auf robotrontechnik.de ?) hab ich gelesen, dass die praktische Nutzung des R300 hohe Ansprüche an dessen Anwender stellte, da man praktisch alle Fahrräder vom Stand Null neu erfinden musste.

Damals war ja eigentlich auch der Entwicklungszyklus von Computern noch nicht so überhitzt wie heute - dass also die Ära R300 nach weniger als einem Jahrzehnt endete hatte andere, ungewöhnliche Gründe. Derzeit steck ich noch nicht genügend in den Details, ich vermute aber, dass paar Jahre später die Abkupferung des IBM/360 in Form der ESER Rechner der Todesstoß für den R300 war. Plötzlich gab es eine Rechnerfamile mit Betriebssystem und jeder Menge Software die man sich "ausm Westen" zusammenklauen konnte. Das Phänomen kennen wir ja alle in der Wiederholung aus CP/M bzw. SCP Zeiten.
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Dieser Beitrag wurde am 13.09.2013 um 23:03 Uhr von Micha editiert.
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026
13.09.2013, 21:43 Uhr
Arth



Hallo mich gibt es noch!!!

War im ersten R300 Lehrgang für Servicetechniker ( Begann am 5.5.1965 und endete 1976) hatten einmal wöchentlich Konsutation mit Test und bekamen die original A1 Pläne zum Lernen. Doku gab es noch nicht, wir schrieben alles mit.
Der Erwerb einer alten Klapperika, Baujahr 1923, im A&V zum Übertragen des Handgeschriebenen (lernte sich dadurch leichter) war der Grundstock meiner Schreibmaschinensammlung jetzt im Museum.
Habe anschließend viele Lehrgänge in der Produktion (BWS, Radeberg & RAB SZ Leipzig) besucht. Wir waren 20 Kollegen im Spezialistendienst Halle und haben so manche Nacht in-, unter- und vor der EDVA R300 zur Fehlersuche beim Kunden von Suhl bis Schwerin zugebracht.
Der R300 lief noch mit (Japanischen) Germaniumtransistoren und war nicht vom IBM 360 "gekupfert".Er hatte als Operator Ein- und Ausgabegerät nur eine Schreibmaschine ,denn Monitore gab es noch nicht. Haben damals die STE noch selber instandgesetzt!
Die nächste Stufe der EC2040 war kompatiebel. Habe selber unsere Monitore (7920) in Bulgarien mit dem IBM 360 problemlos koppeln können.

Meine Filme (R300)existieren noch auf DVD. Interessenten bitte melden.

Arthur

Dieser Beitrag wurde am 14.09.2013 um 08:50 Uhr von Arth editiert.
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027
13.09.2013, 23:14 Uhr
Tom Nachdenk



Vorbildtyp für die R300 ist die IBM1401

Auf http://www.eser-ddr.de/GeschichteELREMA_E2.htm#%C3%9Cbergang%20der%20R400-%20Konzeption

wird ein Bildschirmsystem für die R300 erwähnt.
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028
13.09.2013, 23:52 Uhr
sylvi



Hallo Arth,
ich hätte Interesse an den Filmen!
Vielen Dank!
lg.
sylvi
--
Meine Uhr ist eingeschlafen
Ich hänge lose in der Zeit
Ein Sturm hat mich hinausgetrieben
Auf das Meer der Ewigkeit
Asyl im Paradies, Silly
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029
16.09.2013, 16:19 Uhr
Radioreinhard

Avatar von Radioreinhard

Es ist ja leider so, dass ganze Archivbestände nach dem politischen Zusammenbruch rigoros entsorgt worden sind, weil es in diesem Land bekanntlich keinerlei Archivgesetze gibt. Eigentlich müsste man die damals verantwortlichen heute noch zur Rechenschaft ziehen können.
--
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030
16.09.2013, 16:37 Uhr
kaiOr

Avatar von kaiOr

Diejenigen haben es aber nicht verdient verfahrenstechnisch erfasst zu werden.
Die sollen mal schön genauso anonym auf der Wiese verscharrt werden. :P
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031
16.09.2013, 17:17 Uhr
Rüdiger
Administrator



Zitat:
Radioreinhard schrieb
Eigentlich müsste man die damals verantwortlichen heute noch zur Rechenschaft ziehen können.

Ich glaube nicht.
Die damalige Firmen, in deren Rahmen sie gehandelt hatten, gibts längst nicht mehr. Juristisch ist die Sache nach nunmehr 23 Jahren sowieso verjährt.

Bei der Schließung der Firmen hatten die Firmenchefs alle Hände voll zu tun, ihre Leute in Auffanggesellschaften zu verfrachten bzw. abzufinden, Gebäude und Ausrüstung zu verschachern und selber möglichst nicht von den Gläubigern belangt zu werden.
An eine Bewahrung von Unterlagen für die technikinteressierte Nachwelt hatte damals kaum jemand gedacht (und Anfang der 1990er bestand seitens der Öffenlichkeit leider kaum Interesse an solchen Artfakten: da hat es erst in den letzten Jahren ein Umdenken gegeben).
Zumindest die Lohnunterlagen (Arbeitsnachweise) sind in den meisten Fällen an die Landesarchive weitergegeben worden.
--
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Dieser Beitrag wurde am 16.09.2013 um 17:58 Uhr von Rüdiger editiert.
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032
08.11.2013, 18:30 Uhr
kuno8039



Hi, bin neu hier und möchte erstmal allen "Hallo" sagen.

Die Technischen Sammlungen Dresden haben in ihrem Förderverein eine Gruppe, welche sich mit Rechentechnik (vorrangig aus der DDR) beschäftigt.
Der dort befindliche R300 ist leider nicht betriebsbereit und m.E. auch unvollständig (schade).
Auch nagt der Zahn der Zeit an den Geräten. so sind die Gummis und Kunststoffteile arg in Mitleidenschaft gezogen worden, auch an den ausgestellten EC5017/EC5004. Bewegliche Teile sind fest.

Hier mal ein Link zu einigen kürzlich erschienenen Texten in denen auch der R300 mit behandelt wird: http://www.foerderverein-tsd.de/index.php?id=41

bisp Kuno
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