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Robotrontechnik-Forum » Technische Diskussionen » Erster und letzter DDR Transistor » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
13.10.2021, 11:35 Uhr
Buebchen



Hallo,
Hier:
https://www.robotrontechnik.de/html/forum/thwb/showtopic.php?threadid=15261&highlight=Spitzen%20Transistor
geht es um die ersten DDR Transistoren.
Hier:

habe ich den Letzten in der DDR entwickelten und produzierten Transistor in meinem Chaos ausgebuddelt, den mir ein Wissenschaftler des ZIE zum Abschied geschenkt hat. Es ist ein GaAs Transistor für Satelitenempfang. Ein damit aufgebauter Satelitenempfänger lief noch einige Jahre nach 1989 im ZIE und dem Nachfolge Institut am Hausvogteiplatz in Berlin.
Die Transistoren sind zwischen Alufolie in einem Diarähmchen verpackt gewesen. Zu je zwei Stück pro Rähmchen. Die Transistorchips wurden im GaAs-Technikum des ZIE in Adlershof entwickelt und auch die Chips produziert. Die Verkappung erfolgte nach meiner Erinnerung in Neuhaus.Die Fortsetzungs Artikel zu dem Transistor in der RFE sind mir leider abhanden gekommen.
Wolfgang

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2021 um 13:16 Uhr von Buebchen editiert.
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001
13.10.2021, 17:14 Uhr
ambrosius



Wenn Du mir die Ausgaben nennen kannst, könnte ich Dir damit helfen.
--
Viele Grüße
Holger
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002
13.10.2021, 19:26 Uhr
Buebchen



@ambrosius
Hallo Holger,
Ich hatte von den Wissenschaftlern nur vorab Abzüge aus der RFE mit dem Artikel bekommen. Es müssen aber Artikel von 1988 oder 1989 gewesen sein. Erst wurde über die Theorie eines solchen Transistors geschrieben. Im zweiten Artikel wurden die Daten der zwei oder drei verschiedenen Typen geschrieben. Ich glaube sie hiessen irgendwie VEF ???. Ich musste meine RFE und auch Bücher die in Berlin in einer verfallenden Laube lagerten kürzlich wegen Modergeruch entsorgen. Dort habe ich auch die Transistoren wieder gefunden.
Wolfgang
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003
13.10.2021, 19:33 Uhr
Buebchen



Hallo,
Der Transistor auf meiner Abbildung sieht dem MGF 1302 sehr ähnlich, hat aber eine höhere Transitfrequenz von 11GHz und es gibt einen rauscharmen Typ davon. Das war in der RFE beschrieben.
Wolfgang
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004
13.10.2021, 19:48 Uhr
Andreas



Hallo
Ich habe mal einen Beitrag hochgeladen.Ich hoffe es ist der Richtige. https://www.magentacloud.de/lnk/llqynUj9
Edit
Habe den zweiten Beitrag noch gefunden https://www.magentacloud.de/lnk/KOqSnUD9
--
Viele Grüße
Andreas

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2021 um 19:58 Uhr von Andreas editiert.
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005
14.10.2021, 08:07 Uhr
Buebchen



@Andreas
Hallo Andreas,
Das sind genau die Artikel die ich meine.
Im Jahre 1990 wurden im Galliumarsenidtechnikum des ZIE dann für Siemens 40GHz HEMTs Wafer hergestellt. Inzwischen haben sich die Möglichkeiten des Nachfolgeinstituts wesentlich erweitert. Jetzt werden auch Schaltkreise entwickelt und produziert. Allerdings wurde auch mit der IC Entwicklung schon in der DDR angefangen. Der Mitautor des Artikels, Dr. Ing. Kantelberg hat mir nach meiner Erinnerung die Transistoren überreicht. Ich habe für die Wissenschaftler am letzten Tag meiner dortigen Beschäftigung noch Überstunden gemacht um einen Auftrag fertig zu stellen. Ich wäre auch dort geblieben, meine Perspektive war aber unklar. Deshalb bin ich wegen meiner fünf Kinder zum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik gegangen. Meine erste Arbeit am ZIE 1977 war ein Leistungssender für ein Massenspektrometer, das in der Plasmaforschung gebraucht wird. Eine meine letzten Arbeiten in Adlershof war wieder die Reparatur eines transistorisierten Leistungssender für ein Ungarisches Massenspectrometer des Instituts für Chemie in Adlershof. Meist habe ich jedoch algemeine Elektronik und Computerperiferie entwickelt und gebaut. 1990 hatte ich viel mit Reparaturen von K1520 Baugruppen zu tun, weil der Service weggefallen war.
Danke für die PDFs.
Wolfgang

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2021 um 08:23 Uhr von Buebchen editiert.
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006
14.10.2021, 12:35 Uhr
P.S.



@Buebchen
Daß das ZIE Grundlagenforschung zur GaAs-Technologie gemacht hat, ist bekannt und daß dort auch praktische Beispiele wie der 12GHz-Transistor rausgekommen sind, ist auch noch vorstellbar, bzw. publiziert worden. Daß es sich aber nur um eine Labor-Produktion in sehr kleinen Stückzahlen im Rahmen einer Forschungskooperation gehandelt hat, steht auch in dem rfe-Artikel.
Außerdem sieht das Keramik-Gehäuse sehr "russisch" aus - was auf eine enge Zusammenarbeit mit der UdSSR schließen läßt. Das Gehäuse äquivalent SOT120 sieht ein klein wenig anders aus (Siehe Katalog "Mikroelektronik Gesamtübersicht").
Allerdings ist das notwendige Equipment, um solche High-Tech-Bauelemente herstellen zu können, auch nicht aus der UdSSR erhältlich gewesen - nicht mal aus dem Militärisch-Industriellen Komplex. Somit mußte das über die üblich geheimen Beschaffungswege sehr teuer im NSW eingekauft werden. Für einen Instituts-Bedarf ging das wohl, aber für eine Ausstattung für eine reguläre Serien-Produktion in Neuhaus machte das insbesondere für die dazu notwendige Meßtechnik dann sehr große Probleme.

Weil das den Sonderbeschaffern der KOKO dann doch noch vor 1989/90 gelungen ist, konnte Neuhaus mit einer der modernsten HL-Fertigung in den "neue Zeit" hinübergehen. Diese Tatsache wiederum erweckte Begehrlichkeiten bei verschiedenen HL-Herstellern im Westen. Der schon damals als "Global-Player" agierende Halbleiter-Hersteller "Zetex" hat deshalb auch nicht lange gewartet, sondern den "Laden" für ??? DM übernommen. Zetex-Neuhaus gehört jetzt aber zu "Diodes" - einem weiteren "Global-Player" der weltweit agierenden HL-Hersteller.

Übrigens mußten doch schon einige dieser 12GHz-Transistoren "unter den DDR-Leuten" gewesen sein, weil man damit dann schon Ende der 1980er Jahre (private) Satelliten-Kopfstationen für Gemeinschaftsantennenanlagen im Dresdner Raum für das "Tal der Ahnungslosen" gebaut hatte.

Und GWS/MLS hat noch Anfang 1990 die Type MJ1003 (wird gerade von Richi analysiert) gebaut - wohl um ebenfalls eine gute Startpositionen für die "neue Zeit" zu haben. Dank der von der Treuhand zugestellten SIEMES-Berater hat das aber nichts genützt. Ein indischer Konzern, der sich auch mal im HL-Geschäft versuchen wollte, hatte die Lohnstruktur hier in Deutschland völlig unterschätzt und war deshalb "gezwungen" den Stahnsdorfer Betrieb kurz nach dem Kauf still zu legen, die Anlagen abzubauen und alles nach Indien zu verschiffen. Dabei hatte Stahnsdorf auch noch kurz vorher hochmoderne Produktionsanlagen bekommen - aus dem DDR-Staatshaushalt!

Das Wissen der Menschheit gehört allen Menschen! -
Wissen ist Macht, wer nur glaubt, der weiß nichts! -
Aber - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! -
Gegen die Ausgrenzung von Unwissenden und für ein liberalisiertes Urheberrecht!
PS

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2021 um 12:52 Uhr von P.S. editiert.
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007
14.10.2021, 17:02 Uhr
Buebchen



@P.S.
Hallo,
Über die genaue Anzahl der Produzierten Transistoren bin ich nicht informiert. Es war jedoch nur eine sehr geringe Stückzahl. Die Chips dafür waren schon Mitte 1989 fertig. Es waren eine ganze Menge Scheiben produziert worden. Es gab jedoch wenn ich mich richtig erinnere Probleme mit der Gehäuse Beschaffung. Die kamen wohl aus Japan und waren abgezählt. Transistoren abzuzweigen war bis Ende 1989 nach meiner Meinung unmöglich. Ich habe Tschechische 5GHz GaAs Transistoren zu Testzwecken an die Wissenschaftler ausgeliefert. Da wurde mir gesagt, die fünf Stück sind ein Wartburg als Gegenwert. Da wäre das Abzweigen schon ein Kapitalverbrechen gewesen. Auf keinen Fall waren es Gehäuse aus der UDSSR. Erst als die Gehäuse da waren konnten mit den Transistoren echte Messungen gemacht werden die nach der Verkappung auch im ZIE erfolgten. Ich habe die Informationen jedoch oft nur aufgeschnappt, kann mich da also verhört haben. Wir haben mit den Wissenschaftlern zusammen in der Kantine gegessen, da wurde über Probleme und Möglichkeiten diskutiert. Weil mich das ganze interessiert hat habe ich zugehört und auch immer Ansprechpartner gefunden die ich fragen konnte. Ich war auch öfter in den Reinräumen, wo ich mir die einzelnen Verfahrensschritte erklären liess. Ich hatte dafür Elektroniken aufgebaut, die ich einstellen musste. Dafür brauchte ich Informationen um zu verstehen was ich da mache. Die Technik, die damals schon im ZIE vorhanden war und die Möglichkeiten waren sehr beachtlich. Deshalb konnte nach der Wende die Evaluierung erfolgreich bestanden werden und Aufträge für Siemens übernommen werden.
Schalk-Golodkowski lief mir im ZIE auch öfter über den Weg. War ein Onkel eines Kollegen mit großer Familie. Allerdings nicht soviele wie von meiner Familie. Wir waren 9 Verwandte im ZIE und im Institut für Optik und Spectroskopie. Inzwischen sind es weniger geworden.
Wolfgang
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008
14.10.2021, 18:59 Uhr
XRAYausFG



Hallo,
da will ich auch mal meinen Senf dazugeben, als Ich 1979 nach dem Studium in FG in der Messgeräteentwicklung einer recht bekannten Firma zu arbeiten begann, zeigte mir ein Kollege den Schaukasten (unten im Bild), dieser Kasten muß so aus dem Jahr 1958 (?) stammen, dieser Kasten hat bis heute glücklicherweise im Archiv dieser Firma überlebt.

Beste Grüße
XRAY

http://www.robotrontechnik.de/html/forum/thwb/../../../bilder/Upload_Forum/2cy_14f.jpg

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2021 um 19:00 Uhr von XRAYausFG editiert.
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009
14.10.2021, 19:22 Uhr
Buebchen



@XRAYausFG
Hallo,
Vielen dank für das Bild. Die OY100 war 1959 die erste Germaniumdiode, die ich zu Weihnachten geschenkt bekam um sie gegen ein selbst zusammengeschmolzenes Bleisulfidkristall im Detector auszutauschen. Der erste OC810 fiel mir 1961 in die Hände, war aber leider defekt. Gekauft bei Radio Grüneberg in der Dimitroffstraße in Berlin. Daraufhin habe ich mir nach Angaben meines Bruders ein Transistorprüfgerät gebaut, das ich vor eingen Jahren meinem Enkel gegeben habe. Aufgebaut im Holzdiakasten mit einem kleinen 100 µA Instrument und versorgt aus zwei Blei Trockenackus. Später aus drei AAA Zellen. 1970 habe ich das Prüfgerät auch für NPN Transistoren und Reststromkompensation umgebaut. Nachdem ich in Tschechien NPN Germanen bekommen hatte.
Den Spitzentransistor 2NC010 Nr E/716 habe ich Heute noch samt Originalverpackung, Fassung und Datenblatt. Hat mir mein Abteilungsleiter im ZIE geschenkt.
Wolfgang

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2021 um 19:24 Uhr von Buebchen editiert.
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