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Autor Thread - Seiten: -1-
000
02.05.2026, 20:14 Uhr
hjs



Hallo Leute,

vermutlich hat das jeder schon mal gesehen: Da bildet sich beginnend beim Glasrohr
ein weißer Belag, der sich irgendwann über die gesamte Blechkappe erstreckt.
Weiß zufällig jemand, was das für ein Zeug ist?

MfG
hjs
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001
02.05.2026, 21:59 Uhr
RP



Das sind die Reste der 30% igen Salzsäure mit den der Sicherungsdraht verlötet wurde.
Diese sind hygroskopisch, bilden mit der Luftfeuchtigkeit diesen Belag und führen zur Oxidation und Zerstörung der Sicherungen und Sicherungshalter.

Rolf

Dieser Beitrag wurde am 02.05.2026 um 23:25 Uhr von RP editiert.
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002
02.05.2026, 22:07 Uhr
Egon



Ich meine mich gut zu erinnern das Holm das hier mal gut erklärt hat.
Es lag wohl an einer ungücklichen Kombination von Flussmittel und
unsauberem Material der Kappen. Man wusste wie es besser geht, konnte
es aber nicht umsetzten weil Erich Geld für seine Jagt auf Hirsche brauchte.
Grüße
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003
03.05.2026, 16:38 Uhr
hjs



Ich wollte wissen, was das für ein Zeug ist, weil ich ein Gegengift brauche. Üblich
waren ja 42 Werte. Und die gut sortierte Werkstatt möchte jeweils zehn Stück bevorraten.
Da kommt einiges zusammen.
Hab mal verschiedene Wirkstoffe probiert. Almasilat wirkt überhaupt nicht. Bei HNO3
(stark verdünnt natürlich) geht der Beleg sofort weg. Ich will aber ein nicht ganz so
scharfes Mittel finden.

MfG
hjs
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004
03.05.2026, 16:51 Uhr
RP



https://de.wikipedia.org/wiki/Salzs%C3%A4ure

Das Wasser ist verdampft, neutralisieren kann man eine Säure mit einer Lauge, versuche es mit einfacher Seifenlauge.

Aber wozu den Schrott aufheben?

Als Sicherung verwenden kann man die nicht mehr so richtig.

Rolf
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005
03.05.2026, 17:21 Uhr
hjs



Salzsäure kann selber keinen Belag hinterlassen. Es ist auf jeden Fall ein Reaktionsprodukt.
Das kriegst Du nicht mit Seife weg. Aber NaOH hab ich tatsächlich noch nicht probiert.
Alkalischer Aufschluss braucht aber Temperatur...

MfG
hjs
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006
03.05.2026, 17:55 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
hjs schrieb
Salzsäure kann selber keinen Belag hinterlassen. Es ist auf jeden Fall ein Reaktionsprodukt.
Das kriegst Du nicht mit Seife weg. Aber NaOH hab ich tatsächlich noch nicht probiert.
Alkalischer Aufschluss braucht aber Temperatur...

MfG
hjs


Also mal ehrlich, die Dinger kommen in die Tonne und neue rein. Das sind doch Centartikel, da lohnt doch keinerlei Aufwand.
Als Notmaßnahme habe ich die Platine an der Stelle mit Seifenlauge (Spee) abgebürstet und bei nächster Gelegenheit alles erneuert.

Guido
--
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.
Konfuzius

Wer immun gegen ein Minimum an Aluminium ist, der hat eine Aluminiumminimumimmunitität.

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2026 um 19:45 Uhr von Guido editiert.
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007
03.05.2026, 20:24 Uhr
hjs



Ich will das aber! Wer erwartet denn schon, dass die Beschäftigung mit DDR-Elektronik
irgendwie rentabel wäre.
Also: Reines Dihydrogenmonoxid geht gar nicht. Ethanol geht auch nicht. Seife als
Beauty-Produkt und alsolut PH-neutral muss man gar nicht erst versuchen. Und
Kernseife ist offenbar auch nicht mehr so wie früher. NaOH entfernt dünne Schichten,
die dicken Klunker bleiben. Natriumpersulfat ist sehr aggresiv, damit geht auch gleich
die Beschichtung runter. Es bleibt die roher Messingkappe. Eine saure Verbindung
aus Wasser und dem Hauptbestandteil der Luft hat es bisher am besten gemacht.

MfG
hjs
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008
03.05.2026, 21:59 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
hjs schrieb
Ich will das aber! Wer erwartet denn schon, dass die Beschäftigung mit DDR-Elektronik
irgendwie rentabel wäre.
....
MfG
hjs


Ich vergleiche mal mit meinem anderen Hobby, ich restauriere alte und uralte Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
Wenn ich diese wieder zusammenbaue nehm ich u.a. neue Dichtungen, egal ob ich die alten nochmal zusammengefrickelt bekomme oder nicht.

Ok, ist Deine Entscheidung, verstehen muss ich die ja nicht

Guido
--
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009
Heute, 06:29 Uhr
KK

Avatar von KK

In der DDR wurden Kontakte aller Art gern versilbert. Das weiße Zeug könnte dem zufolge Silberchlorid sein. Aussehen und Hartnäckigkeit gegen Lösungsversuche sprechen dafür. Google sagt, "Es löst sich aber sehr leicht unter Komplexbildung in Ammoniak-, Natriumthiosulfat- und Kaliumcyanidlösungen". Das Zyanid ist wohl nicht empfehlenswert, aber Ammoniak und Natriumthiosulfat könnten sprichwörtlich die Lösung sein. Letzteres ist unter Fotografen als Fixiersalz bekannt.
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010
Heute, 07:01 Uhr
wpwsaw
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....zu DDR Zeiten war das Reinigen der Sicherungshalter und Feinsicherungen schon notwendig. Trotzdem korrodierten die Sicherungen wieder nach kurzer Zeit neu. Am Anfang hatte ich auch nur gereinigt, aber das immer wieder zu tun war mir dann doch zu blöd. Nur alleine neue heutige Feinsicherungen zu nutzen verbesserte die Lage schon deutlich. Nach gefühlten 1000 ausgetauschten Haltern und Sicherungen war das doch die bessere und funktionssichere Variante. Alles andere führt zu unnötiger zusätzlicher Arbeit und selbst gemachten Fehlern und daraus folgenden Ausfällen der Geräte (alles eigene Erfahrung).

Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche ;-))

wpw
--
RECORD, CRN1; CRN2; PicoDat; LC80; Poly880; KC85/2,3,4,5 ; KC87; Z1013; BIC; PC1715; K8915; K8924; A7100; A7150; EC1834; und P8000 ab jetzt ohne Tatra813-8x8 aber mit W50LA/Z/A; P3; ES175/2 und Multicar M25 3SK; Barkas B1000 HP
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011
Heute, 09:55 Uhr
RP



Du kannst dir die größte Mühe geben die Sicherungen zu reinigen, das Problem löst du damit nicht.
Die Reste des Flussmittels in der Sicherung und unter den Kappen bekommst du nicht weg. Sobald Luftfeuchtigkeit an die Sicherungen kommt beginnt der Prozess erneut.

Silber ist an den DDR Sicherungen sicher keins gekommen, es wurde alles Vernickelt, eine Nickel Chlorit Verbindung, stark verunreinigt.

Alle Lösungsmittel zur Reinigung sind da kontra Produktiv, abkratzen und mit feinen Sandpapier reinigen, wenn du keine vernünftige Arbeit mehr hast.

Ab in die Tonne ist der vernünftige Weg.

Rolf

und denke daran,

die gesamten Nickel Chlorit Verbindungen sind extrem Giftig, sicher auch die Schicht auf den Sicherungen

Dieser Beitrag wurde am 04.05.2026 um 10:09 Uhr von RP editiert.
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012
Heute, 10:56 Uhr
Guido
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Avatar von Guido


Zitat:
KK schrieb
In der DDR wurden Kontakte aller Art gern versilbert. Das weiße Zeug könnte dem zufolge Silberchlorid sein.....


Nein, zumindest bei den hunderten Dingern, die gewechselt habe, waren das blanke Messingteile. Versilberte sah ich nie, nur ein paar verzinnte.

Guido
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