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Heute, 15:47 Uhr
KK
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| Zitat: | Guido schrieb Mein erster PC war auch von Vobis, einen Tag nach der Währungsunion für 1999,-DM einen 286er mit 1MB RAM und "gigantischer" 30MB Festplatte. Die Platte war eine normale 20MB-MFM, aber als RLL initialisiert/formatiert, das ergab etwa 50% mehr Platz. |
Mein erster war ebenfalls ein "Highscreen" 286er Desktop mit ST277R (60MB RLL) und dem schicken Speed-Display. Nur nicht ganz so teuer, 1993 kostete der gebraucht 300DM. Die 14" VGA-Röhre schlug mit dem Doppelten zu Buche. Den Vobis Store in Chemnitz/Röhrsdorf besuchte ich oft, weniger um kaufen, als mehr die kostenlose Diskettenstation zum Befüllen mit Treibern und Shareware zu nutzen. Zu der Zeit konnte man das online nur über Mailboxen, mit nicht unerheblichen Telefonkosten. Computerläden schossen damals wie Pilze aus dem Boden, die Elektromärkte entdeckten den Markt für sich und mit dem aufkommenden Internet für jedermann mischten auch die ersten Onlinehändler mit. Da war es nicht für Vobis vorbei, sondern genauso für andere Discounter, z.B. ESCOM und Megware (letztere gibts noch als Systemhaus). Auch die kleinen Schrauber verschwanden nach und nach. Daß man mit Hardware allein kein Geld mehr verdienen kann, zeichnete sich schon Mitte der 2000er ab. Der Markt war weitgehend bedient und die Performance der Rechner steigerte sich ab der Generation "Intel Core" wesentlich langsamer, sodaß nicht mehr alle zwei Jahre ein neuer Rechner her mußte. Ich habe tatsächlich noch welche aus der Zeit um 2006/07 produktiv bei Kundschaft laufen, zwischendurch lediglich mit RAM-, SSD- und Betriebssystemupgrade versehen. Vobis hatte außerdem versucht, durch Vorinstallation von OS/2 und Lotus Smartsuite von der Microsoft-Schiene wegzukommen. Bei den Kunden stieß das allerdings auf wenig Gegenliebe. Durchaus verständlich, denn OS/2 krankte an Treiber- und Kompatibilitätsproblemen und lief nur mit mindestens 8MB, besser 16MB RAM halbwegs brauchbar. Immerhin ist der Name Vobis mit einer sehr turbulenten Gründerzeit verbunden. Die Rechner sind übrigens in der Retroszene sehr gefragt und gehen für gute Preise weg. |
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