Diskettenlaufwerks-Einheiten

Diese Geräte wurden als Beistellgeräte benutzt, um die Speicherkapazität der Rechner zu erhöhen oder die Bearbeitung von anderen Diskettengrößen oder -Formaten zu ermöglichen. Als Alternative zu den Disketteneinheiten gab es auch externe Kassettenbandeinheiten, Spulenmagnetband-Einheiten und Lochbandeinheiten.

In gewisser Weise kann man auch das Gerät D004 als Diskettenlaufwerkseinheit bezeichnen.


Laufwerkseinheit für daro 1720 und A5110

(Alias daro1720, daro-1720, A 5110, A-5110)

Das Büromaschinenwerk Sömmerda baute ab den 1970er Jahren eine Laufwerkseinheit, um ihren Fakturierautomaten daro 1720 die Möglichkeit zu geben, Daten auch auf Diskette zu speichern, was wohl primär von Kunden im westlichen Ausland nachgefragt wurde. In der Einheit waren zwei 8-Zoll-Laufwerke MF3200 verbaut, die also ca. 300 KByte Kapazität pro Diskettenseite ermöglichten.
Unter den Diskettenlaufwerken befand sich ein Schubkasten für allgemeines Büromaterial bzw. zur Ablage von Disketten.


8-Zoll-Beistellgerät für den daro1720

8-Zoll-Beistellgerät für den A5110

Mit Aufkommen des Computers A5110 wurde die Laufwerkseinheit, nun mit braun gespritztem Gehäuse, auch an diesem Rechner benutzt. Die Ansteuerelektronik in der Laufwerkseinheit entfiel dabei und die 24V-Netzteile für die Schrittmotoren der Laufwerke wanderten in die Rückwand des Tisches. Der Netzschalter entfiel. Anstelle der ungarischen Laufwerke MF3200 wurden bulgarische Laufwerke EC5074 verbaut.

Später entschied sich das Büromaschinenwerk Sömmerda für eine am Tisch hängende Disketteneinheit, nun mit Diskettenlaufwerken MF6400. Diese waren potentiell weniger störanfällig, außerdem konnte beim Gehäuse jede Menge Material eingespart werden.


Die jüngste Disketteneinheit für den A5110

Von der Variante für den daro 1720 hat vermutlich kein Exemplar überlebt, von der Beistell-Variante für den A5110 existieren noch Exemplare, u.a. ein funktionierendes im Rechenwerk Halle.


Laufwerkseinheit für den Computer A5120

(Alias A 5120, A-5120)

Diese Laufwerkseinheit enthielt zwei 8-Zoll-Laufwerke K5602 samt Stromversorgung und wurde Anfang der 80er Jahre standardmäßig mit der 8-Zoll-Version des A5120 ausgeliefert. Die maximale Diskettenkapazität betrug 300 KByte pro Laufwerk und war damit den damaligen 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken zunächst überlegen. Die Stromversorgung für die Laufwerke (mit Ausnahme der +5V) war mit in der Einheit untergebracht. Eine Verkopplung mit der Stromversorgung des A5120 schaltete auch die Laufwerkseinheit automatisch mit.


8-Zoll-Beistellgerät für den A5120

8-Zoll-Beistellgerät innen

Bis heute haben einige Exemplare der Einheit überlebt.


Laufwerkseinheit für den Computer A5130

(Alias A 5130, A-5130)

Diese Laufwerkseinheit enthält vier 8-Zoll-Laufwerke K5602 samt Stromversorgung und wurde Anfang der 80er Jahre standardmäßig mit der 8-Zoll-Version des A5130 ausgeliefert. Die maximale Diskettenkapazität betrug 300 KByte pro Laufwerk und war damit den damaligen 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken überlegen. Die Einheit wurde von den Netzteilmodulen des A5130 mit versorgt.


8-Zoll-Beistellgerät für den A5130

Bis heute haben einige Exemplare der Einheit überlebt.


Laufwerkseinheit für den Computer PC1715

(Alias PC 1715, PC-1715)

Für den PC1715 gab es drei zusätzliche Laufwerkseinheiten:

a) mit zwei 5¼-Zoll-Laufwerken K5600.10
Die Einheit ermöglichte eine Speicherung von bis zu 200 KByte pro Diskette. Die Aufzeichnung erfolgte einseitig mit 40 Spuren.
Die im Grundgerät des PC1715 meist eingebauten Laufwerke K5601 konnten zwar 40-spurige Disketten lesen, jedoch nicht schreiben. Wer also einen Datenaustausch mit anderen Rechnern, die ebenfalls K5600.10-Laufwerke hatten, benötigte, kam um diese externe Laufwerkseinheit nicht herum. Von diesem seltenen Gerät hat vermutlich nur 1 Exemplar überlebt.


PC1715 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

das "alte" 5¼-Zoll-Beistellgerät



b) mit zwei 5¼-Zoll-Laufwerken K5601
Die Einheit ermöglichte eine Speicherung von bis zu 800 KByte pro Diskette. Die Aufzeichnung erfolgte doppelseitig mit 80 Spuren.


das "neue" 5¼-Zoll-Beistellgerät

Von diesem seltenen Gerät haben bis heute wahrscheinlich nur 2 Exemplare überlebt. Sie befinden sich im Schaudepot Sömmerda sowie in der ETS Markkleeberg.


c) mit zwei 8-Zoll-Laufwerken
Bestückt mit zwei MF6400-Laufwerken ermöglichte dieses Gerät die Verwendung von 8-Zoll-Disketten am PC1715. Die maximale Kapazität betrug 600 KByte pro Diskettenseite (Formatierung 8x1024x77x1).
Der PC1715 war in der Lage, auch von den 8-Zoll-Laufwerken zu booten.


8-Zoll-Beistellgerät für den PC1715

8-Zoll-Beistellgerät innen

Von diesem Gerät haben heute einige Exemplare überlebt, erfreulicherweise auch einige in Funktion.

Alle drei Geräte enthielten außer den Laufwerken auch die Stromversorgung und eine geringe Interface-Elektronik. Angeschlossen werden die Geräte über einen 39-poligen EFS-Stecker an der Rechner-Rückseite.
Am PC1715 wurden die Laufwerkseinheiten üblicherweise unter den Betriebssystemen SCP (eingebunden als Laufwerke C: und D:) und BROS verwendet.

Laut Dokumentation soll es möglich sein, diese Laufwerkseinheiten auch an der Workstation P8000 zu betreiben.


Laufwerkseinheit für die Computer A7100 und A7150

(Alias A 7100, A-7100)

Der A7100 hatte an der Rechner-Rückseite einen Anschluss für eine Laufwerkserweiterung um 2 Diskettenlaufwerke.


5¼-Zoll-Beistellgerät

Rückseite des 5¼-Zoll-Beistellgerätes (geöffnet)

A7100 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

Beim Selbsttest (ACT) überprüft der Rechner auch die Existenz der externen Laufwerke.
Laut Dokumentation konnten am A7100 sowohl 5¼-Zoll-Laufwerke als auch 8-Zoll-Laufwerke betrieben werden. Ob eine 8-Zoll-Einheit wirklich von Robotron vertrieben wurde, ist bisher nicht bekannt.
Die Kapazität lag bei maximal 800 KByte pro Diskette.
Auch der A7150 konnte durch so eine Laufwerkseinheit erweitert werden. Allerdings war der Datenstecker standardmäßig nicht mehr bestückt, sodass der Anwender bei Bedarf dies Kabel ergänzen musste.
Die Benutzung der zusätzlichen Laufwerke funktioniert problemlos unter dem Betriebssystem SCP1700. Unter DCP ist es derzeit noch nicht gelungen, die externen Laufwerke zu nutzen. Dies könnte an einem BIOS-Fehler oder am Fehlen entsprechender Treiber liegen.

Wer hat Informationen über die Nutzung der externen Laufwerke unter DCP?


Laufwerkseinheit für den Computer K8912

(Alias K 8912, K-8912)

In der Variante des K8912 als eigenständiger Rechner gab es 2 Möglichkeiten der Laufwerksnutzung: Entweder war im Fuß des Rechners ein Laufwerk K5601 eingebaut oder es wurde ein Beistellgerät mit zwei solcher Laufwerke benutzt.


K8912 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

Der Umbau der Rechner erfolgte vermutlich nicht durch Robotron, sondern eine andere Firma. Wahrscheinlich kam auf diesem Rechnertyp das Betriebssystem M/OS zum Einsatz.

Heute gilt diese Rechnerart als ausgestorben. Das abgebildete Gerät existiert zwar noch, enthält aber mittlerweile ein anderes Innenleben.


Diskettenlaufwerkseinheit 5,25 Zoll für den Computer K8915

(Alias K 8915, K-8915)

Da der K8915 keine internen Laufwerke eingebaut hatte, wurden diese in Form eines Beistellgerätes außen angeschlossen. Hersteller war Robotron-Elektronik Zella-Mehlis.


5¼-Zoll-Beistellgerät

Die 5¼-Zoll-Einheit enthielt 2 Laufwerke K5601 und ermöglichte bei Anschluss an den Floppycontroller 062-8390 Kapazitäten bis 780 KByte pro Diskette.
Die Stromversorgung des Rechners wurde auch für die Disketteneinheit benutzt.

Anschlussbelegung

LeitungPin
/IX 3A
/SE0 8B
/SE1 7B
/MO0 3B
/MO1 5A
/DIR 6B
/ST 7A
/WD 10B
/WE 11B
/T0 11B
/WP 12B
/RD 13B
/HDSEL6A
/RDY 5B

Disketteneinheiten dieser Art wurden mit den meisten K8915 ausgeliefert. Heute existieren noch einige Exemplare.


Diskettenlaufwerkseinheit 8 Zoll für den Computer K8915, Variante 1

Für eine frühe Version des K8915 (angeschlossen an die Karte 078-2080) gab es eine 8-Zoll-Disketteneinheit, die mit zwei Laufwerken EC5074 bestückt war und außerdem die zugehörige Stromversorgung sowie eine gemeinsame Interfaceplatine zum Trennen und Korrigieren der Signale enthielt. Hersteller war wieder Robotron-Elektronik Zella-Mehlis. Das Gehäuse wurde durch oben und unten durch Polyurethanplatten gebildet. Front, Rückwand und Seitenteile waren aus Blech. Da die Diskettenlaufwerke von Haus aus keine Aktivitäts-LED besaßen, wurde diese beim Bau der Laufwerkseinheit nachgerüstet. Vorn rechts befand sich der Netzschalter.


8-Zoll-Beistellgerät

8-Zoll-Beistellgerät, geöffnet

8-Zoll-Beistellgerät, geöffnet, Ansicht von oben

Diese Art der Laufwerkseinheit ist heute recht selten, es existieren aber noch Exemplare.


Diskettenlaufwerkseinheit 8 Zoll für den Computer K8915, Variante 2

Offenbar wurde von Robotron-Elektronik Zella-Mehlis auch eine Laufwerkseinheit namens FSE8 gebaut, die das Gehäuse der PC1715-Disketteneinheit samt ihrer Netzteilmodule benutzte, aber wiederum mit EC5074-Laufwerken bestückt war. Angeschlossen wurde die Einheit wieder an die Karte 078-2080. Zur Trennung der Laufwerksignale saß auf jedem Diskettenlaufwerk rückseitig eine Leiterplatte, die wohl der Produktion von A5220 bzw. MRES entstammte. Vorn befanden sich seitlich die Netzkontrolllampe und die beiden Aktivitäts-LEDs. Der Netzschalter befand sich an der Rückseite.


Laufwerkseinheit FDE8 von vorn

Ob diese Variante der Disketteneinheit über das Prototypenstadium hinaus ging, ist unbekannt. Vermutlich haben keine Exemplare bis heute überlebt.


Kombinierte Kassetten-Diskettenlaufwerkseinheit Computer K8915

In seltenen Fällen wurden auch kombinierte Kassetten-Disketten-Laufwerkseinheiten eingesetzt, bestückt mit einem Kassettenlaufwerk PK3 und zwei Diskettenlaufwerken K5601.


kombiniertes Kassetten- und Diskettenlaufwerk

Vermutlich haben keine Exemplare bis heute überlebt.


Doppeldiskettenlaufwerk DLW02

(Alias DLW 02, DLW-02)

Diese Laufwerkeinheit wurde von der Firma "IBA electronic Schwarzenberg" produziert. Es enthielt ein oder zwei Laufwerke K5601 samt Netzteil.


Beistellgerät DLW02

Rückseite des DLW02

DLW02 mit ausgeklapptem Standfuß

DLW02, geöffnet

Typenschild des DLW02

Von diesem seltenen Gerät hat vermutlich nur 1 Exemplar überlebt.


Folienspeichereinheit MF5190

(Alias MF 5190, MF-5190)

Diese Laufwerkeinheit wurde vom Kernforschungszentrum in Rossendorf produziert. Es gab mehrere Versionen: Das MF5190/36 enthielt zwei Laufwerke K5600.10, das MF5190/28 enthielt zwei Laufwerke K5601, beide samt Netzteil.


Beistellgerät MF5190/36

Beistellgerät MF5190/28

Die Kopplung des MF5190 erfolgt vermutlich hauptsächlich mit den von ZFK selbst entwickelten Rechnern, z.B. dem 4944. Möglicherweise sind sie auch mit den Rechnern PC1715 bzw. P8000 kompatibel.

Von diesem seltenen Gerät haben vermutlich nur drei Exemplare überlebt.


Laufwerkseinheit EC5057

(Alias EC 5057, EC-5057, ES5057, ES 5057, ES-5057)

Diese 8-Zoll-Disketten-Laufwerkseinheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1057 verwendet.


Laufwerkseinheit EC5058

(Alias EC 5058, EC-5058, ES5058, ES 5058, ES-5058)

Diese 5¼-Zoll-Disketten-Einheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1057 benutzt.


Laufwerkseinheit EC5075

(Alias EC 5075, EC-5075, ES5075, ES 5075, ES-5075)

Diese 8-Zoll-Disketten-Laufwerkseinheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1056 verwendet.


Disketteneinheit EC5075

Technische Daten liegen leider noch nicht vor.
Anscheinend verfügt das Gerät über zwei Laufwerke mit automatischem Diskettenwechsler und Stapeleinzug.


Laufwerkseinheit K5621

(Alias K 5621, K-5621)

Dieses Gerät enthielt zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke K5600.10 oder K5601.
Nähere Informationen liegen noch nicht vor.


Laufwerkseinheit K5661

(Alias K 5661, K-5661)

Dieses Gerät enthielt zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke K5600.10 (Variante K5661.10) oder K5600.20 (Variante K5661.20) und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken waren auch die notwendige Stromversorgungseinheit sowie ein Lüfter eingebaut.


Floppy-Einschub K5661

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 133 KByte (K5661.10) oder 266 KByte (K5661.20) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x133x520 mm bei einem Gewicht von 15 kg.

Vom K5661 ist heute noch 1 Exemplar bekannt.


Laufwerkseinheit K5665

(Alias K 5665, K-5665)

Dieses Gerät enthielt zwei 8-Zoll-Diskettenlaufwerke MF3200 und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken waren auch die notwendige Stromversorgungseinheit sowie ein Lüfter eingebaut.


Floppy-Einschub K5665

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 256 KByte (FM-Modus) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x266x720 mm bei einem Gewicht von 35 kg. Das Gerät kostete 6000 Mark.

Vom K5665 ist heute noch 1 Exemplar bekannt.


Laufwerkseinheit K5666.10

(Alias K 5666, K-5666)

Dieses Gerät enthielt zwei 8-Zoll-Diskettenlaufwerke K5602 und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken war auch die notwendige Stromversorgungseinheit eingebaut.

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 256 KByte (FM) oder 512 KByte (MFM) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x266x520 mm bei einem Gewicht von 25 kg. Das Gerät kostete 6000 Mark.

Das K5666 gilt heute als ausgestorben.


Disketteneinheit für PSA1305

(Alias PSA 1305, PSA-1305)

Einige wenige Exemplare der Messcomputer PSA1305 wurden zusätzlich zur sonst benutzen Magnetkassettentechnik mit einem Diskettencontroller ausgerüstet, der mit einem externen Doppeldiskettenlaufwerk (2x K5601) verbunden war. Da die Netzteile des PSA1305 bereits an der Leistungsgrenze liefen, hatte man der Disketteneinheit eine eigene Stromversorgung spendiert. Die Laufwerkseinheit wurde wahrscheinlich nur werksintern (MEB) eingesetzt. Für den Nachfolgerechner MSA210 wurde hingegen die wesentlich kleinere Disketteneinheit FSG21 eingesetzt.


Disketteneinheit für PSA1305

Rückseite des Gerätes

Disketteneinheit, geöffnet

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über ein Flachbandkabel.

Von diesem seltenen Gerät existiert heute vermutlich nur noch 1 Exemplar.


Disketteneinheit FSG21

(Alias FSG 21, FSG-21)

Der Messcomputer MSA210 benutzte zur Datenspeicherung ausschließlich Disketten, hatte aber kein Laufwerk eingebaut. Daher bekam das Gerät ein externes Doppeldiskettenlaufwerk mit zwei Laufwerken K5601. Aufgrund der gegenüber dem Rechner PSA1305 verbesserten Netzteilleistung konnte beim FSG21 auf eine eigenen Stromversorgung verzichtet werden, was sich in kleineren Abmessungen und geringerem Gewicht äußerte.


Disketteneinheit FSG21

Rückseite des Gerätes

FSG21, geöffnet

Von diesem seltenen Gerät haben vermutlich nur drei Exemplare bis heute überlebt.


Zeiss-Disketteneinheit

Carl-Zeiss produzierte im Zweigwerk Saalfeld für seine Computer (MRA2, Cosmorama) eine externe Disketteneinheit mit 8-Zoll-Laufwerken. Neben der Möglichkeit, 8-Zoll-Disketten mit anderen Rechnern austauschen zu können, lieferte die Einheit eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit als ggf. Rechner-interne 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke.

Im relativ großen Gehäuse waren zwei Laufwerke MF6400 verbaut, weiterhin ein Netzteil SV6 (für 24V) und ein Netzteil SV7 (für 5V).


Zeiss-Disketteneinheit

Innenansicht, oben

Innenansicht, unten

Innenansicht, Netzteile

Innenmodul mit Abschirmung, Rückseite

Sobald die Disketteneinheit mit dem Stromnetz verbunden war, liefen die Netzteile und die beiden Lüfter an. Das legt nahe, dass sie Ihre Netzspannung bevorzugt aus den schaltbaren Steckdosen im Inneren des MRA2 bekam. Die beiden Schalter an der Front der Disketteneinheit dienten dem Einschalten der Spindelmotoren der Laufwerke. Abgesehen von den beiden Zugriffs-LEDs in den Diskettenlaufwerken besaß die Einheit keine Anzeigen.

Die beiden Laufwerke in der Einheit konnten durch einen Schalter an der Geräterückseite vertauscht werden, was die Arbeitsfähigkeit bewahrte, falls das Bootlaufwerk gerade mal nicht funktionierte. Ungewöhnlich an der Einheit war die Möglichkeit, sie zu kaskadieren, also eine weitere Einheit an die erste anzuschließen. Voraussetzung dafür war, dass der Computer keine internen 5,25-Zoll-Laufwerke besaß bzw. dass diese abgeklemmt wurden.

Die Formatierungsarten waren beliebig und reichten von der verbreiteten 26x128-Formatierung bis zu großvolumigen 8x1024-Formatierung.

Über die produzierte Stückzahl liegen keine Informationen vor, es wird sich sicher um weniger als 100 Exemplare gehandelt haben. Zwei Exemplare haben im Rechenwerk Halle überlebt, eins davon ist funktionsfähig.




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