VEB Maßindustrie Werdau

(Alias Massi Werdau, Massi Fraureuth, Maßindustrie Fraureuth)

Diese Firma wurde im Jahr 1893 als "Metallwaren und Maßfabrik Philipp & Kisten" gegründet, zunächst mit dem Hauptwerk in Reichenbach und einem Zweigwerken in Eger (Fa. Richter & Co, Heute Cheb, Tschechien). Im Jahr 1909 erfolgte der Zusammenschluss mit der "Metallwaren- und Maßfabrik Friedrich Oschatz" in Werdau und der Firma "Hob & Börner" in Leipzig. Das Werdauer Werk nannte sich daraufhin "Werdauer Meßwerkzeugfabrik GmbH".


Massi-Hauptgebäude in Reichenbach,
Anfang des 20. Jahrhunderts

Massi-Gebäude in Eger,
Anfang des 20. Jahrhunderts

Massi-Werksgelände in Werdau, Anfang des 20. Jahrhunderts

Firmenlogo:
Ab 1937 nannte sich die Firma "Maßindustrie GmbH". Nach dem Krieg wurde das Werk in Reichenbach als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert. Die Standorte in Reichenbach und Werdau wurden nach Gründung der DDR als "VEB Maßindustrie" volkseigen. Das Werk in Werdau war ursprünglich an verschiedenen Stellen im Stadtzentrum angesiedelt. 1972 zog die Firma in das zwei Jahre zuvor gebaute Werksgelände mit dem markantem Doppelrundgebäude in Fraureuth um, behielt aber den Namenszusatz "Werdau". Das Gebäudedesign war in der DDR einmalig, stammte vermutlich von einem schwedischen Architekten. Außerdem war die Bauakademie der DDR finanziell beteiligt.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt wechselte die Werkleitung nach Fraureuth, das ehemalige Hauptwerk in Reichenbach wurde Zweigwerk, dort wurden dann die elektromechanischen Zähler montiert. Die Produktion von Messschiebern wurde zu dieser Zeit aufgegeben.


Das Fraureuther Werksgelände in den 1980er Jahren (zeichnerische Darstellung auf einem Kalender).

Ehemaliger Werkseingang im Jahr 2010

Produktions-Rundbau auf dem Werksgelände (2010)

Gebäude auf dem Werksgelände (2010)

Gebäude auf dem Werksgelände (2010)

Gebäude auf dem Werksgelände (2010)

Gebäude auf dem Werksgelände (2010)

Der Betrieb gehörte zunächst zum Kombinat Mess- und Regelungstechnik, dann bis 1984 zum Kombinat KEAW, noch später zum Kombinat Haushaltgeräte (benutzte daher dann dessen Warenzeichen "FORON").

In den besten Zeiten hatte die Massi 1200 Mitarbeiter. Zur Entwicklungsabteilung, die sich in die Gebiete Pneumatische Messgeräte, mechanische und elektronische Zähler sowie Energiemess- und -kontrollgeräte aufteilte, gehörten ca. 20 Mitarbeiter. Die Massi brachte eine Werkszeitung namens "Unser Maßstab" heraus.

Im Laufe seiner Geschichte stellte das Werk eine Vielzahl präziser Produkte her:

Historisches Bild aus der Produktion:
Prüfung der Waschmaschinensteuerungen

Der Fortgang der Werksgeschichte nach dem Ende der DDR: Etwas kurios mutet noch die Entwicklung eines elektronisch gesteuerten Katzenklos in den 1990er Jahren an, dessen Serienfertigung aber durch den Konkurs der Firma verhindert wurde.

Die alten Gebäude im Stadtzentrum von Werdau wurden nach dem Umzug des Werkes nach Fraureuth noch für Wohnungen bzw. als "Haus der Dienste" genutzt. Nach der Wende standen sie leer und wurden im Jahr 2005 abgerissen, an ihrer Stelle befindet sich heute die Grünanlage "Massi-Park". Die ehemalige Betriebsschule in Werdau musste 2019 nach langem Leerstand einer Straßenkreuzung weichen.


Das Massi-Hauptgebäude in Reichenbach im Jahr 2019

Das Massi-Hauptgebäude in Werdau, kurz vor dem Abriss

Die Berufsschule der Massi in Werdau, kurz vor dem Abriss

Diese Stele erinnert noch in Werdau an die Massi

Das Betriebsgelände in Fraureuth nennt sich jetzt "Industrie & Gewerbegebiet Werdau-Süd" und wird von verschiedenen Firmen genutzt. Eine der beiden Rundbauten beherbergt jetzt eine Kartbahn, der andere dient als Lager. Die Dächer der Rundbauten dienen nun als Solarkraftwerk.

Im Gebäude des ehemaligen Werks in Reichenbach sind jetzt Wohnungen und andere Firmen untergebracht.


Ehemalige Adressen

9620 Werdau, Straße der Befreiung 3
9620 Werdau Zwickauer Straße 1
9622 Fraureuth, Werdauer Straße 51
Reichenbach, Zwickauer Straße 92, 94


Links

Go Kart Racing Hall Fraureuth
KRES Köstel & Rasch Elektronik & Service GmbH



Letzte Änderung dieser Seite: 10.02.2020Herkunft: www.robotrontechnik.de