Werbeartikel

Normalerweise wurde innerhalb der DDR keine Werbung für Rechentechnik gemacht. Das war eigentlich auch nicht notwendig, da einerseits Robotron eine Monopolstellung hatte, andererseits die Nachfrage nach Computertechnik wesentlich größer war als die Produktionskapazität. Wenn eine Firma also keinen Computer hatte, lag das nicht an mangelnder Information sondern an den jahrelangen Wartezeiten aufgrund der zur geringen Produktions-Stückzahlen.

Ganz anders war die Lage bei Exportgeräten: Um dringend benötigte Devisen zu bekommen, hatte der Export ins westliche Ausland Priorität gegenüber der eigenen Wirtschaft. Um diese Exporte anzukurbeln und Robotron auch im westlichen Ausland bekannt zu machen, gab es verschiedene Webeartikel, die auf Messen, besonders der Leipziger Messe, verteilt wurden.


Ein mächtiger 3-Liter-Bierkrug von Daro-Optima

Kleiner Bierkrug des Buchungsmaschinenwerks

Und hier der zugehörige Flaschenöffner. Prost!

Für die hochprozentigen Getränke gab's
Schnapsgläser von Robotron-Optima

Und auch die Raucher kamen nicht zu kurz:
Aschenbecher von Robotron-Optima

Dieser Wandkalender wirbt für einen Buchungsautomaten...

...und dieser für einen Bürocomputer

Und es gab einen weiteren Grund für Werbeartikel: Anlässlich von Firmenjubiläen und als Auszeichnung für gute Arbeit wurden teilweise Werbeartikel an die Belegschaft ausgegeben.


Ehrenmedaille von Robotron Zella-Mehlis

die Rückseite der Medaille

Anstecknadeln von BUMA Karl-Marx-Stadt

...und eine Anstecknadel des Büromaschinenwerks Sömmerda

Plakette als Schmuck für die heimische Zimmerwand von Optima Erfurt

Streichhölzer, Schachteln & Luxuskofferetiketten

Eine weitere Möglichkeit, Werbung für einheimische Produkte im vornehmlich In-, aber auch im Ausland zu machen, war dies über teils wenig, teils sehr aufwendig gestaltete Aufdrucke auf Streichholzpackungen bzw. Luxuskofferetiketten zu tun. Letztere waren eine Eigenheit, die es laut einschlägigen Internetseiten nur in der DDR und in der UdSSR gegeben hatte. So wurden 16 und mehr Streichholzschachteln in einem sog. "Luxuskoffer" verpackt und mit einem bedruckten Werbeetikett der Größe 62 mm 92 mm versehen. Eine Geschenkverpackung, über das sich jeder Pyromane sicherlich gefreut hätte.


Streichholzschachteln

Streichholzschachteln

Streichholzschachteln

Während man die "aufgemotzten" normalen Streichholzschachteln als normaler DDR-Bürger hier und da in die Hände bekam, waren die Luxuskoffer scheinbar jedoch nur für den Export bestimmt. Natürlich tauchten sie auch in der DDR manchmal unter der berühmten Ladentheke auf.

Taschenkalender

Eine recht praktische Sache aus dem PreHandy, PrePalm usw. Zeitalter, die laut Wikipedia so beschrieben wird: "Ein Taschenkalender ist ein Kalender in Form eines Büchleins oder einer Karte, in einem Format, das in der Hosen- oder Handtasche Platz findet und vom Besitzer leicht mit sich getragen werden kann." Die hier gezeigten Exemplare waren meist Kalender in Form einer Karte, die auf der zweiten Seite reichlich Platz für Werbung aus dem heimischen Lande bot. Im Gegensatz zu den gezeigten Produkten schienen sie in ausreichender Stückzahl hergestellt worden zu sein. Man bekam sie praktisch überall (z.B. in der Bibliothek und auf dem Bahnhof). Teilweise kostenlos, teilweise für 5 Pfennig.

Die Art und Weise der Werbung

Auf allen genannten Werbeträgern (Streichhölzer, Taschenkalender) fanden sich im Prinzip dieselben Aufdrucke. Wenn man so möchte, lassen sich verschieden Motivgruppen erkennen:
Da hätten wir zum einen die Kategorie "zeige, was Du machst". So bekam man als Ostbürger endlich mal einen Einblick darüber, welche Produkte in der DDR hergestellt wurden und demzufolge auch in den Läden stehen sollte (dies betraf sicherlich nicht nur DDR Rechentechnik).


Die Briefmarke zur Leipziger Frühjahrsmesse 1974
zeigt einen Großrechner EC1040...

...und die Briefmarke zur Leipziger Frühjahrsmesse 1983
präsentiert den Bürocomputer A5120

Andere Etiketten gaben Einblicke in die Produktion oder vermittelten Informationen über den Standort - sei es in Form einer Aufnahme der Produktionsstätte selbst oder in Fakten und Wissenswertem aus der Geschichte oder Umgebung des Standorts.


Taschenkalender zum Standort Mühlhausen

Taschenkalender zum Standort Riesa

Auch mit unterschiedlich aufgezogenen zweideutigen Bildmotiven wurde auf das eine oder andere Anwendungsgebiet jener Produkte des jeweiligen Werbeauftraggebers hingewiesen.


Robotron-Werbung auf der Rückseite von Taschenkalendern

Hierfür wurde auch schon mal der eine oder andere Künstler verpflichtet, der dann auch gleich einen ganzen, zusammen gehörigen Satz (Sammler wird es gefreut haben) gestalten durfte.


Robotron-Werbung auf der Rückseite von Taschenkalendern

Und zu guter Letzt hätten wir noch den einen oder anderen Aufdruck mit div. Slogans (Bit für Bit Qualität ) samt netter bildlicher Untermalung bzw. einfachen Aufdrucken, die lediglich Logo, Adressen oder ähnliches enthielten.


Robotron-Werbung





Letzte Änderung dieser Seite: 19.10.2014Herkunft: www.robotrontechnik.de