Datensicherung von Robotron-Disketten ===================================== 0. Vorbetrachtungen =================== An den Daten auf den Disketten nehme ich normalerweise keine Aenderungen vor, auch nicht, falls die Diskette fehlerhaft ist. Rettungsversuche an softwareseitig defekten Disketten, Wiederherstellung geloeschter Dateien, Ersetzung defekter Dateien etc. werden an temporaeren Kopien vorgenommen. Sollte eine Diskette von einem Virus befallen sein, ist dieser auf der CD in der Imagedatei und in den kopierten Einzeldateien entfernt. Auf der Diskette entferne ich Viren nur nach Ruecksprache mit dem Besitzer. Sollten Disketten beschaedigte Oberflaechen haben (Schmutz, Kalk, leichte Kratzer), also unlesbar sein, ist es z.T. moeglich, den Dateninhalt durch eine Nachschleifung der Oberflaeche retten (Rettungsquote ca. 50%). Diesen Schritt, der zeitlich sehr aufwendig ist, mache ich nur nach Ruecksprache mit dem Diskettenbesitzer. Den Kunststoffmantel der Disketten muss ich fuer diesen Prozess aufschneiden. Nachgeschliffene Disketten sollten moeglichst nicht mehr weiter benutzt werden, stattdessen besser die Daten auf neue Disketten zurueckschreiben. 1. Datenschutz, Umgang mit vertraulichen Daten ============================================== Von den Datensicherungen verbleibt jeweils eine Kopie auf meinem Server. Das einzige Ziel meiner Kopie ist die Erhaltung der Funktion von historischen Rechnern. Es ist normal, dass Datensicherungen auch Dateien mit persoenlichen Daten enthalten. Ich versuche jeden Missbrauch solcher Daten zu verhindern. Ich bin der einzige, der direkten Zugang zum Sicherungsserver hat. Lediglich dessen Inhaltsverzeichnis ist oeffentlich. Interessierte Hobbykollegen koennen Dateien bei mir bestellen. Dabei kontrolliere ich die ausgehenden Dateien auf persoenliche Daten und entferne diese bei Bedarf bzw. verfremde sie durch Phantasiewerte. Auf besonderen Wunsch des Besitzers sperre ich bestimmte Dateien auch komplett fuer die Herausgabe. Ausserdem entferne ich auf besonderen Wunsch des Besitzers auch bestimmte Daten gaenzlich aus meiner Kopie. 2. Die Hauptverzeichnisse auf der CD ==================================== Die Diskettenverzeichnisse sind auf der CD meist mehrfach vorhanden: -im Verzeichnis UNSORT in der Reihenfolge ihrer Sicherung (nach Diskettennummer) Dieses Verzeichnis enthaelt die gesamte Datensicherung und kann gut fuer Recherchen genutzt werden. z.B. Suchfunktion vom Norton-Commander oder Windows-Suchfunktion. Dabei kann besonders die Datei DT-INFO.TXT (siehe 4.) herangezogen werden. -im Verzeichnis RECHNER in Unterverzeichnissen, die nach den zugehoerigen Rechnern benannt sind. Sollte es fuer den betreffenden Rechner mehrere Betriebssysteme geben, werden diese nochmals durch Unterverzeichnisse getrennt. Die Daten selbst sind identisch mit denen im Verzeichnis UNSORT. Das Verzeichnis RECHNER eignet sich gut zum Stoebern mittels Dateimanager/Explorer. Sollten alle Disketten zu demselben Rechner + Betriebssystem gehoeren, gibt es das Verzeichnis RECHNER nicht. -im Verzeichnis FIRMEN in Unterverzeichnissen, die nach der Herkunft der Disketten benannt sind. Darunter befindet sich jeweils eine Verzeichnisstruktur wie beim Verzeichnis RECHNER. Die Daten selbst sind identisch mit denen im Verzeichnis UNSORT. Sollten alle Disketten aus derselben Firma stammen, gibt es das Verzeichnis FIRMEN nicht. -nach Programmen sortiert im Verzeichnis EINZELN. Dabei gibt es fuer ein Unterverzeichnis jeden Rechner und darin moeglicherweise nochmals eins fuer jedes Betriebssystem. Darunter befinden sich dann Verzeichnisse mit dem Namen des jeweiligen Programms. Da sich haeufig dieselben Programme auf mehreren Disketten befinden, wird hier nicht mehr nach Diskettennummer unterschieden. Jedes Programm existiert nur einmal. Die Zusammenstellung in EINZELN wird nach subjektiven Gesichtspunkten gemacht und muss weder vollstaendig noch richtig sein. Im Zweifelsfalle sind die Daten in UNSORT, RECHNER bzw. FIRMEN mit heranzuziehen. Aus Zeitgruenden baue ich das Verzeichnis EINZELN normalerweise nicht mehr auf. Beispiel: UNSORT DISK.001 DISK.002 DISK.003 DISK.004 RECHNER A5120 SCP DISK.002 DISK.004 SIOS DISK.001 EC1834 DCP DISK.003 FIRMEN PGH_Klempner A5120 SCP DISK.002 EC1834 DCP DISK.003 VEB_Obstbau A5120 SCP DISK.004 SIOS DISK.001 EINZELN A5120 SCP KP REDABAS SCP1526 SIOS SIOS 1.8 SIOS 2.1 FAHRPLAN EC1834 DCP3.3 REDABAS Weiterhin befinden sich auf der CD im Verzeichnis \INHALT Textdateien, die die Inhaltsverzeichnisse (Baumstruktur mit Dateinamen) der Verzeichnisse UNSORT, RECHNER, FIRMEN und EINZELN enthalten. Mit Hilfe dieser Dateien, die man zweckmaessigerweise auf die Festplatte kopiert, koennen auch ohne CD schnelle Recherchen nach Dateinamen gemacht werden. Weiterhin befindet sich auf der CD ein Verzeichnis namens \CDTOOLS, in dem sich alle Programme befinden, die zur Wiederherstellung der Disketten gebraucht werden. Siehe 6. 3. Struktur der einzelnen Diskettenverzeichnisse ================================================ 3.1. Nummerierung der Diskette ----------------------------- Jeder Diskette bekommt eine fortlaufende Nummer, unabhaengig von der Art des Disketteninhalts. Diese Nummer steht mit Bleistift geschrieben auf dem Diskettenaufkleber als Zahl in einem Kreis und wird auf der CD als Verzeichnisname benutzt (DISK.xxx). Sollte eine Diskette 2 unabhaengige Formatierungen (Kopf0 und Kopf1) haben, hat die Diskette trotzdem nur eine Nummer. Sollte eine Diskette doppelt gelocht sein und jede Seite eine unabhaengige Formatierung enthalten, die durch Herumdrehen der Diskette im Laufwerk wirksam wird (sogenannte "Flippy-Disk"), hat die Diskette zwei Nummern. Die Diskettennummer fuer die Rueckseite ist auf der Vorderseite als eine Zahl im Kreis mit einem Pfeil darueber dargestellt. Dieser Sonderfall wird in der DT-INFO.TXT durch einen Eintrag bei DATENTRAEGER und bei HINWEIS dokumentiert. 3.2. Aufbau eines Diskettenverzeichnisses ----------------------------------------- Dieses Verzeichnis (DISK.xxx) enthaelt -die einzelnen Dateien und Verzeichnisse, die sich auf der Diskette befinden. Siehe auch 5.3. Die Dateinamen entsprechen bei den meisten Betriebssystemen den originalen Namen. Bei den Betriebssystemen SIOS und BROS haben die Teildateien aus der SOURCELB die Endung *.SL, aus der RELOCLB die Endung *.RL und aus der PHASELB die ENdung *.PL Beim Betriebssystem UDOS sind die Dateinamen dem DOS-Standard (8+3) angepasst. Die Zuordnung zu den Originalnamen steht in der Datei !IMAGE\DIR.TXT. (siehe 3.2.1) Beim Betriebssystem WEGA sind die Dateien in der Datei *.tar eingepackt, um die Dateiattribute zu erhalten. Eine ausgepackte Version liegt zusaetzlich im Verzeichnis !RESTORE. Bei exotischen Formatierungen (z.B. Betriebssysteme MUTOS, JAMB) ist moeglicherweise keine Einzeldatei-Sicherung moeglich. Dies ist dann durch einem PROBLEM-Eintrag in der DT-INFO.TXT belegt. -das Verzeichnis !IMAGE (siehe 3.2.1) -eventuell das Verzeichnis !DEFEKT (siehe 3.2.2) -eventuell das Verzeichnis !UNDEL (siehe 3.2.3) -eventuell das Verzeichnis !RESTORE (siehe 3.2.4) 3.2.1 Unterverzeichnis !IMAGE. Dieses Verzeichnis wird samt seinem Inhalt bei der Datensicherung erstellt. In ihm befindet sich: -die Beschreibungsdatei DT-INFO.TXT. In ihr steht die Beschriftung der Diskette, ihre Formatierungsart, der zugeordnete Rechner + Betriebssystem sowie Eintragungen ueber Fehler auf der Diskette sowie Hinweise auf Sicherungsprobleme. Weitere Informationen siehe 4. -Weiterhin befindet sich dort die Imagedatei. Sie enthaelt den sektorweisen Abzug der Diskette und gestattet, die gesamte Diskette inklusive Bootsektor (und auch aller Fehler und auch inklusive geloeschter Dateien) identisch wiederherzustellen. In erster Linie versuche ich, den Abzug mit COPYQM zu machen. Die Datei heisst dann DISK.CQM. Laesst sich kein Abzug mit COPYQM machen, versuche ich, den Abzug mit TELEDISK zu machen. Die Datei heisst dann DISK.TD0. Siehe auch 5.2. Bei sehr wertvollen oder kritischen Disketten wiederhole ich ggf. die Einlesung der Diskette unter dem Name DISKX.TDO. Bei physisch defekten Disketten werden diese Fehler auch in die Imagedatei uebertragen. Das heisst, ein defekter Sektor wird auch beim Einspielen der Imagedatei wieder als defekter Sektor auftauchen. Sind bei der Datensicherung Reparaturversuche oder Ersetzungen von defekten Dateien notwendig, ist die Imagedatei davon NICHT betroffen. Sie enthaelt also immer den ungeaenderten Abzug der Diskette. Bei Fehlern/Problemen existiert immer ein entsprechender Eintrag dazu in der DT-INFO.TXT (siehe 4.). Haben Disketten auf beiden Koepfen unterschiedliche Formatierungsarten, gibt es statt der Datei DISK.TDO die Dateien DISK_0.TD0 und DISK_1.TD0. -Bei Originaldisketten befindet sich im Verzeichnis !IMAGE auch eine Datei LABEL.JPG. Sie enthaelt als Bilddatei (JPEG) den eingescannten Aufkleber. -Moeglicherweise steht im Verzeichnis !IMAGE auch noch die Datei FEHLT.TXT. Sie enthaelt die Liste der Dateien, die nicht gesichert werden konnten, beispielsweise wegen Sektorfehler. Diese Datei ist immer verbunden mit einem FEHLER-Eintrag in der DT-INFO.TXT (siehe 4.). Siehe auch 3.2.2 -Moeglicherweise gibt es im Verzeichnis !IMAGE eine Datei DIR.TXT. Diese Datei enthaelt die Ausgabe des DIR-Befehls und soll helfen, fehlende Dateien (-> FEHLT.TXT) anhand von Groesse und Datum spaeter zu ersetzen. Siehe auch 3.2.2 Ausserdem zeigt sie bei UDOS-Disketten die Zuordnung zwischen den originalen Dateinamen und den gesicherten Dateinamen an sowie bei SIOS-Disketten den ersten und letzten Sektor der Teildateien. 3.2.2. Verzeichnis !DEFEKT (existiert nur bei Disketten mit Lesefehlern) In diesem Verzeichnis stehen Dateien, die (meist auf Grund von defekten Sektoren) nicht fehlerfrei gelesen werden konnten und die daher immer fehlerbehaftet sind. Die Dateien in diesem Verzeichnis sind als Hilfe gedacht, um sie spaeter durch entsprechende fehlerfreie Dateien zu ersetzen. 3.2.3 Verzeichnis !UNDEL (existiert nur, wenn die Diskette geloeschte Dateien enthaelt) In ihm befinden sich Dateien, die auf der Diskette geloescht waren. Die Wiederherstellung wurde auf einer temporaeren Diskettenkopie gemacht. Da in der Vergangenheit eine Ueberschreibung durch andere Dateien nicht ausgeschlossen werden kann, koennen die Dateien im Verzeichnis !UNDEL auch fehlerbehaftet sein. 3.2.4 Verzeichnis !RESTORE Es existiert nur, wenn sich auf der Diskette Daten befinden, die mit einem Archivierungsprogramm (z.B. PCBACKUP) oder Komprimierungsprogramm (z.B. PKZIP) geschrieben wurden. Im Verzeichnis !RESTORE befinden sich dann die ausgepackten Dateien. Archive koennen z.T. ueber mehrere Disketten gehen. Die Einspielung in das !RESTORE-Verzeichnis erfolgt in diesem Fall bei der ersten Diskette des Archivsatzes. Die folgenden Disketten enthalten dann einen HINWEIS-Eintrag in der DT-INFO.TXT (siehe 4.). Beispiele: DISK.001 (eine Originaldiskette) redabas.com (normale gesicherte Datei) tp.com (normale gesicherte Datei) !IMAGE DT-INFO.TXT (Disketten-Beschreibungsdatei) disk.cqm (Image-Datei) label.jpg (Bild des Aufklebers) DISK.002 (eine Diskette, die Sektorfehler enthaelt) kp.com (normale gesicherte Datei) power.com (normale gesicherte Datei) init.com (normale gesicherte Datei) !DEFEKT (Ablage fuer defekte Dateien) kp.doc (defekte gesicherte Datei) !IMAGE DT-INFO.TXT (Disketten-Beschreibungsdatei) disk.td0 (Image-Datei) fehlt.txt (Hinweis auf nicht-gesicherte Dateien) dir.txt (Hinweis auf den Disketten-Inhalt) DISK.003 (Eine Diskette, die mit MSBackup erstellt wurde) BACKUP.001 (normale gesicherte Datei) CONTROL.001 (normale gesicherte Datei) !RESTORE (Ablage fuer archivierte Dateien) autoexec.bat (Im Archiv BACKUP01 befindliche Datei) config.sys (Im Archiv BACKUP01 befindliche Datei) !IMAGE DT-INFO.TXT (Disketten-Beschreibungsdatei) disk.cqm (Image-Datei) DISK.004 (Eine Diskette, deren Inhalt geloescht war) kp.com (normale gesicherte Datei) !UNDEL (Ablage-Verzeichnis fuer ehemals geloeschte Dateien) command.com (ehemals geloeschte Datei) !IMAGE DT-INFO.TXT (Disketten-Beschreibungsdatei) disk.cqm (Image-Datei) 4. Aufbau der Datei DT-INFO.TXT =============================== (Bei Datensicherungen bis 5/2006 hiess diese Datei "DISKNAME.TXT") Diese Datei existiert individuell fuer jede Diskette im Verzeichnis !IMAGE und hat einen festen Aufbau. Sie kann fuer Recherchen herangezogen werden und enthaelt: -Die Beschriftung der Diskette. Diese ist meist mehrzeilig und endet mit einer Trennzeile aus 20 Gleichheitszeichen. -hinter dem Schluesselwort DATENTRAEGER die Art des Datentraegers (z.B. "Diskette 5,25 Zoll" oder "EPROM U555") und ggf. dessen Speicherdichte -hinter dem Schluesselwort FORMATIERUNG die Formatierungsart (z.B. 360k, 720k, 16x256x80, 5x1024x80) -hinter dem Schlueselwort BETRIEBSSYSTEM der Name des zugehoerigen Betriebssystems (z.B. DCP1700, SCP, SIOS) -hinter dem Schuesselwort RECHNER der Name des zugehoerigen Computers. (z.B. A5120, PC) Zusaetzlich koennen stehen: -FEHLER-Eintraege: Diese enthalten Hinweise auf Defekte, die sich auf der Diskette befinden. Sektorfehler sind in der Form Spur/Kopf/Sektor oder Spur/Kopf angegeben. -PROBLEM-Eintraege. Diese enthalten Hinweise, dass die Datensicherung aufgrund unvollkommener Datensicherungsmethoden nicht oder nur teilweise erfolgreich war. (z.B. bei Betriebssystem UDOS) -INHALT-Eintraege: Bemerkung zum Inhalt der Diskette. Speziell, wenn dieser von der Beschriftung abweicht. -HERKUNFT-Eintrag: Angaben zum frueheren Einsatzort der Diskette -VOLID-Eintrag: Die Datentraegerbezeichnung (LABEL). Dieser Wert steht softwareseitig auf der Diskette und ist besonders beim Betriebssystem SIOS wichtig. -Eintrag BOOTFAEHIG: Er gibt an, ob man mit dieser Diskette den Rechner booten kann. Dieser Wert ist theoretisch ermittelt. Bei defekten Disketten ist es nicht auszuschliessen, dass der Rechner trotzdem nicht von dieser Diskette starten kann. -eventuell ein Eintrag, dass es sich um eine ORIGINALDISKETTE handelt. Die Datei DT-INFO.TXT wurde im OEM-Zeichensatz (DOS-Zeichensatz) erstellt. Beim Anzeigen mit ANSI-Betrachtern (z.B. Windows-Programme) werden die Umlaute nicht korrekt dargestellt. Generell koennen Eintraege ueber mehrere Zeilen gehen. Wenn dies der Fall ist, ist der Text ab der 2. Zeile eingerueckt. 5. Wiedereinspielung der Daten ============================== 5.1. Voraussetzungen fuer das Wiederherstellen einer Diskette. ------------------------------------------------------------- Ich empfehle einen aelteren PC (nicht schneller als Pentium II) dafuer zu nehmen. Bei schnelleren Rechnern gibt es z.T. Probleme mit den Dienstprogrammen bzw. mit dem Zugriff auf 5,25-Zoll-Diskettenlauferke (BIOS-Fehler). Fuer 5,25-Zoll-Disketten sind in den meisten Faellen HD-Laufwerke optimal. Einzige Ausnahme sind Disketten, die auf Robotron-Rechnern mit 40-spurigen Laufwerken (K5600.10) gelesen werden sollen. In diesem Fall muss auch am PC mit einem 40-spurigen Laufwerk geschrieben werden. Der Anschluss von 8-Zoll-Laufwerken am PC ist technisch moeglich, aber hardwareseitig mit einigen Umbauten verbunden und sollte nur von erfahrenen Anwendern realisiert werden. 8-Zoll-Disketten-Images koennen auf 5,25-Zoll-HD-Disketten zurueckgeschrieben werden. Als Betriebssystem sollte man DOS oder die gebootete Nur-Eingabe-Aufforderung von Windows nehmen. Das Starten der Dienstprogramme aus Multitasking-Oberflaechen heraus funktioniert nicht. Als Datentraeger sind immer DD-Disketten oder SD-Disketten zu verwenden. HD-Disketten koennen die DDR-Diskettenlaufwerke nicht lesen. Beispielcomputer: Laufwerk A: 1,4 MB 3,5" Laufwerk B: 1,2 MB 5,25" Laufwerk C: Festplatte 5.2. Einspielen von Imagedateien -------------------------------- Die Imagedateien ermoeglichen das Wiedereinspielen bzw. Kopieren der gesamten Diskette inklusive Bootsektor (und schlimmstenfalls inklusive aller Fehler). Auch die physische Reihenfolge der Dateien bleibt dabei erhalten. Imagedateien koennen als .CQM-Datei oder als .TD0-Datei vorliegen. .CQM-Dateien werden mit dem Programm COPYQM eingespielt. Befehl: COPYQM B: PLAYBACK=DISK.CQM .TD0-Dateien werden mit dem Programm TELEDISK eingespielt. Befehl: TELEDISK Anschliessend und auswaehlen und als Dateiname angeben. Die Programme COPYQM und TELEDISK befinden sich auf der CD im Verzeichnis \CDTOOLS Werden 40-spurige Disketten mit einem 80-spurigem Laufwerk eingespielt, sind die Disketten zwar mit 80-spurigen Laufwerken problemlos lesbar, aber nicht mit echten 40-spurigen Laufwerken (K5600.10). Sollen die Disketten mit solchen Laufwerken benutzt werden, muessen sie mit einem 40-spurigem Laufwerk (K5600.10) geschrieben werden. Imagedateien des Betriebssystems UDOS1526 sind immer fehlerhaft, da die Steuerbytes durch Beschraenkungen im PC-Floppycontroller fehlen. UDOS-Disketten koennen nur direkt unter UDOS von Diskette zu Diskette kopiert werden (Befehl COPY.DISK). Die Imagedatei ist bei UDOS eher fuer Recherchezwecke gedacht. Textdateien koennen ueber SCP einzeln zurueck auf UDOS-Disketten geschrieben werden. Binaere UDOS-Dateien koennen derzeit noch nicht zurueckgeschrieben werden. Imagedateien mit Formatwechseln (A5120-Rechnerserie oder SCP1700-Systeme) sind zeitkritisch. Bei langsamen Floppycontrollern entstehen beim Einspielen Fehler beim Formatwechsel. Dass kann sich darin auswirken, dass die Diskette selbst nicht bootet. Auf die Lesbarkeit der Dateien bei bereits gebootetem Rechner hat das aber meist keinen Einfluss. Durch Benutzung eines Hochgeschwindigkeits-Floppycontrollers beim Schreiben kann dieser Effekt verhindert werden. 5.3. Einspielen von Einzeldateien --------------------------------- Dateien von DCP, DOS: Diese Dateien koennen direkt unter DOS auf 360k-Disketten kopiert werden. Wenn Dateien auf 720k-DCP-Disketten kopiert werden sollen und ein HD-Laufwerk benutzt wird, ist vorher das Programm 720K.COM zu laden. 720k-DCP-Disketten koennen bei Bedarf am PC mit FORM720 B: formatiert werden. Dateien von SCP, CP/A, DAC, CP/M, CP/K, CP/Z, BCU, OS/M, M/OS, SCP/M, MicroDos, ZSDOS: Es gibt 2 zwei alternative Uebertragungsprogramme: 1. Das Programm 22DISK. Dazu ist mit CMENU die passende Formatierart auszuwaehlen und mit DTOC dateiname B: die Datei auf die Diskette zu kopieren. Wildcards (*,?) koennen benutzt werden. 2. Das Programm SUPERCOPY. Dazu ist mittels SELECT.COM die passende Formatierart auszuwaehlen. Anschliessend kann die Datei mit COPY dateiname D: oder einem Dateimanager (z.B. Norton-Commander) auf die Diskette kopiert werden. Eine abgeleitete (genauso funktionierende) Version von SuperCopy ist SCPDRV. 22DISK und SUPERCOPY sind als Shareware im Internet erhaeltlich. Dateien von UDOS: Textdateien vom Betriebssystem UDOS sind auf eine CP/M-Diskette zu kopieren und koennen dann unter UDOS mit dem Programm CONUDOS auf eine UDOS-Diskette uebertragen werden. Binaere Dateien koennen derzeit noch nicht zurueckgeschrieben werden. Dateien von SIOS, BROS: Es gibt eine Konvertiermoeglichkeit von SIOS nach DOS, allerdings nicht umgekehrt. Die konvertierten Teildateien sind daher nur als informativ zu betrachten. Ein Datenaustausch von Physischen Dateien kann unter SCP mit dem Befehlen UTR1 und UTR2 erreicht werden. Ich empfehle allerdings bei SIOS/BROS das Einspielen der gesamten Imagedatei und das Kopieren der Einzeldateien unter SIOS (Befehl COPD) vorzunehmen. Dateien von MUTOS, WEGA, BOS, JAMB: Fuer diese Betriebssysteme gibt es noch keine Einzeldatei-Sicherungs-Moeglichkeiten. Ich empfehle das Einspielen der Imagedatei und das Kopieren der Einzeldateien unter dem betreffenden Betriebssystem vorzunehmen. 5.4 Nutzung der Daten am PC --------------------------- 5.4.1. Ausfuehrbare Programme Ausfuehrbare Programme des Betriebssystems DCP koennen in der Regel am PC gestartet werden. Die Programme anderer Betriebssysteme (z.B. SCP) koennen nicht direkt gestartet werden. In einigen Faellen gibt es fuer den Emulatoren (z.B. 22NICE), die ein Ausfuehren solcher Programme ermoeglichen. Eine gute Moeglichkeit, Texte in Binaerdateien zu lesen, ist der Textbetrachter vom Norton-Commander (Taste F3). 5.4.2. Textdateien Textdateien koennen mit herkoemmlichen Textbetrachtern/Text-Editoren gelesen werden. Dateien, die mit dem Textverarbeitungsprogramm TP bzw. Wordstar erstellt wurden, liest man zweckmaessigerweise mit dem Filterprogramm TPVIEW. Der Norton-Commander auf der CD ist so eingestellt, dass er automatisch TPVIEW startet, wenn man auf einer Datei die ENTER-Taste drueckt. Siehe 6. 5.4.3 Dateien von Anwendungsprogrammen (BASIC, Datenbanken, Tabellenblaetter) Viele der modernen Anwendungsprogramme haben Importmoeglichkeiten fuer solche alten Dateien. Notfalls kann eine Ansicht auch im Textbetrachter bzw. Text-Editor erfolgen. 6. Dienstprogramme ================== Zum Lesen von Texten auf der CD empfehle ich, den NortonCommander im Verzeichnis \CDTOOLS zu benutzen. Auf die Datei gehen, F3 (Anzeigen) druecken. Dann mit F8 das passende Textformat (meist Wordstar) auswaehlen. Das Programm TPVIEW ist ein Konverter speziell fuer TP-Dateien. Der Norton-Commander auf der CD ist so eingestellt, dass er automatisch TPVIEW und anschlieáend den Textbetrachter startet, wenn man auf einer Datei die ENTER-Taste drueckt. 7. FAQ (haeufig gestellte Fragen) ================================ F: Was sollte ich vor der Sicherung bei den Disketten beachten? A: -Die Disketten NICHT in Laufwerke einlegen. Falls die Datentraegeroberflaeche angegriffen ist, kann die Diskette dadurch sonst schon irreparabel beschaedigt sein. -Keine Reinigungsversuche an verschmutzten Disketten vornehmen F: wie lange dauert die Sicherung? A: Ist von meiner Freizeit und der Art der Disketten abhaengig: Bei sortierten Disketten ohne Fehler und einfachen Betriebssystemen (DCP, SCP) schaffe ich ca. 30 pro Abend. Bei Disketten ohne Fehler und schwierigen Formatierungen (z.B. SIOS) schaffe ich ca. 10 pro Abend. Bei schweren Diskettenfehlern (Nachschleifen der Oberflaeche) sowie bei UDOS schaffe ich 2-3 Disketten pro Abend. F: Wieviele DDR-Disketten hast Du schon gesichert? A: In den letzten 10 Jahren ca. 13000 von ueber 100 Besitzern. F: Hat schon mal jemand die Datensicherung bereut? A: Nein. F: Wieviele Disketten besitzt Du selbst? A: Das sind gar nicht viele. Da ich die Disketten-Images auf dem Server habe, schreibe ich mir immer nur die Daten auf Leerdisketten zurueck, die ich gerade brauche. F: Sind bei der Sicherung schon mal Disketten kaputt gegangen? A: Durch Fahrlaessigkeit: Nein. Es gibt allerdings Disketten, deren Oberflaeche sich beim ersten Lesen aufzuloesen begint. Ich versuche in diesem Fall an Daten zu retten, was zu retten ist. F: Sind bei Dir schon mal Disketten abhanden gekommen? A: In seltenen Faellen hatte ich Disketten mal zwischenzeitlich verlegt, es sind aber immer alle wieder aufgetaucht. F: Wieviel kostet die Datensicherung? A: Die Datensicherung ist kostenlos. Ueber eine Beilegung ggf. des Rueckportos wuerde ich mich freuen. F: Warum machst Du eigentlich die Datensicherung? Ist doch mit viel Arbeit verbunden... A: Aus Idealismus. Ich will verhindern, dass die Software dieser Aera ausstirbt. Einerseits hat die Software auch einen kulturhistorischen Wert, andererseits ist sie meist Voraussetzung fuer die Nutzbarmachung / stilgerechten Praesentation der historischen Rechner. F: Ist es schlimm, wenn bei meinen Disketten auch welche fuer westliche Rechner dabei sind? A: Nein. F: Lohnt es sich denn, meine Datentraeger zur Sicherung zu bringen? Ist doch wahrscheinlich nicht wertvolles drauf... A: Das wissen wir immer erst hinterher. Manchmal finden wir Programme in noch unbekannten Versionen, gar nicht zu erkennen auf dem ersten Blick. Ausserdem koennen bei der Sicherung vorher nicht sichtbare Daten zu Vorschein kommen (z.B. geloeschte Dateien). F: Soll ich gleich alle meine Disketten zur Sicherung bringen oder lieber erst mal nur einige? A: Sicherungen in mehreren Ettappen sind moeglich, aber nicht empfehlenswert, wegen des hoeheren Transportaufwands. F: Ist ein Versand mit der Post / Paketdienst sicher? A: Bisher ist in meinem Umfeld durch die Post noch keine Sendung verloren gegangen. Beschaedigungen der Verpackung durch die Post hatte ich schon, die Disketten selbst waren bisher zum Glueck davon nicht betroffen. Erkennbare Schaedigungen durch Magnetfelder beim Transport hatte ich noch nicht. Genaue Erkenntnisse gibt es dazu aber nicht. Wer ganz sicher gehen moechte, kann mir die Disketten persoenlich uebergeben. F: Wie sind die Disketten beim Versand zu verpacken? A: Bei Sendung von wenigen Disketten diese am besten durch 2 Wellpappen verstaerkt im Briefumschlag schicken. Ansonsten per Paeckchen schicken. 1 cm Abstand der Disketten zur Verpackung sollte als Schutz reichen. F: Welche Disketten lohnt es sich, zu retten? Was ist mit verschmutzten/beschaedigten/geknickten Disketten? A: Trotzdem zur Sicherung her bringen. Den Versuch der Sicherung ist es allemal wert. F: Ich habe Disketten, die von meinen Rechnern als "nicht lesbar" bezeichnet werden. Was soll ich damit machen? A: Zur Sicherung bringen. Disketten koennen als "nicht lesbar" erkannt werden, wenn sie nicht im richtigen rechner liegen, Das Betriebssystem oder die Zugriffsart falsch sind oder weil sie Defekte haben. Bei der Sicherung kommen die Daten meist zum Vorschein. F: Ich habe Disketten, die nass geworden sind. Was nun? A: Zur Sicherung her bringen. Es gibt Moeglichkeiten, die Daten auch bei angegriffener Datentraegeroberflaeche durch nachschleifen noch zu retten. F: Ich moechte Datentraeger selber sichern. Soll ich? A: Bei bisher ungesicherten Datentraegern, fehlender Technik und fehlender Erfahrung rate ich dringend davon ab. Datensicherung ist eine Arbeit, die z.T. spezielle Hardware, spezielle Software sowie viel Erfahrung erfordert. Ein Datentraeger kann bei Fehlbedienung bzw. physischen Beschaedigungen in Sekundenschnelle total kaputt gehen. Obwohl ich schon seit ueber Jahren Datentraeger sichere, lerne ich immer wieder dazu. Bestimmte Fertigkeiten erhalten sich bei mir auch nur dadurch, dass ich diese Arbeiten regelmaessig mache. Wer also selber Datensicherung betreiben will, sollte erst einmal mit Datentraegern anfangen, die bereits gesichert sind. Einge Investitionen in Spezialhardware sind notwendig. Und SEHR viel Zeit dafuer einplanen. F: Warum beginnen auf der CD die Verzeichnisse !IMAGE, !UNDEL, !RESTORE und !DEFEKT mit einem Ausrufezeichen? A: Damit sie beim Sortieren im Dateimanager ganz oben stehen. Und damit sie nicht mit Datenverzeichnissen auf der Diskette verwechselt/vermischt werden. F: Auf meinen Disketten sind persoenliche/vertrauliche Daten. Sollte ich mich trauen, die trotzdem zur Sicherung bringen? A: Ja. Die Daten bleiben waehrend und nach der Sicherung auf Wunsch unter 4 Augen. F: Die CD mit den gesicherten Daten ist weg oder unlesbar. Was nun? A: Kein Problem, ich brenne sie erneut. Vorausgesetzt es gab vorher keinen expliziten Wunsch, dass keine Dateien auf dem Server bleiben. F: Woher bekomme ich preiswerte, leere Disketten? A: Am besten ueber ebay. Aufpassen, dass es keine HD-Disketten sind! Bei 8-Zoll-Disketten daran denken, dass SS und DS-Disketten nicht austauschbar sind. In der DDR wurde fast nur SS benutzt. Manche Laufwerke arbeiten nur mit hochwertigen Disketten. Die Disketten von BASF, Fireball und Commodore scheinen an problemärmsten zu sein. F: Ich habe 5,25-Zoll-Leerdisketten, auf denen "40 Spuren", "Single Density" oder "Single Side" steht. Kann ich die auch mit 80 Spuren, DD, DS beschreiben? A: In der Regel ja. Die Aufdrucke auf den Disketten stimmen nicht unbedingt mit den wirklichen Eigenschaften der Disketten ueberein. Einfach ausprobieren. F: Wieso mag mein Rechner mit 40-Spur-Laufwerk (K5600.10) meine zurueckgeschriebenen Disketten nicht lesen? A: 40-Spur-Laufwerke koennen nur Disketten lesen, die mit einem speziellen 40-Spur-Laufwerk formatiert wurden. F: Welche Disketten koennen nicht gesichert werden? A: Hartsektorierte Disketten. Erkennbar daran, dass die Diskette nicht nur 1 Indexloch in der Magnetfolie hat (sondern 12...32) F: Wie sollte ich Disketten lagern? A: In der Huelle aufbewahren, vor Sonne schuetzen, grosse Temperaturschwankungen vermeiden F: Ich will Diskettendaten weitergeben. Wie mache ich das am besten? A: Den Sektorabzug (.CQM bzw .TD0) und die Info-Datei (DT-INFO.TXT) weitergeben. ================================================== Autor: Ruediger Kurth ruediger.kurth@freenet.de www.robotrontechnik.de August 2008