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Autor Thread - Seiten: -1-
000
12.10.2017, 22:49 Uhr
Egon



Hallo,

so um 1995 brachte mir ein Kollege vier von seinen neu eingebauten Rollosteuerungen
mit zur eventuellen Reparatur nach dem Motto:

Mach mal, die waren sauteuer und haben keine 3 Jahre gehalten....



Ein einfaches Kondensatornetzteil das u.A. Strom für zwei recht kräftige Relais liefern
soll. Nach der kurzen Betriebszeit sind von den 0,47µ im Schnitt nur ca. 0,15µ übrig
geblieben, zu wenig um die Schaltung zu versorgen. Die Isolation der Dinger war aber noch
sehr gut, bis 400V= war kein Fehlstrom zu messen.

Dann aber die abartige Bauform, 21mm lang und 6mm hoch mit 320V AC-Festigkeit und das Gehäuse
so gebaut das fast nichts anderes passt, in der Höhe waren lediglich noch 2mm oben und unten Platz.



Ich konnte mir wohl 1995 nicht anders helfen weil ich den Sch**** vom Tisch haben wollte und habe mutig
das eingebaut was ich in meinen Beständen gefunden habe und was auch mechan. passend war.
Das waren die hier:



Und nun nach ca. 22 Jahren kam einer von den reparierten wieder zurück. Von den vier von mir fahrlässig völlig
unterdimensionierten Kondensatoren hat einer aufgegeben und ich werde eine Rückrufaktion starten und jetzt
gefundene Kondensatoren mit 630V- einbauen die auch mechan. passen.

Dieser Beitrag also nur um mal die Qualität von Bauteilen der DDR zu untermauern, das war schon gutes Zeug
mit dem man sich nicht verstecken musste.

Grüße Egon
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001
13.10.2017, 01:00 Uhr
Besserwisser

Avatar von Besserwisser


Zitat:
Egon schrieb
also nur um mal die Qualität von Bauteilen der DDR zu untermauern,
das war schon gutes Zeug mit dem man sich nicht verstecken musste.



Leider eine späte Erkenntnis.
1990 ist beim VEB Elektronik alles aus dem Fenster geflogen,
wo "Hammer und Zirkel" drauf waren.

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2017 um 01:00 Uhr von Besserwisser editiert.
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002
14.10.2017, 21:19 Uhr
Mario Blunk

Avatar von Mario Blunk

Aus dem Fernsehwerk in Berlin (ich vermute, es war das WF) hab ich eine Geschichte aus erster Hand gehört: Die haben zur Wendezeit die Leuchtdioden mit Schippen aus dem Fenster geschaufelt auf den Hof. Einer der damaligen Mitarbeiter ist daran verrückt geworden und durchgedreht ... Soviel zur Achtung des Lebenwerkes ...
--
http://www.blunk-electronic.de
My boss is a Jewish carpenter !
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003
14.10.2017, 21:52 Uhr
Mobby5




Zitat:
Mario Blunk schrieb
Die haben zur Wendezeit die Leuchtdioden mit Schippen aus dem Fenster geschaufelt auf den Hof.



Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass da Berge von LED's übrig waren.
--
und ausserdem muss in Zeile 20 der Doppelpunkt durch ein Semikolon ersetzt werden
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004
14.10.2017, 22:23 Uhr
Besserwisser

Avatar von Besserwisser

Einige Weitsichtige haben die alten Bestände an Bauelementen teilweise aufgekauft und bieten sie noch an:

www.pollin.de

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2017 um 22:55 Uhr von Besserwisser editiert.
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005
15.10.2017, 00:41 Uhr
holm

Avatar von holm

Na und?
Leute Ihr laßt das doch noch heute mit Euch machen, ist doch normal, die Ossis sind doof, die Effizienz ist Null und der einzig legitimierte Stundenlohn liegt unter 8,50...

Jagt das Pack um Teufel!

Gruß,
Holm
--
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006
15.10.2017, 06:55 Uhr
Zwangsrentner



Ach Holm - der Deibel will das Pack doch nicht, der arbeitet lieber mit ihm zusammen. Aus dem Fenster wurde auch bei uns Jahre alte Mustertöpfe gefeuert, direkt in den Schrottwaggon. Der Baron mußte tatsächlich 99 pfennige für den Betrieb zahlen.
grüsse aussem harz
--
I'm just a truckle, but I don't like to truckle >TIMOTHY TRUCKLE<

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2017 um 07:04 Uhr von Zwangsrentner editiert.
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007
15.10.2017, 09:24 Uhr
robbi
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Avatar von robbi

Bei der Auflösung vom ZFT in Dresden standen mehrere K1840 im Regen auf dem Hof, Bauelemente in Säcken und Kisten.
Die hoch qualifizierten Mitarbeiter aus der Musterwerkstatt (vor ein paar Tagen hatte sie noch mit Tränen in den Augen das Deutschlandlied - begleitet vom Polizeiorchester Dresden - auf dem Platz vor der Semperoper gesungen) haben das Mobiliar aus den Laboren aus dem weit geöffneten Fenstern des 5. Stockwerkes geworfen, unzerlegt, darunter auch ganze Schreibtische. Da gab es wieder Tränen - vor Wut und Ohnmacht!

Als ich mir zwei Hände voll SAY73 gesichert habe, haben mich alle Kollegen dumm angesehen. Hätte ich doch mehr mitgenommen...
Von einer Rolle Lötzinn lebe ich heute noch, ebenso von zwei Hände voll Stecklötösen usw.

Der Chef einer Fernsehwerkstatt hat nach 1990 zu mir gesagt:
"Kaufen Sie sich keinen Westfernseher. Behalten Sie ihren alten. Saba, Mende, Telefunken - es hat geblitzt, geknallt, gestunken."
--
Schreib wie du quatschst, dann schreibst du schlecht.

Dieser Beitrag wurde am 15.10.2017 um 09:30 Uhr von robbi editiert.
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008
15.10.2017, 09:30 Uhr
Rolly2



Ja, das war wohl damals überall gleich. Erst euphorisch gejubelt und Tage später die Früchte der eigenen Arbeit vernichtet. Das war schon traurig.

VG, Andreas
--
wie man denkt, so lebt man!
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009
16.10.2017, 11:51 Uhr
ICL-LIONS




Zitat:
Besserwisser schrieb

Zitat:
Egon schrieb
also nur um mal die Qualität von Bauteilen der DDR zu untermauern,
das war schon gutes Zeug mit dem man sich nicht verstecken musste.



Leider eine späte Erkenntnis.
1990 ist beim VEB Elektronik alles aus dem Fenster geflogen,
wo "Hammer und Zirkel" drauf waren.



Stimmt nicht, gibt es heute noch

https://www.electel.de/index.php/de/

Carsten
--
Online bin ich nur Wochentags zwischen 9 und 17 Uhr.
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010
18.10.2017, 16:30 Uhr
rm2
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Avatar von rm2

Hallo an alle,

hier mal einiges zu Wickelkondensatoren, speziell
Technologie – Herstellung Kondensator-Wickel

Hallo Egon,
leider hast Du kein Bild von den Stirnseiten des CL20-Kondensators
gemacht. So dass nicht erkennbar ist ob der Wickel gepresst wurde
oder 2 Wickel verbaut wurden.

Der Kapazitätsverlust kann durch 3 Dinge begünstigt werden:
- Selbstheileffekt mit wegbrennen des Belagwiderstandes ohne
Beschädigung des Dielektrikums (gilt besonders für
Belagwiderstand größer 4 Ohm/Quadrat)
- eindringen von Feuchtigkeit und oder Luft über die Stirnseiten
und dadurch Zerstörung des Belagwiderstandes
- wegbrennen des Belagwiderstandes an der Stirnseitenkontaktierung
des Wickels durch hohe Verlustströme (kapazitiver Verlustleitung)
(gilt besonders für Belagwiderstand größer 4 Ohm/Quadrat)



Zur Qualität von DDR-Wickelkondensatoren:
Bei der Berechnung des Kondensators wird die Dicke des Folien-Dielektrikums
entsprechend den Dickenschwankungen bei der Herstellung herangezogen.
Bsp.: 6 µm ausgezeichnete Folie hat negative Fertigungstoleranz teilweise bis 5 µm
(z.B. KOPAFOL, Hoechst, Frankfurt/Main, Mitte/Ende 80er), also wird die Spannungsfestigkeit
auf 5 µm bezogen; außerdem wird Spitze-Spitze Spannung bei 50 Hz Wechselstrom-
Anwendung berücksichtigt)

Nachteil: dadurch wird der Kondensator in seinen Abmessungen etwas größer (wenn
keine Deckwicklungen mehr vorhanden sind). Er wird dadurch aber auch
langlebiger, insbesondere im Einsatz mit kapazitiver Verlustleitung (kVAr)

Die 320 V könnten der besonderen Bauform und verwendeter Folie geschuldet sein.
Das ist nichts Ungewöhnliches. Auch im VEB Elektronik Gera wurden auf Kundenwunsch,
in einer Kleinserie, betreut durch FuE, Wickelkondensatoren mit anderen Maßen,
Kapazitäten, Spannungsfestigkeiten hergestellt.
--
.
http://www.ycdt.net/mc80.3x . http://www.ycdtot.com/p8000
http://www.k1520.com/robotron http://www.audatec.net/audatec
http://www.ycdt.de/kkw-stendal

Dieser Beitrag wurde am 18.10.2017 um 16:31 Uhr von rm2 editiert.
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011
19.10.2017, 23:05 Uhr
Egon



Hallo,

...leider hast Du kein Bild von den Stirnseiten des CL20-Kondensators
gemacht. So dass nicht erkennbar ist ob der Wickel gepresst wurde
oder 2 Wickel verbaut wurden...

Naja, daran soll es nicht scheitern, nur sehen für mich die Stirnseiten
der CV20 nach gar nichts aus, deshalb hielt ich das nicht für wichtig.
Die sind halt nur vergossen und unauffällig.
Den DDR-MKT hat es dagegen auf der linken Seite kräftig gebraten und die Stirnseite
ist etwas aufgeplatzt.



Kann man daraus etwas schlussfolgern?

Grüße Egon
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