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Robotrontechnik-Forum » Sonstiges » Die DDR: freies Land! » Themenansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
000
23.07.2017, 12:49 Uhr
Micha

Avatar von Micha

Zugegeben: der Aufmacher ist sehr missverständlich!
Freiheit ist immer ein interpretationswürdiger Begriff. Wir Menschen beziehen es meist implizit auf uns: "nicht eingesperrt sein", und dann steht eben die DDR schlecht da, da sie die Bürger hinterm Eisernen Vorhang eingesperrt hat.

Wenn man es aber mal unverkrampft betrachtet, gibt es viel mehr Aspekte. Nur einer davon: die Freiheit des Blicks über freies Land.

Ich bin am Stadtrand von Merseburg aufgewachsen, heute wohne ich wieder hier. Seit meiner Kindheit hat sich das Landschaftsbild gründlich gewandelt: In meinen Kindheitstagen war das hier Wiesenland bis zum Horizont, man konnte kilometerweit blicken, Häuser, Teiche, Tiere in großer Entfernung sehen.
Nach der Wende sind alle freien Flächen zunächst verbuscht, später mehr und mehr verurwaldet. Heute kann ich von meinem Anwesen noch ca. 50 Meter weit schauen, dann verdeckt dichter Misch-Laubwald alles.

Ich glaub, zu DDR-Zeiten wurde Wiesenland regelmäßig geordnet abgebrannt. Die Wiesen waren danach schnell wieder grün, aber es blieb freies Land, ohne Trend hin zum Urwald.

Heute wär so was wohl politisch unkorrekt: verbrennen bedeutet ja CO2 Erzeugung. Trotzdem: Ich persönlich wünsch mir manchmal die freie Wiesenlandschaft zurück.
--
Das alte Rom wurde auch nicht an einem Tag programmiert.
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001
23.07.2017, 16:35 Uhr
Thomas



Ich las und sah davon, daß man hier und da man Großgetier über die Wiesen laufen läßt, um sie freizuhalten.
--
Every day of my life I am forced to add another name to the list of people who piss me off!
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002
23.07.2017, 18:45 Uhr
ggrohmann



Noch Anfang der 90er Jahre konnte man schon mal auf einer Bundesstraße in Elbnähe in eine Schafherde geraten. Diese Viecher durften seinerzeit noch auf den Deichen und Dämmen grasen.

Das Abflämmen von Grasflächen habe ich nie selber gesehen, aber für den Raum Barby wurde mir davon berichtet. Das diente wohl auch der Ungezieferbekämpfung. Heute kichern dort im hohen Gras Zecken und Mücken und stürzen sich auf alles, was so vorbeikommt.

Guido
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003
23.07.2017, 19:50 Uhr
AE
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Ich muß mal meinen Senf dazugeben:
Zu den DDR-Zeiten gab es in Barby ein VEG, das sich hauptsächlich mit Schafzucht befaßte. Die Schafe grasten also nicht nur die Elbwiesen und Dämme dort geflissendlich und ganzjährig ab.
Schafhaltung ist heute mehr oder weniger bei uns an der Elbe ein Zuschußgeschäft. Folglich ist die Anzahl von Schafen hier drastisch zusammengebrochen. Der für die Pflege der Elbwiesen und Dämme zuständige Landesbetrieb für Hochwasserschutz usw. sucht händeringend nach Schafhaltern, zahlt aber unzureichend. Also wird hauptsächlich maschinell gemäht und nur die nach DIN geforderte Fläche. Folglich verkrautet der Rest und später folgen Stauden, Büsche, Bäume ...
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004
23.07.2017, 19:54 Uhr
Enrico
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Komisch.
Schafe habe ich noch gar nicht vor so langer Zeit hier gesehen.

In der Arbeit sehe ich aber immer wieder welche....
--
MFG
Enrico
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005
23.07.2017, 19:56 Uhr
ggrohmann



Jo, Enrico, sind bestimmt Schlafschafe. Die vermehren sich rasant.

Guido
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006
23.07.2017, 20:04 Uhr
Enrico
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Meinte aber beides.
Echte und die die anderen.
--
MFG
Enrico
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007
23.07.2017, 20:28 Uhr
Guido
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Avatar von Guido

Naja, auch in der "so schönen" DDR wurden Landschaften recht drastisch verändert. In der Lausitz kann man Lieder davon singen.
Andererseits holt sich die Natur nur das zurück, was ihr seit Jahrmillionen gehört.
Was würde passieren, wenn ganz plötzlich kein Mensch mehr auf Erden wäre. Selbst der Eifelturm würde irgendwann (vermute so 50-100 Jahre) einstürzen und überwuchert werden.

Alles also im grünen Bereich!

Guido
--
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

Konfuzius
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008
23.07.2017, 20:37 Uhr
HONI



@Guido

Die Landschaften wurden aber nicht nur in der DDR verändert. Die Lausitz wird auch heute noch umgewühlt und in den gebrauchten Bundesländern war/ist es ebenso.

@Micha

Uns wurden doch blühenden Landschaften versprochen, du hast die vor der Tür .

MfG HONI!!
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009
23.07.2017, 20:47 Uhr
Rolly2



Blühende Landschaften bedeutet, in jedem Dorf ein Gewerbegebiet. Das sind dann zum größten Teil Logistik-Firmen mit zig Angestellten. 2 im Büro und 100 auf der Straße. Es blühen die gepflasterten Flächen. Mansches Dorf hat seinen Charakter lange verkauft oder aufgegeben. Da sind die sogenannten Gewerbegebiete dreimal so groß wie das Dorf selbst.
Die haben alles vergeben, sogar ihre Lebensqualität.

VG, Andreas
--
wie man denkt, so lebt man!
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010
23.07.2017, 20:48 Uhr
ggrohmann



Da habt ihr eure blühenden Landschaften:

https://kosmologelei.files.wordpress.com/2017/06/kohltaz.jpg

Guido
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011
23.07.2017, 20:49 Uhr
Egon



Ich habe 22 Jahre mitten im Spreewald gewohnt, jetzt 15 km entfernt davon.
Da ich seit 52 Jahren auch Angler bin kenne ich mich in dem Labyrint der Gräben
und Fließe nat. gut aus. Früher wurden diese und die Entwässerungsgräben der
großen Wiesen durch Meliorationsbetriebe regelmäßig gewartet und durchgängig gehalten.
Ufer wurden mit Faschinen stabilisiert, der Wasserstand mit Wehren geregelt und
Pumpwerke entwässerten die riesigen Wiesen der Bauern und LPGs. Es gab Wiesen-Champignons
in Massen, wenn es keinen schönen Fisch gab haben wir die Eltern damit überrascht.

Heute kommt man an die ehemals geheimen und den Touristen verborgenen fischreichen Gewässer
Dank der Grünen nicht mehr ran, es sei denn man will sich die Knochen brechen.
Die Gräben sind verschlammt und verkrautet, die Uferbefestigung ist verfault, tausende Nutria
untergraben große Bäume bis sie umfallen und liegen bleiben. Die Wiesen stehen fast ganzjährig
unter Wasser, eine ideale Mückenzuchtanlage, aus den Rindern von früher sind Büffel geworden
denen es nichts ausmacht bis zum Bauch im Wasser zu stehen. Und die Touristen freuen sich ohne Ende
eine echte Büffelsalami mit 200 Gramm für 12,50€ zu kaufen. Manche Gebiete darf man nicht mehr
betreten, genannt Biosphärenreservat, von außen betrachtet eine vor sich hin gammelnde Landschaft
ohne Nutzen.

Grüße Egon
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012
24.07.2017, 20:21 Uhr
Thomas



Welches Biosphärenreservat darf man nicht betreten? Da wohnen sogar Menschen und nicht wenige. Die fahren auch Auto, bauen Häuser, betreiben Landwirtschaft.
--
Every day of my life I am forced to add another name to the list of people who piss me off!

Dieser Beitrag wurde am 24.07.2017 um 20:23 Uhr von Thomas editiert.
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013
24.07.2017, 23:42 Uhr
sylvi



Hallo,
also der Thread ist schon recht seltsam.
Unser Dorf hat kein Gewerbegebiet und ja, die Landschaft verändert sich
mit den Jahren. Aber was ist "gammelnde Landschaft ohne Nutzen"?
Wenn Holz im Wald verrottet ist das Dünger für was neues und wenn
Wiesen unter Wasser stehen, so speichern sie dieses und wenn
Fließgewässer verwildern vermindert sich die Fließgeschwindigkeit des
Wassers. Das soll ja ganz gut sein. Ich glaub auch nicht, das an allem
die Grünen Schuld sind, so manche Wiese wird sich einfach unter den
heutigen Bedingungen nicht sinnvoll bewirtschaften lassen.
Und Wald können wir doch gar nicht genug haben, haben die Wölfe
mehr Platz und gerne auch Braunbären. Haben die Städter wenigstens
Angst in den Wald zu gehen und ich dort meine Ruhe beim Pilze
sammeln, so wie es früher einmal war, hi hi.
lg.
sylvi

PS. wenn ich den Ausblick in die Landschaft genießen will, steige ich
auf einen Berg (oder auf mein Dach)
--
Meine Uhr ist eingeschlafen
Ich hänge lose in der Zeit
Ein Sturm hat mich hinausgetrieben
Auf das Meer der Ewigkeit
Asyl im Paradies, Silly
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014
25.07.2017, 07:44 Uhr
Egon



War ja klar das wieder mindestens ein ganz schlauer dabei ist....

Nat. kann Jeder den Begriff Biosphaerenreservat für sich auslegen wie er möchte,
wesentlich entspannter und günstiger kommt man aber weg wenn man mal einen Blick
auf die Tatsachen wirft.

http://www.spreewald-biosphaerenreservat.de/fileadmin/user_upload/PDF/Spreewald/Karten/Angelstrecken_OSP.jpg

http://www.spreewald-biosphaerenreservat.de/fileadmin/user_upload/PDF/Spreewald/Karten/Angelstrecken_USP.pdf

Wenn Du Schlauberger es fertig bringst in den rot und gelb markierten Bereichen
ein Haus zu bauen und auch noch Auto zu fahren bezahle ich Dir lebenslang das Benzin.
Und was die Landwirtschft anbelangt wäre für diesen Bereich ein Schwimmtraktor notwendig,
denn es ist besonders für Reis oder Schilf und evtl. Seerosen geeignet,
nur wer braucht solchen Mist?

Und hier detalliert beim Bild mit der Ente.
http://www.dav-spreewaldangler.de/40655.html

Grüße Egon
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015
25.07.2017, 07:54 Uhr
holm

Avatar von holm

Ich kann Dich verstehen Egon: "Schutz einzigartiger Naturlandschaften.." ..das war nie eine Naturlandschaft und die Kanäle und Gräben gibts da nicht von Natur aus. Es gab sicher EU-Fördermittel..das ist Alles.

Gruß,

Holm
--
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Dieser Beitrag wurde am 25.07.2017 um 07:54 Uhr von holm editiert.
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016
25.07.2017, 11:08 Uhr
RP



Da kann ich ja richtig froh über meine Heimat Chemnitzer Land sein. Wälder; befreit von großen alten Bäumen, die hat der Baron abgesägt und verkauft, Betriebe; abgerissen und schöne gepflegte Wiese angelegt, Bahnstrecken werden zu schönen Radwegen umgebaut.
Kultur Häuser, Bahnhöfe alte Denkmalgeschützte Stadthäuser alles geschlossen und dem Verfall preisgegeben, es ist nur eine Frage der Zeit und ich habe auch dort freien Blick.

Kein Vergleich mit der zuwachsenden Lausitz.

Rolf

Dieser Beitrag wurde am 25.07.2017 um 16:56 Uhr von RP editiert.
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