Der VEB Kombinat "Carl Zeiss" Jena als einer der weltweit größten
Hersteller für optoelektronische Präzisionsgeräte war auch der Lieferant einer ganzen Reihe von Laboratoriumsmesstechnik.
Das Kombinat stellte unter den Namen SPEKOL und SPECORD zwei Gerätelinien zur Verfügung,
die ständig weiterentwickelt und ab Anfang der 1980er Jahre auch mit Mikrorechnern ausgerüstet wurden.
Bei diesen Geräten handelt es sich um Spektralfotometer.
Spektrometer der SPEKOL-Serie
Spektrometer der SPECORD-Serie
Spektrometer der SPECORD-Serie
Spektroskopische Analysenmethoden haben bei Fragen der Charakterisierung unbekannter Substanzen,
der mengenmäßigen Erfassung von Elementen und Verbindungen und der Strukturaufklärung von Substanzen große Bedeutung erlangt und
wurden so zur dominierenden analytischen Methode.
Alle optischen und spektroskopischen Verfahren in der analytischen Chemie beruhen auf einem gemeinsamen Merkmal,
der Wechselwirkung von Materie (der zu untersuchenden Substanz) und Energie in Form von Strahlung (im einfachsten Fall Licht).
Die Geräte der SPEKOL-Reihe stellen so genannte VIS-Spektrometer dar, also Geräte deren Messbereich sich im Spektrum des sichtbaren
Lichtes befindet (etwa 340 - 850 nm).
Die Geräte der SPECORD-Reihe sind UV-VIS-Spektrometer, also Geräte, die vom Bereich des UV-Lichtes bis zum Ende des sichtbaren Lichtes
(sogar etwas drüber) die Messwerte erfassen (185 - 900 nm).
Bei fotometrischen bzw. spektrometrischen Messungen werden oftmals elementespezifische Reaktionen mit speziellen Nachweisreagenzien durchgeführt,
um farbige Verbindungen zu bilden, deren Intensität sich proportional zu der Konzentration des gesuchten Elementes verhält.
Diese Farbreaktionen liefern meist Verbindungen, deren Absorptionsmaximum im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts liegt.
Für diese Arbeiten dienen die Geräte der SPEKOL-Baureihe.
Die letzten (z.B. SPEKOL 211) besitzen bereits eine vollelektronische Mess- und Anzeigeeinrichtung, sowie zur Messwertausgabe
den Thermostreifendrucker robotron K6301.
Die SPECORD-Geräte (SPECORD M400) besitzen einen eingebauten Mikrorechner mit Bildschirm,
auf dem die Messdaten auch grafisch dargestellt werden können, sowie Diskettenlaufwerke zum Speichern der Messmethoden und Daten.
Neben dem erweiterten Wellenlängenbereich bieten diese Geräte mehr messtechnische Möglichkeiten, wie z.B. Hoch- und Tieftemperaturmessungen,
Gel-Scanner und Scanner-Tisch, Fluoreszenzmessung, Reflexionsmessung usw.
Atom-Absorptions-Spektrometer
(Alias AAS 30)
Weiterhin wurden vom VEB Kombinat "Carl Zeiss" auch Atomabsorptionsspektrometer gebaut,
die prinzipiell nach dem gleichen Messverfahren arbeiten.
Hierbei wird jedoch die zu untersuchende Probe nach der entsprechenden Vorbehandlung atomisiert
und dann von Licht einer speziellen Wellenlänge (nämlich der Wellenlänge aus dem Atomspektrum des zu bestimmenden Elementes) durchstrahlt.
Die Atome absorbieren nun ihre Eigenstrahlung, und zwar um so mehr, je mehr Atome im Gasraum sind.
Die nichtabsorbierte Strahlung wird lichtelektrisch gemessen.
Das AAS dient somit zur genauen Bestimmung der Gehalte von Alkalimetallen, Erdalkalimetallen und Schwermetallen.
Das AAS wurde vollständig über den eingebauten Mikrorechner gesteuert.