P8000 compact

(Alias P 8000, P-8000, P8000compact)

Dieser Rechner wurde 1989 vom EAW als Nachfolger des Computers P8000 entwickelt. Die P8000 compact war das letzte Rechnerprojekt von EAW; der Zerfall des Betriebes nach der Privatisierung 1990 verhinderte weitere Entwicklungen. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde bei der P8000 compact die Festplatte samt Controller mit ins Rechnergehäuse integriert.

Hardwareseitig gab es drei Ausrüstungsvarianten:

Rechner P8000 compact. Hier als 2-Prozessor-Version.

Technisch lehnte sich die P8000 compact stark an die klassische P8000 an: 8-Bit-Platine, 16-Bit-Platine und Harddisk-Controller wurden übernommen, auf letzteren beiden lediglich die Stecker verändert.
In den Varianten mit mindestens zwei Prozessoren kam als Neuentwicklung eine batteriegepufferte Systemuhr hinzu.


Uhrenmodul

1-MB-Speichermodul

Für die Dreiprozessor-Variante wurde ein Steckkartenpaar entwickelt, das einen zusätzlichen Prozessor und Speicher beinhaltete und in zwei der RAM-Slots gesteckt wurde. Zur Nutzung des Betriebssystems WDOS wurde ein spezielles Terminal benötigt, dass die DOS-übliche Arbeitsweise der Tastatur mit Scancodes unterstützte.


Modulpaar für den 3. Prozessor

Start von WDOS

Dateimanager unter WDOS

Die übrigen Slots auf der 16-Bit-Platine konnten durch RAM-Module mit 1 MByte Größe bestückt werden.
Theoretisch wäre eine Aufrüstung bis auf 8 MByte möglich, jedoch sind keine derartigen Steckkarten aus DDR-Produktion bekannt. Im Jahr 2009 wurde eine Speicherkarte mit bis zu 16 MByte Kapazität nachentwickelt und in Kleinserie produziert.

Heute gibt es nur noch ganz wenige P8000 compact. Von der 3-Prozessor-Variante ist nur noch 1 Exemplar bekannt.


EMR-Emulator

Dieses Gerät, das seit der ersten Version der P8000 angekündigt war, wurde aber wahrscheinlich erst mit der P8000 compact ausgeliefert. Es ermöglichte die hardwareseitige Emulation des Einchipmikrorechners U881. Dieser EMR wurde häufig in Maschinensteuerungen eingesetzt, die selbst über keine Prüfmöglichkeiten (z.B. Einzelschrittbetrieb der Programme) verfügten. Daher konnte testweise der EMR ausgebaut und an dessen Stelle der Prüfstecker des EMR-Emulators aufgesetzt werden. Der EMR-Emulator bildetet dann den Prozessor hardwareseitig nach und ermöglichte auch den Eingriff in die laufende Software (Haltpunkte setzen, Register lesen,...). Der EMR-Emulator konnte entweder völlig selbständig arbeiten und mit Kabelverbindung zur P8000 compact.


EMR-Emulator

Adaptereinheit zur Verbindung mit dem Prüfling

Rückseite des geöffneten Gerätes

Innenansicht des EMR-Emulators

Das Gehäuse des EMR-Emulators ähnelt stark dem des P8000-Terminals, ist aber etwas breiter.

Heute sind nur noch 2 Exemplare dieses Geräts bekannt.

Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de