Das ZEUS-System diente der Identifizierung von Mitarbeitern, erfasste deren Arbeitszeiten und öffnete bei entsprechender Berechtigung Türen oder Durchgänge.
Zur Identifizierung dienten Magnetkarten, die mit Hilfe des Leitrechners programmiert wurden
und dann an verschiedenen Türen oder Durchgängen ausgelesen wurden.
Zielgruppe waren Betriebe mit bis zu 2000 Mitarbeitern und bis zu 14 Werkstoren.
Bis zur Einstellung des Projekts mit der Schließung von Robotron wurden allerdings nur wenige Anlagen verkauft.
Entwickler der Hard- und Software war der VEB Robotron-Vertrieb Erfurt.
ZEUS war eine komplette DDR-Entwicklung: ein westliches Vorbild hab es nicht.
1985 begann die Entwicklung durch ein vierköpfiges Team. Drei Jahre später war das Produkt serienreif und wurde 1988 auf der Leipziger Frühjahrsmesse präsentiert.
Die Leiterplatten wurden zunächst in Gornsdorf, später dann bei Erfurt-Elektronik Erfurt gefertigt.
Zentrale des ZEUS-Systems war ein Computer PC1715, der als Leitrechner fungierte.
In späteren Varianten übernahm ein EC1834 diese Arbeit.
Der Leitrechner hatte sechs Funktionen:
Hochfahren des Netzwerkes.
Die Terminals K8905 forderten per Netzwerk ein Betriebssystem vom Leitrechner an,
das dieser von Diskette lud und dann per Netzwerk zusammen mit der Netzwerk-Uhrzeit und der Berechtigtenliste für bis zu 150 Mitarbeiter verschickte.
Verwaltung der Anwender.
In einer Datenbank waren die autorisierten Mitarbeiter samt ihrer Berechtigungen hinterlegt.
Programmierung von Magnetkarten.
Jeder Mitarbeiter bekam eine speziell programmierte Magnetkarte zur Identifizierung.
Entscheidung über die Entsperrung der Türen.
Buchte sich ein Mitarbeiter an einer Tür per Magnetkarte ein,
entschieden das Terminal oder nach automatischer Rückfrage der Leitrechner über die Türfreigabe.
sammelten und per Abruf an den Leitrechner übertrugen. Die Leitungslänge des Koaxialkabel-Netzwerkrings konnte dabei bis zu 500 m betragen.
Erkannte das Terminal die Magnetkarte nicht anhand seiner Nutzerliste, fragte es beim Leitrechner nach und ließ sich den Nutzerdatensatz schicken.
Anschließend gab das Terminal bei vorhandener Berechtigung die Tür bzw. das Drehkreuz frei (magnetische Entriegelung und Aufleuchten einer Lampe).
Prinzip des ZEUS-Systems
Die Zeiterfassung erfolgte durch die im Systemterminal eingebaute Echtzeituhr.
Das Speichern der Zeitdaten übernahm der Leitrechner, der sie auf Diskette schrieb und sie damit anderen Programmen zur Auswertung zugänglich machte.
Das ZEUS-System übernahm auch die Auswertung der Arbeitszeit (Beginn, Ende, Stundenzahl) und unterstütze dabei auch Sondermodelle,
wie Gleitarbeitszeit, Überstundenabrechnung, verkürztes Arbeiten von Rentnern und Schonarbeitsplätze.
Heute ist die Existenz nur noch 1 ZEUS-Systems bekannt, leider in defektem Zustand.
Von Robotron-Elektronik Zella-Mehlis gab es noch eine Nachfolgeentwicklung
auf Basis des Terminals K8906, wobei nicht bekannt ist, ob das jemals in Serie produziert wurde.
Arbeitszeiterfassungssystem MAK
(MAK=Mikrorechnergesteuerte Arbeitszeitkontrolle)
Im Gegensatz zum ZEUS übernahm MAK nur die Erfassung der Arbeitszeit, aber keine Steuerung von Türen.
Hardwareseitig war es auch wesentlich einfacher aufgebaut:
es bestand im Wesentlichen aus einem Steuerrechner K8915,
der mit vier Magnetkartenlesern K6503 verbunden war
sowie einem Auswerterechner K8915.